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Deutsche Bank: Mit „Brachialgewalt“ frisches Geld anlocken? Nur die Bestandskunden gucken in die Röhre

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Ohhh, da ist was los! Strategieschwenk bei Christian Sewing? Hat die Deutsche Bank nach jahrelangen und extrem kostspieligen Exzessen in London und New York den „Deutschen Michel“ wieder entdeckt? Will man den Kleinsparer zurück ins Boot holen, wo er doch seit gefühlt 20 Jahren eher lästig für die Bank war? Gut, man hatte jüngst einen bedeutenden Teil des Filialnetzes dicht gemacht. Ob das der beste Weg ist Kunden zu gewinnen?

Aber jetzt, da startet die Offensive? Offenbar fiel einem Leser von finanz-szene.de zuerst auf, dass sich an der Zinsfront etwas tut! Aktuell bietet die Deutsche Bank (Angebot hier ersichtlich) auf Festgeldanlagen für 6 Monate Laufzeit („FestzinsSparen“) 0,75% Zinsen p.a. Wow! Die Commerzbank als zweite große Bank in Deutschland bietet für die doppelte Laufzeit von 1 Jahr Festzins ganze 0,01% Zinsen.

Schaut man sich Vergleichsportale an, so rückt die Deutsche Bank mit ihrem Kampfangebot auf Platz 6 vor. In der Regel findet man so weit oben in den Rankings nur wenig bekannte Banken, oft aus dem Ausland. Sie machen oft Angebote über dem Marktniveau, weil sie auf Teufel komm raus Einlagen einwerben wollen oder müssen, oder weil sie sich auf dem deutschen Markt etablieren wollen, und dafür sogar bereit sind mit solchen Angeboten Verluste in Kauf zu nehmen.

So findet man auf Platz 1 die große und namhafte Credit Agricole aus Frankreich mit 0,91% auf 6 Monate. Dahinter kommen bis zur Deutschen Bank (auf Platz 6) vier gänzlich unbekannte Banken mit Zinsen zwischen 0,90% und 0,80%. Als da wären die Ferratum Bank, Banca Progetto, FIRSTBANK und Regional Investment Bank. Ja, da prescht die Deutsche kräftig nach vorne. Und dabei macht sie es genau so wie die allseits beliebten Handyanbieter, die Neukunden sensationelle Angebote machen.

Nur bestehende Handy-Kunden, deren Verträge nach zwei Jahren auslaufen und verlängert werden sollen, schauen in die Röhre. So ähnlich macht es auch die Deutsche Bank. Denn im Kleingedruckten liest man zu dem Zinsknaller der Bank, dass dieses Angebot für Summen von 2.500 bis 100.000 Euro Einlage nur für Privatkunden gilt, deren Gelder bislang nicht auf Konten oder Depots der Deutsche Bank Gruppe angelegt waren. Tja, dumm gelaufen liebe Deutsche Bank-Stammkunden.

Damit ist glasklar: Es geht nicht um Kundenbindung. Es geht nicht darum das Zinsniveau generell schon mal früher als die EZB anzuheben. Es geht hierbei offensichtlich um ein Lockmittel um neue Einlagen von Kunden anderer Banken anzulocken. Ist das nachhaltig? Dann könnten Deutsche Bank-Kunden ja genau so gut zur Lockangeboten der Konkurrenz wechseln, die in Zukunft eventuell ebenfalls solche Aktionen durchführt? Dann hätte die Bank unterm Strich kaum etwas davon gehabt.

Deutsche Bank Zentrale
Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Paul

    19. Februar 2019 16:55 at 16:55

    Warum man ueberhaupt der dt.Schrottbank noch Geld anvertraut,ist mir seit Jahren ein Raetsel.
    Mit „Brachialgewalt“sollte die DB vom Kurszettel verschwinden!
    Kann es event.sein,dass an dt. Schulen immer noch gelehrt wird,dass das Geld vorallem auf der DB SICHER sei?

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Aktuell: Ursula von der Leyen mit hauchdünner Mehrheit neue EU-Kommissionspräsidentin

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Vor wenigen Augenblicken wurde das Abstimmungsergebnis im EU-Parlament verkündet. Ursula von der Leyen wird neue EU-Kommissionspräsidentin. Sie erhielt 383 JA-Stimmen, gerade mal 9 Stimmen mehr als benötigt. Es gab 327 NEIN-Stimmen, 23 Enthaltungen und 1 ungültige Stimmen. Die Aussagen der Parlamentarier in den letzten Stunden haben es klar gemacht. Vor allem Konservative und Liberale haben Ursula von der Leyen die Mehrheit gesichert, zusammen mit Teilen der Sozialdemokraten.

Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen. Foto: Dirk Vorderstraße CC BY 3.0

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Martin Sonneborn im EU-Parlament über „kenntnisfreie“ von der Leyen und die „verurteilte“ Christine Lagarde

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Es muß ja ein Fest sein für einen Satiriker wie Martin Sonneborn, die Dinge auf politischer Ebene der EU aus der ersten Reihe beobachten zu können. Bekanntlich gelang Sonneborn mit „Die PARTEI“ (deren Bundesvorsitzender er ist) der Wiedereinzug ins EU-Parlament – und das mit deutlich mehr Stimmen als im Jahr 2014 bei der letzten Europawahl.

Und das nutzte Sonneborn heute in einer Philippika über von der Leyen. So auch gegen die designierte EZB-Chefin Christine Lagarde und einige andere neue designierte Verantwortungsträger der EU

Martin Sonneborn mit ungewöhnlichem Outfit
Sonneborn in Stauffenberg-Verkleidung mit Parteikollege Nico Wehnemann auf der Frankfurter Buchmesse 2018
Von Ptolusque – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73580794

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Automatisierung: „Job-Kahlschlag konnte immer kompensiert werden“ – auch dieses Mal?

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Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Tochter der Bundesagentur für Arbeit, hat heute in einer Studie darauf hingewiesen, dass die seit den 70er-Jahren stattgefundene Automatisierung von der deutschen Volkswirtschaft gut verkraftet worden sei. Es seien in anderen Bereichen ausreichend neue Arbeitsplätze geschaffen worden, um die Arbeitslosen aus den wegbrechenden Industrien aufzufangen. Auf längere Sicht betrachtet entstanden etwa in dem Maß, wie Arbeitsplätze abgebaut wurden, auch neue, so das IAB. Technischer Fortschritt habe in Deutschland bislang nicht zu weniger Arbeit geführt, sondern zu einer Umschichtung von Arbeitsplätzen und Arbeitskräften. Aber die Automatisierung kennt doch eine Verlierer-Gruppe. Und siehe da, welche ist das? Zitat IAB:

Für Hochqualifizierte seien sogar mehr Arbeitsplätze hinzugekommen als verschwunden, so die IAB-Forscher. Für Geringqualifizierte sind den Forschern zufolge dagegen weniger Stellen entstanden als abgebaut wurden. Die technologische Entwicklung war also verbunden mit einer qualitativen Veränderung des Bedarfs an Arbeitskräften: Die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften ist gestiegen, die Nachfrage nach Geringqualifizierten hat abgenommen. Die zunehmend besser ausgebildeten Arbeitskräfte konnten vom Arbeitsmarkt aufgenommen werden. Gleichzeitig wuchs ab den 70er Jahren lange Zeit die Arbeitslosigkeit bei den Geringqualifizierten.

Bezogen auf die aktuelle Digitalisierungsdebatte („Wirtschaft 4.0“) erwarten die Forscher, dass auch dieses Mal das Beschäftigungsniveau in Deutschland unterm Strich nicht sinken werde. Man prognostiziere allerdings große Umbrüche. Durch die Digitalisierung würden rund 1,5 Millionen Stellen wegfallen, jedoch in ähnlichem Umfang auch neue entstehen. Dass neu entstehende Arbeitsplätze oft ein anderes Anforderungsniveau aufweisen als die weggefallenen Arbeitsplätze, sei mit ein Grund, dass es immer ein bestimmtes Maß an Mismatch-Arbeitslosigkeit gebe. Qualifizierung sowie professionelle Beratung und Vermittlung seien deshalb von zentraler Bedeutung, damit die Beschäftigten mit den Herausforderungen der Digitalisierung schritthalten könnten, so das IAB.

Tja, wird also alles so „rosig“ weitergehen wie bisher? Die Frage aller Fragen, die niemand im Vorhinein beantworten kann, lautet: Ist die nun beginnende Welle von Automatisierung und Digitalisierung überhaupt zu vergleichen mit dem Strukturwandel in den 70ern und 80ern? Oder werden die Kahlschläge in Unternehmen und ganzen Branchen viel schlimmer als jemals zuvor sein? Schaut man zum Beispiel auf Banken und vor allem Versicherungen, dann werden dort ganze Abteilungen platt gemacht und durch Algorithmen ersetzt, oder ins billigere Ausland verlagert. Können wirklich so viele neue Jobs für App-Entwickler, Software-Ingenieure und E-Auto-Konstrukteure entstehen, wie in „alten“ Industrien wegfallen? Da müssten auch wir raten.

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