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Die Zentralbanken – Retter oder Totengräber des globalen Finanzsystems?

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Zehn Jahre nach dem Höhepunkt der Krise von 2007/08 gibt es im Großen und Ganzen drei unterschiedliche Bewertungen der aktuellen Situation im Finanzsystem: Zum einen wird behauptet, das System habe sich erholt, die Probleme seien überwunden und sämtliche Crash-Propheten damit widerlegt. Zum anderen heißt es, keines der Probleme sei gelöst und wir stünden vor einer neuen, weitaus schlimmeren Krise als vor zehn Jahren. Einer dritten Meinung zufolge zufolge sind die Probleme zwar nicht gelöst, die Verantwortlichen aber in der Lage, das System durch gezielte Maßnahmen unbegrenzt am Leben zu erhalten.

Dass sich drei so unvereinbare Standpunkte herausbilden konnten, liegt am Finanzsystem selbst: Es befindet sich derzeit auf absolutem Neuland, da es seit dem Beinahe-Crash von 2008 fast ausschließlich von einem einzigen Phänomen beherrscht wird: der allumfassenden Manipulation durch die Zentralbanken.

Der Preis für die Rettung des Systems: Mehr Schulden, höhere Risiken

Nachdem die von der Krise betroffenen Staaten 2008 zahlreiche Banken und Großkonzerne vor dem Untergang gerettet und ihre finanziellen Möglichkeiten erschöpft hatten, griffen die Zentralbanken ein, schöpften immer größere Summen Geld und vergaben sie zu immer niedrigeren Zinssätzen.

Damit retteten sie das System in der Tat vor dem Zusammenbruch, lösten aber keines der Probleme, die in die Krise geführt hatten. Im Gegenteil: Das neu geschöpfte Geld wanderte zum überwiegenden Teil erneut in die Spekulation, erzeugte riesige Blasen an den Finanzmärkten und führte zu einer nie dagewesenen Verschuldung. Das Ergebnis: Die Risiken im System sind heute nicht nur höher als damals, es sind auch neue hinzugekommen.

Hier zwei Beispiele für neu entstandene Risiken: Zum einen sind Rentenkassen und Pensionsfonds, die ihre Gelder jahrzehntelang sicherheitsbetont verwaltet haben, durch Niedrig- und Nullzinsen gezwungen worden, sich immer stärker am internationalen Finanzcasino zu beteiligen. Sollte es zu einer größeren Korrektur oder gar einem Einbruch an den Märkten kommen, würde das für sie riesige Ausfälle bedeuten – mit unabsehbaren Konsequenzen für die betroffenen Senioren.

Zum anderen haben die niedrigen Zinsen so viele Investoren wie nie zuvor dazu verleitet, mit geliehenem Geld zu spekulieren. Sollten die Märkte plötzlich einbrechen und die Gläubiger ihr Geld zurückfordern, hätte das angesichts des rekordhohen Schuldenberges wesentlich schlimmere Auswirkungen als vor zehn Jahren und könnte das gesamte System sogar zum Einsturz bringen.

Sind die Zentralbanker inzwischen allmächtig?

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die Zentralbanken in großem Stil Staats- und Unternehmensanleihen sowie Aktien gekauft haben. Zwar haben sie auf diese Weise mehrmals die Märkte stabilisiert, dafür aber auch notwendige Korrekturen verhindert, so dass wir es seit über elf Jahren, von kleinen Unterbrechungen abgesehen, mit steigenden Kursen zu tun haben. Diese wiederum haben zur Folge, dass Investoren selbst auf Höchstständen in die Märkte einsteigen und die Rallye weiter vorantreiben.

Diese durch die Zentralbanken künstlich angetriebene Entwicklung hat die Instabilität im globalen Finanzsystem also gefördert und die Risiken erheblich erhöht. Doch droht tatsächlich ein Crash? Oder ist es möglich, dass die verantwortlichen Zentralbanker das System inzwischen so gut beherrschen, dass sie seinen Zusammenbruch auf Dauer verhindern können?

Werfen wir hierzu einen Blick auf ihre derzeitige Geldpolitik: Die Zentralbanker versuchen seit einiger Zeit, die Politik des „billigen Geldes“ zu beenden und zu einer Normalität im Finanzsystem zurückzukehren. Grund für diese Umkehr ist das Wissen um die Gefahren einer massiven Korrektur, eines Crashs oder auch einer auf Grund der Geldschwemme drohenden Hyperinflation – drei Phänomene, die mit der bisherigen Strategie schwer oder nicht mehr zu beherrschen wären.

Diese „Straffung“ der Geldpolitik hat allerdings Folgen, die das System noch tiefer in die Krise führen: Sie erschwert nämlich die Bedienung von Schulden, verhindert die Aufnahme neuer Kredite, bremst damit die Wirtschaft und die Aktivitäten an den Finanzmärkten aus, führt zur Flucht aus schwächeren Währungen, treibt den Kurs der Fluchtwährungen in die Höhe und schadet der Exportwirtschaft.

Eine „Umkehr“ führt also direkt in die nächste Krise, aus der es wiederum nur einen Ausweg geben kann: Die Rückkehr zur lockeren Geldpolitik. Dann aber wird es richtig schwierig, denn zum Auffangen des Systems müssten die Zinsen kräftig gesenkt werden. Die aber sind bereits so niedrig, dass eine Zinssenkung kaum Wirkung zeigen würde. Also bliebe den Verantwortlichen nur noch ein allerletztes Mittel: Es müssten noch größere Summen als bisher ins System gepumpt und damit alle Schleusen für eine zukünftige Hyperinflation geöffnet werden.

