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Die neuen ESMA-Vorschriften und der CFD-Handel

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Ein Gastbeitrag von Ivan Gowan, CEO von capital.com

 

CFDs: Auswahl der richtigen Investitionsplattform

Das Jahr 2018 ist durch einige wichtige neue Regelungen gekennzeichnet, denn sowohl die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) als auch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) bedeuten einen tiefen Einschnitt für CFD-Plattformen. Dies könnte dazu führen, dass sich einige Marktteilnehmer, die CFDs anbieten, zurückziehen müssen, da sie der neuen Gesetzgebung nicht entsprechen können. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. So könnten etwa die organisatorischen Fähigkeiten oder die Kapitalisierung des Anbieters nicht ausreichen. Andererseits zeigt eine Analyse von Capital.com, ein Anbieter einer Trading-Plattform, der die Richtlinien der ESMA schon vor dem offiziellen Inkrafttreten auf seiner Plattform einführte, wie Nutzer von den Regulierungen profitieren können.

 

Auf Seriosität achten

Wer neu in den Handel mit CFDs einsteigen möchte, kommt nicht umhin, auf einen starken und seriösen Partner zu setzen – dies alleine schon aus Selbstschutz und um das eigene Risiko zu vermindern. Der Markt tritt hier in einen Reinigungsprozess ein und Trader sollten in diesem Zusammenhang auf einige Schlüsselelemente achten.

 

ESMA-Regeln verändern Markt

Zunächst sollte auf das Auftreten einer Handelsplattform geachtet werden. Die neue ESMA-Verordnung untersagt aggressive Werbung, die den Handel eines Traders beeinflusst, indem sie ihm einen Bonus anbietet. Sicher kann man in die Vergangenheit blicken und die Marktteilnehmer identifizieren, die auf diese Weise vorgegangen sind – hier ist besondere Vorsicht angebracht. Daher ist es verständlich, dass Facebook und Google angekündigt haben, die Werbung für CFDs in den geografischen Gebieten einzuschränken, in denen sie nicht registriert sind. Dies dient dem Schutz der Verbraucher.

Auch bei Betrachtung der Einhaltung der ESMA-Regeln kann Spreu von Weizen unterschieden werden. So muss eine seriöse Plattform für die vollständige und vor allem sofortige Einhaltung der bevorstehenden Änderungen der ESMA-Vorschriften sorgen. Diese umfassen einen Negativ-Saldo-Schutz, der verhindert, dass Händler mehr Geld verlieren, als sie investiert haben. Ebenso führt eine individuelle Close-out-Regel dazu, dass Händler immer ihr maximales Verlustpotenzial kennen. Hinzu kommen maximale Limits der Hebelwirkung, die die Volatilität jeder Anlageklasse widerspiegeln. Die Analyse eines Anbieters für den Handel mit CFDs, der die Richtlinien der ESMA bereits vor dem offiziellen Inkrafttreten auf seiner Plattform einführte, zeigt, wie seine Kunden von den Richtlinien profitieren. Insbesondere unerfahrene Trader werden zu Beginn ihrer Marktteilnahme häufiger mit einem Margenausgleich konfrontiert, bei dem sich ein Differenzkontrakt so entwickelt, dass das Geld des Nutzers nicht ausreicht, um zu verhindern, dass eine Position zwangsaufgelöst wird. Die Ergebnisse der Analyse von Capital.com legte offen, dass der Anteil der Trader, die innerhalb der ersten 15 Handelstage mit einem Margenausgleich konfrontiert waren, von rund 30 Prozent in den Monaten vor Einführung der ESMA-Limits auf nur noch fünf Prozent im Juni sank. Der durchschnittliche Verlust fiel um über 80 Prozent.

 

Lizenz und Geschäftsmodell wichtig

Ferner ist für den Trader wichtig, auf welchen Märkten die Plattform über eine Lizenz verfügt. Für europäische Händler scheiden alle nicht in der Europäischen Union zugelassenen Plattformen aus. Zu einem seriösen Anbieter gehört ein abgesichertes Geschäftsmodell, das sowohl die Interessen des Anbieters als auch die des Händlers in Einklang bringt. Nicht zuletzt sollte der Plattformbetreiber eine Hotline anbieten, die Trader bei ihren Fragen unterstützt.

