Folgen Sie uns

Allgemein

Banken in Deutschland – Blick auf den großen Niedergang

Avatar

Veröffentlicht

am

Skyline in Frankfurt - hier finden sich die Zentralen vieler großer Banken

Der große Niedergang der deutschen Banken ist beim ersten Hinschauen natürlich super einfach erkennbar. Deutsche Bank und Commerzbank waren einst neben Dresdner Bank und HypoVereinsbank zwei der vier großen stolzen Banken in Deutschland. Die Hypo wurde nach Italien verkauft, und führt unter dem Schirm ihrer Mutter UniCredit quasi ein Schattendasein als deutsche Außenstelle des Konzerns südlich der Alpen. Die Dresdner wurde mit Ach und Krach vor ihrem Zusammenbruch nach freundlichen nicht öffentlichen Aufforderungen aus der Politik mit der Commerzbank fusioniert. Noch heute leidet diese „neue“ CoBa unter dieser Altlast. Die Deutsche Bank leidet unter der chronischen Erfolglosigkeit und unendlichen Eskapaden der „Masters of the Universe“ in der Londoner und New Yorker Dependance. Die Gewinne der beiden Banken sind so derart erschreckend gering.

Andere große Banken in Europa, aber vor allem in den USA, könnten teilweise sogar mit ihren Jahresgewinnen eine der beiden Banken im Vorbeigehen mal eben so aufkaufen – allen voran JP Morgan, der große Branchenführer in den USA. Seit Jahren, aber dieses Jahr mehr denn je, fragen sich viele Banker in Frankfurt, warum eigentlich „die Erfolglosigkeit in Person“ (ein inoffizieller Ausspruch unter Bankern), der DB-Aufsichtsratschef Paul Achleitner, immer noch auf seinem Stuhl klebt. Seit Jahren begleitet er den Absturz der Bank, und niemand tut was. Jüngst machten sich sogar schon Großaktionäre der DB auf die Suche nach einem Nachfolger für Herrn Achleitner. Aber das nur am Rande. Ob die beiden Banken sich bei dem derzeitigen Gesamtumfeld je wieder so richtig erholen werden, ist mehr als unklar. So, nun haben wir uns kurz an DB und CoBa abgearbeitet zum Aufwärmen, sozusagen. Schauen wir jetzt mal auf das große Ganze, den gesamten Bankensektor in Deutschland.

Gigantisches Ausmaß an Negativzinsen auf Kontoguthaben

Die Bundesbank hatte erst vorgestern in ihrem neuesten Monatsbericht als Sondermeldung erläutert, wie groß bereits jetzt die Belastung von Bankguthaben mit Negativzinsen ist. Das Ausmaß ist viel größer als man glauben würde. Es fiel bislang der breiten Masse der Bankkunden nicht auf, weil bislang (!) kleinere Einlagensummen nicht betroffen waren. Aber das ändert sich ja jetzt gerade. 25 Prozent der Sichteinlagen von Privathaushalten bei deutschen Banken haben bereits einen negativen Zinssatz, so die Bundesbank. Bei Guthaben von Unternehmenskunden ist diese Zahl dramatisch höher (Details können sie hier nachlesen).

Banken nicht gerade mit Intelligenz gesegnet

Wie lautet das Klagelied der Banken seit mehreren Jahren? Die Null- und Negativzinspolitik der EZB frisst die Zinsmarge auf, und so könne man kaum noch rentabel arbeiten. Ein schlauer Banker würde jetzt sagen: Hey, dann lasst uns die Erträge im Provisionsgeschäft ausweiten, also Gebühren kassieren für den Verkauf von Fonds, Zertifikaten, Riesterrenten und sonstigen „innovativen“ Produkten. Das machen die Banken ja auch mit voller Brutalität, um es mal so klar auszudrücken. Nur was ist die Grundvoraussetzung, um die Provisionserlöse immer weiter steigern zu können? Richtig, man braucht frische Kundengelder und neue Kundschaft, die man als Verfügungsmasse vertrieblich „bearbeiten“ kann. Dementsprechend macht es nur auf den ersten Blick Sinn, dass die deutschen Banken derzeit so ziemlich alles tun um neue Einlagen abzuwehren.