Die Analyse zeigt also: Die Zentralbanken haben das System zwar gerettet, aber ihre Maßnahmen haben es gleichzeitig weiter untergraben und ausgehöhlt. Egal, ob lockere oder straffe Geldpolitik: Der endgültige Zusammenbruch des Systems kann nicht mehr verhindert, sondern nur noch aufgeschoben werden – wobei der finale Crash umso heftiger ausfallen wird, je länger die Mega-Manipulation der Märkte durch die Zentralbanken noch andauert.


Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.

42 Kommentare

42 Comments

  1. Avatar

    tm

    19. Juli 2018 11:55 at 11:55

    „auf Grund der Geldschwemme drohenden Hyperinflation“

    Wo soll die herkommen?
    Geldmengenwachstum in der Eurozone Herbst 2008 (Rezessionsbeginn) bis heute: 2,6% p.a. – historisch niedrig. Dazu weiterhin eher hohe Arbeitslosigkeit und unterausgelastete Kapazitäten in der Eurozone sowie moderate Lohnsteigerungen selbst in Ländern mit guter Arbeitsmarktsituation.

    Hyperinflationen sind historisch eher ungewöhnliche und seltene Phänomene. Alle großen Wirtschaftskrisen – inklusive 2008/09 – waren hingegen Deflationskrisen.

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    Andreas

    19. Juli 2018 12:24 at 12:24

    Zum Glück haben wir hier den tm, schlauer als Ernst Wolff, schlauer als Dirk Müller, schlauer als Max Otte, schlauer als Florian Homm, schlauer als Donald Trump.
    Ich würde vorschlagen, die genannten Herren braucht man hier nicht mehr zu verlinken, denn die sind alle Quacksalber. Besser wären fünf bis sechs Artikel täglich von tm.

    Und auf der rechten Seite wünsche ich mir eine Verlinkung zum Duden. So kann man schnell nach schwierigen Wörtern googeln, bevor tm wieder zu meckern beginnt.

    Grüße gehen an tm, ich bin froh sie hier zu haben. Ernsthaft!

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      tm

      19. Juli 2018 12:42 at 12:42

      Sie mögen offenbar keine Meinungsvielfalt und keine Fakten…

      Ehrlich gesagt kannte ich Herrn Wolff bisher nicht – aber ist ja auch egal. Die Behauptung der Geldschwemme ist angesichts der Zahlen eben Unsinn. Wenn Sie die These richtig finden, nennen Sie doch Ihre Argumente. Ich bin gespannt.

      • Avatar

        Andreas

        19. Juli 2018 12:49 at 12:49

        Nein, ich möchte das sie auf fmw eigene Artikel verfassen und mir alles erklären, ich möchte doch von ihnen lernen, Herr tm.
        Lässt sich bestimmt etwas arrangieren. Haben sie mit Markus Fugmann bereits gesprochen?

        P.S: Sie haben Recht, ich mag keine Meinungsvielfalt. Daher lege ich ja nur Wert auf ihre Meinung. Die richtige Meinung ist nun mal Richtig, habe ich Recht? Warum dann noch andere anhören?

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          tm

          19. Juli 2018 12:54 at 12:54

          Da haben Sie Glück: Ich habe mit Herrn Fugmann gesprochen und werde vermutlich bald mal einen Artikel für die FMW verfassen.

          Gibt es denn nun Ihrer Ansicht nach eine Geldschwemme und sind die Aktienkurse aufgrund der Geldpolitik überbewertet? Und haben Sie eigentlich Geld in den Fonds von Otte, Müller und/oder Weik/Friedrich investiert? Der Anlageerfolg gibt diesen Leuten ja Recht….

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    Andreas

    19. Juli 2018 13:08 at 13:08

    Na also, dann freue ich mich schon auf die ersten Artikel von ihnen.
    Nein, Fonds habe ich keine. Handele in Eigenregie.

    Aber vielleicht geben sie uns in ihren Artikeln noch einige Kaufempfehlungen, so werden sie sofort beweisen können, ob sie die Börse wirklich verstehen. Theorie (Statistiken) und Praxis liegen ja weit auseinander.
    Ich möchte hierbei noch an PK und Losless erinnern, zwei ausgezeichnete Börsenprofis.
    Werden ihre Prognosen auf Aktien, Rohstoffe oder Devisen gute Ergebnisse erzielen, so muss jeder anerkennen, dass sie auch praktisch ein Ass sind.
    Danke.

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      tm

      19. Juli 2018 13:32 at 13:32

      Also bei der ZEW-Umfrage bin ich zuletzt pessimistisch gewesen. Ich war bei den ZEW-Umfragen für den DAX aber in den letzten Jahren insgesamt zu pessimistisch. Und privat investiere ich vornehmlich in US-Aktien.

      Grundsätzlich hatte ich nicht vor, hier Anlagetipsp zu geben. Ich weiß allerdings auch nicht, inwiefern das eine Rolle spielt bei meiner Kritik an Otte, Müller, Friedrich/Weik. Diese Personen behaupten doch von sich, sie hätten eine gute Markteinschätzung und haben daher Fonds aufgelegt, damit andere davon profitieren. Die Realität (also die Praxis) zeigt aber, dass deren Markteinschätzung nicht besonders gut ist. So anmaßend möchte ich nicht sein, mich in allen Märkten gut auszukennen.