 

Information ist Trumpf

Trader – gerade diejenigen, die sich neu mit dem Thema beschäftigen – sollten natürlich auch selbst für die Qualifizierung sorgen, die für den Handel unerlässlich ist. Neben der Marktbeobachtung und frei verfügbaren Tutorials bieten kundenzentrierte Plattformbetreiber entsprechende Informationen und Schulungsmaterial. So informieren sie über die Funktionsweise der Finanzmärkte, wie man die eigene Handelsperformance verbessern sowie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann. Qualitätsanbieter verfügen über auf Künstlicher Intelligenz basierende Apps, die das bisherige Verhalten analysieren, Handlungsverzerrungen erkennen und Tradern entsprechende Hinweise schicken.

Der Konkurrenzdruck zwischen den Plattformen wird künftig immer stärker. Alleine in Großbritannien sind 23 125k-lizensierte CFD-Unternehmen tätig. Durch die neuen Regeln – sowohl die der ESMA als auch die Datenschutzgrundverordnung – wird ein beträchtlicher Teil dieser Anbieter aus dem Markt scheiden. Für Trader ist dies Grund genug, jetzt einen kritischen Blick auf ihre bisher genutzte oder potentielle Handelsplattform zu werfen.

 

 

10 Kommentare

10 Comments

  1. Rosi

    17. August 2018 11:54 at 11:54

    Ich schätze mal, dass die der ESMA-Regelung unterliegenden CFD-Broker mittelfristig zur Gänze verschwinden werden, da die hohen Hebel der Vergangenheit der Kern des Geschäftsmodells waren und somit einen Anreiz für kleinere Kontoinhaber darstellten. Einen Aktien-CFD mit 20% Margin oder einen Index mit 5% Margin zu handeln ist einfach lächerlich. Ich habe mein Konto beim ESMA-Broker bereits liquidiert und das Guthaben zu einem renommierten ausländischen Broker mit entsprechenden Hebeln transferiert.

    • Kenguru

      17. August 2018 13:51 at 13:51

      Interessant wäre welchen Sie denn gewählt haben ?
      Kenne mich mit Offshore Brokern nicht aus und wollte diese eigentlich auch meiden, aber die Bevormundung der ESMA zwingt mich wohl dazu.
      Wie schaut es mit der Seriösität in puncto Einlagensicherheit, Ausführungszuverlässigkeit, Auszahlungspolitik etc. aus ?
      Plaudern Sie ruhig ein wenig aus dem Nähkästchen, wir sind hier ja ganz unter uns.
      Danke !

  2. RoSi

    17. August 2018 15:32 at 15:32

    Mit Ihrem nickname sind Sie schon mal auf dem richtigen Kontinent gelandet. Einfach googeln, ergibt sich dann von selbst. Ich gebe keine Empfehlungen oder Hinweise – soll jeder für sich entscheiden wie/wo/was er handeln möchte. Bezüglich Einlagensicherheit, Auszahlung etc.denke ich, dass im Fall der Fälle in Europa nicht mehr und nicht weniger Rechtssicherheit besteht als irgendwo anders – die Gesetze werden von denen gemacht denen sie nutzen. Ich lasse regelmäßig auszahlen um keine zu grossen Beträge am Konto auflaufen zu lassen. Ein gewisses Risiko besteht immer und überall.

