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Deutsche Bank-Weichspül-Brief an die Öffentlichkeit: Was man zwischen den Zeilen lesen kann…

Ein Hinweis fehlt zum Beispiel völlig: Dass es kriminelles Verhalten bei der Deutschen Bank gab. Also gab es das sauch nicht? Denn wer "nur einen Fehler" begangen hat, der ist ja kein schlimmer Mensch...

FMW-Redaktion

Die Deutsche Bank hat in einer Art „Weichspül-Brief“ versucht mit einer Art Entschuldigung all die Eskapaden, Rechtsstreitigkeiten etc zu erklären, und sich dafür zu entschuldigen. Man fragt sich immer: Wie soll man so einen Brief, der auch in großen Tageszeitungen erschienen ist, richtig formulieren? Ein Hinweis fehlt zum Beispiel völlig: Dass es kriminelles Verhalten bei der Deutschen Bank gab. Also gab es das auch nicht? Denn wer „nur einen Fehler“ begangen hat, der ist ja kein schlimmer Mensch. Nach diesem Muster hatte sich auch Uli Hoeneß gerechtfertigt – auch sein Verhalten war ja nur ein Fehler. Aber was kann man aus dem aktuellen Versuch einer Art Bitte um Vergebung lernen? Lesen wir doch mal zwischen den Zeilen.


Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Nordenfan/Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

1)
Zitat: „Sicher, noch gibt es weitere Verfahren, die unsere Ergebnisse belasten werden, aber wir haben nun wesentliche Rechtsfälle abgeschlossen.“ Damit möchte man sagen: Liebe Investoren, Achtung, es können weitere erhebliche Kosten auf euch zukommen. Beim jüngsten Vergleich in Sachen Geldwäsche in Russland steht eine Strafe durch die US-Justiz noch aus. Verglichen hatte man sich gerade erst nur mit einer regionalen Aufsichtsbehörde in New York. Das Zitat der Bank klingt auch so, als ob da noch mehr im Anrollen ist. Ausgang offen, Summen unklar!

2)
Vorstände/Führungskräfte wie Anshu Jain sind und waren nie schuld oder mit schuldig an solchen Desastern, es gab halt eben auf den unteren Ebenen ein paar böse Buben, die sich leider falsch verhalten haben, so liest sich der Brief. Das alte Lied. Oben wusste man von nichts. Man macht zwar die Zielvorgaben – wie die erreicht werden, interessiert wohl nicht wirklich? Zitat: „Generell geht es um das Fehlverhalten weniger, die mit ihren kurzfristigen Interessen die Reputation – das wertvollste Gut der Deutschen Bank – aufs Spiel gesetzt haben.“

3)
Es handelt sich bei all den Machenschaften und letztlichen Strafzahlungen und Einigungen der letzten Jahre stets nur um Fehler, und nicht um kriminelles Verhalten – so darf man die Bank verstehen. Zitat:
„Meine Damen und Herren, da, wo Menschen arbeiten, wird es immer Fehler geben.“

Fazit: Liest man das Schreiben, so gab es in der Vergangenheit keine Betrügereien, kein kriminelles Verhalten, und natürlich auch keinerlei direkte oder indirekte Aufforderung hierzu aus höheren Ebenen. Und es rollen weitere Rechtsfälle auf die Bank zu, wobei die zukünftigen Strafzahlungen völlig offen sind. Richtige Reue klingt irgendwie anders. Aber was will man anderes erwarten… Hier der gesamte Brief im Original:


Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Kunden,

am Donnerstag dieser Woche haben wir unsere Jahreszahlen vorgelegt. Diese waren getrübt durch mehrere Vergleiche, die wir mit Kunden und staatlichen Behörden abgeschlossen haben. Seit ich vor anderthalb Jahren Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank wurde, mussten wir insgesamt rund fünf Milliarden Euro für Rechtsfälle aufwenden, deren Ursachen zum großen Teil viele Jahre zurückliegen.

Diese Altlasten haben uns nicht nur viel Geld, sondern auch Reputation und Vertrauen gekostet. Sicher, noch gibt es weitere Verfahren, die unsere Ergebnisse belasten werden, aber wir haben nun wesentliche Rechtsfälle abgeschlossen. Das möchte ich zum Anlass nehmen, um im Namen des Vorstands der Deutschen Bank unser tiefes Bedauern auszudrücken für das, was geschehen ist. Wir möchten uns dafür entschuldigen.
Es wurden schwerwiegende Fehler gemacht. Das betrifft zum Beispiel die Hypothekengeschäfte auf dem US-amerikanischen Markt in den Jahren von 2005 bis 2007, zu denen wir uns erst kürzlich mit dem dortigen Justizministerium geeinigt haben. Das damalige Verhalten entsprach nicht unseren Standards und war völlig inakzeptabel. Das gilt leider auch für andere Fälle.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die allermeisten Mitarbeiter der Deutschen Bank waren weder beteiligt noch tragen sie Schuld an den Verfahren, mit denen wir zuletzt zu tun hatten. Generell geht es um das Fehlverhalten weniger, die mit ihren kurzfristigen Interessen die Reputation – das wertvollste Gut der Deutschen Bank – aufs Spiel gesetzt haben. Dadurch sind viele in Mitleidenschaft gezogen worden – Kunden und Investoren, aber auch all unsere aufrechten Kolleginnen und Kollegen, die sich so sehr mit ihrer Deutschen Bank identifizieren.

Meine Damen und Herren, da, wo Menschen arbeiten, wird es immer Fehler geben. Aber wir im Vorstand und in der Bankführung als Ganzes werden alles in unserer Macht Stehende tun, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen können.

Unser Ziel ist eine Deutsche Bank,…

…der ihre Kunden vertrauen.
…die sich auf ihre Herkunft und ihre Verantwortung besinnt.
…die Menschen anzieht und begeistert, die unsere Werte teilen.
…die erstklassige Lösungen für ihre Kunden findet.
…die nachhaltig Gewinne erzielt.

Kurzum: Wir wollen eine Bank sein, die wirtschaftliches Wachstum fördert und die Gemeinschaft voranbringt. Eine Bank, die Positives bewirken kann – für ihre Kunden, ihre Mitarbeiter, ihre Investoren und für die Gesellschaft.

Ihr
John Cryan,
im Namen des Vorstands der Deutschen Bank



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3 Kommentare

  1. Diese hyperkriminelle Bank,kann sich nicht selbst Ent-schuldigen,so wie sich auch sonstige Verbrecher nicht mit einer windigen Zeitungsanzeige „sauberwaschen“können!DieSchuld,bzw.Entschuldungsfrage ist immer noch Sache der Judikative,bestehend aus Staatsanwaltschaft,Richtern & Verteidigung!Die,massiv geschädigten, Kunden der unteren & mittleren Ebene,eben die,welche nicht vor Gericht gehört,sowie entschädigt werden,pfeiffen auf die Krokodilstränen!Ich halte es da eher mit Lady Margaret Thatcher:I want my Money back,Tatters! What a wonderful Denglish,isn’t it?

  2. Leute schaut die unicredit Aktie

  3. Avatar
    Bernhard Zimmermann

    Wäre diese Bank ein normales mittelständiges Unternehmen hätte man die Verantwortlichen schon längst in den Knast gesteckt und den Laden dicht gemacht. Na ja, die Bevölkerung weltweit merkt ja so langsam was sich internationale Unternehmen und Banken so leisten. Ansonsten wären die ganzen politischen Verwerfungen nicht zu erklären. Warum sich das „Etablishment“ überhaupt noch wundert, ist mir persönlich wirklich ein Rätsel.

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