      Statistiken sind für Sie also Theorie? Zeigen die Statistiken nicht viel mehr vergangene Realität?

      zu Losless finde ich nur alte Beiträge. Haben Sie zu den beiden Profis irgendwelche Links für mich? Danke

      • Avatar

        Andreas

        19. Juli 2018 13:46 at 13:46

        Warum sollte es ihrer Meinung nach sofort irgendeine Rolle mit Otte und Co. spielen, nur weil ich nach Prognosen für die Aktienmärkte gefragt habe?
        Sie waren es doch der kürzlich schrieb, sie haben den ganzen Tag Zeit auf fmw zu posten, weil ihre Prognosen so gut sind und sie dadurch alle Zeit der Welt haben.

        Statistiken sind größtenteils Theorie, ja. Erst Recht wenn sie aus der Politik kommen.
        Mich können sie mit ihren Statistiken nicht beeindrucken. Zu viele falsche Statistiken habe ich schon in meinem Leben gesehen.

        Beiträge zu Losless und PK können sie hier auf fmw finden. Sie haben ja alle Zeit der Welt diese zu suchen. Bei PK liegen die Beiträge schon mindestens 4, 5 Monate zurück.

        Für heute bin ich fertig mit schreiben auf fmw. Ich muss nämlich noch (versuchen) Geld an der Börse zu verdienen. Ich habe leider nicht so viel Zeit wie sie.

        Bitte.

        • Avatar

          tm

          19. Juli 2018 14:59 at 14:59

          Ja, aber Prognosen sind doch nicht automatisch Aktienmarktprognosen. Und nein, ich sagte nicht, dass ich alle Zeit der Welt habe – das haben Sie so interpretiert. Ich kann mir die Zeit nur frei einteilen und nehme mir die Zeit so, wie ich es für richtig halte.

          Aha, also die Entwicklung des DAX in den letzten Jahren oder die Zahl neu geschaffener Stellen ist also Theorie?

          :-) Achso, Sie haben keine Zeit, weil Sie heute dringend an der Börse Geld investieren müssen? Ahja. Ich bereite gerade einen 200 Mio. Deal vor…Aber Ihnen dann viel Erfolg und überstürzen Sie nichts.

          • Avatar

            Lars

            19. Juli 2018 22:56 at 22:56

            @tm, falls der 200 Mio. Deal nicht auf einem Demokonto oder als Angestellter bei einer Bank oder einem anderen Arbeitgeber erfolgt, bei dem Sie beim Scheitern des Deals nicht haften müssen, ziehe ich den Hut. Chapeau, wow!!!
            Dass Sie sogar unter der Last und Verantwortung einer derartigen Summe noch die Zeit finden, jeden noch so irrelevanten Artikel und Kommentar mit Statistiken zu widerlegen, zeigt mir, zu welchen Hochleistungen Menschen inzwischen fähig sind. Das machen Sie sicherlich nicht nur auf FMW, da Sie sich ja bekanntermaßen zahlreicher Quellen zur Informationsbeschaffung bedienen.
            Als zu meiner Zeit vor 10 bis 15 Jahren durchaus intelligenter und jetzt mit zahlreichen Erfahrungen gesegneter Mensch gratuliere ich neidlos zum Entwicklungsstadium 4.0!

            Nur Ihr Slogan im persönlichen Avatar passt nicht wirklich zu Ihrem Status und Auftreten: Life is pain. Psychologisch-statistisch betrachtet, bringt Ihnen das mehr Skeptiker als Anhänger ein.

          • Avatar

            tm

            20. Juli 2018 16:40 at 16:40

            :-) ne, mein Geld ist es leider nicht…und im Optimalfall ist das so strukturiert, dass im Falle des Scheiterns genug Sicherheiten zur Verfügung stehen.

            Mit den Statistiken geht es schnell, wenn man die ohnehin zur Hand hat.

            tja Life is Pain… ich glaube, den Avatar habe ich gewählt als ich mich bei… Kopp…oder irgendeinem anderen VT-Forum für einen entscheiden musste. Da hatte ich vermutlich das Gefühl, es würde vom inneren Schmerz ablenken, wenn ich stattdessen den Kopf immer wieder auf den Schreibtisch knallen lasse.

            Aber ja, an sich bin ich eher Optimist.

      • Avatar

        Segler

        20. Juli 2018 18:26 at 18:26

        @tm Vielen Dank für Ihre regelmässigen Kommentare. Ich lese sie gern und staune über ihren Langmut, mit welchem Sie Anfeindungen und verletzenden Repliken in diesem Blog begegnen. Mit ihren fundierten Angaben, Zahlen, Fakten, Statistiken setzen Sie einen wohltuenden Kontrapunkt. Da hilft der Bloomberg sehr.
        (Um den beneide ich Sie schon ein wenig)
        Prsönlich investieren Sie in US Werte, schreiben Sie – Über die Kriterien Ihrer Auswahl würde ich gern mehr erfahren. Zyklusanalyse ? – Nach Sektoren ? Screening ? Fastgraphs ? David-Fish ? – Seekingalpha ? – Einstieg über short Puts ?
        Sollten Sie tatsächlich eine Kolumne bei FMW starten wollen, so wäre das als Thema sehr interessant.
        Herzliche Grüsse aus der Schweiz