  3. Kritisch

    17. August 2018 20:32 at 20:32

    Ja, genau – ab zu Offshore-Brokern! Da gibt es welche mit 1000-er Hebel! Ist doch super wenn man die Chance hat mit wenig Kapital ordentliche Gewinne einzustreichen! UPS, es gibt ja aber auch Verluste im Börsenhandel. Aber, wie heißt es doch so schön „Versichern ist Feigheit“! Also Offshore, in die Illegalität abwandern, das Geld bei einem Broker auf den Bahamas, in Australien oder in Timbuktu und dort richtig Geld verdienen (oder ganz schnell verlieren). Wenn das Konto dann richtig prall gefüllt ist, die Überweisung veranlassen – oje, oje – und es kummt net, kummt net, kummt net. Macht auch nichts, dann klagen wir eben auf den Bahamas, in Australien oder in Timbuktu. Meine Meinung dazu lautet sich das Geld für eine vernünftige Kontogröße zu ersparen, dieses Geld bei einem profunden, seriösen, europäischen Broker einzahlen und im Rahmen der ESMA dort zu handeln. Ein kleine, wie ich finde passende Annekdote meines Brokers auf meine Frage: „Warum ist man eigentlich nicht gezwungen garantierte SL zu setzen“? Aussage Broker:“ Viele Kunden wollen die 1,5 Pips/Punkte Prämie für die Ausführung des garantierten SL nicht bezahlen“
    Na dann!

    • RoSi

      18. August 2018 09:07 at 09:07

      Gut, dass es Meinungs- und Entscheidungsfreiheit gibt! Haben Sie direkte Erfahrungen mit offshore-Brokern gemacht oder sind es Vermutungen, ev. Vorurteile die Sie hier äussern? Börsen-/Derivatehandel ist ein sehr individuelles Geschäft und jeder Teilnehmer hat andere Möglichkeiten, Vorstellungen, Kenntnisse und Ziele. Ich bin jedenfalls nicht der ‚Sparer‘-Typ und ich erfülle auch nicht die Voraussetzungen um ein ‚professionelles Konto‘ bei einem ‚profunden, seriösen, europäischen Broker‘ zu erfüllen um die pre-ESMA Hebel nutzen zu können. Aus meiner Sicht sind diese Regulierungen ein weiterer Schritt der kollektiven Bevormundung und Maßregelung. Man sollte sich auch mal Gedanken darüber machen, warum diese Regulierung eingeführt wurden. Sind Sie sicher, dass dies zum ‚Schutze des Konsumenten‘ gemacht wurde oder ob hier nicht wieder bestimmte Lobbyisten am Werk waren? Wer sagt, dass eines Tages die ESMA den CFD-Handel nicht ganz verbietet? Was machen Sie dann?
      Regulierungen werden immer zur Steuerung der Massen und zur Durchsetzung von Interessen der Gesetzgeber errichtet und je mehr davon eingeführt werden umso stärker werden sich (denkende) Menschen dagegen auflehnen. Für mich bedeutet Geld Freiheit und ich lasse mir nicht gerne vorschreiben was ich damit zu tun habe. Es reicht schon, dass ich Steuern und Sozialabgaben zu leisten habe.

      • Kritisch

        19. August 2018 19:11 at 19:11

        @RoSi. Ja, sie haben natürlich Recht, dass die EU-weiten Bevormundungen und Regulierunungen grundsätzlich auch mir gegen den Strich gehen. Ich, für meine Person habe jedenfalls entschieden keine Handelsgeschäfte entgegen geltendes Recht abzuschließen und finde obendrein die neuen Beschränkungen der Hebel mit den verbundenen Erhöhungen der Margins auch ausreichend um lukrativ zu handeln. Nebenbei möchte ich auch die Rechtssicherheit auf europäischem Standard haben und nicht Unternehmen in z.B. Australien (wie sie angedeutet haben) vertrauen. Ihren letzten Satz verstehe ich hoffentlich richtig, dass sie Steuern und Sozialabgaben für ihre Erträge aus dem Börsehandel abführen und nicht generell gegen die Abfuhr von solchen Abgaben grundsätzlich sind.
        Aber, wie sie schon treffend formuliert haben – jeder nach seiner Fasson. Ich wünsche ihnen viel Glück mit ihrer Entscheidung!

  4. USLA

    20. August 2018 08:01 at 08:01

    Man kann auch zu einen Broker in die Schweiz wechseln die sind FINMA geregegelt und fallenn nicht unter die ESMA Regulierungen.

    • Gebalutz

      26. August 2018 13:44 at 13:44

      Also ich finde die jetzigen Regeln zum Schutz der Trader super,hab schon genug Geld aus Gier verlohren.Kleinvieh macht auch Mist Denken wir an den Spruch von A.Kostolany als er gefragt wurde,wie man ganz schnell reich werden kann.

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Aktuell: Trump macht den „Mini-Erdogan“ mit Angriff auf die Fed

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Wie war das noch? Der türkische Präsident Erdogan hatte den türkischen Zentralbankchef entlassen, weil der seine Anordnung nicht umgesetzt habe die Zinsen zu senken (Unabhängigkeit der Notenbank, was ist das?). Donald Trump ist schon seit Monaten auf Konfrontation mit „seiner“ Notenbank, der Federal Reserve. Denn auch Trump möchte niedrigere, viel niedrigere Zinsen sehen, damit die Wirtschaft angeheizt werden kann (genau wie Erdogan in der Türkei). Inflation, ungezügelte Preissteigerungen bei zu niedrigen Zinsen und zu stark laufender Wirtschaft? Egal. Die Zinsen sollen, sie müssen sinken!?

Aktuell twittert Donald Trump wieder, und das mit Ausrufezeichen, in Richtung Federal Reserve. Also eine Art Anweisung vom Weißen Haus Richtung Notenbank. Genau wie bei Erdogan? Gefühlt geht es schon in diese Richtung, wenn gleich Trump eine Entlassung nicht „mal eben so“ umsetzen kann wie Erdogan. Mit der Entlassung von Fed-Chef Powell hatte Trump ja auch schon geliebäugelt. Mehr denn je betont Donald Trump aktuell, dass der Leitzins sinken müsse. Wegen eines fehlerhaften Denkprozesses bei der Fed hätten die USA viel höhere Zinsen als andere Länder, die wirtschaftlich nicht mit den USA mithalten könnten. Die Zinskosten in den USA seien viel höher als in anderen Ländern. Die Zinsen sollen also sinken, so sind Trumps Worte unzweideutig  zu verstehen. Und er schließt seinen Tweet ab mit dem Wort „Correct“, also „Korrigieren Sie das“ mit Ausrufezeichen Richtung Fed. Unabhängigkeit der Notenbank? Unantastbarkeit? Gut, hierzulande ist sich CDU-Chefin AKK wohl auch nicht so ganz bewusst, was das bedeutet. So sprach sie jüngst von einer „Überprüfung“ der EZB-Politik (hier nachzulesen).

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Rezession? Gleitet Deutschland in den Keller? Der derzeitige Schwebezustand

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Kommt sie nun oder kommt sie nicht? Die Rede ist von der Schrumpfung der deutschen Wirtschaftsleistung, das berüchtigte R-Wort (Rezession). Betrachtet man isoliert den Industriesektor, mit unseren Domänen Automobil und Maschinenbau, so müsste es eigentlich schon soweit sein (man sehe beispielsweise die Auftragseingänge). Der Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe befindet sich mit circa 45 Punkten schon längere Zeit im rezessiven Bereich. Aber es gibt halt auch das Gegenstück, die Bauwirtschaft, den Dienstleistungssektor und den konsumfreudigen Verbraucher, insgesamt derzeit eine Pattsituation.

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Technische Rezession oder mehr?

Rezessionen sind Elemente einer Marktwirtschaft, dem zyklischen Auf- und Abschwung in langen Phasen. In Deutschland hatten wir seit dem 2. Weltkrieg erst sechs ganzjährige Abschwungphasen, technische Rezessionen (also Schrumpfungen von nur zwei Quartalen) bereits neun seit 1970. Vorher hatte das Statistische Bundesamt keine Quartalsberichte veröffentlicht. Jedoch, und diese schon öfters dargelegte Feststellung, die man gar nicht oft genug wiederholen kann, wurde noch keine Rezession von der Bundesregierung, der Bundesbank, dem Sachverständigenrat oder den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten vorhergesagt. Dementsprechend schwer ist es auch in diesem Jahr. Die Bestätigung für das Vorliegen einer technischen Rezession bekämen wir offiziell erst Mitte November, für das Gesamtjahr 2019 erst im Februar 2020. Was das für die Aktienmärkte bedeuten könnte, darüber habe ich erst am Dienstag „Wenn die Rezession kommt…“ geschrieben.

