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EZB wird handeln – die Datenlage zwingt sie dazu

Schaut man sich die beängstigend schwache Entwicklung der Erzeuger-, Groß-, und Einzelhandelspreise in Europa an, dann wird klar, dass die EZB am 12. September handeln muss.

Rückläufige Zahlen wohin man blickt – Weckruf für EZB?

Bekanntlich weilt der oberste Geldpolitiker Europas, Mario Dragi, heute im Kanzleramt bei Frau Dr. Merkel. Die Zahlenreihen, die er ihr dort von Seiten der Konjunktur und der Preisentwicklung präsentieren wird, werden die Kanzlerin wohl davon überzeugen, dass die Geldpolitik jetzt aggressiv gegensteuern muss – mit den altbekannten Mitteln. Besonderen Fokus legt die EZB auf die Preisveränderungsraten. Der sogenannte harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) fiel zuletzt für Deutschland auf eine Jahresveränderungsrate von nur noch 1 Prozent und für die Eurozone auf 1,02 Prozent. Die Zielmarke der EZB liegt doppelt so hoch. Schaut man sich die der Konsumententeuerung vorlaufenden Preistrends an, sieht es noch schwächer aus. Die heute veröffentlichten Erzeugerpreise kollabieren weiter auf aktuell nur noch 0,2 Prozent pro Jahr!

Eurozone Erzeugerpreise - weiterer Grund für EZB Zinssenkungen?

Bis zur nächsten Sitzung des Zinsentscheidungsgremiums der EZB sind es noch acht Tage. In diesen Zeitraum fällt die Veröffentlichung weiterer aussagekräftiger Daten zum Gesundheitszustand der Euro-Ökonomie, die allesamt auf schwachen Niveaus erwartet werden: morgen die Einkaufsmanger-Indizes (Dtl. u. Eurozone), übermorgen der Auftragseingang der Industrie (Dtl.), am Freitag das KfW-ifo-Mittelstands­Barometer, die Industrieproduktion (Dtl.) und das BIP der Eurozone samt Beschäftigungszahlen. In der nächsten Woche folgen dann noch die deutsche Handelsbilanz, die wichtigen Verbraucherpreise (HVPI) sowie die Industrieproduktion der Eurozone.

Draghi ebnet den Weg für Lagarde

Bevor Mario Draghi nach acht Jahren an der Spitze der Europäischen Zentralbank im November den Staffelstab an die bisherige IWF-Direktorin und Juristin Christine Madeleine Odette Lagarde weiterreicht, wird er ihr als politisches Abschiedsgeschenk auf der EZB-Ratssitzung am 12. September wohl den Weg ebnen hin zu noch unkonventionellerer Geldpolitik. Die Frage ist nur, wohin dieser Weg mittelfristig führt? Zu einer prosperierenden und wiedererstarkten Eurozone oder in eine geldpolitische Sackgasse?

Fazit

Man muss kein Prophet sein, um eins und eins zusammenzuzählen: Der vorliegende ökonomische Datenkranz lässt der EZB in ihrer eigenen Logik gar keine andere Wahl, als mit einer Kombination aus qualitativen und quantitativen Maßnahmen der sinkenden Wirtschaftsdynamik und dem stark abnehmenden Teuerungsdruck aggressiv entgegenzuwirken. Eine Deflationsspirale á la Japan gilt es aus Sicht der Zentralbanker um jeden Preis zu verhindern, um die Existenz der Eurozone künstlich zu verlängern (koste es, was es wolle). Also Zinsen runter (noch negativer) und Geldmenge wieder rauf (durch den Ankauf diverser Schuldpapiere). Damit steigt der Handlungsdruck auf Sparer und Altersvorsorger, ihre persönliche Anlagestrategie diesen außergewöhnlichen Umständen anzupassen.



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2 Kommentare

  1. Wer setzt auch nur irgend etwas darauf wenn zwei „Lame Ducks“sich treffen und die Informierten und Wissenden geben?Ich,jedenfalls nicht!Schickt die beiden Gescheiterten möglichst schnell(heute noch!) in den Ruhestand.Schlimmer kann’s nicht kommen.

  2. Zwei der höchsten Elite die sich trafen, um zu entscheiden wieviel von der Medizin man dem Patienten
    geben soll, wohlgemerkt von der gleichen Medizin,die nach 10 Jahren mit Überdosis die Krankheit nicht geheilt hat, deren Nebenwirkungen langfristig aber tödlich sind.
    Wenn mein Tierarzt so handeln würde, würde ich den auffressen.Ex SNB Direktor u.jetziger Vize bei Blackrock hat gesagt,dass diese Medizin nicht funktioniert u.darum den Helikoptergeld Vorschlag gemacht.

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