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Europa

Eurozone: Geldmenge steigt stark an, Haushalte um 10% ärmer geworden zwischen 2010 und 2014

Tolle Nachrichten von der EZB: die Infaltion zieht an – allerdings deutlich weniger als die Bilanzsumme der EZB..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Die Geldmenge M3 steigt in der Eurozone deutlich stärker als erwartet. Nach heute von der EZB vorgelegten Zahlen stieg die Geldmenge M3 um 4,8%, Prognose war (wie im Vormonat) +4,4%.

Zur Geldmenge M3 zählen Bargeld, Guthaben auf Konten, kurzfristige Geldmarktpapiere und Schuldverschreibeungen mit Laufzeit bis zwei Jahre. Der starke Anstieg der Geldmenge M3 ist damit ein Anzeichen einer deutlich stärker als erwartet steigenden Inflation.

Die Geldmenge M1 (zirkulierndes Geld und Übernachteinlagen) stieg ebenfalls deutlich: lag der Anstieg im Okotber noch bei +8,0%, so beträgt der Anstieg im November bereits 8,7%.

Immerhin scheint ein Teil der Geldmenge tatsächlich auch in einer leicht gesteigerten Krteditvergabe zu resultieren: so stieg die Kreditvergabe an Haushalte im November um +1,9% zum Vorjahresmonat – im Oktober waren es noch +1,8% gewesen. Kredite an Unternehmen, die nicht zum Finanzsektor gehören, stiegen um +2,2% im November, im Okotber lag der Anstieg noch bei +2,1%.

Absolut spektakuläre Erfolge also, die die EZB mit ihren genialen Geldpolitik verbuchen kann! Zuletzt stieg die Bilanzsumme der EZB um 55 Milliarden Dollar, so stark wier seit Juli nicht mehr, auf nun insgesamt 3685,7 Milliarden Euro – das entspricht gut 35% des BIPs der Eurozone, während die Bilanzsumme der Fed nur 23,9% des amerikanischen BIPs beträgt:

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Zumindest für die Bilanzsumme der EZB kann man also sagen: es geht deutlich aufwärts!

Und dabei ist der Glaube, dass die EZB sehr nett zu den Banken sei, überhaupt nicht gerechtfertigt. So sagte der italienische Finanzminister Padoan, angesprochen auf die Weigerung der EZB, für Monte dei Paschi die Frist zu verlängern, sowie dann auch noch mitzuteilen, dass der Kapitalbedarf von Monte dei Paschi nicht 5 Milliarden, sondern 8,8 Milliarden Euro betrage:

„Es wäre nett gewesen, oder besser gesagt sehr nützlich, aufgrund welcher Kriterien die EZB zur Entscheidung kam, nun 8,8 Milliarden von Monte dei Paschi zu verlangen..“

In einer weiteren Veröffentlichung von heute hat die EZB übrigens gezeigt, dass das Vermögen des durchnschittlichen Haushalts in der Eurozone zwischen 2010 und 2014 um 10% gesunken ist. Grund dafür seien vorwiegend die gefallenen Immobilienpreise, aber auch die gestiegenen Schulden. Das Durchschnittsvermögen eines Haushalts in der Eurozone im Zeitraum 2010 bis 2014 lag demnach bei 104.100 Euro (vorwiegend aufgrund des Immobilienbesitzes). Insgesamt, so das Fazit der EZB, hätten die Ungleichgewichte in der Vermögensverteilung leicht zugenommen („Wealth inequality has increased slightly“).

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Marcel

    29. Dezember 2016 11:58 at 11:58

    Ihr habt vergessen zu erwähnen, dass das durchschnittliche Vermögen eines Deutschen sich auf rund 60.000 € erhöht hat. Wo die Deutschen als Exportweltmeister ja angeblich so vermögend sind, scheint wohl doch nur eine „Fake News“ zu sein. Lächerlich, Deutschland als größter EU Nettoeinzahler subventioniert Alle, wobei der durchschnittliche Deutsche 40% weniger Vermögen besitzt, als der durchschnittliche EU Bürger, mit rund 104.000 €. Solche EZB Statistiken werden nicht in den Tagesthemen ansprochen. Stellt sich doch die Frage, in welche Richtung die Umverteilung stattfinden sollte und welche Gruppen, in welcher Form, von diesem Schwindel profitieren.

    • Avatar

      Helmut Josef Weber

      29. Dezember 2016 13:11 at 13:11

      Hallo Marcel,
      die Umverteilung findet dahingehend statt, dass nur die Leute, die in Papiervermögen invertieren, immer ärmer werden.
      Ich selber habe meine private Altersversorgung in die älteste Währung der Welt investiert und:
      Seit dem Jahre 2000 etwa 360% Kapitalertrag gehabt;
      Seit dem Jahre 2009 etwa 60%,
      und dieses Jahr über 10%.
      Und alles ***legal und steuerfrei***.
      Wie kann man da ärmer werden?
      Ich bin Altersrentner und wohne seit dem Jahre 2001 in Andalusien, und ich kann das Geld (zusätzlich zu meiner Minirente) gar nicht so schnell ausgeben, wie der Kapitalertrag die Basissumme vermehrt.
      Ich habe nun etwa 16 Jahre von meinen Unzen gut gelebt (zu meiner Minirente) und es immer noch summenmäßig viel mehr da, als im Jahre 2000.
      Und was ist mit Allianz, Riester und Co, oder Direktversicherungen, bei denen die Versicherten auch noch Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen, wenn sie das Angesparte im Alter verbrauchen?