Auf den ersten Blick wirkt diese Maßnahme sinnvoll. Seit geraumer Zeit werden bei immer mehr Banken große Guthaben mit Strafzinsen (in der Regel als „Verwahrentgelt“ bezeichnet) erhoben, um ja keine neuen Konten eröffnen zu müssen. Denn je mehr Einlagenüberschüsse eine Bank anhäuft, desto mehr Strafzins muss die Bank bei der EZB entrichten für dort hinterlegte Gelder. Also versucht man die Überschusshalde einzudämmen, in dem man Neugeschäft abschreckt. Aber, so meinen wir Kleingeistigen, erst Neugeschäft wäre doch die Basis um darauf basierend diese neuen Kunden ansprechen zu können auf Alternativprodukte wie Fonds etc, bei denen man kräftig Provisionen für die Bank erzielen kann.

Aktuell haben laut Berichten sogar die ersten Banken angefangen Negativzinsen ab dem ersten Euro Kundeneinlage zu berechnen. Auch hier geht es um Neukunden. Warum nicht auch für Altkunden? Nun, zum Beispiel das Landgericht Tübingen hatte unlängst entschieden, dass die Volksbank Reutlingen nicht nachträglich bei Bestandskunden Negativzinsen auf Fest- und Tagesgeldkonten einführen darf. Wollen sich die Banken ähnliche Urteile ersparen, und belassen es daher noch bei den Neukunden? So jedenfalls bekommt man kein neues Geldvolumen auf die Konten für möglicherweise deutlich steigende Vertriebsprovisionen.

Das große Filialsterben bei deutschen Banken

Man denkt Jahr für Jahr, dass jetzt eigentlich Schluss ist. Mehr Filialschließungen kann ein Stadtteil oder eine ländliche Region nicht mehr verkraften? Aber doch, es geht immer weiter. Man muss teilweise echt schon überlegen, wo jetzt überhaupt noch eine Bankfiliale oder ein Geldautomat zu finden ist. Die Statistik der Bundesbank Stand Ende 2018 spricht eine klare Sprache. Die Anzahl der Banken sinkt nicht mehr besonders stark, wie die folgende Grafik seit 1990 zeigt.

Anzahl der Banken in Deutschland seit 1990

Aber die Filialen (Zweigstellen), da geht da Sterben auch in der offiziellen Statistik munter weiter. Wurden Ende 2017 noch 30.126 Zweigstellen gemeldet, so sank die Anzahl im Laufe des Jahres 2018 um 2.239 auf nunmehr 27.887 Zweigstellen. Dies entspricht einem Rückgang von 7,4%, so die Bundesbank. In den 90er-Jahren waren es noch mehr als 60.000 Zweigstellen! Man beachte dazu die folgende Grafik, die bis 1990 zurückreicht.

Anzahl Zweigstellen der Banken seit 1990

Die größte deutsche Sparkasse Haspa in Hamburg hatte mal mehr als 200 Zweigstellen. Von derzeit 130 soll es in den nächsten Jahren Richtung 100 gehen. Bei der Sparda Bank West gibt es laut Berichten aus den letzten Tagen einen brutalen Kahlschlag. 43 von 82 Geschäftsstellen sollen in den nächsten zwei Jahren entweder geschlossen oder mit anderen Standorten zusammengelegt werden. Mal eben die Hälfte weg! Die Standorte in Münster, Coesfeld, Gronau, Hagen, Bergheim, Grevenbroich, Lünen, Lennestadt, Paderborn, Schwerte, Köln, Düsseldorf, Solingen, Gelsenkirchen und Velbert sind betroffen. finanz-szene.de hat sich aktuell die Finanzdaten der Bank näher angeschaut. Eventuell könnten Derivate-Geschäfte auch ein Grund sein, warum die Bank so dramatisch auf die Kostenbremse treten muss? Lesen Sie die Detailanalyse hier.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

Seiten: 1 2

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    sabine

    20. November 2019 12:15 at 12:15

    Allein damals schon nach der Insolvenz der Lehmannbank die 320 Millionen zu überweisen – so doof ist leider einmalig in der gesamten Welt.
    Aber das ist nicht nur im Bankensektor so, auch in der Autoindustrie. (Wie kann man einen Piech rausekeln, der VW so groß gemacht hat. Unter ihm wär das Diesel-Theater wesentlich besser abgelaufen – wenn überhaupt. Nur der Einkäufer „Lopez“ war auf lange Sicht eine kräftige Fehlentscheidung, ist aber über seinem Horizont des billigen Erfolgs.)
    Und in der Pharmacie wollte BASF Monsanto kaufen, wo Kindergärtnerinnen bereits von den Risiken und Skandalen gehört haben.
    https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/hauptversammlung-aktionaere-dankbar-dass-basf-monsanto-nicht-gekauft-hat/24284914.html?ticket=ST-14496014-ZFfWRuqVzlmDAey5FCbB-ap6
    Erst Herr Tüngler, Hauptgeschäftsführer Dt.Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), muß es erst deutlich sagen!!!

  2. Pingback: Meldungen vom 20.11.2019 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  3. Pingback: Banken in Deutschland - Blick auf den großen Niedergang - finanzmarktwelt.de - Counternet News

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Weltwirtschaftskrise – vorher schnell noch reich werden

Avatar

Veröffentlicht

am

Beispielbild für die Weltwirtschaftskrise

Die globale Überschuldung zwingt die Notenbanken in eine Interventionsspirale. Die positiven Auswirkungen des Gelddruckens sollte man nutzen, bevor es zu einer Weltwirtschaftskrise kommt.

Relativer Wohlstand und Sicherheit statt Weltwirtschaftskrise

Nach wie vor ist vielen Menschen nicht bewusst, wem sie die scheinbare Normalität ihres Alltags zu verdanken haben. Die statistisch relativ niedrige Arbeitslosigkeit, die steigenden Vermögenspreise, die oberflächliche Stabilität des Bankensystems, Sicherheit, Freiheit, Rechtssicherheit, Unterhaltung, die Versorgung mit Lebensmitteln, Energie, Wasser, Medikamenten bis hin zur Müllentsorgung funktionieren nur noch deshalb, weil in Europa die EZB und in vielen anderen Regionen der Welt die zuständigen Noten- und Zentralbanken die Wirtschaft mit Billionensummen und historisch niedrigen Leitzinsen stabilisieren. Schon eine relativ kurze Zeitspann ohne diese Notfallmaßnahmen würde alle genannten Segnungen in akute Gefahr bringen.

Das Krisenmanagement der Zentralbanker kann man grundsätzlich kritisieren. Doch wie würde man selbst als Präsident oder Präsidentin der Europäischen Zentralbank handeln? Kann man sich überhaupt moralisch über einen Mario Draghi oder eine Christine Lagarde erheben, ohne die sich die Eurozone bereits in einer für alle spürbaren Zerfallskrise befände? Fakt ist, dass all die Immobilienmakler, Aktienhändler, Goldbugs (zu denen ich mich selbst zähle) sowie bonusverwöhnte Top-Manager ihre Erfolge und Einkommen nicht ausschließlich den eigenen Fähigkeiten verdanken, sondern in essenziellem Maße der zunehmenden Interventionspolitik der Notenbanken. Viele Ökonomen, Bestsellerautoren und Hobby-Volkswirte, die es angeblich besser wissen, würden die von ihnen prognostizierte Weltwirtschaftskrise sofort selbst auslösen, wenn sie ihrer Kritik entsprechend als Zentralbanker diese „unseriöse“ Geldpolitik sofort beenden würden.

Alt und arm ist keine Option

Anstatt sich also über andere zu erheben oder die Realität zu ignorieren, sollte man den positiven Beispielen aus der gut dokumentierten Weltwirtschaftskrise von 1929 ff. folgen. Schaut man sich die Geschichte der „Great Depression“ an, dann litten besonders die Menschen, die die Krise und ihre Herausforderungen nicht haben kommen sehen am meisten unter den Folgen. Anders als z. B. die Familie Kennedy, die erst dank des Geschäftsmannes, Diplomaten und Börsenspekulanten Joseph P. Kennedy durch den Boom am Aktienmarkt und den folgenden Crash im Jahre 1929 zu einer wohlhabenden Dynastie aufstieg oder der wohl berühmteste Short-Seller aller Zeiten, Jesse Lauriston Livermore, der auch als König der Börsenspekulanten und bester Trader aller Zeiten in die Annalen der Börsengeschichte einging (Buchempfehlung: „Das Spiel der Spiele“ von Edwin Lefèvre). Diese Männer gingen wohlhabend durch die Krise und stellten später im Falle der Kennedys sogar den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Natürlich kann niemand mit Gewissheit sagen, wie sich der Verlauf der nächsten Weltwirtschaftskrise gestaltet, wie stark unsere Demokratie noch Schaden nehmen und wie sich die Sicherheitslage darstellen wird. Aber wenn man das Wissen um die Ursachen und Auswirkungen der zunehmend systemrelevanten Geldpolitik besitzt, dann sollte man dieses Wissen auch nutzen und gemäß den Erkenntnissen des Ökonomen Richard Cantillon und dem nach ihm benannten Cantillon-Effekt im eigenen Interesse und im Interesse der eigenen Familie und Freunde opportunistisch handeln (siehe Video). Denn nur wer später noch Mittel zur Verfügung hat, kann auch anderen Helfen und eventuell sogar die Zeit nach der Krise mitgestalten. Wobei Letzteres wohl realistisch betrachtet in die Kategorie „Illusionen“ gehört. Aber nur so besteht zumindest die Chance auf ein menschenwürdiges Leben auch im Alter, trotz der vermutlich unvermeidbaren Weltwirtschaftskrise.

