Devisen

Erdogan sorgt für Sinkflug der Lira

Die Ausfälle des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan bringen heute die türkische Lira unter Druck. Erdogan soll laut der türkischen(und regierungsfreundlichen) Zeitung Sabah auf dem Rückflug von seinem Auftritt in Köln gesagt haben: „„Ich bin nicht begeistert von der Zinsstrategie der Zentralbank. Erst
steigert man die Zinsen um fünf Punkte und reduziert sie dann wieder um einen halben. Wollen die uns veräppeln?“.

Erdogan ist offenkundig unzufrieden mit der jüngsten Leitzinssenkung der türkischen Zentralbank um 0,5%, nachdem diese die Leitzinsen auf dem Hochpunkt der Schwellenländer-Krise um satte 4% angehoben hatte. Erdogan bezeichnet die Finanzmärkte als „Zinslobby“ – aber gleichwohl ist die Türkei auf eben diese Finanzmärkte aufgrund ihres massiven Handelsbilanzdefizits angewiesen.

Angesichts einer für 2014 erwarteten Inflation von über 8% ist der gegenwärtige Leitzinssatz von 9,5% als durchaus moderat einzustufen. Am Markt wird nun spekuliert, dass der türkische Zentralbankchef Basci dem Druck Erdogans nachgeben wird und die Leitzinsen weiter senkt – damit aber den dringend benötigten Kapitalzustrom aus dem Ausland weiter abwürgt. So entsteht Druck auf die Lira, deren Höhenflug auf absehbare Zeit beendete sein sollte (hier der Chart USD/TRY):

usdtry2705

 



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