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Der Tesla-Hype: Wie Prozentangaben doch täuschen können

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Wie sehr Prozentangaben doch die Sinne verwirren können, sieht man gut am Chart der Tesla-Aktie. Der amerikanische Elektroauto-Hersteller vermeldete am Karfreitag seine Absatzzahlen für das 1. Quartal. Die Börse war gestern aus dem Häuschen.

Die Aktie von Tesla explodierte gestern geradezu um 6,3%. Warum? Schaut man sich die Artikel der Mainstream-Presse an (nennen wir sie hier mal ganz bewusst so), liest man in den Schlagzeilen fast ausschließlich davon, dass die Absatzzahlen im 1. Quartal 2015 um satte 55% gegenüber dem 1. Quartal 2014 angestiegen sind. Oder man liest von „Sales Record“ oder „Tesla races ahead“. Gigantisch, so denkt man – verständlich. Was für eine Steigerung. Die Prozentzahl stimmt ja auch. Genau so könnte man denken, wenn man hören würde „in Griechenland ist die Arbeitslosigkeit um 2% gesunken“. Die Ernüchterung folgt, wenn man sieht, wie viele Menschen denn immer noch arbeitslos sind.

Bei Tesla ist da Problem die pure Zahl an verkauften Autos. Da kann die Steigerungsrate in % auch noch so hoch sein. Gerade mal 10.030 Autos (in Worten „zehntausenddreißig“) Autos hat Tesla in den ersten 90 Tagen im Jahr 2015 verkauft. Kurze Rechenaufgabe: 10.030 / 90 = 111 Autos hat Tesla pro Tag verkauft. Wenn es nur einen „Fabrikverkauf“ im Werk in Kalifornien geben würde, könnte Tesla-Chef Elon Musk jeden Käufer mit Handschlag begrüßen, so niedrig sind die Absatzzahlen. Tesla selbst kann man bei dem gestrigen Hype keine Schuld geben. Die nackte Zahl war in der Headline der Pressemitteilung fett gedruckt, die Prozentzahl klein. Nur die Presse hat sich die Prozentzahl als Headline genommen. Klingt für eine Schlagzeile eben schön reißerisch.

Tesla

Als börseninteressierter Privatanleger, der vielleicht in so eine Aktie investieren möcthe, würde ich mich schon dafür interessieren, wie viele Autos denn tatsächlich verkauft werden. Wer sich mit dem Thema Autoindustrie auch nur minimal beschäftigt, weiß, dass ein Hersteller mit sagen wir mal 50.000 verkauften Autos pro Jahr nicht überlebensfähig ist. Selbst die Luxuswagenhersteller mit kleinen Stückzahlen sind alle unter die großen Konzerndächer geschlüpft. Es ist nur die Frage: Ist Elon Musk (Tesla-Chef) blind? Wie lange kann bzw. will er noch Geld verbrennen? Oder pokert er ganz bewusst darauf, dass Apple, Google, oder sogar VW oder Toyota seinen Laden aufkaufen nach dem Motto „bevor die anderen die Patente kaufen, kaufe ich sie lieber?“

Oder können Sie sich vorstellen, dass ein Nischenhersteller mit 50.000 verkauften Autos pro Jahr, der nur Verluste anhäuft, ohne große Konzernmutter im Rücken, einen Börsenwert von 25 Milliarden Dollar darstellt? Nein? Wir auch nicht, aber Tesla ist derzeit 25 Milliarden Dollar wert. Prost Mahlzeit!

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Robert

    8. April 2015 09:46 at 09:46

    Und wer sich mit dem Thema Zinseszins auch nur minimal beschäftigt hat, weiß, wie wirkmächtig das sein kann.
    Nach 5 Jahren Wachstum mit 50% würden sie schon an der 500.000er Marke kratzen.

    Wer sich mit Tesla beschäftigt hätte, wüsste, dass der Massenmarkt erst mit dem Type 3, in den gerade viel Geld investiert wird, erreicht werden soll.

    Und er wüsste, das Tesla letztens erst den Großteil seiner Patente verschenkt hat.