Die Interventionsspirale und ihre Wirkung

Optionen, wie man eine solche Krise verhindern und aus der Interventionsspirale ausbrechen kann, gibt es spätestens seit dem Platzen der New-Economy-Blase nicht mehr. Damals machte Alan Greenspan den Anfang mit radikalen Zinssenkungen, um die Folgen des Zusammenbruchs der Aktienmärkte weltweit abzumildern. Ab 2006 setzte Ben Bernanke diese Politik mit dem Start der „QE-Programme“ fort, gefolgt von der gelpolitischen „Verwalterin“ Janet Louise Yellen und nun in extremer Form neu gestartet durch Mr. Jerome Hayden „Jay“ Powell.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
weiterlesen

Allgemein

Kreditwachstum abgekoppelt von der Wirtschaftsleistung – die Gründe

Avatar

Veröffentlicht

am

Das Kreditwachstum der letzten Jahre in Deutschland ist beeindruckend. Die Bundesbank hat aktuell dazu ausführliche Daten und Grafiken veröffentlicht. Man schaue auf die folgende Grafik seit den 1980er-Jahren, wo das Kreditwachstum (an Unternehmen außerhalb der Finanzbranche) in Prozentpunkten als blaue Linie dargestellt wird. Man sieht, wie die Wirtschaftsleistung (schwarze Linie) zuletzt immer mehr Richtung Nullwachstum abfällt, aber das Kreditwachstum eine viel höhere Wachstumsrate aufweist. Woran liegt das?

Kreditwachstum vs Wirtschaftsleistung

Schauen wir dazu auch auf die folgende Grafik, wo das jährliche Kreditwachstum (Durchschnitt in blauer Linie) seit 2014 dargestellt wird. Hier auf diesen kurzen Zeitraum bezogen ist der Dreh von vormals negativen Raten ins Plus gut erkennbar. Selbst zuletzt, wo die gesamte Wirtschaftsleistung (BIP) immer mehr Richtung Null-Linie läuft, verharrt die Wachstumsrate bei Krediten über 5%.

Kreditwachstum seit 2014

Was wir lobend erwähnen möchten: Die Bundesbank hat mit einem sehr einfach verständlichen Text die Gründe dafür aufgearbeitet, warum das Kreditwachstum sich von der Wirtschaftsleistung abgekoppelt hat. Bevor wir noch einen anschließenden Kommentar abgeben, hier die Bundesbank im Wortlaut:

Die Buchkredite deutscher Banken an nichtfinanzielle Unternehmen in Deutschland sind in den letzten Jahren nachhaltig und über alle Laufzeiten, Wirtschaftszweige und Bankengruppen gestiegen. Wesentlichen Einfluss auf diesen Aufschwung hatten die anhaltende konjunkturelle Erholung sowie die gesunkenen Kosten der Kreditfinanzierung. Das kräftige Wachstum der Unternehmenskredite lässt sich mit diesen beiden Größen allein jedoch nicht vollständig erklären.

Mögliche weitere Einflussgrößen sind sowohl auf der Kreditnachfrage- als auch auf der Kreditangebotsseite zu finden. Nachfrageseitig relevant waren vor allem das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie Verschiebungen in der Finanzierungsstruktur der Unternehmen und in der Investitionstätigkeit einzelner Wirtschaftszweige. Infolge der lebhaften Baukonjunktur sowie des damit verbundenen Preisauftriebs bei Bauleistungen und Immobilien erhöhte sich vor allem der Mittelbedarf des Bau- und Immobiliensektors. Dieser ist typischerweise besonders kreditintensiv, was dazu führte, dass die Kredite an diesen Wirtschaftszweig zur treibenden Kraft des Kreditaufschwungs wurden. Auf der Angebotsseite fällt auf, dass die Banken ihre Kreditvergabepolitik in den letzten Jahren wiederholt lockerten. Sie führten dies vor allem auf die angespannte Wettbewerbssituation im Bankensektor zurück.

