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Deutsche Bank nicht mehr ganz bei Trost – 2,2 Milliarden Euro Boni bei 735 Millionen Euro Verlust

Die Deutsche Bank scheint es einfach nicht verstehen zu wollen – umso erstaunlicher ist es, dass Aufsichtsrat und letztlich die Aktionäre das mitmachen, was hier vor sich geht. Welcher mittelständische Familienunternehmer würde seinen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Deutsche Bank scheint es einfach nicht verstehen zu wollen – umso erstaunlicher ist es, dass Aufsichtsrat und letztlich die Aktionäre das mitmachen, was hier vor sich geht. Welcher mittelständische Familienunternehmer würde seinen Mitarbeitern bei schlecht laufendem Geschäft Boni auszahlen? Und selbst wenn – würde er so hohe Boni auszahlen, dass das Unternehmen nach Boni-Auszahlung effektiv in die Verlustzone rutscht?

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Deutsche Bank mit noch mehr Verlust als bisher gedacht

Kein einziger Unternehmer würde so etwas machen, oder als Eigentümer so einem Treiben der Geschäftsleistung zuschauen. Aber bei der Deutschen Bank ist seit Jahren offenbar alles möglich. Die Aktionäre lassen es ja mit sich machen, also machen wir es? Lautet so das Motto? Hier das Debakel in Zahlen. Wie die Deutsche Bank heute veröffentlicht hat, ist ihr Verlust für 2017 nach Steuern mit -735 Millionen Euro sogar noch deutlich größer ausgefallen als man es Anfang Februar mit -497 Millionen Euro verkündet hatte. Seitdem habe man die Bewertung der latenten Steuern abgeschlossen. Dies habe zu einer Anpassung der latenten Steueransprüche in Großbritannien geführt, die im Wesentlichen die Abweichung zwischen dem vorläufigen und dem finalen Ergebnis verursacht hat.

Und ebenfalls heute hat man zwar verkündet, dass der Deutsche Bank-Vorstand (vermutlich aus der Güte seines Herzens?) auf Boni für 2017 verzichtet hat – aber die Mitarbeiter (vor allem die Investmentbanker in London) erhalten für 2017 Boni in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Damit kehre man zu seinem „normalen“ Vergütungssystem zurück, so die Bank. Denn 2016 hatte die Deutsche Bank nur „sehr begrenzte individuelle variable Vergütungen gewährt“ mit einem Volumen von 500 Millionen Euro. Als Grund für die drastisch höheren Boni erwähnte die Bank heute, dass man die guten Leute (im Investmentbanking) eben mit hohen Vergütungen an Bord halten müsse, und dass die Bank ja 2017 einen operativen Gewinn gemacht habe – na dann, gute Nacht!

Ohne Boni schöner Gewinn für die Aktionäre

Man rechne mal nach. Ohne die Boni von 2,2 Milliarden Euro hätte die Deutsche Bank keinen Verlust von 735 Millionen Euro gemacht, sondern einen Gewinn in Höhe von 1,46 Milliarden Euro. Gut, darauf wären Steuern angefallen, aber trotzdem wäre immer noch ein beachtlicher Gewinn übrig geblieben. Hier eine Frage von uns unbedarften kleingeistigen Publizisten bei FMW: Die Boni werden ja sicherlich gezahlt um „die besten Köpfe und Talente“ bei der Deutsche Bank-Filiale in London zu halten. Gott bewahre, dass sie zur Konkurrenz wechseln… aber wenn die Bank nach Boni Verluste erwirtschaftet, wozu dann überhaupt die besten „Köpfe und Talente“ im Haus halten?

Dann kann man den ganzen Laden in London auch gleich einstampfen, sich auf das Kern-Bankgeschäft konzentrieren, und erzielt plötzlich ohne „Köpfe und Talente“ Gewinne für die Aktionäre. Aber nicht da – die Pressevertreter „verstehen offensichtlich nicht, wie modernes Banking geht“? Dieses Zitat stammt übrigens von den HSH Nordbank-Bankern in Richtung Presse, als allzu kritische Fragen kamen, wo der Laden nach der Finanzkrise so richtig gegen die Wand gefahren wurde.

Hier die aktuelle Zahlenübersicht aus der heutigen Veröffentlichung der Deutschen Bank.

