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Deutsche Bank: Strafzahlung an US-Justiz wegen Schweizer Bankkonten

Redaktion

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FMW-Redaktion

Und die nächste Strafe für die Deutsche Bank. Wie das US-Justizministerium diese Woche veröffentlichte, hatte die Schweizer Tochter der Deutschen Bank von 2008-2013 in den USA steuerpflichtige Personen dabei unterstützt ihre Steuerpflicht zu umgehen, in dem anonyme Konten in der Schweiz eröffnet wurden. Absichtlich wurden keine Kontoauszüge zu den Kunden in die USA verschickt. Wohl relevant für die jetzige Strafe war, dass Deutsche Bank-Mitarbeiter Vermerke angefertigt hatten, auf denen notiert war explizit für diese Kunden keinen Versand der Kontoauszüge vorzunehmen, weil sie in den USA wohnen und das Konto nicht deklariert war (also der US-Steuer nicht bekannt).

Diese Strafzahlung über „nur“ 31 Mio US-Dollar betrifft 1.072 Konten von in den USA steuerpflichtigen Personen, die bei der Deutschen Bank Schweiz bis zu 7,65 Milliarden Dollar Einlagen hielten. Im Jahr 2001 schloss die Deutsche eine Vereinbarung mit der US-Steuerbehörde, dass ihre Schweizer Kunden, die US-Wertpapiere handeln wollen, bei der US-Steuer gemeldet werden müssen. Dies unterblieb laut US-Justiz aber ebenfalls.

Im Rahmen seines „Swiss Bank Program“ ermöglicht die US-Jusitz das „Ehrlich machen“ der Schweizer Banken um einer Strafverfolgung zu entgehen. Das nehmen immer mehr Banken wahr, und so ist die Schweizer Tochter der Deutschen Bank nur eine von vielen, die in letzter Zeit ihre Mithilfe hierbei offengelegt haben. Hier der wichtigste Teil der Bekanntmachung des US-Justizministeriums im Original:


„According to the terms of the non-prosecution agreement signed today, Deutsche Bank Suisse agrees to cooperate in any related criminal or civil proceedings, demonstrate its implementation of controls to stop misconduct involving undeclared U.S. accounts and pay a penalty in return for the department’s agreement not to prosecute this bank for tax-related criminal offenses.

Deutsche Bank Suisse is headquartered in Geneva, Switzerland, with additional offices in Zurich and Lugano, Switzerland and is part of the Deutsche Bank Group. From at least August 2008 through August 2013, Deutsche Bank Suisse enabled some U.S. taxpayers to evade their U.S. tax and filing obligations, resulting in the filing of false income tax returns with the Internal Revenue Service (IRS) and allowing U.S. taxpayers to hide offshore assets from the IRS.

Deutsche Bank Suisse offered a variety of services and permitted some practices that it knew could and did assist U.S. taxpayers in concealing assets and income from the IRS. Deutsche Bank Suisse offered hold mail services, and notes written by Deutsche Bank Suisse employees on some hold mail forms explained that the client’s mail was not delivered or picked up because the client resided in the United States and his or her account was “not declared.” Deutsche Bank Suisse also provided U.S. beneficial owners with debit cards linked to accounts held at Deutsche Bank Suisse or credit cards whose balances the U.S. beneficial owners instructed Deutsche Bank Suisse to pay from accounts held at the bank. Use of these cards by U.S. taxpayers facilitated their access to or use of undeclared funds on deposit at Deutsche Bank Suisse. Deutsche Bank Suisse processed standing orders for checks in amounts less than $10,000 to be sent on a monthly basis into the United States, and in at least two instances those checks were issued to the U.S. beneficial owners from accounts held in the name of Liechtenstein foundations.

In 2001, Deutsche Bank Suisse entered into a Qualified Intermediary (QI) Agreement with the IRS. Under a QI Agreement, if an accountholder wished to trade in U.S. securities without being subjected to mandatory U.S. tax withholding, the accountholder’s bank was required to obtain the consent of the accountholder to disclose his or her identity to the IRS. However, after signing its QI Agreement, Deutsche Bank Suisse continued to service certain U.S. customers without disclosing their identity to the IRS and without regard for the impact of U.S. criminal law on that decision.

Prior to October 2008, Deutsche Bank Suisse’s position was that it could service a U.S. client without reporting the U.S. taxpayer’s interest in the account to the IRS so long as it prohibited the accountholder from trading in U.S. securities or the account was an account nominally structured in the name of a non-U.S. entity accompanied by an IRS Form W-8BEN or equivalent bank document. In the latter circumstances, U.S. clients, with the assistance of their external advisors, would create an entity, such as a Liechtenstein foundation, Panamanian corporation or British Virgin Islands corporation, and pay a fee to third parties to act as corporate directors. Those third parties, at the direction of the U.S. client, would then open a bank account at Deutsche Bank Suisse in the name of the entity or transfer funds from a pre- existing account from another bank. Deutsche Bank Suisse employees provided prospective U.S. clients with referrals to external advisors who could assist with the creation and management of such an entity. In some instances, Deutsche Bank Suisse made insufficient efforts to determine whether such an entity was valid for U.S. tax purposes.

Deutsche Bank Suisse maintained and serviced accounts beneficially owned by U.S. taxpayers that were held by entities created in countries such as Liechtenstein, Liberia, Panama and the British Virgin Islands, some of which were operated by the U.S. beneficial owners in violation of corporate governance provisions. In certain cases involving a non-U.S. entity, Deutsche Bank Suisse was aware that a U.S. client was the true beneficial owner of the account. Despite this, Deutsche Bank Suisse would sometimes obtain from the entity’s directors a Form W-8BEN or equivalent bank document that falsely declared that the beneficial owner was not a U.S. taxpayer. In some of these cases, Deutsche Bank Suisse permitted the accounts to trade in U.S. securities without reporting account earnings or transmitting withholding taxes to the IRS, as required by the QI Agreement.“



Quelle: US-Justizministerium

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    joah

    27. November 2015 14:07 at 14:07

    Kann man die „Deutsche Bank“ – Widerling ihres Namens – nicht einfach schließen? Problem beseitigt.

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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