Zusätzlich spielten die ab 2014 beschlossenen geldpolitischen Sondermaßnahmen des Eurosystems eine Rolle, die über ihren rein zinssenkenden Effekt hinaus positiv auf die Kreditdynamik wirkten. Eigene empirische Analysen auf der Basis von Bankbilanz-Einzeldaten deuten darauf hin, dass Banken in Deutschland, die an den gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften und am
erweiterten Programm zum Ankauf von Vermögenswerten teilnahmen, in den Jahren 2014 bis 2019 ein höheres Wachstum der Unternehmenskredite aufwiesen als nichtteilnehmende Banken. Darüber hinaus geben Umfragedaten Hinweise darauf, dass das negative Niveau des Einlagesatzes für sich genommen zwar die Nettozinserträge der Banken dämpfte, jedoch bislang nicht zu einer Einschränkung ihrer Kreditvergabe führte.

Kommen wir zur letzten Bemerkung der Bundesbank. Bislang gebe es also noch keine Anzeichen für eine Einschränkung der Kreditvergabe durch die Banken. Geht das Kreditwachstum also weiter, auf hohem Niveau bei 5%? Wir erinnern an die im Detail erläuterte Prognose des Bankexperten Markus Krall. Viele Beobachter mögen seine Analysen und Schlussfolgerungen ablehnen, weil sie zu viele Variablen enthalten. Aber dennoch sind die Worte von Markus Krall aufschlussreich. Durch das Fehlen der Zinsmarge bei den Banken (dank der von der EZB abgeschafften Zinsen) schmelze das Eigenkapital der Banken derzeit immer weiter ab. Da die Banken für jeden vergebenen Kredit einen gewissen Teil an Eigenkapital vorhalten müssen (als Risikovorsorge für ausfallende Kredite), müssten die Banken ab einem bestimmten Zeitpunkt ihre Kreditvergabe einschränken, da sie ja ein ständig schrumpfendes Eigenkapital hätten, so Markus Krall.

Und laut seinen Berechnungen (sehen Sie dazu bitte folgendes ausführliches Video ab Minute 32) werde die Kreditkontraktion (weniger Kreditvergabe durch die Banken) Ende 2020/Anfang 2021 einsetzen, weshalb die Wirtschaft mangels neuer Kredite massive Probleme bekommen werde. Soweit die Theorie von Markus Krall. Wird es so kommen? Zumindest basierend auf den aktuellen Aussagen der Bundesbank läuft jetzt noch alles rosig. Aber es sind ja noch mindestens 3 Quartale Zeit, bis laut den Schätzungen von Markus Krall die Kreditkontraktion einsetzen soll.

weiterlesen

Allgemein

Bundesbank: Wirtschaftswachstum wohl exakt auf der Null-Linie

Avatar

Veröffentlicht

am

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Das Wirtschaftswachstum ist gegen Ende des Jahres 2019 wohl exakt auf der Null-Linie gelandet, so die aktuelle Prognose der Bundesbank. Die Zweiteilung zwischen Binnenkonsum/Dienstleistungen sowie der Produktion bleibt weiterhin bestehen. Aber man erkenne, dass sich im Verarbeitenden Gewerbe eine Stabilisierung abzeichne. Dies wird auch im erläutert. Zitat auszugsweise:

Auftrieb sei nach wie vor von der Binnenwirtschaft gekommen. Hier hielten die trotz schwacher gesamtwirtschaftlicher Entwicklung recht günstigen Arbeitsmarkt- und Einkommensaussichten die Konsumfreude der Verbraucher aufrecht.

„Ein Ende das Baumbooms zeichnet sich weiterhin nicht ab“, schreiben die Expertinnen und Experten.

Demgegenüber habe die Abwärtsbewegung in der exportorientierten Industrie weiterhin angehalten, heißt es im Bericht. „Zuletzt mehren sich jedoch Anzeichen dafür, dass sich das verarbeitende Gewerbe mit Beginn des neuen Jahres stabilisieren könnte“, schreiben die Ökonominnen und Ökonomen. So hätte sich die industrielle Auftragslage seit einigen Monaten nicht weiter eingetrübt und die Warenausfuhren würden merklich steigen. Die kurzfristigen Exporterwartungen hätten sich ebenfalls erholt und würden nun erstmals seit einem halben Jahr wieder den positiven Bereich erreichen. Dem Bericht zufolge stieg die deutsche Industrieproduktion im November 2019 kräftig an. Sie übertraf demnach den Stand vom Oktober saisonbereinigt um 1 Prozent. Im Mittel der Monate Oktober und November lag die industrielle Erzeugung dennoch erheblich unter dem Durchschnitt der Sommermonate (-1½ Prozent).

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen