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Die neuen ESMA-Vorschriften und der CFD-Handel

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Ein Gastbeitrag von Ivan Gowan, CEO von capital.com

 

CFDs: Auswahl der richtigen Investitionsplattform

Das Jahr 2018 ist durch einige wichtige neue Regelungen gekennzeichnet, denn sowohl die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) als auch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) bedeuten einen tiefen Einschnitt für CFD-Plattformen. Dies könnte dazu führen, dass sich einige Marktteilnehmer, die CFDs anbieten, zurückziehen müssen, da sie der neuen Gesetzgebung nicht entsprechen können. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. So könnten etwa die organisatorischen Fähigkeiten oder die Kapitalisierung des Anbieters nicht ausreichen. Andererseits zeigt eine Analyse von Capital.com, ein Anbieter einer Trading-Plattform, der die Richtlinien der ESMA schon vor dem offiziellen Inkrafttreten auf seiner Plattform einführte, wie Nutzer von den Regulierungen profitieren können.

 

Auf Seriosität achten

Wer neu in den Handel mit CFDs einsteigen möchte, kommt nicht umhin, auf einen starken und seriösen Partner zu setzen – dies alleine schon aus Selbstschutz und um das eigene Risiko zu vermindern. Der Markt tritt hier in einen Reinigungsprozess ein und Trader sollten in diesem Zusammenhang auf einige Schlüsselelemente achten.

 

ESMA-Regeln verändern Markt

Zunächst sollte auf das Auftreten einer Handelsplattform geachtet werden. Die neue ESMA-Verordnung untersagt aggressive Werbung, die den Handel eines Traders beeinflusst, indem sie ihm einen Bonus anbietet. Sicher kann man in die Vergangenheit blicken und die Marktteilnehmer identifizieren, die auf diese Weise vorgegangen sind – hier ist besondere Vorsicht angebracht. Daher ist es verständlich, dass Facebook und Google angekündigt haben, die Werbung für CFDs in den geografischen Gebieten einzuschränken, in denen sie nicht registriert sind. Dies dient dem Schutz der Verbraucher.

Auch bei Betrachtung der Einhaltung der ESMA-Regeln kann Spreu von Weizen unterschieden werden. So muss eine seriöse Plattform für die vollständige und vor allem sofortige Einhaltung der bevorstehenden Änderungen der ESMA-Vorschriften sorgen. Diese umfassen einen Negativ-Saldo-Schutz, der verhindert, dass Händler mehr Geld verlieren, als sie investiert haben. Ebenso führt eine individuelle Close-out-Regel dazu, dass Händler immer ihr maximales Verlustpotenzial kennen. Hinzu kommen maximale Limits der Hebelwirkung, die die Volatilität jeder Anlageklasse widerspiegeln. Die Analyse eines Anbieters für den Handel mit CFDs, der die Richtlinien der ESMA bereits vor dem offiziellen Inkrafttreten auf seiner Plattform einführte, zeigt, wie seine Kunden von den Richtlinien profitieren. Insbesondere unerfahrene Trader werden zu Beginn ihrer Marktteilnahme häufiger mit einem Margenausgleich konfrontiert, bei dem sich ein Differenzkontrakt so entwickelt, dass das Geld des Nutzers nicht ausreicht, um zu verhindern, dass eine Position zwangsaufgelöst wird. Die Ergebnisse der Analyse von Capital.com legte offen, dass der Anteil der Trader, die innerhalb der ersten 15 Handelstage mit einem Margenausgleich konfrontiert waren, von rund 30 Prozent in den Monaten vor Einführung der ESMA-Limits auf nur noch fünf Prozent im Juni sank. Der durchschnittliche Verlust fiel um über 80 Prozent.

 

Lizenz und Geschäftsmodell wichtig

Ferner ist für den Trader wichtig, auf welchen Märkten die Plattform über eine Lizenz verfügt. Für europäische Händler scheiden alle nicht in der Europäischen Union zugelassenen Plattformen aus. Zu einem seriösen Anbieter gehört ein abgesichertes Geschäftsmodell, das sowohl die Interessen des Anbieters als auch die des Händlers in Einklang bringt. Nicht zuletzt sollte der Plattformbetreiber eine Hotline anbieten, die Trader bei ihren Fragen unterstützt.

