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Der deutsche Staat hat letztes Jahr 36,6 Milliarden Euro Gewinn gemacht – interessante Detaildaten!

Der deutsche Staat hat letztes Jahr einen Gewinn von 36,6 Milliarden Euro gemacht, oder besser gesagt einen Überschuss in dieser Höhe. Es ist die Differenz zwischen sämtlichen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der deutsche Staat hat letztes Jahr einen Gewinn von 36,6 Milliarden Euro gemacht, oder besser gesagt einen Überschuss in dieser Höhe. Es ist die Differenz zwischen sämtlichen Einnahmen (1,474 Billionen Euro) und Ausgaben (1,438 Billionen Euro). Mit Staat sind Bundesregierung, Bundesländer, Kommunen und Sozialversicherungen gemeint, also der gesamte Staatsapparat. Nur in Zahlen ist das der höchste Überschuss seit der Wiedervereinigung, und in Relation zum BIP ein Überschuss von 1,1%.

Umschichtungen

Die Bundesregierung selbst hat nur 1 Milliarde Euro Überschuss erzielt. Ohne die „Unrechtmäßigkeit der Kernbrennstoffsteuer“, durch welche die Energieunternehmen eine Erstattung erhielten, wäre der Überschuss 7,3 Milliarden Euro höher ausgefallen. Und, so möchten wir anmerken: Der Bundes-Steuerhaushalt überweist ja jedes Jahr gigantische Milliardenbeträge in die Rentenversicherung, damit diese überhaupt genug Geld hat um die Renten zahlen zu können. In 2016 kamen 64,5 Milliarden Euro vom Steuerhaushalt in die Rentenkasse. Wie viel es in 2017 waren, ist noch nicht veröffentlicht worden. Vielleicht 40 oder 50 Milliarden Euro? Ohne diese Subventionierung eines völlig kaputten Altersversorgungssystems hätte der Bund vielleicht locker 50 Milliarden Euro Überschuss erzielt letztes Jahr. Die Sozialversicherungen machten letztes Jahr 10,5 Milliarden Euro Überschuss. Wie gesagt – ohne den Bundeszuschuss gäbe es hier wohl ein dickes Minus! Die Bundesländer machten 16,2 Milliarden Euro Überschuss.

Interessante Details

Bei den Einnahmen des Gesamtstaates wirkt sich natürlich positiv aus, dass der Beschäftigtenstand so hoch ist. Daher steigen die Sozialbeiträge um 4,6%. Die Steuereinnahmen steigen um 6,4%. Der Bundesbank-Gewinn wird jährlich an den Bundeshaushalt abgeführt. Weil dieser Gewinn deutlich geringer ausfällt, reduzierten sich die Einnahmen aus dem Posten „Zinsen und empfangenen Ausschüttungen“ um 6,3%.

Auf der Kostenseite erhöhten sich die Löhne für Staatsbedienstete um 4,2%. Der mit Abstand größte Kostenfaktor für den Staat sind die Sozialausgaben – sie stiegen von 2016 auf 2017 um 4,0% – das Bruttoinlandsprodukt ist aber zuletzt nur um 2,3% gestiegen. Diese dramatisch schneller als die Wirtschaftsleistung steigenden Sozialkosten sind ein echtes strukturelles Problem, das niemand beachtet, solange die Gesamteinnahmen so schön sprudeln! Positiv ist dagegen aufgrund der seitens der EZB gestrichenen Zinsen zu sehen, dass der Zinskosten für Schulden um 6,4% gesunken sind. Oftmals macht Deutschland bei der Ausgabe neuer kurz laufender Anleihen sogar Gewinn!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    23. Februar 2018 15:31 at 15:31

    Moin, moin,
    interessanter Artikel, die Zahlen sind sicher richtig.
    Aber Achtung, es droht m.E. immer mehr Gefahr, dazu nur wie folgt:
    Immer mehr Hausbesitzer bekommen unliebsame Post von ihren Kommunen i.S. Straßensanierung. Es wird also langsam von den Bürgern (=Hafter für Staatsschulden) auf die öffentlichen Hände umverteilt. Der Staat wird dort etwas holen (müssen!) wo etwas zu holen ist. Noch sind das hier und dort Einzelfälle. Es ist wie bei einer Epidemie, jeder hoft es trifft den anderen und er freut sich, wenn er noch einmal davon gekommen ist. Hier wurden schon einige Hausbesitzer finanziell stranguliert. Das m.E. nur als Beispiel, was passiert, wenn der Staat oder seine „Unterorganisationen“ Geld brauchen.

  2. Avatar

    leser

    23. Februar 2018 16:02 at 16:02

    Überschuss und Gewinn sind zwei völlig verschieden paar Schuhe. Immerhin wird die Überschrift im ersten Absatz noch richtig gestellt. Würde der Bund richtigerweise einen Jahresabschluss machen, dann müßten auch eingegangenen Haftungen in Milliarden Höhe abgebildet werden. Ebenso müsste eine angemessene Rückstellung für die Verlustrisiken aus den Target-II Salden gemacht werden, https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/das-deutsche-900-mrd-euro-risiko/
    Und schon würden die Jubelmeldungen verstummen.

  3. Avatar

    Tom

    23. Februar 2018 23:35 at 23:35

    Die Zuschüsse zur Rentenversicherung decken m.E. nicht annähernd die versicherungsfreien Leistungen, welche die Kasse auszahlt. D.h. Auszählungen, wo nie Beiträge entrichtet würden.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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