Folgen Sie uns

Europa

DIW-Konjunkturbarometer fällt immer weiter, dennoch alles irgendwie in Ordnung?

Avatar

Veröffentlicht

am

Das DIW-Konjunkturbarometer, eines der am meisten beachteten ökonomischen Indikatoren für die Entwicklung der Konjunktur in Deutschland, ist im Mai auf einen Indexstand 99 Punkten gefallen. Ein Indexstand in der folgenden Grafik entspricht laut DIW („Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“) einem Wirtschaftswachstum von 0,3%. Der Chart zeigt es eindeutig. Noch vor einem halben Jahr das das DIW-Konjunkturbarometer dramatisch höher bei 111,4 Punkten.

Die dunkelgrünen Flächen in den Balken zeigen, dass die Industrieproduktion den Schnitt in den letzten drei Monaten kräftig nach unten gezogen hat. Und die Tendenz zumindest laut Chart geht in den Keller. Aber das DIW versucht mit seinen begleitenden Aussagen irgendwie Zwangsoptimismus auszustrahlen? Alles halb so wild? Wird schon wieder? Ein wenig komisch wirken die folgenden Aussagen schon. Aber lesen Sie selbst. Zitat DIW:

Im laufenden Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft um etwa ein viertel Prozent im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten zulegen. „Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wächst derzeit weniger stark als im langfristigen Mittel, nach dem kräftigen Jahresauftakt ist das Tempo aber nach wie vor ordentlich“, so DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Vor allem der Konsum und die Investitionen im Land stützen derzeit die Konjunktur.“

Allerdings schwelen nach wie vor der Handelsstreit zwischen den USA und China, der bereits die chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft zieht, und der vorerst verschobene Handelskonflikt zwischen den USA und der Europäischen Union. Eine weitere Verschärfung könnte zu spürbareren Verwerfungen führen, ist hier aber nicht unterstellt. Aber auch ohne eine weitere Eskalation dürften diese Entwicklungen weltweit die Investitionen belasten.

Nicht zuletzt deshalb verzeichnet die deutsche Industrie bereits seit Monaten rückläufige Neuaufträge. „Wären die Auftragsbücher seit dem vorangegangenen Boom nicht so prall gefüllt, würde sich die Flaute bei den Bestellungen deutlicher in der Produktion niederschlagen“, so DIW-Ökonom Simon Junker, Experte für die deutsche Wirtschaft. Auch wegen der stabilen Auslandsnachfrage halten die Unternehmen ihre Produktion jedoch weitgehend stabil. In den kommenden Monaten dürfte die Industrieproduktion sogar noch etwas zunehmen. Dazu trägt auch bei, dass die Nachfrage nach Pkw zuletzt aus den vollen Lagern bedient wurde, die sich im Zuge eines Auslieferungsstopps im vergangenen Herbst und Winter gefüllt hatten. Nun fahren die Autobauer ihre Produktion nach und nach wieder hoch.

DIW-Konjunkturbarometer

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Aktuell: ifo Index schwächer als erwartet, „überraschende Eintrübung“

Avatar

Veröffentlicht

am

Der ifo Index (wichtigstes deutsches Konjunkturbarometer) für den Monat Januar liegt nur bei 95,9 Punkten (Prognose war 97,0; Vormonat war 96,3).

Die aktuelle Lageeinschätzung liegt bei 99,1 (Prognose war 99,2; Vormonat war 98,8).

Die Geschäftserwartung deutlich schwächer, sie liegt bei 92,9 (Prognose war 95,0; Vormonat war 93,8).

Dazu kommentiert Klaus Wohlrabe (ifo): Deutsche Wirtschaft startet verhalten ins neue Jahr; überraschende Eintrübung der Konjunktur; verarbeitendes Gewerbe zeigt Zeichen der Erholung; Dienstleistungssektor aber spürbar schwächer, auch Bauindex hat nachgegeben

 

Dazu die Pressemitteilung des ifo:

 

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist zum Jahresstart leicht gesunken. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 95,9 Punkte gefallen, nach 96,3 Punkten im Dezember. Dies war auf pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Der Indikator zur aktuellen Lage ist hingegen leicht gestiegen. Die deutsche Wirtschaft startet verhalten ins neue Jahr.