      Viele Grüße aus Andalusien
      H. J. Weber

    • Avatar

      Emm wie Meikel

      29. Dezember 2016 15:26 at 15:26

      Hat mein Nachbar alles und ich nichts, dann hat jeder im Durchschnitt die Hälfte. Außerdem sind solche Durchschnitte nur grobe Schätzungen und Hochrechnungen mit extra viel Raterei.

  2. Avatar

    Wolfgang Koch

    29. Dezember 2016 12:04 at 12:04

    Die NSEZB schafft permanent an unserem tausendjährigen Reichtum!Wann versteht ihr das endlich,ihr Penner? Duce Mario,befiehl,wir folgen dir!Die ultralockeren, geldpolitischen, Wunderwaffen.Die sind der Knaller,die wirken!(Ich schau zuviel Werbefernsehen,ich weiss!

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Europa

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkaufprogramme für Anleihen und Liquiditätsspritzen für die Banken werden wie bisher fortgesetzt.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

Zweitens wird der EZB-Rat die Ankäufe im Rahmen des Pandemie-Notfallankaufprogramms (Pandemic Emergency Purchase Programme – PEPP) fortsetzen. Dies hat einen Gesamtumfang von 1 850 Mrd €. Der EZB-Rat wird die Nettoankäufe im Rahmen des PEPP mindestens bis Ende März 2022 und in jedem Fall so lange durchführen, bis die Phase der Coronavirus-Krise seiner Einschätzung nach überstanden ist. Die Ankäufe im Rahmen des PEPP werden durchgeführt, um während der Pandemie die günstigen Finanzierungsbedingungen aufrechtzuerhalten. Wenn mit Ankäufen, die den Gesamtumfang des PEPP über den Zeithorizont der Nettoankäufe hinweg nicht voll ausschöpfen, günstige Finanzierungsbedingungen aufrechterhalten werden können, muss dieser Gesamtumfang nicht vollständig genutzt werden. Genauso kann der Umfang erforderlichenfalls auch rekalibriert werden, um günstige Finanzierungsbedingungen aufrechtzuerhalten und so dem negativen Schock der Pandemie auf die Inflationsentwicklung entgegenzuwirken.

Der EZB-Rat wird die Tilgungsbeträge der im Rahmen des PEPP erworbenen Wertpapiere mindestens bis Ende 2023 weiterhin bei Fälligkeit wieder anlegen. Das zukünftige Auslaufen des PEPP-Portfolios wird in jedem Fall so gesteuert, dass eine Beeinträchtigung des angemessenen geldpolitischen Kurses vermieden wird.

Drittens werden die Nettoankäufe im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme – APP) in einem monatlichen Umfang von 20 Mrd € fortgesetzt. Der EZB-Rat geht weiterhin davon aus, dass die monatlichen Nettoankäufe von Vermögenswerten im Rahmen des APP so lange fortgesetzt werden, wie dies für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung seiner Leitzinsen erforderlich ist, und dass sie beendet werden, kurz bevor er mit der Erhöhung der EZB-Leitzinsen beginnt.

Der EZB-Rat beabsichtigt, die Tilgungsbeträge der im Rahmen des APP erworbenen Wertpapiere weiterhin bei Fälligkeit für längere Zeit über den Zeitpunkt hinaus, zu dem er mit der Erhöhung der Leitzinsen beginnt, vollumfänglich wieder anzulegen und in jedem Fall so lange wie erforderlich, um günstige Liquiditätsbedingungen und eine umfangreiche geldpolitische Akkommodierung aufrechtzuerhalten.

Schließlich wird der EZB-Rat weiterhin reichlich Liquidität über seine Refinanzierungsgeschäfte zur Verfügung stellen. Insbesondere stellt die dritte Serie gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO III) nach wie vor eine attraktive Finanzierungsquelle für Banken dar, wodurch deren Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte unterstützt wird.

Der EZB-Rat ist nach wie vor bereit, alle seine Instrumente gegebenenfalls anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Teuerungsrate – im Einklang mit seiner Verpflichtung auf Symmetrie – auf nachhaltige Weise seinem Ziel annähert.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Fünfter Monat Deflation – Osteuropa koppelt sich ab

Claudio Kummerfeld

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am

Taschenrechner und Münzen

Die Verbraucherpreise in der Eurozone für Dezember wurden soeben endgültig bestätigt mit -0,3 Prozent. Damit hängt man nun den fünften Monat in Folge in der Deflation. Die Energiepreise fallen weniger stark mit „nur noch“ -6,9 Prozent im Jahresvergleich nach -8,3 Prozent im November. Die Preissteigerung bei Lebensmitteln fiel mit +1,3 Prozent geringer aus als in den Vormonaten mit +1,9 Prozent. Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa ganz klar nicht in der Deflation hängst, sondern ganz klar positive Preisentwicklungen hinlegt. Dadurch ist der Schnitt für die gesamte EU bei +0,3 Prozent. Gut sichtbar ist der Unterschied zwischen West- und Osteuropa in der ersten Grafik.

Verbraucherpreise je nach Ländern im Detail

Grafik zeigt Dezember-Verbraucherpreise im Detail

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Europa

ZEW Index etwas besser als erwartet – Exporterwartungen verbessert

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Jeden Monat wird der ZEW Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Januar) ist mit +61,8 Punkten etwas besser ausgefallen als erwartet (Prognose war +60,0; Vormonat war +55,0).

Die Einschätzung der aktuellen Lage aber liegt bei -66,4 (Prognose war -68,5; Vormonat war -66,5) – damit sehen wir weiterhin eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage.

Laut ZEW sind es vor allem die verbesserten Exporterwartungen, die den Index nach oben gezogen haben!

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