Deutsche Bank
Zum Vergrößern bitte anklicken.

Der Gesamtvorstand der Deutschen Bank verdiente übrigens letztes Jahr 29,2 Millionen Euro. 3,4 Millionen davon entfielen auf John Cryan. Was bleibt zum Ende noch zu sagen? Die Deutsche Bank-Aktionäre sind eben selbst schuld, wenn sie diesen Boni-Wahnsinn mit sich machen lassen. Sie lassen damit nämlich zu, dass die Gehälter (inklusive Boni) so hoch sind, dass die Bank Verluste macht. Ist das im Sinne der Bank? Zum Ausnutzen gehören immer zwei – der eine, der ausnutzt, und der andere (der Aktionär), der sich ausnutzen lässt. Wie man sieht, in den Hauptversammlungen der Bank gibt es keine Tumulte oder Aufstände…

Deutsche Bank
Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Deutsche Bank AG

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Pit M.

    16. März 2018 14:52 at 14:52

    Bei YouTube gibt es recht interessante Videos in denen darauf eingegangen wird, inwieweit die Deutsche Bank ein sysremisches Risiko darstellt – da scheint eine ganze Menge im Argen zu liegen.

  2. Avatar

    KRITISCH

    16. März 2018 15:19 at 15:19

    Wir werden es noch erleben und es dauert wahrscheinlich gar nicht all zu lange wo die DB und auch andere Institute so richtig in die Miesen rutschen und dann Staatshilfe (Steuergelder) in Anspruch nehmen werden. UND, selbstverständlich wird man sie ihnen gewähren! Man kann ja eine so große Bank nicht in die Insolvenz schlittern lassen, eh klar! Ich höre ja förmlich schon die Argumente der Politiker.
    Ein Vorschlag, um das drohende Desaster noch ein wenig zu beschleunigen wäre die Auflagen für Kreditinstitute zu lockern (siehe USA). Man hat ja den Bürger und deren Steuern und Vermögen immer noch in der Hinterhand!

  3. Avatar

    Kurt Heinlein

    16. März 2018 15:24 at 15:24

    Aufsichtsrat und Vorstand einfach nur verantwortungslos,bar jedweder Logik.

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    Wolfgang M.

    16. März 2018 15:52 at 15:52

    Ich weiß nicht, ob es so etwas schon in der deutschen Wirtschaftsgeschichte nach dem Krieg gegeben hat, wie das Finanzgebaren der deutschen Bank: Seit 2010 gab es vier Kapitalerhöhungen mit insgesamt 30 Mrd. Euro Volumen (bezahlt von den Anteilseignern), gleichzeitig wurden für Rechtstreitigkeiten 15 Mrd. Euro bezahlt und…… 24 Mrd. Euro Boni für Händler und Mitarbeiter! Die Bankszene hat sich mit ihrer Systemrelevanz für das Wirtschaftsgeschehen in eine Position gebracht, in der jeder andere Finanz-Skandal wie eine Petitesse anmutet. Und das Schlimme daran: Die internationale Bankenszene spielt zum Teil auf dieser Ebene mit! Deshalb ist die Vermutung von @Kritisch gar nicht so abwegig.

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    Wolfgang

    16. März 2018 15:53 at 15:53

    Boni = Schweigegeld

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    B. Singer

    16. März 2018 16:46 at 16:46

    Warum reagiert hier nicht die Bankenaufsicht, unsere Minister und Abgeordnete, sowie Bundestag und Bundesrat? Ich kann es euch sagen warum! Weil alle Lakaien und Rekruten dieser Bankenmaffia sind und von denen profitieren. Wir Bürger sind denen schon längst egal. Uns braucht man nur zum Abzocken.

  7. Avatar

    Eule

    16. März 2018 17:24 at 17:24

    Parallelen zur Solarworld-nur in die eigenen Taschen und geht es den Unternehmen noch so schlecht!
    Mit Bonus-Zahlungen tief in die roten Zahlen,ein Aufsichtsrat vergißt das er eine
    Kontrollfunktion zum Wohle des Unternehmens hat.
    0,11 Dividente hat nur eine Alibifunktion.
    Aufsichtsrat fristlos entlassen wegen Pflichtverletzung!

