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Delivery Hero-Neuemission: Euphorie schlägt Vorsicht

Euphorie ist oft richtig, gut und instinktiv die richtige Emotion. Wer hätte schon auf Google gesetzt, als man noch in einer Garage am Suchmaschinen-Algorithmus bastelte? Es gab ja schließlich bereits Yahoo und Webcrawler…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Euphorie ist oft richtig, gut und instinktiv die richtige Emotion. Wer hätte schon auf Google gesetzt, als man noch in einer Garage am Suchmaschinen-Algorithmus bastelte? Es gab ja schließlich bereits Yahoo und Webcrawler als Suchmaschine. Wozu also noch eine neue Suchmaschine namens Google? Wer brauchte das schon? Die Euphorie (oder besser gesagt der Optimismus) gab den damaligen Risiko-Investoren recht. Kommt es bei Delivery Hero genauso? Das wissen wir alle erst in vielleicht drei, vier, fünf Jahren. Dann kann man sich ein besseres Bild davon machen, ob Delivery Hero mit seinen Marken wie beispielsweise Pizza.de die Konkurrenz vom Markt gefegt hat, und eine Art Google oder Facebook im Bereich Essens-Lieferung geworden ist.

Wir berichteten erst am Montag über dieses größte IPO des Jahres in Deutschland mit knapp 1 Milliarde Euro Emissionsvolumen. Der Gesamtwert der Firma wird beim Börsengang Ende Juni wohl bei 4,4 Milliarden Euro liegen. Am Montag stellten wir in unserem Artikel die Frage „haben Sie Lust in das größte deutsche IPO des Jahres zu investieren?“

Ob Sie lieber Leser/innen diese Emission gezeichnet haben, wissen wir nicht. Aber insgesamt kann man sagen, dass der deutsche Börsianer mehr als heiß auf diese Neuemission ist. Schon Stunden nach Beginn der Zeichnungsfrist lagen für das Volumen auszugebender Aktien genug Kaufaufträge vor, so die Aussage des Konsortialführers Goldman Sachs. Aber nicht nur das. Der Ausgabepreis soll bei 22-25,50 Euro liegen. Aktuell steht der vorbörsliche Kurs („Handel per Erscheinen“) bei 28,70-28,99 Euro, also 13% höher als der vermeintliche Emissionspreis, der ja dank der wohl extrem großen Nachfrage bei 25,50 Euro liegen dürfte.

Stand heute ist es also recht wahrscheinlich, dass der Aktienkurs nach der Emission mit einem guten Plus starten könnte. Garantiert ist das nicht, aber offenbar wahrscheinlich. Die Marktkapitalisierung von Delivery Hero liegt dann bei 4,4 Milliarden Euro (und dann wohl noch höher). Das bedeutet auf Basis des für das laufende Jahr prognostizierten Umsatzes gut das zehnfache des Umsatzes. Die ebenfalls „jung und dynamisch“ daher kommende Restaurantkette Vapiano, die auch in Kürze an die Börse geht, hat ein Verhältnis von 1,5 bis 2. Also ist Delivery Hero verdammt teuer bewertet, schon zum Börsenstart!

Schaut man in die Zukunft, ist Delivery Hero mit theoretisch angenommenen Wachstumsraten auch im Jahr 2019 noch deutlich höher bewertet als Vapiano. Und dieser Laden macht Gewinne! Delivery Hero nicht, so wie es wohl zum guten Ton gehört! Aber Spott und Häme bitte weglassen – es bleibt einfach der Faktor „Optimismus“ und „Euphorie“, der nicht mit Zahlen einzufangen ist. Es ist die Hoffnung, dass diese Firma der große Knaller wird. Diese Hoffnung kann den Kurs natürlich antreiben. Oder es geht aus wie bei Rocket Internet, Twitter und Snapchat, wo nach dem IPO eine Ernüchterung eintrat. Man wird sehen…

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    22. Juni 2017 16:20 at 16:20