        • Avatar

          Michael

          20. Juli 2018 19:55 at 19:55

          @Segler, Ich…staune über ihren Langmut, mit welchem Sie Anfeindungen und verletzenden Repliken in diesem Blog begegnen.
          Objektiv betrachtet, ist es doch so, dass @tm seit einigen wenigen Wochen auffallend oft fast jedem Kommentar oder Artikel fast zwanghaft schulmeisterliche Kommentare hinzufügen musste, was er zuvor so nie gemacht hatte. Diese Kommentare wurden von anderen Menschen durchaus auch als Anfeindung ihrer Ansichten und als verletzend empfunden. Das wurde von mir offen angesprochen und anschließend in diesem Blog lebhaft und durchaus konstruktiv diskutiert. Natürlich gab es eine halbe handvoll Kommentatoren, die aufgrund ihrer Persönlichkeit wütend oder gar verletzend geantwortet haben (Tit for Tat). Das wird es im Internet immer geben, wie auch im echten Leben.

          @tm hat darauf souverän im Ton zurückgerudert, seine Positionen klar und sachlich und freundlich erneut erklärt und damit einige neue Freunde und Anhänger gefunden.
          Ich bin einer davon, nicht unbedingt immer auf fachlichem Gebiet konvergent, aber allemal auf menschlichem. Wie auch einige andere Leser hier, was ich aus den ganzen Kommentaren ersehen kann.

          Sie, und vermutlich auch @PK fühlen sich missverstanden, verletzt und angefeindet. Verständlich, aber dennoch sollten Sie folgenden Gedanken erwägen: Vor kurzem habe ich in einem Blog über ein technisches Gerät (es war ein Rauchmelder) die Frage eines zufriedenen Benutzers gefunden, warum ein so hoher Anteil an Kommentatoren das Produkt schlecht redet, bis hin zum bekannten Minimal-Quantil der verletzenden und wütenden Kommentare. Die Antwort der Moderatorin war genial einfach, verblüffend und erhellend: Es handelt sich um ein Gerät, das die Aufgabe hat, 10 Jahre zu funktionieren und im Idealfall (also wenn es nicht brennt) nie Alarm zu schlagen. Das Gerät ist zu 99,9% zuverlässig, hängt an der Decke und wird vergessen. Somit wird sich kaum jemand finden, der einen positiven Kommentar postet.
          Wer jedoch unter den Pechvögeln ist, der eines der 0,01% defekten Geräte erworben hat oder zu den wilden Vögeln gehört, die sich beschweren, dass das Gerät bei Kettenrauchern oder verbrannten Speisen, bei Küchendampf oder extremer Staubentwicklung anschlägt, obwohl es doch nicht brennt, wird sofort seiner Unzufriedenheit Luft machen.

          Kurz und gut, @tm (noch einmal meine Hochachtung) hat souverän und kompromissbereit den Ton verändert, ohne seine Inhalte aufzugeben. Ich würde mich freuen, wenn Sie und auch @PK ein wenig davon lernen würden. Eine etwas dickere Haut und das Bewusstsein, dass sehr viele Leser Ihre Kommentare schätzen, ohne sich aktiv zu outen, brächte doch Ihrer Persönlichkeitsentwicklung sicherlich mehr Nutzen als Schaden?!

          Der „Langmut“ von @tm war nur sehr kurz erforderlich, um einige „Feinde“ zu beruhigen und eine, wie ich finde, erfrischende und konstruktive Diskussion zu deeskalieren.

          P.S. @tm wäre ein guter Berater für Trump…

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    Homm u. Wolff Versteher

    19. Juli 2018 13:16 at 13:16

    E. Wolff schildert was bis jetzt passiert ist u.was noch kommen könnte.Ich könnte jedes Wort unterschreiben.Wenn tm ihn bis jetzt nicht kannte, obwohl er regelmässig kommentiert hat, hat vielleicht damit zu tun ,dass er sich dauernd mit Statistiken beschäftigt u. die Realität verpasst.
    Die ewige Besserwisserei des tm ist für mich nur noch peinlich.

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      tm

      19. Juli 2018 13:36 at 13:36

      Naja, ich bin jeden Tag in der Realität unterwegs und investiere Geld…

      Ok, Sie sind also überzeugt davon, dass eine Hyperinflation und der totale Systemzusammenbruch kommen werden so wie Wolff schreibt? Auf welchen Argumenten und Fakten beruht denn diese Einschätzung?

      ja, ja, ich weiß, Einschätzungen, die der eigenen zuwiderlaufen, sind unschön – oder peinlich. Wäre doch viel schöner und einfacher, wenn wir alle dasselbe denken würden.

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    Columbo

    19. Juli 2018 14:18 at 14:18

    Inkompetente, durch ihr Unwissen frustrierte Kommentatoren stören sich natürlich an Fakten, die nicht in ihre kleine Wunschwelt passen, sie kennen die Fakten gar nicht, entweder aus Faulheit oder weil sie diese verdrängen. Solche Schreiberlinge hatten hier leider schon gute Leute wie @PK oder @Segler rausgeekelt. Ich hoffe nicht, daß es Leuten wie @Andreas gelingt, auch die letzten guten Kommentatoren wie @TM oder @Wolfgang M von FMW zu verdrängen.
    @Andreas, „Besserwisserei“ empfinden nur Nichwisser als unangenehm.

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      Columbo

      19. Juli 2018 15:41 at 15:41

      PS: Der Satz: „Besserwisserei empfinden nur Nichtwisser als unangenehm“, ist eigentlich an @Homm u. Wolff Versteher gerichtet.