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Für den blutigen Anfänger: So starten Sie jetzt an der Börse durch – Werbung

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Lieber Börsianer,

der Börsenbrief ist bestellt und die erste Ausgabe sorgsam gelesen. Trotzdem, aller Anfang ist schwer, und Börsendebütanten stehen zunächst vor einer ganz praktischen Frage. Wo soll ich mein Depot eröffnen, welche Bank beauftrage ich mit der Abwicklung meiner Käufe bzw. Verkäufe, wer soll meine Wertpapiere lagern? Das Angebot der Depotbanken und Onlinebrokern ist in der Tat ziemlich unübersichtlich. Selbst Profis finden sich in diesem Angebots-Dschungel nicht immer zurecht.

Dazu im Folgenden einige Anmerkungen meinerseits. Die Gruppe der Online-Banken oder -Broker teilt sich im Wesentlichen in zwei Gruppen auf. Da gibt es zunächst die alteingesessenen wie etwa Comdirect, Maxblue oder Consors. Diese sog. Vollsortimenter bieten Ihnen nahezu das vollständige Angebot der international handelbaren Wertpapiere an. Ganz gleich, ob Ihnen der Sinn nach einem ETF, einer Aktie, einem Optionsschein oder etwa einer Anleihe steht. Hier werden Sie bedient.

Daneben zeichnen sich diese Vollsortimenter durch ein breites Angebot an Börsenplätzen aus. Es mag schon sein, dass Sie nicht gleich zu Beginn Ihrer Börsenkarriere Zugang zur Börse Stockholm oder London benötigen. Gleichwohl gilt: Mehr ist in diesem Fall tatsächlich mehr. Als ambitionierter Börsianer werden Sie irgendwann einmal in Zürich, Mailand oder Stockholm handeln.

Deshalb mein Rat: Starten Sie gleich mit einem solchen Partner, der Ihnen eine anständige Infrastruktur an die Hand gibt! Dafür sind Sie auch bereit, etwas höhere Spesen zu bezahlen.

Diesen Vollsortimentern stehen einige Online-Broker gegenüber, die mit ausgesprochen günstigen Kauf- bzw. Verkaufsspesen werben. Bekanntester Vertreter dieser Gattung ist das junge Fintech-Unternehmen Trade Republic. Hier handeln Sie abgesehen von einer Fremdkostenpauschale von 1 Euro spesenfrei. Sehr verlockend, oder?

Nun, hier gilt eine einfache Regel: Dort, wo der Preis schmal ist, ist in aller Regel auch das Angebot schmal. So bietet Ihnen Trade Republic derzeit nur mit der Börse Hamburg nur einen Handelsplatz an. Diverse Wertpapiergattungen sind überhaupt nicht handelbar. Außerdem müssen Sie hier mobil, sprich am Smartphone arbeiten. Die Software ist derart abgespeckt, dass es bei Trade Republic bislang noch nicht zu…..

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Quartalssaison hat begonnen – hier die wichtigsten Termine

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalssaison hat begonnen. Letzte Woche meldeten bereits die großen US-Banken. Netflix meldete vorgestern. Aber nun geht es so richtig los. Hier eine Übersicht der wichtigsten Termine von deutschen und US-Konzernen in den nächsten Tagen. Wichtig: Diese Termine haben wir direkt aus den Finanzkalendern der Unternehmen entnommen. Denn manchmal sind Webportale mit ihren Terminübersichten zu den Quartalszahlen unzuverlässig, da hier zukünftige Termine zu Finanzkennzahlen manchmal einfach nur basierend auf den Terminen vergangener Quartale von einer Computersoftware abgeschätzt werden, und daher fehlerhaft sein können.

Microsoft: 27. Oktober

Twitter: 29. Oktober

Daimler (schon vorab am 16. Oktober veröffentlicht): 23. Oktober

SAP: 26. Oktober

Delivery Hero: 28. Oktober

Deutsche Bank: 28. Oktober

Facebook: 29. Oktober

BASF: 28. Oktober

Boeing: 28. Oktober

General Electric: 28. Oktober

General Motors: 5. November

Volkswagen: 29. Oktober

Alphabet (Google): 29. Oktober

Amazon: 29. Oktober

Apple: 29. Oktober

Caterpillar: 27. Oktober

Exxon: 30. Oktober

Bayer: 3. November

Commerzbank: 5. November

Adidas: 10. November

Lufthansa (schon vorab gestern veröffentlicht):: 5. November

Zalando: 4. November

Deutsche Telekom: 12. November

Walmart: 17. November

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Optionen: Experte Jens Rabe erklärt, wie sie funktionieren!

