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Europa

Dunkle Wolken über deutscher Industrie? Exportneuafträge erstmals seit drei Jahren rückläufig, Stimmung bricht ein!

In Deutschland boomt jetzt der Binnenkonsum, während die verarbeitende Industrie offenkundig am Anfang einer Krise steht!

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Seit Jahren boomt der deutsche Export, es schien geradezu eine EinbahnstraĂźe des neuen deutschen Konjunkturwunders zu sein. Aber das scheint sich nun zu ändern – denn erstmals seit drei Jahren verzeichnet die deutsche Industrie rĂĽckläufige neue Exportaufträge!

Das geht aus dem von Markit ermittelten und heute vormittag veröffentlichten Einkaufsmanagerindex fĂĽr Deutschland hervor – und die Daten zeigen eine selten gesehene Zwei-Teilung zwischen Dienstleistungssektor und dem verarbeitenden Gewerbe. So stieg der Einkaufsmanagerindex fĂĽr Dienstleistungen von 55,0 im Vormonat auf nun 56,5 – das ist der höchste Stand seit acht Monaten und der zweitbeste Wert der letzten vier Jahre!

Dagegen fiel der Index fĂĽr das verabeitende Gewerbe von 55,9 im August auf nun 53,7 – das ist der schwächste Wert seit 25 Monaten. Nachdem noch im Dezember 2017 ein neues Allzeithoch beim verabreitenden Gewerbe verzeichnet worden war, ist das nun der achte RĂĽckgang innerhalb der letzten neun Monate! Man kann also hier durchaus schon von einem Abwärtstrend sprechen bei der deutschen verarbeitenden Industrie!

Die Schwäche des Gewerbe-Sektors wird dabei durch die neue Stärke der Dienstleister weitgehend kompensiert: während bei den Dienstleistern der Auftragseingang so stark wuchs wie seit dem Juni 2011 nicht mehr, ist das Auftragswachstum der Industrie so schwach wie seit Dezember 2014 nicht mehr. Die Dienstleister verzeichneten – auch das ist erstaunlich – den größten Jobaufbau seit elf Jahren, während der Jobaufbau in der Industrie eher stagnierte.

Diese starke Differenz zwischen Dienstleistern und Industrie zeigt sich auch in den Zukunfts-Erwartungen der von Markit befragten Einkaufsmanager: während diese im Dienstleistungssektor so stark stiegen wie seit April nicht mehr, fielen die Erwartungen im verarbeitenden Gewerbe auf den tiefsten Stand seit knapp vier Jahren – man rechnet kaum noch mit Wachstum.

Phil Smith, Ă–konom bei Markit, faĂźt die Lage so zusammen:

„Einen deutlichen Dämpfer erlitten die Geschäftsaussichten der Industrieunternehmen – sie fielen so wenig optimistisch aus wie zuletzt vor knapp vier Jahren. Wegen der zunehmenden Unsicherheitenrechnen viele Hersteller ĂĽber dienächsten zwölf Monate kaum noch mit Wachstum. Die Beschäftigung legte laut unseren Vorabschätzungen hingegen erneut kräftig zu, und zwar in beiden Sektoren. Die rĂĽckläufigen Auftragsbestände in der Industrie deuten darauf hin, dass sich die Kapazitäten mittlerweile der Nachfrage angepasst haben. Somit spricht vieles dafĂĽr, dass sich der Jobaufbau in der Industrie in den nächsten Monaten verlangsamen dĂĽrfte.”

Dass die Industrie auch mental negativ gestimmt ist, ĂĽberrrascht doch etwas – schlieĂźlich lastete lange das Damoklesschwert von US-Zöllen fĂĽr Autos aus der EU auf den deutschen Autobauern – wovon derzeit (wie lange noch?) erst ein mal nicht mehr die Rede ist. In Deutschland boomt jetzt also der Binnenkonsum, während das Steckenpferd – die deutsche verarbeitende Industrie – offenkundig am Anfang einer Krise steht!

 


Von Gerd W. Zinke – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=768681

2 Kommentare

2 Comments

  1. Monsun

    21. September 2018 11:01 at 11:01

    Wird ja endlich Zeit,dass sich das Blatt wendet.