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    Z

    19. Juli 2018 16:08 at 16:08

    tm hat Recht die Geldmenge m3 ist in der EU nur ca. 2,6% p.a. gewachsen, was relativ moderat im Vergleich zu vor 2008 ist, aber:

    1. Der Artikel handelt von Zentralbanken und wenn man sich mal FED – Zentralbank anschaut (https://tagesgeld.de/informationen/geldmenge.html ganz unten) es nicht so moderat ausschaut.

    2. Da es sich um eine e-Funktion handelt, wird der Zug immer schneller und wenn man sich schnelle Züge anschauen will kann man gerne mal nach Venezuela oder die Türkei schauen, die haben schon die Magnetschwebebahn überholt in der Geschwindigkeit.

    Historisch gesehen gibt es viele Möglichkeiten dieses Problem zu lösen, die Chinesen wissen das am besten, weil sie es seit 1000Jahren mit der Einführung des Papiergeldes kennen (1402 haben sie es wieder kurzzeitig abgeschafft ;-)). Mit unserem elektronischen Geld geht das ganze natürlich noch viel schneller, da nur noch eine geringe Menge der Geldmenge durch Banknoten repräsentiert werden.

    Also was wurde gemacht:
    Hyperinflationen
    Schnitte z.B. 10:1
    Währungen wurden ungültig erklärt / ersetzt

    Bei allen dreien verliert das Geld im Kontext zu Bezugspunkten (Festwerte).

    @tm: 2008/2009 sehe ich übrigens nicht als Deflationskrise, wenn ich mir Festwerte wie Aktien, Gold, Immobilien, Land, Lebensmittel anschaue. Das einzige was seit 2008 einer Deflation unterworfen wurde sind tech. Produkte, weil dort die Entwicklung noch schneller
    geht als die Inflation (z.B. Mooresches Gesetz).

    Von den ganzen Untergangspropheten halte ich aber auch nichts (außer ihrem Geschäftsmodell), kein Mensch kann abschätzen wie lange das System noch so weiter läuft (dafür spielen dort viel zu viel Faktoren rein).

    • Avatar

      Michael

      19. Juli 2018 20:05 at 20:05

      @Z, das ist ja genau der Trick, welcher die Statistiken so relativ unangreifbar macht, wenn man nicht genau hinschaut. Da wird dann mit der Geldmenge in der Eurozone (noch nicht einmal in der gesamten EU) argumentiert, obwohl sich der Artikel ganz eindeutig auf die globale Situation bezieht.
      Auch den Betrachtungszeitraum sollte man nicht außer Acht lassen: Von Mai 2014 (als auch die Zinsen vom großen Meister Draghi in Richtung Nirwana geprügelt wurden) bis Mai 2018 ist die Geldmenge M3 im Euroraum um 5,5% p.a. gewachsen, was dann schon nicht mehr ganz so moderat ist.

      Und plötzlich ist auch die Arbeitslosigkeit eher hoch, obwohl diese in einigen anderen Kommentaren in letzter Zeit als niedrig bezeichnet wurde.

      Den von Herrn Wolff verwendeten Begriff „Hyperinflation“ finde ich auch (noch) etwas übertrieben, das Potenzial dafür ist, gerade in Ländern wie Griechenland oder Italien, dennoch jederzeit immanent. Man betrachte nur deren Währungskurse vor dem EUR.

      Auch die Inflationsberechnung ist eine höchst relative, von der Gewichtung und dem als Basis dienenden „Warenkorb“ abhängige Betrachtungsweise für die Statistik (und manchmal auch für die Katz) ;)
      Wenn technische Geräte wie ein Kühlschrank, ein PC oder ein TV um 20% sinken, die Preise für Smartphones auf 1.000 EUR und die aktuellen PCs von Apple in Dimensionen auf bis zu 7.950 (MacBook pro) bzw. 12.500 EUR (iMac pro) steigen, muss man sich auch fragen, wie oft kauft man einen Kühlschrank, eine Waschmaschine oder ein TV-Gerät (alle 5 bis 10 Jahre und mehr), wie oft braucht der hippe Durchschnittsbürger hingegen das neueste iPhone oder MacBook pro (gefühlt alle 2 Jahre)?

      Kostete z. B. ein Hausbau inkl. Grundstück vor 15 Jahren 300.000 EUR, sind wir inzwischen bei mindestens 500.000 bis 600.000 gelandet (unwiderlegbare empirische Daten aus meiner Region). Die Produktqualität ist eher gesunken, viele der am Bau Beteiligten arbeiten und pfuschen für rund 10,- EUR p.h.
      Angesichts derartiger Zahlen ist es zwar erfreulich, dass ein Bund Radieschen derzeit für 29 bis 49 Cent zu haben ist, es ist auch prima, dass Telefon und Internet nicht mehr 25, sondern nur noch 19 EUR p.m. kosten. Gewaltige relative (also prozentuale) Ersparnisse.
      Doch manchmal macht es auch Sinn, die absoluten Zahlen zu sehen und gegeneinander aufzurechnen.
      Für 300.000 EUR kann man sich viele Radieschen kaufen ;)

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        tm

        20. Juli 2018 10:08 at 10:08

        Naja, wir leben ja nunmal in der Eurozone. Aber auch in den USA ist diie Geldmenge von 2008 bis heute im historischen Vergleich unterdurchschnittlich gestiege.

