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Dax: Wo bleibt die Euphorie?

Blickt man auf den Dax-Future, so fehlt doch irgendwie die Euphorie, die gestern noch die Wall Street beherrscht hatte. Zurecht..

Markus Fugmann

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Blickt man auf den Dax-Future, so fehlt doch irgendwie die Euphorie, die gestern noch die Wall Street beherrscht hatte. Sachlich ist das allemal begründet: der vermeintliche Deal zwischen den USA und China ist faktisch ein Witz, weil sich damit das Handelsbilanzdefizit der USA zu China im besten Fall um ca. 10 Milliarden Dollar reduzieren würde und damit etwa um magere 3% (die USA exportieren Lebensmittel im Volumen von 18 Milliarden Dollar und Öl im Volumen von 8 Milliarden Dollar, also ingesamt 26 Milliarden Dollar – das will man nun um 35% bis 45% steigern).

China jedenfalls dürfte sich ins Fäustchen lachen, wenn das schon alles ist, was die Trump-Administration durchsetzen wollte – daher wird eben diese Trump-Adminstration früher oder später merken, dass sie faktisch nichts erreicht hat und wieder einen aggressiveren Ton gegenüber Peking anschlagen. Das Problem ist also nur auf die lange Bank verschoben worden, was den Märkten aber erst einmal zu reichen scheint.

Für den Dax viel wichtiger aber dürfte sein, was in Italien passiert. Wenn die neue italienische Regierung bei ihren Forderungen und Herangehensweisen bleibt, ist eine neue Euro-Krise kaum zu vermeiden, und das wird dann auch auf den Dax abstrahlen. Die neue Koalitionsregierung in Rom stellt im Grunde alles in Frage, was bisher in der Eurozone als Grundprinzip galt – und genau das kann Brüssel nicht akzeptieren, ebensowenig wie Berlin. Italien aber hat, anders als Griechenland, erhebliches Gewicht, es geht um viel mehr als damals bei der Griechenland-Krise. Daher ist die schon sichtbare Panik an Italiens Anleihemärkten (weltweit drittgrößter Anleihemarkt) ein Vorbote dafür, dass es bald auch an Europas Finanzmärkten insgesamt ungemütlich werden dürfte!

Während die Wall Street faktisch seit Wochen im Seitwärs-Modus agiert trotz der gestrigen Kursgewinne, stellt sich beim Dax die Frage, wo jetzt das Aufwärtspotential herkommen soll angesichts der dunklen Wolken am europäischen Himmel?

Der Dax klebt nach wie vor am Widerstandsbereich bei 13130 Punkten – hier muß er drüber, dann wäre noch einmal Luft bis 13210 Punkte. Auf der Unterseite liegt die nächste größere Unterstützung bei 12650 sehr weit entfernt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Wir werden sehen, ob der Dax die Euphorie der Anderen nachvollziehen wird. Heute der erste Handelsag nach dem kleinen Verfall, auch das dürfte eine Rolle spielen, weil die Chips nun neu verteilt werden. Lassen wir den Dax doch einfach erst einmal machen und sehen dann weiter..

Pure Euphorie
Von I, Luca Galuzzi, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1884158

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Marko

    22. Mai 2018 16:15 at 16:15

    13500 wir kommen ! Sollen wir schon mal die Torte hereinrollen, oder lieber doch bei einer richtig runden Zahl ? ;D

    Drehpunkt Ostermontag – sell in May and go away ? Vielleicht sind sie schon alle weggegangen ?! Keiner mehr da, deshalb keine Euphorie ? Alle warten auf den Mai-Crash ?

    Ausserdem sind die Briten auf Rekordhoch, der Dow dreht schon die ganze Zeit durch ?

    Das Potential nach oben kommt daher, dass man langsam an einer „Mauer der Angst“ nach oben krabbelt.

    Italien und EUR – Krise, ja aber dass würde dann aber doch mindestens beim EUR/USD die 0,8 bedeuten ?

    Italien will sich nicht an den EUR halten und dann vollends im Chaos versinken, gerne.
    Wie gesagt immer die alte Marko-Platte – Crash-Tourismus mitten in Europa, ich wäre dabei ! :D

    Die Italiener hätten den EUR dann zwar immer noch als „Schattenwährung“, aber: was solls… Schuldenerlaß in EUR (!) in Höhe von 250 Mrd, na aber sicher doch …

    Das haben die Griechen auch gedacht, dass man den EUR „ändern“ könnte, wieso hört man von den Griechen nix ? Weil sie „klein“ sind, nein, weil die Griechen nicht dumm sind…

  2. Avatar

    Marko

    22. Mai 2018 16:28 at 16:28

    Gestern haben die Amis die Chips auf den Tisch geknallt, dass jetzt Europa ein wenig etwas nachholt, sollte doch klar sein.