    Von Optimismus und Euphorie kann aber kein Unternehmen existieren, auch nicht Delivery Hero. Die Firma gibt es seit 2011 und man hat noch kein einziges Mal in fünf Jahren Gewinne ausweisen können, somit überhaupt nicht investmenttauglich.
    Und der Vergleich mit Google der hinkt aber gewaltig! Laut deren IPO-Prospekt wurden bereits im Jahr 2001 Gewinne ausgewiesen also bereits im dritten Jahr des Bestehens, wo hingegen heutige „Start-Ups“ nie profitabel werden oder erst gar keine Gewinne erwarten (Snap.Inc).

    Hier wird wie bei Rocket Internet (Schneeballsystem) ganz heiße Luft zu massiv überhöhten Preisen verkauft.

  2. Avatar

    Werner

    22. Juni 2017 19:40 at 19:40

    Ist es gestattet, in diesem Zusammenhang an Gigabell zu erinnern? Einer der schnellsten Hypes des Neuen Marktes, und auch ganz schnell wieder verschwunden….

  3. Avatar

    joah

    22. Juni 2017 21:00 at 21:00

    Was ist der Unterschied von Google, Amazon und bspw. Vapiano im Gegensatz zu Delivery Hero? Diese jeweiligen Firmen haben PRODUKTE (Plural) und/oder vertreiben direkt welche – Delivery Hero hat nicht nur nichts, die haben gar nichts und dazu werden die auch wieder werden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – „Ob gut oder schlecht – Sell the News!“

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Auch wenn es wie bei Microsoft gute Zahlen gab – der Markt ist derzeit negativ eingestellt.

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Boeing-Quartalszahlen: Desaster, aber der Verlust ist kleiner als erwartet

Claudio Kummerfeld

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Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Boeing ist als Industrieunternehmen mit seiner gigantischen Zuliefererkette derart wichtig für die US-Volkswirtschaft, dass man mit starken Absatzrückgängen sogar das US-BIP in spürbare Bewegung bringen kann. Aber nun zu den wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 14,14 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,98/erwartet für heute 14,5). Laut Boeing sinken die Umsätze bei den zivilen Maschinen wegen der 737-Probleme, was teilweise durch höhere Umsätze in der Militärsparte ausgeglichen werde. Der Ergebnis liegt bei -1,39Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,45/erwartet für heute -2,32).

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Gegenüber Airbus ist Boeing doppelt hart getroffen. Nicht nur Corona trifft die Geschäfte des Flugzeugbauers, sondern immer noch das 737 Max-Desaster mit den zwei Abstürzen.

Der operative Cash Flow liegt bei -4,8 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +1,0 Prozent – wohl weil der Verlust nicht so schlimm ausfiel wie erwartet.

Boeing betont, dass man noch in den Büchern noch Aufträge habe für 4.300 kommerzielle Flugzeuge im Volumen von 393 Milliarden Dollar.

Boeing soll Ende 2021 noch 130.000 Mitarbeiter haben, wo es Anfang 2020 noch 160.000 waren.

CEO-Statement:

“The global pandemic continued to add pressure to our business this quarter, and we’re aligning to this new reality by closely managing our liquidity and transforming our enterprise to be sharper, more resilient and more sustainable for the long term,” said Boeing President and Chief Executive Officer Dave Calhoun. “Our diverse portfolio, including our government services, defense and space programs, continues to provide some stability for us as we adapt and rebuild for the other side of the pandemic. We remain focused on the health and safety of our employees and their communities. I’m proud of the dedication and commitment our teams have demonstrated as they continued to deliver for our customers in this challenging environment. Despite the near-term headwinds, we remain confident in our long term future and are focused on sustaining critical investments in our business and the meaningful actions we are taking to strengthen our safety culture, improve transparency and rebuild trust.”