        Schauen Sie sich Italien mal an. Seit den frühen 1990er Jahren stabile Staatsfinanzen und geringe Inflation.

        Und die Krik am Warenkorb in allen Ehren, aber es ist ja nicht so, als würde dort der Kauf von einem Brötchen, einem Liter Milch, einem Fernseher und einer Reise pro Monat unterstellt. Selbst wenn Sie die gewichtung relativ deutlich ändern, passiert da nicht so viel an der Inflation. Können Sie bei Destatis übrigens ausprobieren.

    • Avatar

      tm

      20. Juli 2018 10:19 at 10:19

      1. Nicht so moderat wie in der Eurozone, aber im historischen Vergleich unterdurchschnittlich.

      2. Ich glaube, das sind drei (oder mehr) unterschiedliche Situationen, also Venezuela, Türkei, Westen. Venezuela kommt tatsächlich den europäischen Hyperinflationen Anfang der 1920er nahe (neben Deutschland glaube ich auch Östereich und Ungarn): Aufgrund verschiedener Ursachen sind die Kapazitäten und Ausweichmöglichkeiten sehr begrenzt und die Regierung bezahlt einfach mit neu gedruckten Geld. In der Türkei ist die wirtschaftliche Situation ja durchaus gut in gewisser Hinsicht, so gut dass eigentlich eien restriktive Geldpolitik notwenidig wäre, die aber nicht kommt. Im Westen dagegen waren die Kapazitäten ab 2008/09 massiv unterausgelastet und ab 2010 wurde dann auch noch die Fiskalpolitik restriktiv. Natürlich muss die Geldpolitik in einer solchen Situation expansiv sein.

      hmm, also 2008 sind die Preise für Aktien und Immobilien massiv gefallen und auch die Verbraucherpreise sind sowohl 2009 als auch nochmals 2014/16 in der Eurozone teils gefallen, teils nur sehr wenig gestiegen. Zum zwischenzeitlichen Anstieg kam es zudem nur durch den Rebound des Ölpreises, inländischen Inflationsdruck gab es von 2008 bis 2016 praktisch nicht.

      Was ist mit dem System eigentlich gemeint? Also ernstgemeinte Frage. ich lese ja immer wieder in Internetforen, dass bald der Systemzusammenbruch komme. Aber was muss ich mri darunter vorstellen?

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    Homm u. Wolff Versteher

    19. Juli 2018 18:21 at 18:21

    @ Columbo, auf ihre Unterstützung von tm haben wir noch gewartet, was Wolff schreibt sind Tatsachen was bis jetzt real geschehen ist, ( da gibt es auch Statistiken ). u.was noch passieren könnte.
    Da Sie gemäss früheren Posts einer der Wenigen sind, die den Euro als Einheitswährung für viele sehr unterschiedliche Staaten immer noch gut finden, sind Sie vielleicht nicht der Richtige um Andersdenkende als Nichtwisser zu bezeichnen.Immerhin hat da auch H.W. Sinn u. viele andere eine andere Meinung.
    Übrigens Wolfgang M. im gleichen Zug mit den andern erwähnten zu nennen finde ich beschämend.
    Wolfgang M. macht immer gute Analysen u.kontert nicht jeden Post mit irgendwelchen Statistiken.Übrigens bin ich überzeugt, dass auch unser sehr geschätzter Herr Fugmann u. Wolgang M. mit dem Kommentar von H. Wolff weitgehend übereinstimmen.

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      Columbo

      19. Juli 2018 19:52 at 19:52

      @H+W Versteher,
      können Sie sich vorstellen, daß sowohl Wolff als auch@TM Richtiges schreiben könnten? Oder denken Sie nur in Schwarz/Weiß Kategorien? Dann natürlich erklärt es sich von selbst, daß sie @TM als Besserwisser empfinden. Kleine Lichter suchen sich häufig Gurus, die sie dann gegen alles und jeden verteidigen müssen.

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    Homm u. Wolff Versteher

    19. Juli 2018 18:44 at 18:44

    @ Z. Danke für den Hinweis, die Geldmenge hat anscheinend nicht viel mit dem Aktienvolumen zu tun.Bitte , wenn schon die richtigen Statistiken anwenden.
    DAS WELTWEITE AKTIENVOLUMEN HAT SICH VON 2008 BIS ENDE 2017 VON CA.35 Billionen auf ca. 85 Billionen erhöht.

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      Z

      20. Juli 2018 09:52 at 09:52

      @H+W Versteher: Es tut mir leid, aber irgendwie verstehe ich ihre Antwort nicht. Ich hab sie mir jetzt 3x durchgelesen und immer noch keinen Zusammenhang mit meiner Anwort erkennen können. Ich hab doch gar nichts zu Aktienvolumen geschrieben und warum ist die von mir verlinkte Statistik zur Geldmenge M3 falsch, wenn es um Geldmenge geht und nicht um Aktienvolumen?

      Könnten sie mir das bitte nochmal genauer erklären? Ich versuche dann darauf zu antworten…

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      tm

      20. Juli 2018 11:13 at 11:13

      Wie haben sich denn in dem zeitraum die Unternehmensgewinne entwickelt?

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    Wolfgang M.

