Anleihen

Ether, Binance Coin und Co leiden unter Renditen – und der Dax?

Symbolbild für Ether

Wir berichteten bereits am Freitag. Heute geht es weiter mit der selben Entwicklung. Die großen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether oder Binance Coin leiden unter dem Anstieg für Renditen bei US-Staatsanleihen. Rentieren diese besser, werden Kryptos weniger attraktiv – so zumindest das Grundszenario. Gut, die meisten Krypto-Zocker werden mit Anleihen als Anlagealternative nicht viel am Hut haben – aber der Markt spielt nun mal gerade dieses Szenario, was durch die negative Korrelation in den Charts gut widergespiegelt wird.

Renditen für Staatsanleihen klettern weiter dank Inflation und Fed

Die Rendite für US-Staatsanleihen klettert immer weiter. Denn die Inflation in den USA zieht weiter an auf zuletzt 6,8 Prozent, und diese Woche könnten frische Meldungen die 7 Prozent-Marke erreichen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed noch früher und kräftiger die Zinsen anheben wird. Dies wird heute auch in der Aussage von Goldman Sachs klar, dass man für 2022 mit 4 statt bisher 3 Zinsanhebungen durch die Federal Reserve rechnet.

Ether, Bincance Coin und Co verlieren kräftig

Im folgenden Chart, der bis November zurückreicht, sehen wir blau die ansteigende Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen. Sie lag kurz vor Weihnachten noch unter 1,40 Prozent, und jetzt sind es bereits 1,80 Prozent. Am Anleihemarkt ist das eine große Bewegung! Gleichzeitig sehen wir, wie Ether, Binance Coin und Bitcoin kräftig fallen. Ether verliert alleine in den letzten 7 Tagen 20,7 Prozent, Bitcoin 12,8 Prozent, Binance Coin 21,3 Prozent. Auch viele andere der großen Kryptowährungen sind mit derart deftigen Verlusten dabei.

Chart zeigt Verlauf der US-Anleiherendite gegen Binance Coin und Ether TradingView Chart zeigt steigende US-Anleiherendite im Vergleich zu Ether, Bitcoin und Binance Coin seit dem 23. November.

Und den Dax lässt das kalt?

Wenn Renditen für Anleihen steigen, belastet das normalerweise auch die Aktienmärkte. Lässt es sie diesmal kalt, oder kommt der Absturz bei den Blue Chips erst noch? Denn nicht nur die Renditen für US-Anleihen, auch die für deutsche Staatsanleihen steigen an. Wenn auch das Niveau ein anderes ist, weil die EZB ihre Zinsen tiefer gesenkt hat, und noch lange keine Zinsanhebung in Aussicht gestellt hat – so ist dennoch die Zinswende in der deutschen Rendite für zehnjährige Staatsanleihen schon im Anflug. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2017 den Dax in blau, und die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen in orange.

Während der Dax vom Tiefpunkt Anfang 2020 (Ausbruch der Coronakrise) bis jetzt neue Allzeithochs erreichen konnte, und von dort nicht weit entfernt ist, so sah man die Anleiherendite im Tief bei -0,71 Prozent zum Start der Coronakrise. Bis jetzt ist sie auf aktuell -0,03 Prozent geklettert. Sie steht also unmittelbar davor ins Plus zu drehen. Angesichts einer kräftige Inflation und damit einer satten negativen Realverzinsung ist diese Nullmarke zwar eher symbolisch zu betrachten – dennoch erkennt man die steigende Rendite auch für den deutschen Markt. Es bleibt die Frage: Bleibt der Dax standhaft aufgrund der Alternativlosigkeit bei Geldanlagen – oder kommt der Absturz noch, als Reaktion auf die steigenden Renditen?

Chart vergleicht Dax mit deutscher Anleiherendite TradingView Chart vergleicht seit 2017 den Dax mit der deutschen Anleiherendite.



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