Das Verarbeitende Gewerbe zeigt Zeichen der Erholung. Das Geschäftsklima hat sich merklich verbessert. Insbesondere der Index zur aktuellen Lage legte deutlich zu. Ein stärkerer Anstieg war zuletzt im Februar 2017 zu beobachten. Zudem nahm der Pessimismus der Unternehmer mit Blick auf die kommenden Monate erneut ab. Die Kapazitätsauslastung stieg von 82,6 auf 83,1 Prozent.

Im Dienstleistungssektor ist der Indikator spürbar gefallen. Dies war auf merklich zurückhaltendere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Mit ihrer aktuellen Lage waren sie hingegen etwas zufriedener.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Indikatoren zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen lagen höher als im Vormonat. Dies war aber nur auf den Großhandel zurückzuführen. Die Einzelhändler äußerten sich zurückhaltender.

Im Bauhauptgewerbe hat der Index nachgegeben. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage fielen auf den niedrigsten Stand seit Juni 2018. Zudem nahm die Skepsis mit Blick auf die kommenden Monate erneut zu.“

Der ifo Index ist der wichtigste Konjunkturindikator für Deutschland

weiterlesen

Europa

Auftragseingänge im Baugewerbe explodieren! Rekordwerte

Avatar

Veröffentlicht

am

Auftragseingänge am Bau - Beispielfoto einer Baustelle

Wir mussten die Meldung erst zwei Mal lesen, weil die Steigerungsrate so derart unfassbar hoch ist! Das Statistische Bundesamt hat heute früh die Auftragseingänge für das Baugewerbe für den Monat November veröffentlicht. Man halte sich fest! Sie steigen saisonbereinigt zum Vormonat um 14,2%. Wahnsinn! Und im Vergleich zu November 2018 sind es +9,1%. Und der Year to date-Vergleich, der ein großes besseres Vergleichsbild gibt? In den ersten elf Monaten des Jahres 2019 stiegen die Auftragseingänge im Baugewerbe real um 4,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch immer noch ein richtig guter Wert! Und es gibt mit diesen aktuellen Gigantomanie-Zahlen auch automatisch neue Rekorde. Zitat von den Statistikern:

Im November 2019 lagen die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe in Betrieben von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen nominal mit rund 7,1 Milliarden Euro 10,3 % höher als im November 2018. Das war der höchste jemals gemessene Wert an Aufträgen in einem November in Deutschland.

weiterlesen

Europa

Einkaufsmanagerindex: Deutsche Industrie erholt, Konsum stark

Avatar

Veröffentlicht

am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für Deutschland (Markit PMI; Januar) veröffentlicht:

Verarbeitendes Gewerbe 45,2 (höchster Stand seit elf Monaten; Prognose war 44,5; Vormonat war 43,7)

Dienstleistung 54,2 (Prognose war 53,0; Vormonat war 52,9)

Gesamtindex 51,1 (bester Wert seit August 2019; Prognose war 50,5; Vormonat war 50,2)

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt:

„Die Vorabschätzungen für Januar liefern zahlreiche positive Anzeichen dafür, dass sich die Gewitterwolken über der deutschen Wirtschaft so langsam verziehen. Mit der abermals entschleunigten Talfahrt näherte sich die Industrie der Stabilisierung weiter an, während der Servicesektor wieder kräftig zulegen konnte. Die Nachfrage zog sowohl im Inland als auch auf den Auslandsmärkten leicht an, was sich im ersten Auftragszuwachs seit sieben Monaten niederschlug. Und da auch die Wachstumszuversicht wieder da ist, sitzt das Geld der Kunden zunehmend lockerer.“

 

 

weiterlesen

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen