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EZB warnt vor Problemen, die sie selbst geschaffen hat – 100% Realsatire

Claudio Kummerfeld

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Wenn man vor Problemen warnt, die man selbst erschaffen hat, dann ist das schon 100% Realsatire. Aktuell kommt sie von der EZB. Sie hat heute Aussagen zur Finanzmarktstabilität in der Eurozone veröffentlicht. EZB-Vize Luis de Guindos sagt dazu, dass das Niedrigzinsumfeld die Gesamtwirtschaft unterstütze. Aber man stelle auch einen Anstieg der Risikobereitschaft fest, der eine kontinuierliche und genaue Überwachung erfordere. Aufsichtsbehörden sollten nach Möglichkeit verfügbare Tools einsetzen, um dem Anstieg von Problem zu begegnen.

Aussagen der EZB zu Risiken im Finanzsystem

Nichtbanken wie Investmentfonds, Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds, die eine immer wichtigere Rolle bei der Finanzierung der Realwirtschaft spielen, würden immer mehr Risiken eingehen. Sie hätten ihr Engagement in risikoreicheren Segmenten des Unternehmens- und Staatssektors erhöht. Im Falle einer plötzlichen Neubewertung von Finanzanlagen könnten wachsende Kredit- und Liquiditätsrisiken in einigen Teilen des Nichtbanken-Finanzsektors des Euroraums dazu führen, dass Nichtbanken in einer Weise reagieren, die eine Stresswirkung auf weite Teile des Finanzsystem auslösen, so Luis de Guindos.

Auch im nichtfinanziellen Unternehmenssektor und in einigen Immobilienmärkten gebe es nach wie vor eine hohe Anfälligkeit, so de Guindos. Niedrige Finanzierungskosten (also die Nullzinsen dank der EZB) würden offenbar eine stärkere Kreditaufnahme durch riskante Unternehmen fördern. Gleichzeitig hätten die Immobilienmärkte in einer Reihe von Ländern des Euroraums weiterhin steigende Preise verzeichnet. Die Behörden sollten weiterhin Maßnahmen ergreifen, soweit verfügbar, um den damit verbundenen Risiken für die Finanzstabilität zu begegnen.

Die Rentabilitätsaussichten der Banken des Euroraums hätten sich laut den aktuellen Aussagen der EZB weiter verschlechtert (stark schrumpfende Zinsmargen dank abgeschafften Zinsen), obwohl von einem moderaten, aber anhaltenden Anstieg des Zins-, Dienstleistungs- und Provisionsergebnisses ausgegangen werde. Die Eigenkapitalrenditen der Banken des Euro-Währungsgebiets sollten sowohl durch die schwächeren Konjunkturaussichten als auch durch anhaltende Kostenineffizienzen und Überkapazitäten weiter unter Druck geraten (hier unser aktueller Artikel zur aktuellen Lage der deutschen Banken). Dennoch bleibe die Solvenz des Bankensektors mit einer Kernkapitalquote von über 14% robust. Und selbst unter einem ungünstigen Stressszenario erwarte man, dass die Quote über 11% bleibe.

Lustig und tragisch zugleich

Den gesamten atemberaubend langen Bericht der EZB zur Finanzmarktstabilität können Sie an dieser Stelle einsehen. Es ist lustig und tragisch zugleich. Die EZB beschreibt Probleme wie die Immobilienblase, geringe Bankmargen, Zombiefirmen, und die Flucht der Anleger in riskantere Geldanlagen. Diese vier Aspekte haben aber alle ihren Ausgangspunkt bei den abgeschafften Zinsen sowie beim Anleihekaufprogramm der EZB. Man warnt also vor ernsthaften Problemen, die man selbst verursacht hat! Wer den Markt verzerrt, verursacht immer negative Folgewirkungen – so gut die Absichten auch sein mögen (sehen Sie hierzu auch unseren aktuellen Artikel).

EZB Vize Luis de Guindos warnt vor Problemen
EZB-Vizepräsident Luis de Guindos. Foto: Thorsten Jansen/ECB CC BY-NC-ND 2.0

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    anweb

    20. November 2019 16:02 at 16:02

    Soll hinterher keiner sagen man hätte nicht gewarnt… tststs

  2. Pingback: EZB warnt vor Problemen, die sie selbst geschaffen hat – 100% Realsatire – Unser Geld- und Zinssystem

  3. Pingback: Meldungen vom 20.11.2019 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Avatar

    sabine

    23. November 2019 16:48 at 16:48

    Hatt ich schon früher geschrieben. Erst machen die Notenbanken das Problem, dann spielen sie sich als Retter auf. Unterstützt von den Qualitätsmedien, die diese Wahrheit vertuschen!

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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