Die derzeitige Faktenlage

Nach Aussage des ehemaligen Wirtschaftsweisen der Bundesregierung, Professor Bernd Rürup, zeigt der neue Echtzeit-Indikator des Wirtschaftsministeriums für das abgelaufene zweite Quartal bereits eine „rote Null“ an. Zudem deuten die schlechten Auftragseingänge der Industrie für das zweite Halbjahr wie auch der kürzlich veröffentlichte sowie ZEW-Index mit den Konjunkturerwartungen keine Erholung an.

Das BIP könnte also 2019 gegenüber dem Vorjahr durchaus schrumpfen.

Jetzt meldet sich auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zu Wort: „Die konjunkturelle Eintrübung macht vor den Konsumenten nicht halt!“ Das Verbrauchervertrauen sei im zweiten Quartal dieses Jahres auf 103,4 Punkte gesunken, von fast 108 Punkten vor einem Jahr. Aber, noch wirkt die bislang stabile Binnennachfrage einer rezessiven Entwicklung weiterhin kräftig entgegen, so wiederum die Experten des gewerkschaftsnahen Instituts IMK. Die Frage ist allerdings, ob das so bleibt.

Daten aus der Industrie:

Die Autobauer etwa rechnen für dieses Jahr mit einem Minus von einem Prozent im Neugeschäft. Der Maschinenbauer wiederum erwartet sogar einen Produktionsrückgang um zwei Prozent. Eine sehr moderate Eintrübung im Vergleich zur Studie des Forschungsinstituts CAR der Universität Duisburg-Essen, die mit größeren Rückgängen rechnet. Insgesamt führt das immer dünner werdende Auftragspolster zu pessimistischen Einschätzungen. Der Bestand an Aufträgen rückläufig ist nun schon den sechsten Monat in Folge rückläufig. Allerdings liegt die Reichweite für den Auftragsbestands in den verschiedenen Branchen immer noch bei 5,7 Monaten. Noch ein gutes Polster für den Fall, dass es einen richtigen Stopp geben sollte. Um die derzeitige Verwirrung perfekt zu machen noch ein Blick auf eine Umfrage der Investment-Beratungsfirma Sentix. Befragte Anleger bewerten die Aussichten derzeit so schlecht wie seit 2010 nicht mehr. Damit wäre eine Rezession ein nicht mehr zu stoppendes Szenario.

Fazit

„Je sais, que je ne sais rien“, ich weiß, dass ich nichts weiß, so könnte man derzeit den Stand der Erkenntnisse über das Kommen einer Rezession in Deutschland zusammenfassen – wieder einmal. Wie erwähnt, momentan sieht es nach einem Patt der be- und entlastenden Impulse aus. Worauf es schlussendlich ankommen wird und das klingt schon wieder nach der Endlosplatte? Kommt noch etwas im Handelskrieg zwischen den USA, China und dem Rest der Welt? Und kriegen wir den harten Brexit? Bei einem Nein zu diesen Fragen dürften wir sie haben – die Rezession.

Rezession in Deutschland? Beispielfoto von Siemens
Beispielfoto: Arbeit an einer Turbine von Siemens. Foto: Siemens (CC BY-SA 3.0)

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Automobilindustrie in Deutschland – wird das Jahr 2019 wie 2009? Die Anzeichen mehren sich

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Die Automobilindustrie ist Deutschlands Schlüsselindustrie. Sie hat viele Jahre von dieser rasanten Entwicklung profitiert. Derzeit gibt es bereits 1,3 Milliarden Kfz auf der Welt und die jährliche Produktion betrug zuletzt 95 Millionen – Autos, Busse und LKWs. Im Jahr 2000 waren es „erst“ 58 Millionen pro Jahr, allein China ist für 25 Prozent dieser Entwicklung verantwortlich. Doch in diesem Jahr kommt es weltweit zu einem Stillstand, oder besser ausgedrückt, zu einem Schrumpfen der weltweiten Produktion. Dabei trifft es Deutschland ganz besonders.