Redaktion

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Optionen sind in den letzten Monaten immer wichtiger geworden für das Geschehen an den Aktienmärkten – das gilt ganz besonders für die Kursentwicklung einzelner Aktien wie etwa Apple, Amazon oder Tesla. Vor allem Wetten auf steigende Kurse (Calls) sorgten für einen Höhenflug der US-Tech-Werte: Broker, die diese Optionen an Kunden verkauften, mussten das entsprechende underlying (also etwa die Aktie von Apple etc.) kaufen, um sich gegen eigene Risiken abzusichern – so konnte aus meist eher kleinvolumigen Käufen schnell eine Hebelwirkung entstehen, die für eine spektakuläre Rally der US-Tech-Werte und des Nasdaq sorgte. Es sind dabei in den USA vor allem (kleine) Privatinvestoren, die mit Optionen massiv auf steigende Kurse zocken.

Folgenes Schaubild zeigt, wie aus einem Kauf von Optionen (Calls) auf die Amazon-Aktie im Volumen von 1500 Dollar letztlich Käufe der Amazon-Aktie von 230.000 Dollar resultieren:

Optionen und die Rally von US-Tech-Aktien

Optionen – wie funktionieren sie?

Optionen – das ist zunächst zentral – haben nichts mit den in Deutschland sehr beliebten Optionsscheinen zu tun. Optionsscheine wie auch CFDs sind in den USA verboten, daher greifen Spekulanten in Übersee neben Futures, ETFs und dem direkten Investment in Aktien verstärkt auf Optionen zurück. Wer verstehen will, was an der Wall Street wirklich gespielt wird, sollte sich daher mit Optionen und ihrer Handhabung beschäftigen!

Dafür jedoch braucht man ein gewisses know-how. Vor allem sollte man wissen, dass die Volatilität eine zentrale Rolle spielt, inbesondere die „implizite Volatilität„:

„Während die historische Volatilität die Schwankungsbreite eines Wertpapiers oder Rohstoffs in der Vergangenheit angibt, ist die implizite Volatilität ein Maßstab für die Markterwartungen an die künftige Volatilität.“

Daneben gibt es Begriffe wie „im Geld“ oder „aus dem Geld“. Dirk Schuhmanns hat dieses Prinzip als ein maßgeblichen und wahrscheinlich bewußt inszentierten Treiber etwa für den Höhenflug der Aktie von Tesla ausgemacht – und zeigt, wie oben im Schaubild anhand der Amazon-Aktie dargestellt, wie das in der Praxis funktioniert:

„Das Prinzip dahinter ist, Call-Optionen kurzer Laufzeit relativ weit aus dem Geld zu kaufen, also mit Ausübungspreisen oberhalb des aktuellen Kurses. Diese Optionen sind günstig und der Optionsverkäufer muss nur wenige Aktien kaufen, um sein Risiko abzusichern. Jetzt braucht es noch eine Zündung des Gemisches. Irgendetwas muss dafür sorgen, dass der Aktienkurs überhaupt erst einmal zu steigen beginnt. (..) Doch wenn der Aktienkurs steigt und sich dem Ausübungspreis der gekauften Optionen nähert, müssen die Market Maker als Verkäufer der Optionen immer mehr Aktien nachkaufen, um ihr steigendes Risiko zu kompensieren. So kann sich eine Absicherungsposition schnell von drei Aktien pro Optionskontrakt auf 80 oder 90 steigern, während der Optionskäufer vielleicht nur den Gegenwert von fünf Aktien investieren musste. Diese zusätzliche Hedging-Nachfrage ist es dann, die den Kurs antreibt. Der Optionskäufer wiederrum kann durch kontinuierliche Nachkäufe neuer Optionen mit höherem Strike dieses Spiel am Laufen halten.“

Wer mehr über Optionen wissen will, ist bei Jens Rabe auf jeden Fall an der richtigen Adresse. In folgendem Video erklärt er Grundprinzipien der Optionen:

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