  2. Walter

    22. September 2018 19:09 at 19:09

    die ganze Welt ist neidig auf Deutschlands Industrie und Export und nversuchen mit wirtschaftlichen Angriffen wie Dieselskandal,Abgasmanipulation etc.die deutsche Wirtschaft zu schwächen.
    Das Peinliche dabei, daß die deutschen Politiker die Ausländer nicht nur unterstützen, sondern auch antreiben, weiter zu agieren.
    Wieso gibt es weder bei französischen,italienischen,englischen, amerikanischen
    Automobilherstellern keine derartige Untersuchungen???
    Ich fahre seit ĂĽber 50 Jahren ca.4 Mio km, habe die verschiedensten Automarken
    gefahren. Die Angebn der Hersteller haben noch nie gestimmt`!

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Europa

Erzeugerpreise mit stärkstem Anstieg seit 7 Jahren

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Die deutschen Erzeugerpreise steigen im Oktober im Jahresvergleich um 3,3%. Das ist der stärkste Anstieg seit Dezember 2011, wo sie um 3,5% stiegen. Auch die Tabelle zeigt, dass die Steigerungsraten von Monat zu Monat immer weiter klettern. Dies wird natürlich durch die Erzeugerpreise bei Ölprodukten verursacht. Sie steigen um 9,4%, und damit ebenfalls so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr. Ohne Berücksichtigung von Energiepreisen waren die Erzeugerpreise um 1,6% höher als im Oktober des Vorjahres.

Wie lange können die Energiepreise die Erzeugerpreise und somit auch die Inflation noch oben halten in ihren Steigerungsraten? Der Weltmarktpreis für Öl ist seit Wochen stark rückläufig. Das müsste in mehreren Wochen oder Monaten auch in Deutschland spürbar werden. Aber man vergesse nicht den Sondereffekt, der in Teilen Deutschlands durchaus schon für Benzinknappheit sorgt.

Dank der langen Trockenheit in diesem Jahr führt der Rhein immer noch extrem wenig Wasser, so dass Tankschiffe nicht die Mengen Öl transportieren können wie üblich. Das hält (noch) die Endkundenpreise in Deutschland oben. Aber wie lange noch? Der aktuelle Stand der Dinge sieht nun mal so aus, dass die Preise (egal ob Erzeuger, Großhandel, Import oder Verbraucher) weiter spürbar steigen.

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Europa

Geldfluss in die Eurozone wird immer geringer

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Neben den reinen AuĂźenhandelsdaten zeigt die Leistungsbilanz, wie der reale Geldfluss aussieht, in einem Wirtschftsraum, und auch wieder hinaus. Und fĂĽr die Eurozone schrumpft diese Leistungsbilanz immer weiter ab. Vor gut einem Jahr gab es noch ein monatliches Plus von 40 Milliarden Euro – also flossen unterm Strich 40 Milliarden Euro binnen 30 Tagen aus Ăśbersee in die Eurozone, netto!

Heute veröffentlichte Daten der EZB zeigen fĂĽr den Monat September 2018 nur noch ein Plus von 17 Milliarden Euro – im August waren es noch +24 Milliarden Euro. Nimmt man die zwölf Monate von September 2016 bis September 2017 (+339), und vergleicht sie mit dem Zeitraum September 2017 bis September 2018 mit +357 Milliarden Euro, dann läuft ja eigentlich alles bestens.

Aber der Chart (seit 2013) spricht eine andere Sprache. Die Tendenz geht Richtung Null-Linie (dunkelblaue Linie), was sozusagen auch den Wohlstand bedroht. Denn wenn netto kein neues Geld reinkommt, hat man letztlich weniger Geld in der Tasche. In allen Bereichen macht die Eurozone Gewinne. Nur das Sekundäreinkommen (blaue Balken) ist negativ. Dabei geht es zum Beispiel um Geldüberweisungen ins Ausland von Ausländern, die in Europa arbeiten, und Geld nach Hause schicken.

Der Grund fĂĽr den schrumpfenden Geldzufluss nach Europa ist ganz klar im sinkenden Ăśberschuss im Warenhandel ablesbar (orange Balken). Dieser Betrag wird immer geringer.

EZB Geldfluss

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Europa

Warum die deutsche Wirtschaft schrumpft!

Was ist bloĂź mit dem deutschen Konjunkturwunder passiert?

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Was ist bloĂź mit dem deutschen Konjunkturwunder passiert? Anders als die meisten anderen Länder der Eurozone war das deutsche BIP jahrelang stark – aber das BIP im 3.Quartal war erstmals seit dem Jahr 2015 negativ. Warum? Warum schwächeln deutsche Exporte (und damit der Kern des deutschen Geschäftzsmodells), warum ist die deutsche Autoindustrie in schwerem Fahrwasser? Florian Homm ĂĽber die Ursachen der Probleme, die die deutsche Konjunktur derzeit hat:


Von C. Busch, Hamburg – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10031879

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