    19. Juli 2018 21:18 at 21:18

    Die Notenbanken haben sich zweifelsohne in eine finanztechnische Zwickmühle gebracht. Mit der Absicht über die „finanzielle Repression“ des Kleinsparers die Staatsschulden in Relation zum BIP abzusenken, haben sie – wie beschrieben – ein paar Nebenwirkungen generiert, die doch mehr und mehr zutage treten. Für Deutschland bedeutet dies: Der Realzins ist bei einer aktuellen Inflationsrate von 2,1% und einem Tagesgeldsatz von 0,02% auf das niedrigste Niveau in diesem (noch jungen) Jahrtausend gesunken. Der deutsche Sparer reagiert darauf mit einer erhöhten Sparrate bei den Nullzinsen, was zulasten des Konsums gehen muss – eigentlich nicht im Sinne der NB. Die Kapitalsammelstellen (Versicherungen, Pensionfonds) hingegen bekommen auf den Anleihemärkten keine Rendite mehr und müssen ausweichen (wohin? Junkbonds, teure Immobilien, Risikofinanzierungen?) und verlieren in summa Ansparkapital für die Zukunft. Eigentlich alles bekannt, die Wirkungen werden nur von Quartal für Quartal größer. Mario Draghi sieht darin noch keine echte Bedrohung und er erzählt gerne die Geschichte seiner Eltern aus den 80-er Jahren in Italien: Im Jahr 1981 war der Realzins in seinem Heimatland auf -3,8% (aufgrund der Inflation) gesunken und bis dahin sei es doch noch ein Stück. Eine verzwickte Situation. In Europa sollte in nächster Zeit keine Rezession auftreten!
    Gruß

  10. Avatar

    H+W Versteher

    20. Juli 2018 10:28 at 10:28

    @ Z, Entschuldigung für meinen unverständlichen Post.Meine Kritik war da eigentlich an einen andern Poster gedacht, der jetzt mehrmals behauptete die Kurse des DAX seien nicht notenbankgetrieben ,weil eben die Geldmenge nicht stark gestiegen sei.
    Ihren Kommentar habe ich so verstanden, dass die Geldmenge nicht sehr repräsentativ ist für die Aktienkurse,u. meine Meinung ist dass die Notenbanken mit Billiggeld die Aktien getrieben haben,
    sei es mit Aktienkäufen auf Kredit, sei es durch die bekannte Alternativlosigkeit der tiefen Anleihenrenditen
    u,s.w . Darum auch mein Hinweis auf die weltweit stark gestiegenen Aktienvolumen u. das auch ohne stark gestiegene Geldmenge.
    Da das weltweite Anleihenvolumen etwa 3mal so gross ist wie das Aktienvolumen können Umschichtungen
    grosse Bewegungen auslösen. Was bisher den Aktien geholfen hat ,könnte bald auf die andere Seite kippen.

    • Avatar

      Z

      20. Juli 2018 10:59 at 10:59

      @H+W V.: Alles klar, kein Problem!

      Ja die Aktien- und Anleihenkäufe (siehe z.B. Schweizer Bank) sind die zweite Seite der Medaille. Hierbei wird nicht indirekt der Markt inflationiert, sondern direkt eingegriffen. Das ist eine neue Qualität (Skandal) die wir seit 2008 sehen. Weshalb ich auch der Meinung bin, das man heute gar nicht abschätzen kann wie lange das ganze noch gut geht. Weil es viel mehr Mittel und Methoden gibt als früher (z.B. Plunge Protection Team), um das System am leben zu halten.

      Und nein ich denke schon das die Geldmenge einen repräsentativen Einfluss auf Aktien hat, deswegen hatte ich auch geschrieben das sich Aktien meiner Meinung nach seit 2008 sehr inflationär verhalten haben und wir uns nicht wie tm geschrieben hat in einer Deflation befinden.

      Grüße -Z-

      Hier noch eine schöne Grafik dazu:
      https://thistimeitisdifferent.com/central-bank-balance-sheets-july-2018

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      tm

      20. Juli 2018 11:09 at 11:09

      Dass in hohen Volumina in Europa Aktien auf Kredit gekauft wurden, ist extrem unwahrscheinlich. Das gesamte ausstehende Kreditvolumen an Privathaushalte ist in der Eurozone kaum gestiegen.

      Und auch bei diesem Argument müssten die KGVs doch deutlich über den historischen Normalniveaus stehen, was aber nicht der Fall ist. Sowohl KGVs als auch Dividendenrenditen zeigen doch deutlich, dass die Kurse die Gewinnsituation der Unternehmen widerspiegeln, also fundamental begründet sind. ABgesehen davon: Sinkende Zinsen sind auch gleichbedeutend mit steigenden Anleihekursen.

      • Avatar

        Z

        20. Juli 2018 13:59 at 13:59

        Das ist wieder richtig, von privaten werden in Europa sicherlich nicht übermäßig Aktien auf Kredit gekauft. Aber der Artikel und das darin beschriebene Problem sind global. Die Ami’s kaufen privat sehr wohl Aktien auf Kredit und in Europa macht das wie oben erwähnt die Schweizer Nationalbank oder die Firmen selber.

        Ich würde mich stark hütten das KGV als Argumentstütze, Indiez für Übertreibungen oder als Investmententscheidungen heran zuziehen. Zu dem sollte man den Blick wie gesagt nicht auf Europa beschränken. https://www.boerse.de/dow-jones-kgv/
        Hier ist schön zu sehen das das KGV des DOWs vor der 2008er und Dotcom Krise geringer war als heute (nur soviel zum KGV).

