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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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EZB gibt Banken noch 7 Jahre Zeit für Beseitigung von Schrotthalden – Italien unter Druck

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Erst vor wenigen Tagen stellte die EZB die zehntgrößte italienische Bank „Banca Carige“ unter Zwangsverwaltung. Gestern folgte ein Brandbrief der EZB an die eh schon angeschlagene „Banca Monte dei Paschi“. Heute nun folgt der nächste Schritt. Die EZB scheint offenbar immer mehr Druck aufbauen zu wollen, ohne wirklich harte politische Druckmittel in der Hand zu haben.

Laut der zuverlässigen italienischen Zeitung „Il Sole 24 Ore“ hat die EZB alle unter ihrer Aufsicht stehenden Banken angesprochen, sie mögen doch bitte bis spätestens 2026 alle ihre Schrottkredite vollständig abdecken. Also zum Beispiel Schrottkredite verkaufen und die Verluste mit Eigenkapital auffüllen. Oder noch bestehende Schrottkredite eben über ausreichende Rückstellungen abdecken. Einige Banken wie die größte italienische Bank UniCredit haben ja schon etwas getan. In kleinerem, aber immer noch Milliarden-Umfang hatte auch die Monte dei Paschi schon Schrott verkauft, wenn auch die Gelder zum Auffüllen der Lücke vom italienischen Steuerzahler kamen.

Wenn die EZB auch weiß, dass sie alle Problembanken in der Eurozone nicht „mal eben so“ dicht machen kann bei Nichterfüllung ihrer Vorgaben in Sachen Schrottkredite – so erhöht sie mit solchen Zeitvorgaben doch den Druck auf die Banken, und das nicht nur in Italien. Vor allem die Aktionäre der Banken dürften ein Interesse daran haben, dass diese Probleme wirklich angegangen werden. Denn die Aktienkurse sind es, die unter so einem Zeitdruck und Vertrauensverlust in die Banken leiden.

Die aktuelle Aufforderung der EZB wird von der noch relativ neuen Regierung in Rom als Angriff auf die heimischen Banken bewertet. Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini spricht heute von mehr Transparenz, die (bei der EZB?) notwendig sei. Man müsse nämlich sicher sein, dass die Aktionen der EZB nicht politisch motiviert seien. Die UniCredit-Aktie verliert heute 2,9%, die Monte dei Paschi notiert heute mit -1,7% (gestern eh schon stark gefallen). Intesa Sanpaolo verliert 1,2%, UBI Banca 4,3%, und Banco BPM 2,5%.

Italien
© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

5 Kommentare

5 Comments

  1. Goldsammler

    15. Januar 2019 17:11 at 17:11

    Die Zeit, ist meines Erachtens, völlig ausreichent. 2026 wird es dieses System nicht mehr geben. Penuts würde der Eidgenosse wohl sagen.

  2. asyoulike

    15. Januar 2019 18:13 at 18:13

    Moin, moin,

    da musste ich doch glatt zweimal lesen, die EZB gibt Banken noch 7 Jahre Zeit für die Beseitigung von Schrotthalden. Wie hier bereits vom Goldsammler geschrieben wurde, ist es doch mehr als fraglich, ob die EZB selbst die 7 Jahre überlebt. Sollte sie das doch schaffen, dann würde man sicher noch einmal 7 Jahre Zeit geben, danach noch einmal 7 Jahre etc. . So langsam wird man den Gedanken nicht los, dass man hier in Europa bzw. der BRD in einem Irrenhaus sitzt.

    • Bundesfinanzminister

      15. Januar 2019 18:20 at 18:20

      „So langsam wird man den Gedanken nicht los, dass man hier in Europa bzw. der BRD in einem Irrenhaus sitzt.“ Eine These, die durch zahlreiche Kommentare hier auf FMW zweifelsfrei untermauert wird!

      • Paul

        15. Januar 2019 18:35 at 18:35

        Als „Normaler“ im Irrenhaus,da hat man nat.in der BRD mittlerweile die Arschkarte gezogen!
        Das war mal anders…ist aber schon Jahrzehnte her!

  3. Thomas

    16. Januar 2019 09:49 at 09:49

    Das liegt halt daran das wir uns in einem Schuldgeldsystem befinden, das pro Jahr immer mindestens 2% wachsen muss.
    Und wenn dann als Basis für das Schaffen von Geld NICHTS als Basis genommen wird, dann ist halt klar, das dieses System gar nicht so lange halten kann.

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Das „Peter (Altmaier) Prinzip“ – wenn unfähige Politiker befördert werden

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Kürzlich ist etwas sehr Ungewöhnliches passiert: Vertreter des deutschen Mittelstands und der deutschen Industrie haben sich negativ über Wirtschaftsminister Peter Altmaier geäussert – ein echter Affront!

Woran liegt das? Marc Friedrich meint: am sogenannten „Peter-Prinzip“ der negativen Auslese in der Politik. Was das ist, erklärt Marc Friedrich in diesem Video:

 

 

 

Von Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53950919

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Martin Sonneborn im EU-Parlament über Julian Asange

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Bekanntlich ist der Whistleblower Julian Asange kürzlich in London verhaftet worden – ihm droht die Auslieferung in die USA. Martin Sonneborn bringt den Skandal im EU-Parlament zur Sprache – vor einer unglaublich prall gefüllten Kulisse und mit rhetorischen Ungeheuerlichkeiten..