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Automobilindustrie in Deutschland – Gewinnwarnungen allerorten

BMW hat es getan, Daimler gleich zweimal in sechs Wochen, dazu Automobilzulieferer wie Bosch, Continental und ZF – man warnt vor niedrigeren Umsätzen, die Schlüsselindustrie Deutschlands durchläuft eine veritable Krise. Dazu noch der Chemiekonzerns BASF. Dieser begründete seine Gewinnwarnung mit der geringeren Nachfrage nach Autolacken, der Stahlkonzern Arcelor-Mittal hingegen drosselt bereits seine Stahlproduktion. Aber auch Anlagenbauer Aumann reduzierte am letzten Donnerstag seine Prognosen für das laufende Jahr. Laut einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts CAR der Universität Duisburg-Essen könnte im laufenden Jahr der globale Absatz neuer Autos um gut fünf Prozent auf 79,5 Millionen Stück sinken. Ein derart starker Einbruch war nicht einmal nach der Finanzkrise 2008 beobachtet worden, wo es weltweit um 3,6 Prozent nach unten ging.

Laut Studie rechnet man für das Gesamtjahr 2019 mit einem Rückgang von rund zehn Prozent in China. In Westeuropa werde das Minus mit drei Prozent moderater ausfallen. China stand zuletzt für mehr als ein Viertel der weltweiten Autoproduktion. Auf 12,3 Millionen Fahrzeuge schrumpften im ersten Halbjahr 2019 die Verkaufszahlen in China, dem größten Autoabsatzmarkt der Welt. Das meldete gerade der chinesische Verband der Autohersteller, CAAM. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Minus von 12,4 Prozent.

Was bedeutet dies für die deutschen Autowerte?

Gebeutelt von der selbst verursachten Dieselkrise stehen die deutschen Automobilwerte nun schon seit vier Jahren unter Druck. Während sich der Dax derzeit auf dem Niveau vom Frühjahr 2015 bewegt, haben sich die Autowerte in der Spitze mindestens schon halbiert. Dazu ein paar Kennziffern:

  • BMW: Aktienhoch 16.3. 2015 – 122,53 €, Tief 61,45 € Anfang Juni / KGV 2020 – 6,73 / KGV Gruppenvergleich Peer-to-Peer 11,60
  • Daimler: Aktienhoch 16.3.15 – 94,67 €, Tief 44,94 € 3.1.2019 / KGV 2020 – 6,58
  • Volkswagen Vz: Aktienhoch 16.3. 2015 – 256,30 €, Tief 2.10. 2015 – 92,36 €, derzeit 154,50 € / KGV 2020 – 5,36

Ergo: Investoren haben die Schwierigkeiten der Automobilindustrie bereits zum Teil eingepreist, die Kurs/Gewinnverhältnisse sind auf Krisenniveau. Zusätzlich sollte man eines bedenken. Wir haben in Deutschland derzeit einen Fahrzeugbestand von 47,1 Millionen Pkw, die durchschnittliche Lebensdauer beträgt um die 12 Jahre. Das bedeutet, dass circa acht Prozent davon pro Jahr verschrottet oder auch ins Ausland verkauft werden (grobe Schätzung). Also entsteht in einem autoverrückten Land wie Deutschland rasch Ersatzbedarf. Will sagen: Rezessionen im Automobilbereich hatten bei uns (bisher) kein langes Leben.

Fazit

Es ist schon eine gewaltig herausfordernde Gemengelage, in der sich die deutsche Automobilindustrie inklusive ihrer Zulieferer befindet. Ein Ritt auf einem Drahtseil mit den Produktionsfeldern wie Verbrennungsmotoren, Hybrid, Elektroantrieb und Brennstoffzelle, der die Budgets der Hersteller in der Entwicklung und Produktion in die Bredouille bringt. Zu dieser disruptiven Phase kommt jetzt der Konjunkturabschwung hinzu (aktuelles Beispiel). Die Industrie steht bildlich gesprochen vor einem Crashtest – und die Vorbereitungen dafür laufen. Aber, wie vorgestern in meinem Kommentar über die Korrelation von Rezession und Börsenkurse dargestellt, blickt die Börse in die Zukunft, sprich ins Jahr 2020. Gefallen sind die deutschen Autowerte bereits. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für Automobil-Bullen.

Automobilindustrie - Export-Terminal in Bremerhaven
BLG-Autoterminal im Überseehafen Bremerhaven. Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

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