        • Avatar

          tm

          20. Juli 2018 14:54 at 14:54

          Die Verschuldung der Privathaushalte in den USA ist seit 2009 massiv gesunken:
          https://fred.stlouisfed.org/graph/fredgraph.png?g=gfSO

          Woran, wenn nicht an KGV und Dividenenrendite sollte ich denn sonst eine Übertreibung erkennen können bzw. sagen können, ob die Kurse über die Fundamentaldaten gerechtfertigt sind oder nicht?

          Aber schön, dass Sie dann ja doch selbst damit argumentieren und den Dow heranziehen. Also der S&P-500 schwankt seit 1980 zwischen 6,8 und 30,6 und liegt aktuell mit 21 etwas über den Mittelwert, aber auch nicht ungewöhnlich hoch.

          Das alles heisst ja auch nicht, dass die Kurse nicht fallen können. Das KGV von 21 sagt m.E.lediglich aus, dass die Kurse due Gewinnsituation der Unternehmen durchaus widerspiegeln – da ich aber mit eher falleden Gewinnen in den kommenden zwei Jahren rechne, hilft mir das nur nicht. Das zeigt aber im Rahmen der Diskussion hier an, dass es keine dramatische Überbewertung gibt.

          2008 mag das KGV niedriger gewesen sein, das war ja auch keine Krise, die von einer Übertreibung des Aktienmarktes des Ausgang nahm. Und Ende der 1990er sehen Sie im Dow nicht, weil die entsprechenden Unternehmen dort nicht gelistet sind/waren. Das KGV des S&P lag Ende der 1990er bei 30 und damit beim Höchsten Stand seit mindestens 1954 (länger reicht meine KGV-Zeitreihe nicht zurück). Dort war die Dot-Com-Blase also prima zu sehen.

  11. Avatar

    Altbär

    20. Juli 2018 12:30 at 12:30

    Für diejenigen , die es noch nicht gemerkt haben, JEDER INDEX TERMINKAUF ist ein Kreditkauf.
    Z.B. 1Dax Sept. Kauf bei ca. 12700
    Wert ca.317 500 Euro
    Einschuss ( Marge ca. 25 000 Euro)
    KREDIT CA. 87 % ! !
    Mit Optionen können die Hebelwirkungen noch höher sein.
    Noch ein Hinweis an die Permabullen :
    SO CA. ALLE 10– 15 Jahre können diese Hebelwirkungen auch auf die andere Seite spielen.

  12. Avatar

    Altbär

    20. Juli 2018 16:32 at 16:32

    Schulden der Privathaushalte der USA seien gefallen ?
    Wenn ich google, sehe ich da nur neue Rekordhochs ? .?

    • Avatar

      tm

      20. Juli 2018 16:44 at 16:44

      Ich hab den Link doch mitgeliefert:
      https://fred.stlouisfed.org/graph/fredgraph.png?g=gfSO

      ALso klar, die Nominalbeträge sind von 2008 bis 2012 gefallen und steigen seitdem wieder an, aber im Verhältnis zum BIP und zu den verfügbaren Einkommen sind die Schulden – also letztlich die Schuldenquoten – weiter gefallen.

      Die Schulden/Einkommen-Quote find ich gerade nur bei Bloomberg, aber wenn Sie mir einfach mal kurz glauben: Die Quote ist in Q1 2018 auf 103,3% gefallen – von 133,7% in der Spitze. Die 103% sind in etwa das Niveau von 2002.

  13. Avatar

    Altbär

    20. Juli 2018 19:09 at 19:09

    Meine Quelle ist die FED u.da sieht es nicht so gut aus.Zudem ist die Sparquote auf Rekordtief.
    Für eine konsumabhängige Wirtschaft wie die USA nicht gut .Welche Statistik für die Börse relevanter ist kann sich jeder selber ausmalen, vor allem bei steigenden Zinsen .
    Bitte googeln „. US. Privatschulen auf Rekordhoch „

  14. Avatar

    Petkov

    20. Juli 2018 21:31 at 21:31

    @FMW: Entschuldigung, obiger Kommentar gehört nicht zu diesem Artikel. Jetzt gibt es den Kommentar doppelt, was mich selber stört… Sorry! Können Sie gerne löschen.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      20. Juli 2018 22:58 at 22:58

      @Petkov, die Doppel-Version ist gelöscht..
      Ihnen ein schönes Wochenende!

  15. Avatar

    H + W Versteher

    22. Juli 2018 15:56 at 15:56

    @ Z. Ihre Meinung, dass das KGV nichts über die Übertreibung aussagt u. nicht für Investitionsentscheide taugt habe ich soeben bestätigt bekommen beim Lesen eines Berichts in einer Finanzzeitung.
    Wenn man den Fair– Value– Chart betrachtet ist z.B. Der S&P 500 mit 50% überbewertet.Das ist fast soviel wie bei der Jahrtausendwende ( Technologieblase)
    Dass heute das gesamte Aktienvolumen viel höher ist ,macht die Sache auch nicht besser.
    Das heisst: GROSSE MENGE + GROSSE FALLHÖHE

  16. Avatar

    H + W Versteher

    23. Juli 2018 12:26 at 12:26

    @ Z ,Hier ein Bericht, der Ihre Meinung zu Bewertungen bestätigt.Investoren, die meinen Börsen könnten auch auf 100% Überbewertung gehen, sollten jetzt weiter zukaufen.
    Bitte googeln: EINZIG SCHWELLENLÄNDER SIND FAIR BEWERTET

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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am

Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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