    Wer sich mit der Autobrange beschäftigt hätte, wüsste, dass im Premiumsegment 50k verkaufte Wagen schon ganz ordentlich sind.

    Und wer schon mal von Elon Musk gehört hat, weiß, dass er weit besseres zu tun hat als alle 6 Minuten einem Käufer die Hand zu schütteln.

    [was alles nichts dran ändert das Tesla überbewertet ist. Aber so ist es einfach nur ein niederschreiben eines Konzerns]

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Aktien: Bubble-Boomer demaskieren Wall Street-Casino! Marktgeflüster (Video)

Mit Aktien wie Gamestop bringen die Bubble-Boomer Hedgefunds in Schieflage – und demaskieren damit gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street!

Markus Fugmann

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Aktien wie Gamestop oder AMC schießen auch heute wieder durch die Decke – die Bubble-Boomer bringen damit jene Hedgefunds weiter in Schwierigkeiten, die eben diese Aktien short spielen. Diese Bubble-Bommer (Generation Z) ist mit der Spiele-Mechanik bestens vertraut und hat damit nicht nur eine Schwachstelle der Finanzmärkte offengelegt, sondern gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street demaskiert. Man darf gespannt sein, ob die Fed heute dazu etwas sagen wird – letztlich sind es die Notenbanken, die dieses Casino ermöglicht haben und den beteiligten Spielern das Gefühl suggerierten, dass man im Casino nicht verlieren könne, weil jedesmal wenn es eng wird, die Retter in Gestalt der Notenbanken nahen..

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Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

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American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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Apple-Quartalszahlen – kurze Vorschau auf heute Abend

Claudio Kummerfeld

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iPhones von Apple

Die Apple-Quartalszahlen werden heute Abend ab 22 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Wir werden dann umgehend berichten. Hier eine kurze Vorschau. Vor genau einem Jahr lag der Umsatz von Apple im 4. Quartal noch bei 91,8 Milliarden Dollar. Für heute liegen die durchschnittlichen Erwartungen von 27 Analysten bei 103,3 Milliarden Dollar. Beim Gewinn pro Aktie lag Apple vor einem Jahr bei 1,25 Dollar (nach Aktiensplit). Für heute werden im Durchschnitt von 30 Analysten 1,41 Dollar erwartet.

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Positive Überraschungen für Apple dank iPhone12?

Interessant wird es zu sehen, ob Apple seinen Services-Umsatz weiter kräftig steigern kann. Schaut man einige Analystenkommentare an, dann wäre dies gut möglich. Wichtig: Mehrere Analysten gehen von deutlichen Umsatzzuwächsen beim iPhone aus. Dies könnte daran liegen, dass zahlreiche Stammkunden die Anschaffung eines neuen iPhones hinauszögerten, weil das neue iPhone12 noch nicht auf dem Markt war. Dementsprechend fielen die Quartalszahlen von Apple im 3. Quartal 2020 auch eher mau aus. Aber der im 4. Quartal womöglich nachgeholte Konsum der neuen 12er-Modelle könnte bei Apple für glänzende Zahlen im 4. Quartal gesorgt haben. Aber es ist, wie es ist. Wissen tun wir es erst heute Abend genau! Aber positive Überraschungen sind möglich.

Die Aktie

Schauen wir uns mal die Apple-Aktie an. Vor einem Jahr notierte sie noch bei 80 Dollar, und erst vorgestern wurde mit 145 Dollar ein Rekordhoch erreicht. Die KGV-Schätzung für 2021 liegt bei einem Wert von 35. Das ist nicht gerade billig, aber für einen Tech-Wert immer noch relativ in Ordnung, wenn man das mal mit Tesla vergleicht, wo das KGV bei 294 erwartet wird. Bei Apple kann man noch von gesunden Relationen sprechen. Schaut man sich mehrere Kommentare von wichtigen Analysten an, dann ist die Stimmung für die heutigen Quartalszahlen ziemlich optimistisch.

Chart zeigt Apple-Aktie im Verlauf der letzten zwölf Monate
Apple-Aktie im Verlauf der letzten zwölf Monate.

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