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Deutsche Bank und Postbank endgültig verschmolzen – Erwähnung weiterer 1,9 Milliarden Euro Kosten

Redaktion

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Die Deutsche Bank verkündet, dass man nun die Fusion mit der Postbank auch rechtlich in vollem Umfang durchgeführt habe. Die Privat- und Geschäftskundensparte der Deutschen Bank und die Postbank sind nun aufgegangen in der neuen „DB Privat- und Firmenkundenbank AG“. Auftreten werden aber beide bisherigen Institute mit den selben Marken. Klar ist aber: Im Hintergrund wird man massiv sparen, wie man es schon jüngst auf der Hauptversammlung andeutete.

Noch mehr Kosten?

Dort hatte die Deutsche Bank von 800 Millionen Euro Kosten für das Jahr 2018 gesprochen, die durch Entlassungen (Abfindungen) in den nächsten Monaten anfallen werden. In ihrer ganz frischen Mitteilung zur Postbank-Fusion spricht die Deutsche Bank von weiteren 1,9 Milliarden Euro Kosten – in welchem Zeitraum genau sie entstehen sollen, wird nicht völlig klar. Auf jeden Fall dürften die Aktionäre davon wenig begeistert sein. Es gehe darum Synergien im neuen Unternehmen zu heben, Kosten zu senken, Digitalisierung voranzutreiben (verkürzt und vereinfacht ausgedrückt). Aber offenbar lasten die hierdurch erst einmal anfallenden Kosten auf der Bank. Zitat:

Dafür fallen insgesamt 1,9 Milliarden Euro Restrukturierungskosten und Investitionen an – vor allem in der Informationstechnologie. Die Aufwand-Ertrags-Relation in diesem Bereich soll bis 2022 auf unter 65 Prozent gesenkt werden.

Weitere Aussagen von der Deutschen Bank zur Fusion:

„Aus dieser Position der Stärke wollen wir als klare Nummer Eins im deutschen Bankenmarkt die digitale Transformation unseres Geschäfts vorantreiben, weiter wachsen und kontinuierlich unseren Beitrag zum Konzernergebnis liefern.“

Während sich die Deutsche Bank besonders als Ansprechpartner und Risikomanager für die intensive Beratung ihrer Kunden versteht, deckt die Postbank den Bedarf nach standardisiertem, täglichem Bankgeschäft ab. „Zwei Marken – eine Bank“ lautet das entsprechende Motto. Zudem ergeben sich durch den Zusammenschluss Wachstumsperspektiven in ausgewählten Sparten des Privat- und Firmenkundengeschäfts, etwa in der Vermögensverwaltung, im Kreditgeschäft sowie im digitalen Bankgeschäft. „Schon heute ist die neue DB Privat- und Firmenkundenbank auch Deutschlands größte Online-Bank“, sagt Frank Strauß. „Diesen Vorsprung in der digitalen Transformation können und werden wir ausbauen.“ Zusätzlich zu den integrierten Online-Lösungen für die Kunden der Deutschen Bank und der Postbank wird die digitale Plattform um neue Angebote erweitert, die über das klassische Bankgeschäft hinausgehen. Erste Details dazu will die Deutsche Bank im 4. Quartal 2018 bekannt geben.

Deutsche Bank plant doch keine neue Digitalbank

Obwohl in der aktuellsten Veröffentlichung der Deutschen Bank mehrmals die Worte Digital und Onlinebank vorkommen, plant man anders als bislang gedacht nun doch keine Gründung einer eigenen neuen Digitalbank für junge Leute. Man will eher auf das Format der Vermittlerportale setzen. Den eigenen Kunden will man also über Vergleiche zu bestimmten Themen (beste Sparzinsen, beste Kreditzinsen usw) die besten Anbieter schmackhaft machen und sie dorthin weiterleiten. So verdient die Bank gute Einmal-Provisionen als Vermittler.

Aber mal ehrlich: Ob das für eine große Massenbank wie die Deutsche Bank ein gutes Konzept ist, die eigenen Kunden an die Konkurrenz zu empfehlen? Kurzfristig bringt sowas Einmal-Erlöse. Langfristig birgt es die Gefahr, dass Kunden ganz zur Konkurrenz wechseln. Die DB spricht von einer „digitalen Plattform“, die man schaffen wolle. Bereits heute betreibt die Deutsche Bank ihren „Zinsmarkt“, worüber Kunden an die Konkurrenz vermittelt werden.

Ist das der große Plan der Digitalisierung? Wäre es nicht sinnvoller mit tollen Angeboten die junge digitalaffine Kundschaft im Haus halten zu wollen? Solch eine neue Politik im Bankensektor mag auf der Grundidee basieren, die man in vielen anderen Teilbereichen auch sieht: Auf das „Kerngeschäft“ konzentrieren, verschlanken, outsourcen! Die Quittung kommt dann erst viel später.

 

P.S.: Die Aktie der Deutschen Bank fällt heute unter die 10 Euro-Marke..

Deutsche Bank
Foto: Deutsche Bank AG

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die großen Tech-Konzerne haben gestern sehr gute Quartalszahlen gemeldet. Er geht darauf ein, welche Haare in der Suppe die Anleger dennoch fanden, weshalb die Kurse dann nachbörslich fielen.

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Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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