 

Information ist Trumpf

Trader – gerade diejenigen, die sich neu mit dem Thema beschäftigen – sollten natürlich auch selbst für die Qualifizierung sorgen, die für den Handel unerlässlich ist. Neben der Marktbeobachtung und frei verfügbaren Tutorials bieten kundenzentrierte Plattformbetreiber entsprechende Informationen und Schulungsmaterial. So informieren sie über die Funktionsweise der Finanzmärkte, wie man die eigene Handelsperformance verbessern sowie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann. Qualitätsanbieter verfügen über auf Künstlicher Intelligenz basierende Apps, die das bisherige Verhalten analysieren, Handlungsverzerrungen erkennen und Tradern entsprechende Hinweise schicken.

Der Konkurrenzdruck zwischen den Plattformen wird künftig immer stärker. Alleine in Großbritannien sind 23 125k-lizensierte CFD-Unternehmen tätig. Durch die neuen Regeln – sowohl die der ESMA als auch die Datenschutzgrundverordnung – wird ein beträchtlicher Teil dieser Anbieter aus dem Markt scheiden. Für Trader ist dies Grund genug, jetzt einen kritischen Blick auf ihre bisher genutzte oder potentielle Handelsplattform zu werfen.

 

 

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Rosi

    17. August 2018 11:54 at 11:54

    Ich schätze mal, dass die der ESMA-Regelung unterliegenden CFD-Broker mittelfristig zur Gänze verschwinden werden, da die hohen Hebel der Vergangenheit der Kern des Geschäftsmodells waren und somit einen Anreiz für kleinere Kontoinhaber darstellten. Einen Aktien-CFD mit 20% Margin oder einen Index mit 5% Margin zu handeln ist einfach lächerlich. Ich habe mein Konto beim ESMA-Broker bereits liquidiert und das Guthaben zu einem renommierten ausländischen Broker mit entsprechenden Hebeln transferiert.

    • Avatar

      Kenguru

      17. August 2018 13:51 at 13:51

      Interessant wäre welchen Sie denn gewählt haben ?
      Kenne mich mit Offshore Brokern nicht aus und wollte diese eigentlich auch meiden, aber die Bevormundung der ESMA zwingt mich wohl dazu.
      Wie schaut es mit der Seriösität in puncto Einlagensicherheit, Ausführungszuverlässigkeit, Auszahlungspolitik etc. aus ?
      Plaudern Sie ruhig ein wenig aus dem Nähkästchen, wir sind hier ja ganz unter uns.
      Danke !

  2. Avatar

    RoSi

    17. August 2018 15:32 at 15:32

    Mit Ihrem nickname sind Sie schon mal auf dem richtigen Kontinent gelandet. Einfach googeln, ergibt sich dann von selbst. Ich gebe keine Empfehlungen oder Hinweise – soll jeder für sich entscheiden wie/wo/was er handeln möchte. Bezüglich Einlagensicherheit, Auszahlung etc.denke ich, dass im Fall der Fälle in Europa nicht mehr und nicht weniger Rechtssicherheit besteht als irgendwo anders – die Gesetze werden von denen gemacht denen sie nutzen. Ich lasse regelmäßig auszahlen um keine zu grossen Beträge am Konto auflaufen zu lassen. Ein gewisses Risiko besteht immer und überall.

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    Kritisch

    17. August 2018 20:32 at 20:32

    Ja, genau – ab zu Offshore-Brokern! Da gibt es welche mit 1000-er Hebel! Ist doch super wenn man die Chance hat mit wenig Kapital ordentliche Gewinne einzustreichen! UPS, es gibt ja aber auch Verluste im Börsenhandel. Aber, wie heißt es doch so schön „Versichern ist Feigheit“! Also Offshore, in die Illegalität abwandern, das Geld bei einem Broker auf den Bahamas, in Australien oder in Timbuktu und dort richtig Geld verdienen (oder ganz schnell verlieren). Wenn das Konto dann richtig prall gefüllt ist, die Überweisung veranlassen – oje, oje – und es kummt net, kummt net, kummt net. Macht auch nichts, dann klagen wir eben auf den Bahamas, in Australien oder in Timbuktu. Meine Meinung dazu lautet sich das Geld für eine vernünftige Kontogröße zu ersparen, dieses Geld bei einem profunden, seriösen, europäischen Broker einzahlen und im Rahmen der ESMA dort zu handeln. Ein kleine, wie ich finde passende Annekdote meines Brokers auf meine Frage: „Warum ist man eigentlich nicht gezwungen garantierte SL zu setzen“? Aussage Broker:“ Viele Kunden wollen die 1,5 Pips/Punkte Prämie für die Ausführung des garantierten SL nicht bezahlen“
    Na dann!

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      RoSi

      18. August 2018 09:07 at 09:07

      Gut, dass es Meinungs- und Entscheidungsfreiheit gibt! Haben Sie direkte Erfahrungen mit offshore-Brokern gemacht oder sind es Vermutungen, ev. Vorurteile die Sie hier äussern? Börsen-/Derivatehandel ist ein sehr individuelles Geschäft und jeder Teilnehmer hat andere Möglichkeiten, Vorstellungen, Kenntnisse und Ziele. Ich bin jedenfalls nicht der ‚Sparer‘-Typ und ich erfülle auch nicht die Voraussetzungen um ein ‚professionelles Konto‘ bei einem ‚profunden, seriösen, europäischen Broker‘ zu erfüllen um die pre-ESMA Hebel nutzen zu können. Aus meiner Sicht sind diese Regulierungen ein weiterer Schritt der kollektiven Bevormundung und Maßregelung. Man sollte sich auch mal Gedanken darüber machen, warum diese Regulierung eingeführt wurden. Sind Sie sicher, dass dies zum ‚Schutze des Konsumenten‘ gemacht wurde oder ob hier nicht wieder bestimmte Lobbyisten am Werk waren? Wer sagt, dass eines Tages die ESMA den CFD-Handel nicht ganz verbietet? Was machen Sie dann?
      Regulierungen werden immer zur Steuerung der Massen und zur Durchsetzung von Interessen der Gesetzgeber errichtet und je mehr davon eingeführt werden umso stärker werden sich (denkende) Menschen dagegen auflehnen. Für mich bedeutet Geld Freiheit und ich lasse mir nicht gerne vorschreiben was ich damit zu tun habe. Es reicht schon, dass ich Steuern und Sozialabgaben zu leisten habe.

      • Avatar

        Kritisch

        19. August 2018 19:11 at 19:11

        @RoSi. Ja, sie haben natürlich Recht, dass die EU-weiten Bevormundungen und Regulierunungen grundsätzlich auch mir gegen den Strich gehen. Ich, für meine Person habe jedenfalls entschieden keine Handelsgeschäfte entgegen geltendes Recht abzuschließen und finde obendrein die neuen Beschränkungen der Hebel mit den verbundenen Erhöhungen der Margins auch ausreichend um lukrativ zu handeln. Nebenbei möchte ich auch die Rechtssicherheit auf europäischem Standard haben und nicht Unternehmen in z.B. Australien (wie sie angedeutet haben) vertrauen. Ihren letzten Satz verstehe ich hoffentlich richtig, dass sie Steuern und Sozialabgaben für ihre Erträge aus dem Börsehandel abführen und nicht generell gegen die Abfuhr von solchen Abgaben grundsätzlich sind.
        Aber, wie sie schon treffend formuliert haben – jeder nach seiner Fasson. Ich wünsche ihnen viel Glück mit ihrer Entscheidung!

  4. Avatar

    USLA

    20. August 2018 08:01 at 08:01

    Man kann auch zu einen Broker in die Schweiz wechseln die sind FINMA geregegelt und fallenn nicht unter die ESMA Regulierungen.

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      Gebalutz

      26. August 2018 13:44 at 13:44

      Also ich finde die jetzigen Regeln zum Schutz der Trader super,hab schon genug Geld aus Gier verlohren.Kleinvieh macht auch Mist Denken wir an den Spruch von A.Kostolany als er gefragt wurde,wie man ganz schnell reich werden kann.

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Aktien

Vermögenspreise kennen nur eine Richtung – Haushalte ohne Immobilieneigentum gehen leer aus

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Es ist wie es ist. Die Verbraucherpreise wollen nicht auf die 2% steigen, wo die EZB sie gerne sehen möchte. 2,6 Billion Euros gedruckt, Zinsen abgeschafft, und trotzdem wollen die Preise einfach nicht steigen. Aber seit Jahren steigen dafür die Vermögenspreise! Die EZB hat mit ihren gigantischen Anleihekäufen Anleger aus dem Anleihemarkt vertrieben. Und vor allem die nicht mehr vorhandenen Zinsen zwingen Anleger regelrecht in Aktien zu investieren. Geld will Rendite, und so steigen seit Jahren nicht nur Aktien, sondern auch Immobilien und sonstige Sachwerte immer weiter an. Hier ist die Inflation mehr als deutlich zu finden, während sie bei den Alltagsausgaben für die Verbraucher an der Supermarktkasse nicht zu entdecken ist.

Vermögenspreise steigen weiter an

Das Flossbach von Storch Research Institute (FvS) hat heute früh seinen aktuellsten Vermögenspreisindex für das 3. Quartal 2019 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass zum Ende des dritten Quartals die Vermögenspreise privater deutscher Haushalte im Vergleich zum Vorjahresquartal um +2,9 % angestiegen sind. Unaufhörlich steigende Preise für Immobilien sind für die Entwicklung ursächlich, so FvS. Sowohl die Entwicklung der Vermögenspreise im Vermögensquerschnitt als auch im Altersquerschnitt zeigen, dass Haushalte, die über Immobilieneigentum verfügen, am stärksten von der Vermögenspreisinflation profitieren. Haushalte ohne Immobilieneigentum hätten hingegen das Nachsehen.

Die Inflation der Vermögenspreise liegt damit, so merkt FvS an, angefacht von dauerhaften Null- und Minuszinsen ­– beinahe doppelt so hoch wie die Verbraucherpreisinflation. Immobilien verteuern sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,8 Prozent. Auch zahlreiche andere Datenanbieter können den Anstieg der Immobilienpreise untermauern (siehe hier). Niedrige Zinsen machen diese Anlageklasse laut FvS attraktiv. Bemerkenswert war auch der Goldpreis, der sich in Euro gerechnet um ein Drittel stieg. Immobilien machen einen großen Anteil des Vermögens von Senioren aus. Die Vermögenswerte der Deutschen ab dem 75. Lebensjahr verteuerten sich im dritten Quartal durchschnittlich um 4,1 Prozent. Das ist so viel wie in keiner anderen Alterskohorte.

Vermögenspreise seit 2005
Entwicklung der Vermögenspreise seit 2005.

Immobilien Top bei Sachvermögen

Der folgende Chart zeigt in der schwarzen Linie die Entwicklung der Immobilienpreise seit dem Jahr 2005. FsV im Wortlaut zu Sachvermögen:

Die Entwicklung des Sachvermögens wird maßgeblich von der Entwicklung der Preise für Immobilien getragen. Diese haben sich mit +5,8 % im Vergleich zum Vorjahresquartal erneut erheblich verteuert. Ursächlich hierfür ist weiterhin die Kombination aus historisch günstigen Finanzierungskonditionen und einem knappen Immobilienangebot. Der Preis für das Betriebsvermögen deutscher Haushalte ist um -10,8 % im Vergleich zum Vorjahresquartal gefallen. Der Preis für Betriebsvermögen wird durch den SDAX-Kursindex abgebildet, der die Veränderung des Börsenwerts von 70 gelisteten deutschen Mittelstandsunternehmen wiedergibt. Hierunter spielen klassische Industrieunternehmen und Automobilzulieferer eine wichtige Rolle, die sich zum Ende des dritten Quartals in einer Strukturkrise befinden. Der Preisverfall des Betriebsvermögens liegt schon zum vierten Mal in Folge unterhalb von ‑10 %. Langlebige Verbrauchsgüter stagnieren, da ihre Preissteigerung lediglich +0,5 % beträgt. Der Preis für Sammel- und Spekulationsgüter legte um +1,6 % zu. Insbesondere wird diese Entwicklung von steigenden Preisen für Kunstobjekte getragen.

Immobilienpreise steigen konstant weiter an

Gold treibt Finanzvermögen

Die Entwicklung der Finanzvermögen sah zuletzt nur gut aus, weil der Goldpreis im Jahresvergleich zulegen konnte. Die Preise für das Finanzvermögen deutscher Haushalte folgen laut FvS einem Aufwärtstrend. Innerhalb der Kategorie seien die Preise für das sonstige Finanzvermögen (gemessen an Gold- und Rohstoffpreisen) mit +21,7 % am stärksten angestiegen. Verantwortlich hierfür sei der Goldpreis, der um +33,4% im Vergleich zum Vorjahresquartal angestiegen sei. Preise für Aktien lagen hingegen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres (+0,2 %).

Gold rettet Performance der Finanzvermögen innerhalb der Vermögenspreise

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Warum die deutsche Wirtschaft der Rezession entkommen ist

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Die deutsche Industrie steckt richtig kräftig in der Rezession, wie auch die aktuellsten Daten vom Statistischen Bundesamt zeigen. Alleine im September ging es 4,3% runter mit der Industrieproduktion im Vergleich zu September 2018. Aber Dienstleistungen und Bau sorgen dafür, dass der Gesamtschnitt der deutschen Volkswirtschaft derzeit haarscharf an der Rezession vorbei schrammt. Per volkswirtschaftlicher Definition hat man eine Rezession, wenn die gesamte Wirtschaftsleistung zwei Quartale nacheinander rückläufig ist.

Im vorletzten Quartal war es ein Minus von 0,2%, und heute wurde für das letzte Quartal ein Plus von 0,1% vermeldet. Puhhhh, nochmal Glück gehabt? Laut ifo-Institut hat die Industrie den Schnitt gerettet. Sie sei zwar nach wie vor in der Rezession, aber es laufe nicht mehr ganz so schlimm. Das Tempo des Produktionsrückgangs habe sich verlangsamt. Insbesondere seien die Warenexporte wieder gestiegen, nachdem sie im Quartal zuvor kräftig eingebrochen waren. Ein Grund hierfür dürfte sein, dass sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe in den Zielländern seit der Jahresmitte wieder verbessert habe, insbesondere in den Schwellenländern. Weiter sagt ifo im Wortlaut:

Gleichzeitig zeigten sich die deutsche Konsum- und die Baukonjunktur nach wie vor in robuster Verfassung, fügt Wollmershäuser hinzu. Auch wenn sich der Beschäftigungsaufbau etwas verlangsamt habe, verzeichneten die privaten Haushalte hohe Einkommenszuwächse. „Neben spürbar steigenden Tariflöhnen wurden zur Jahresmitte auch staatliche Transferzahlungen erhöht, wie etwa Renten und Kindergeld. Zudem sind die Hypothekenzinsen im Jahresverlauf noch einmal kräftig gefallen, und die Vergabe von Wohnungsbaukrediten hat sich weiter beschleunigt.“

Insgesamt habe sich die deutsche Konjunktur in den vergangenen zwölf Monaten deutlich abgekühlt. Die Überauslastung der Produktionskapazitäten aus den Boomjahren 2017/18 sei weitgehend abgebaut, so dass der Auslastungsgrad derzeit in etwa seinem langfristigen Mittelwert entspricht. In den kommenden Monaten sei jedoch keine tiefgreifende gesamtwirtschaftliche Rezession zu befürchten. „Zum einen ist eine Übertragung der schwachen Industriekonjunktur über den Arbeitsmarkt auf die Konsum- und Baukonjunktur bislang weitgehend ausgeblieben. Dazu hat auch das Instrument der Kurzarbeit beigetragen, das mittlerweile über zehn Prozent der Industrieunternehmen in Anspruch genommen haben dürften und das die Einkommen der Beschäftigten stabilisiert“, sagt Wollmershäuser. „Zum anderen dürfte die Industrierezession weiter abklingen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem harten Brexit oder einer weiteren Eskalation des von den USA ausgehenden Handelskrieges kommt, hat in den vergangenen Monaten abgenommen. Gleichzeitig deuten die aktuellen Auftragseingänge sowie die jüngsten Ergebnisse der ifo Konjunkturumfragen im Verarbeitenden Gewerbe darauf hin, dass ein Licht das Ende des Konjunkturtunnels ankündigt.“

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US-Notenbank Fed platzt mit der Wahrheit heraus

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Die Zentrale der Fed in Washington DC

Noch im Mai hatte Fed-Chef Powell geleugnet, die Verschuldung der USA hätte Einfluss auf die Geldpolitik der US-Notenbank. Seine jüngste Rede vor dem Kongress rückt den großen Weißen Elefanten nun verstärkt in den Fokus und weist den Weg für die zukünftige US-Geldpolitik.

US-Notenbank Fed lernt von der Bank of Japan

Bereits mehrfach hatte der Präsident der US-Notenbank, Jerome Powell, neben den konjunkturellen Risiken, die er vor allem im Ausland verortet, auch die historisch hohe Verschuldung der US-Unternehmen adressiert. So auch gestern wieder in seiner Rede vor der turnusmäßigen Anhörung vor dem US-Kongress. Mit 6,5 Billionen US-Dollar per ultimo Juni 2019 (letzte verfügbare Daten) stehen die US-Unternehmen außerhalb des Finanzsektors sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum US-Bruttoinlandsprodukt auf Rekordniveau in der Kreide. Doch diese Verschuldung von Corporate America ist nicht die Folge von wachstumstreibenden Investitionen – das frische Fremdkapital wurde bei den Kapitalgesellschaften hauptsächlich dazu verwendet, eigene Aktie zurückzukaufen und in den US-Unternehmen die laufenden Rechnungen und Zinsen zu bezahlen. Die Zombifizierung der US-Ökonomie ist zwar in einem früheren Stadium als in Europa und v. a. Japan, wo die Bank of Japan mittlerweile den kompletten Staatshaushalt aus der Notenpresse finanziert, aber dieser Prozess schreitet auch im Land der einst unbegrenzten Möglichkeiten dynamisch voran. Gesamtverschuldung der US-Unternehmen außerhalb des Finanzsektors:

Fed Grafik mit Schulden der US-Unternehmen

Und was für die Verschuldungssituation in den USA und in anderen entwickelten Volkswirtschaften gilt, das gilt auch für die Schwellenländer-Ökonomien (Emerging Markets):

OECD Grafik mit Risiken am Markt für Unternehmenskredite

Uncle Sam mitten in der Schuldenspirale

Bei den US-Staatsschulden (Uncle Sam´s Debt), die gerade erst die Marke von 23 Billionen Dollar überschritten hat, sieht das Bild nicht weniger dramatisch aus: Stagnierenden bis rückläufigen Einnahmen der Bundesregierung stehen explodierende Ausgaben gegenüber, was in einem atemberaubend schnellen Defizitaufbau und explodierenden Zinskosten resultiert. Noch im Fiskaljahr 2017/2018 lag das US-Budgetdefizit bei 860 Mrd. US-Dollar. Im vergangenen Fiskaljahr stieg es um 16 Prozent auf über 1 Billion US-Dollar an. Für das laufende Fiskaljahr bis Ultimo September 2020 rechnet der US-Bundesrechnungshof (CBO) mit einem Defizitanstieg um signifikante 30 Prozent auf dann 1,3 Billionen US-Dollar.

Bereits jetzt drückt die US-Bundesregierung eine Zinslast von 600 Mrd. US-Dollar jährlich, die sich nur dank der erneuten Zinssenkungen und Rückgänge der Renditen am Kapitalmarkt auf hohem Niveau stabilisieren kann.

Fed-Grafik mit Zinszahlungen der US-Regierung

Noch im Jahr 2015 betrugen diese Zinskosten mit 229,15 Mrd. US-Dollar nur gut die Hälfte. Der Anteil am Gesamtbudget betrug lediglich 6,03 Prozent. Im Fiskaljahr 2017/18 stieg der Anteil der Zinskosten bereits auf 7,6 Prozent und im letzten Fiskaljahr auf 9 Prozent des Gesamtbudgets. Die Neuverschuldung im aktuellen Fiakslajahr entspricht, gemäß der Wachstumsprojektionen der Fed of Atlanta von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für diesen Zeitraum, rekordverdächtigen 6,1 Prozent des BIP. Für jeden Dollar US-Wachstum wird die US-Regierung also 3,10 US-Dollar ausgeben müssen. Ja, das ist wahrlich die erfolgreichste Ökonomie der Welt und der Weltgeschichte, wie Präsident Donald Trump es vorgestern wieder in seiner Rede vor dem Economic Club of New York wiederholte. Die Frage ist nur, in welcher Kategorie die USA am erfolgreichsten sind (Schuldenexplosion)?

Keine Schulden – kein Wachstum

Gesamtwirtschaftlich sieht es noch dramatischer aus: Das ökonomische Defizit, dass das Verhältnis zwischen Verschuldung und Wachstum bezogen auf das reale Bruttoinlandsprodukt beschreibt, ist auf nicht nachhaltige Niveaus angestiegen und erzwingt eine Daueralimentierung der Wirtschaft durch die US-Notenbank Fed. Andernfalls würde das Zentrum des weltweiten Kapitalismus zeitnah kollabieren. So schön der Schein einer dynamischen, fortschrittlichen, innovativen und leistungsorientierten US-Wirtschaft auch sein mag, dieser Schein trügt.

Ökonomisches Defizit

Würde man die zentralplanirische US-Notenbank Fed nebst ihrer akkommodierenden Zins- und Geldmengenpolitik aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung entfernen und das Kreditangebot sowie den Zins den Marktkräften überlassen, würde die größte Wirtschaftsnation seit Menschengedenken inklusive ihres ballonartig aufgeblasenen Kapitalmarktes innerhalb weniger Tage zu Staub zerfallen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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