Grafik zeigt Detaildaten zu den aktuellen Quartalszahlen von Boeing

Hauptwerk nahe Seattle - Boeing-Quartalszahlen veröffentlicht
Das Boeing-Hauptwerk nördlich von Seattle. Foto: Jeremy Elson CC BY-SA 3.0

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So sichern Sie in unruhigen Marktphasen Ihr Depot ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

es ist wieder soweit. Deutschland fährt erneut runter und geht in einen moderaten Lockdown. Voraussichtlich noch im Verlauf des Tages werden Bund und Länder entsprechende Maßnahmen beschließen. In der Diskussion sind unter anderem: Verbot von Verwandtenbesuchen, Aufenthalt in der Öffentlichkeit mit maximal einer Person eines anderen Haushaltes, die Gastronomie soll wieder komplett heruntergefahren werden, touristische Übernachtungen im Inland sollen jetzt auch ausbleiben.

Zwischen den Zeilen lese ich heraus, dass die Maßnahmen bis weit in die Adventszeit aufrecht erhalten werden sollen. Die Politik konzentriert sich offenbar auf das Weihnachtsfest. Am Weihnachtsbaum sollen wir also wieder Verwandte treffen dürfen und dabei möglicherweise auch wieder ein Restaurant besuchen dürfen. Es überrascht also nicht, dass der DAX bereits seit Tagen butterweich ist. Zuletzt sackte der deutsche Leitindex mit großer Dynamik unter die Marke von 12.000 Punkten ab. Noch hält sich der US-Markt wacker und hat noch kein Verkaufssignal generiert.

Es gibt folglich zwei Optionen. Die optimistische Variante: Der US-Markt wird die europäischen Börsen stützen, sodass die Korrektur bei DAX und Co. rasch auslaufen wird. Die pessimistische Variante: Die US-Märkte kippen nächstens „hinterher“ und leiten damit eine globale Korrekturphase ein.

Vor diesem Hintergrund fragen sich jetzt natürlich viele Investoren, wie kann ich mein Depot einmal absichern, wie kann ich meine schönen Gewinne der vergangenen Monate und Jahre kurzfristig festmachen.

Es gibt hier zwei anerkannte Methoden: So können Sie nun die Aktienpositionen Ihres Depots einfach vollständig oder weitgehend abverkaufen. Diese Lösung ist einfach, hat aber in der Praxis ihre Tücken. Zunächst kann diese Maßnahme vor allem bei etwas größeren Depots durchaus zeitaufwändig sein. Außerdem produzieren Sie dadurch für Ihr Depot eine gewisse Spesenbelastung, die sich am Ende, wenn Sie die Titel wieder zurückkaufen, quasi verdoppelt.

Außerdem dürfen wir getrost davon ausgehen, dass uns der Wiedereinstieg in der Praxis kaum optimal gelingen wird. Denn wenn dann die Börse plötzlich dreht, sind wir eben erst einmal nicht dabei. Und oftmals sind die Kursgewinne der ersten Erholungsphase, die auf eine Korrektur folgen, besonders großzügig. So zeigen alle Studien, dass man mit einem Totalverkauf langfristig Rendite verliert, selbst wenn Aus- und Wiedereinstieg halbwegs gut bewerkstelligt werden.

Machen Sie keine halben Sachen, sondern sichern Sie proaktiv ab

Sinnvoller ist in unruhigen Marktphasen die sog. aktive Absicherung. Bei diesem Verfahren halten Sie im Wesentlichen an Ihren bestehenden Aktienpositionen fest, stellen allerdings vorübergehend sog. Shorts oder Puts gegen diese Aktienpositionen.

Wie funktioniert die proaktive Absicherung in der Praxis? Die Deutsche Börse berechnet nicht nur den DAX, sondern auch den sog. Short-DAX. Dieser Index verhält sich exakt spiegelverkehrt oder invers zum „echten“ DAX. Zu Deutsch: Wenn der DAX an einem Tag um 1 % fällt, dann steigt der Short-DAX exakt um 1 %. Wenn Sie also DAX-Aktien im…..

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