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Spanien: Ein zartes Pflänzchen sprießt in ZEITLUPE

Von Claudio Kummerfeld

Die Zahl der „Erwerbslosen“ (nicht Arbeitslose) in Spanien ist im März im Vergleich zum März 2014 um 340.000 zurückgegangen. Hört sich doch gut an, nicht wahr? Nein…. eben nur auf den ersten Blick! Das spanische Arbeitsministerium selbst veröffentlicht keine richtige Arbeitslosenquote, sondern zählt nur die Anzahl der „gemeldeten“ Arbeitslosen. Letztendlich errechnet die europäische Statistikbehörde „Eurostat“ eine zu anderen europäischen Ländern vergleichbare Quote. Basis hierfür sind die Daten der spanischen Statistikbehörde, die auch spanische Arbeitslose zählt, die beim Arbeitsministerium nicht gezählt werden.

Eurostat errechnet für April 2014 eine Quote von 25,1% und für Februar 2015 immer noch 23,2%. Würde man sich aus den Daten des spanischen Arbeitsministeriums einen Chart basteln, würde die Arbeitslosigkeit sicherlich stark zurückgehen. Die traurige Wahrheit zeigt dann aber der Chart von „Eurostat“. Die Erholung am Arbeitsmarkt findet in einer erschreckenden, ja fast lähmenden Zeitlupe statt.

Spanien Arbeitslosenquote
Grafik: Eurostat

Das ernsthafte Problem ist: Spanien startet seinen „Arbeitsplatzaufschwung“ auf einem brutal hohen Niveau der Arbeitslosigkeit. Wenn der „Aufschwung“ am spanischen Arbeitsmarkt in dem Schneckentempo weitergeht, ist die Arbeitslosenquote in sagen wir mal 10 Jahren bei vielleicht 17% – wenn dann der nächste große Konjunktureinbruch über Europa hereinbricht, bricht der spanische Arbeitsmarkt dann erst richtig zusammen. Ein Konjunkturpaket wie den Marschallplan hätte nicht nur Griechenland, sondern auch Spanien bitter nötig.



Quelle:
Spanisches Arbeitsministerium
Eurostat



Interessieren Sie sich für die wirtschaftliche Gesamtsituation in Spanien? Hierzu haben wir Anfang März eine umfassende Analyse veröffentlicht. Diese finden Sie hier.




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