    Auffällig ist m.E. der USD/YEN . ;)

    Die nächste Abwärtswelle beim EUR/USD wird wohl im Juni kommen.

  3. Avatar

    Marko

    22. Mai 2018 16:55 at 16:55

    Ach und bei Japan ääh dem Yen , wenn die Japaner so weitermachen…

    Was haben die eigentlich heute morgen beim Dax veranstaltet, den mal schön in den Keller geballert (schönes Gap-Close, übrigens), während die EUR-„Peripherie“ nach oben davon eilt ? Das lässt sich der Dax gefallen ?

    Die „Shorties“ sind natürlich jetzt short, ist klar..

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Aktienmärtke: Der Schwachsinn mit dem Stimulus! Marktgeflüster (Video)

Warum das Warten auf den nächsten Stimulus so erbärmlich ist – und Aktienmärkte und US-Wirtschaft sich von Überbrückungs-Droge zu Überbrückungs-Droge hangeln

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte warten nach wie vor auf eine Entscheidung in Sachen Stimulus – die bekanntlich laut Nancy Pelosi heute fallen soll. Übergeordnet aber spielt dieser Stimulus faktisch gar keine Rolle, sondern ist nur ein Beleg dafür, dass die US-Wirtschaft ohne Helikoptergeld überhaupt nicht mehr funktionieren kann. Faktisch bringen auch die Interventionen der Notenbanken mit Anleihekäufen oder Zinssenkungen nur noch kurze Scheinblüten, ohne die übergeordneten Trends zu verändern. Aber die Aktienmärkte gieren nach eben diesem Stimulus, weil sie ohne diese permanenten Interventionen kaum überlebensfähig wären. Heute ein unentschlossener Handel nach dem gestrigen Abverkauf – ohne konkrete neue Drogen ist die Laune der Märkte eher bescheiden..

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Rüdiger Born: Auch wenn Sie es nicht mehr hören können…

Rüdiger Born

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Die US-Indizes tendieren leicht gen Süden. Nun wird es spannend. Gibt es eine Einigung auf einen Billionen-Stimulus in den USA oder nicht? Ob die Indizes in Kürze kräftig steigen oder doch fallen, das können wir als Trader vorher nicht wissen. Daher spreche ich im folgenden Video ein wichtiges Thema an, auch wenn Sie es nicht mehr hören können!

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Dax: Extremer Optimismus ohne entsprechende Kaufbereitschaft mahnt zur Vorsicht

Stephan Heibel

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Vor ca. 10 Tagen schrieb ich „Nachhaltig steigende Kurse sind auf dieser Basis schwer erzielbar.. wahrscheinlicher ist es, dass bald Gewinnmitnahmen einsetzen“: Am Mittwoch letzter Woche brach der DAX zwischenzeitlich um 3% ein. Es war ein sehr kurzes, vielleicht aber dennoch reinigendes Gewitter. Schauen wir uns an, wie sich dieser kurze Ausflug in den Börsenkeller auf die Stimmung ausgewirkt hat.

Dax: Die Stimmung der Investoren

Unser Aktiensentiment ist auf -3,0 eingebrochen (zuvor +1,9). Ab Werten von -4 spreche ich von Extremwerten, die im Sinne der Sentiment-Theorie einen Aktienkauf nahelegen. Denn insbesondere bei extrem negativen Stimmungswerten, die in Richtung Panik gehen, hat sich in der Vergangenheit häufig ein Boden am Aktienmarkt gebildet. Reicht ein Wert von -3 derzeit bereits für einen tragfähigen Boden aus?

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Mit den fallenden Kursen ist Verunsicherung einher gegangen (-3,9). Obwohl dieser Rücksetzer aus unserer Sentimentsicht überfällig war, habe ich in der Finanzpresse vielfach gelesen, dass man das nicht hätte erahnen können. Viele waren also überrascht.

So sind die beiden folgenden Sentiment-Daten nur konsequent: Die Erwartungshaltung der Anleger ist auf +3,4 angestiegen (Vorwoche +1,7). Damit kratzen wir schon an einer extrem bullischen Stimmung, zuletzt war die Stimmung Mitte März, also im Corona-Crash, so stark optimistisch. Seit Juni bewegen wir uns jedoch seitwärts. Wenn in der Vergangenheit im Rahmen einer Seitwärtsbewegung Optimismus aufkam, so stand eine neue Richtung unmittelbar bevor – leider gibt es keine klare Tendenz, ob diese nun gen Norden, oder gen Süden ausfallen wird.

Halten wir also fest: Es wird spannend.

Die Investitionsbereitschaft notiert mit einem Wert von 2,8 zwar deutlich im positiven Bereich, das kennen wir aber auch noch besser. Insbesondere vor dem Hintergrund des hohen Optimismus wäre eine noch höhere Investitionsbereitschaft wünschenswert, um auf künftig steigende Kurse beim Dax zu hoffen. Hmm, ich werde also die Entwicklung der Investitionsbereitschaft in den kommenden Wochen besonders genau beobachten.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert bei 2,0 und zeigt somit an, dass überwiegend auf steigende Kurse beim Dax spekuliert wird. Das passt zum großen Optimismus, den wir in unserer Umfrage messen.

Institutionelle Anleger, die gerne über die Eurex spekulieren, haben diese Woche jedoch überwiegend Puts gekauft. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 1,8 gestiegen. Damit setzen die Profis auf einen weiteren Rückschlag am Aktienmarkt. Gleichzeitig sichern sie den Aktienmarkt gegen zu große Einbrüche ab.

In den USA ist das Put/Call-Verhältnis seit vielen Wochen notorisch niedrig, so auch diese Woche. Dies ist ein Zeichen für exzessiven Optimismus unter Spekulanten.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote auf 103% gehoben. Nachdem im Vorfeld des Quartalswechsels zum 1. Oktober hohe Cashbestände aufgebaut wurden, um etwaige Kundengeldauszahlungen leisten zu können, wurde die Investitionsquote nun in Rekordgeschwindigkeit wieder auf das hohd Niveau von Ende August zurückgeführt.

Zur Erklärung: Hedgefonds ermöglichen es ihren Kunden in der Regel nur einmalig im Jahr, Geld ein- oder auszuzahlen. Wer seine Millionen in einen Hedgefonds geben, oder sich Geld auszahlen lassen möchte, der muss bis zum 1. Oktober warten. Bis dahin kann man seine Wünsche anmelden, danach muss man wieder ein Jahr warten. Im Vorfeld dieses Stichtages generieren Hedgefonds also Cash, um die gewünschten Auszahlungen dann auch tätigen zu können. Nun wird das Geld, das gegebenenfalls nur den Hedgefonds gewechselt hat, wieder angelegt.

US-Privatanleger lassen ihre Skepsis langsam fallen, das Bulle/Bär-Verhältnis ist auf nur noch -1 angestiegen (Ende September noch -20).

Der technische Angst und Gier Indikator (Fear & Greed Index) des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 59% eine verhältnismäßig neutrale Verfassung an.

Interpretation

Ich habe das Gefühl, wir brauchen noch mehr Investitionsbereitschaft, um aus der seit Anfang Juni bestehenden Seitwärtsbewegung nach oben auszubrechen. Die Sentiment-Theorie ist eine Theorie der Gefühle. Zwar versuche ich, die Gefühle in harte Zahlen zu pressen, doch die Interpretation mit rein mathematischen oder statistischen Methoden ist nicht immer zielführend. Daher nehme ich mir heraus, hin und wieder auch meinen eigenen Eindruck mit einfließen zu lassen.

Zwar hat der Rückschlag dieser Woche viele Anleger überrascht und sogar ein wenig geschockt. Aber Panik, wie sie für das Ende einer länger anhaltenden Marktphase erforderlich ist, habe ich noch nicht gesehen. Somit könnte der Rücksetzer dieser Woche ausreichen, um für ein oder vielleicht sogar zwei freundliche Börsenwochen zu sorgen. Doch für einen Lauf in Richtung neuer Allzeithochs im DAX dürfte mindestens ein weiterer Rücksetzer erforderlich sein.

Was jedoch nicht heißen muss, dass wir den DAX nochmals tiefer sehen werden. Daher ist es immer ratsam, an Tagen mit heftigen Kursverlusten den einen oder anderen Liebling einzusammeln. Wir haben keinen Ausverkauf gesehen, der uns ermutigen sollte, unsere restlichen Barbestände in Aktien zu stecken. Vielmehr ist es weiterhin sinnvoll, ein wenig Cash in der Hinterhand zu behalten, um auch beim nächsten Rücksetzer kraftvoll zubeißen…, ähem, zugreifen zu können. Aber einen Teil Ihrer Barreserve können Sie auf dem aktuellen Niveau schonmal einsetzen.

Insbesondere in den USA ist der Optimismus noch immer sehr groß. Fondsmanager und Spekulanten an der CBOE sind weiterhin extrem bullisch positioniert, lediglich Privatanleger werden vorsichtiger. Auch in den USA gibt es also noch keine gute Basis für eine Fortsetzung der Rallye, da fehlt weiterhin eine zwischenzeitliche Marktbereinigung.

Somit gehe ich davon aus, dass wir weitere Kaufgelegenheiten präsentiert bekommen. Es lohnt sich, heute schon die Aktienlieblinge zu markieren, damit Sie im Falle eines Rücksetzers schnell zu einer Entscheidung kommen.

Wie ist die Stimmung derzeit gegenüber dem Dax?

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