Europa

Erzeugerpreise mit stärkstem Anstieg seit dem Jahr 1949!

Rauchender Schornstein

Die deutschen Erzeugerpreise für den Monat Januar sind soeben vom Statistischen Bundesamt mit +25 Prozent im Jahresvergleich gemeldet worden, nach 24,2 Prozent im Dezember. Erwartet wurde für heute eine Steigerung von 24,2 Prozent. Dies ist der höchste Anstieg seit Beginn der Erhebung der Daten im Jahr 1949. Gegenüber dem Vormonat stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise um 2,2 Prozent.

Energiepreise treiben die Erzeugerpreise an

Hauptverantwortlich für für diesen kräftigen Anstieg ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie – hier betrug die Steigerung im Januar 2022 im Durchschnitt 66,7 Prozent gegenüber Vorjahresmonat. Gegenüber Dezember 2021 stiegen diese Preise um 1,3 Prozent. Den höchsten Einfluss hatte die Preissteigerung der Erzeugerpreise für Erdgas mit einem Plus gegenüber Januar 2021 von 119,0 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 12,0 Prozent höher als im Januar 2021 (+2,5 Prozent gegenüber Dezember 2021).

Grafik zeigt Entwicklung der Erzeugerpreise seit dem Jahr 2018

Hier weitere Details der Erzeugerpreise im Wortlaut der Statistiker:

Hohe Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern, vor allem bei Metallen, Sekundärrohstoffen, Düngemitteln und Holz

Vorleistungsgüter waren im Januar 2022 um 20,7 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber Dezember 2021 stiegen diese Preise um 3,1 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Vorleistungsgüter gegenüber dem Vorjahr hatten Metalle insgesamt mit einem Plus von 36,9 %. Hier stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 51,5 %, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 28,1 % mehr.

Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Sekundärrohstoffen aus Papier und Pappe (+72,7 %), Düngemitteln und Stickstoffverbindungen (+67,4 %) sowie Verpackungsmitteln aus Holz (+65,7 %). Nadelschnittholz war 52,8 % teurer als im Januar 2021. Hier sanken die Preise jedoch seit ihrem Höchststand im August 2021 um 24,2 %. Industriegase kosteten 43,8 % mehr, allein gegenüber dem Vormonat Dezember stiegen diese Preise um 13,7 %.

Wellpapier und Wellpappe, die für die Verpackungsindustrie eine wichtige Rolle spielen, kosteten 41,9 % mehr als ein Jahr zuvor. Papier und Pappe waren 41,3 % teurer. Hier stiegen insbesondere die Preise für Zeitungsdruckpapier (+66,9 %).

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern vor allem durch gestiegene Preise für Öle und Fette

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Januar 2022 um 6,7 % höher als im Januar 2021 und stiegen gegenüber Dezember 2021 um 2,0 %. Nahrungsmittel waren 8,4 % teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für nicht behandelte pflanzliche Öle (+58,5 %). Butter war 61,1 % teurer als ein Jahr zuvor, Kaffee 14,7 %.

Investitionsgüter kosteten 5,3 % mehr als im Vorjahr. Eine so hohe Veränderung im Vorjahresvergleich hatte es letztmalig im Dezember 1982 gegeben. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber Januar 2021 hatte die Veränderungsrate für die Preise von Maschinen mit einem Plus von 6,0 %, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+3,8 %). Teile und Zubehör für Datenverarbeitungsmaschinen kosteten 21,2 % mehr, Metallkonstruktionen 20,1 %.

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Januar 2022 um 6,2 % höher als ein Jahr zuvor, insbesondere bedingt durch die Preisentwicklung für Möbel (+8,5 %).



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1 Kommentar

  1. Das ist erst der Anfang.
    Mal sehen wann die Ampel umfällt, und doch wieder Atomkraft und Gas auf die Liste setzen.
    In Bayern laufen schon die Reservekraftwerke.
    Ja, es wird teuer werden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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