Sehr sehenswert:


Sonneborn in Stauffenberg-Verkleidung mit Parteikollege Nico Wehnemann auf der Frankfurter Buchmesse 2018
Von Ptolusque – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73580794

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Politischer Tauschhandel mit der Post? 10% höhere Preise für 5000 Jobs

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Die Deutsche Post hat im Jahr 2018 insgesamt 2,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, nach Steuern! 2017 waren es noch 2,9 Milliarden Euro Gewinn. Aber immerhin, 2,2 Milliarden Euro sind auch noch ein nettes Plus (hier nachzulesen). So schlecht kann es dem ehemaligen Staatskonzern also wohl kaum gehen, stimmt´s? Oder brauch man doch ganz dringend mehr Geld?

Obacht! Ähnlich wie Lufthansa oder Deutsche Börse ist auch die Deutsche Post in ihrem Segment der einzig große Konzern in Deutschland, der im Ausland als bedeutender Global Player mitspielen kann (Monopolist oder beinahe Monopolist). Und genau diese Art von Unternehmen will unser aller Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier massiv stützen, schützen und fördern, wie er es in den letzten Wochen klar zum Ausdruck brachte (Nationale Champions schaffen).

Im Januar hatte die zuständige Bundesnetzagentur vorgeschlagen, dass man der Deutschen Post ein Preiserhöhungspotenzial von bis zu 4,8% zugestehen solle. Das fand die Post aber nicht so schön, und drohte indirekt mit der Entlassung von Mitarbeitern. Und was machte Peter Altmaier? Er tat, was zu tun war… die Bundesnetzagentur wurde angewiesen doch bitte ihren Berechnungsschlüssel (richtige Formulierung?) „anzupassen“.

Und ohhh Wunder, heute verkündet die Bundesnetzagentur, dass man der Deutschen Post einen Preiserhöhungsspielraum von bis zu 10,6% zugestehe. Mal eben mehr als verdoppelt, das ist doch was! Und nochmal ohhh Wunder. Die Agentur erwähnt in ihrer Veröffentlichung gleich zwei mal, dass die Deutsche Post versprochen habe im Gegenzug 5.000 neue Stellen zu schaffen. Dazu sagt die Agentur im Wortlaut:

Wir berücksichtigen die Ankündigung der Post, neue Zusteller einzustellen. Die Ankündigungen der Post werden wir überwachen.

Die Bundesnetzagentur wird kontrollieren, dass die angekündigten Neueinstellungen auch tatsächlich erfolgen.

Also, im Klartext: Es gibt einen nicht ausgesprochenen, aber mehr als offensichtlichen politischen Deal. Ihr schafft neue Jobs, dafür dürft ihr so richtig kräftig die Preise raufsetzen. Na da freut sich der Post-Kunde. Das ist doch mal so richtig „Freie Marktwirtschaft“. Gedankenspiel: Die Deutsche Post wird bei ihrer Job-Zusage wohl schon mal genau kalkuliert haben, ob sich die Mehrkosten fürs Personal rechnen bei einer zehnprozentigen Portoerhöhung. Und wollen wir mal wetten, es wird sich rechnen. Und es werden in der Rechnung wohl noch ein paar Taler Gewinn übrig bleiben.

Die +10,6% ist ein Gesamtrahmen. Wie stark zum Beispiel das klassische Briefporto steigt, wird im Mai festgelegt. Aber man darf ruhig von einem Sprung von 70 auf 90 Cent ausgehen. Danke Herr Altmaier. Bauen Sie mal schön weiter ihre „Nationalen Champions“. Die Post-Aktionäre dürften sich freuen. Hier einige weitere aktuelle Originalaussagen der Bundesnetzagentur:

Die Bundesnetzagentur hat für den Zeitraum bis 31. Dezember 2021 einen Preiserhöhungsspielraum von 8,86 Prozent ermittelt, der sich aus einer Produktivitätsrate von minus 5,41 Prozent und einem Inflationsausgleich von 3,45 Prozent zusammensetzt. Weil die Deutsche Post AG Preisanhebungen nicht bereits zum 1. Januar 2019 vornehmen konnte, wird die Preisänderungsrate zusätzlich um rund 0,3 Prozentpunkte pro Monat korrigiert. Die Deutsche Post könnte bei geplantem Inkrafttreten neuer Briefentgelte zum 1. Juli 2019 damit von einem Preiserhöhungspotential von 10,63 Prozent Gebrauch machen.

Neben dem höheren Gewinnsatz berücksichtigt die Entscheidung auch die Auswirkungen der von der Deutschen Post Mitte 2018 angekündigten Umstrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Die Deutsche Post hat damit höhere Kosten unter anderem dafür geltend gemacht, dass ca. 5.000 zusätzliche Mitarbeiter in der Zustellung eingesetzt werden sollen.

Deutsche Post Tower Bonn
Post Tower in Bonn. Foto: Sir James CC BY-SA 3.0

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