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Banken in Deutschland – Blick auf den großen Niedergang

Redaktion

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Skyline in Frankfurt - hier finden sich die Zentralen vieler großer Banken

Der große Niedergang der deutschen Banken ist beim ersten Hinschauen natürlich super einfach erkennbar. Deutsche Bank und Commerzbank waren einst neben Dresdner Bank und HypoVereinsbank zwei der vier großen stolzen Banken in Deutschland. Die Hypo wurde nach Italien verkauft, und führt unter dem Schirm ihrer Mutter UniCredit quasi ein Schattendasein als deutsche Außenstelle des Konzerns südlich der Alpen. Die Dresdner wurde mit Ach und Krach vor ihrem Zusammenbruch nach freundlichen nicht öffentlichen Aufforderungen aus der Politik mit der Commerzbank fusioniert. Noch heute leidet diese „neue“ CoBa unter dieser Altlast. Die Deutsche Bank leidet unter der chronischen Erfolglosigkeit und unendlichen Eskapaden der „Masters of the Universe“ in der Londoner und New Yorker Dependance. Die Gewinne der beiden Banken sind so derart erschreckend gering.

Andere große Banken in Europa, aber vor allem in den USA, könnten teilweise sogar mit ihren Jahresgewinnen eine der beiden Banken im Vorbeigehen mal eben so aufkaufen – allen voran JP Morgan, der große Branchenführer in den USA. Seit Jahren, aber dieses Jahr mehr denn je, fragen sich viele Banker in Frankfurt, warum eigentlich „die Erfolglosigkeit in Person“ (ein inoffizieller Ausspruch unter Bankern), der DB-Aufsichtsratschef Paul Achleitner, immer noch auf seinem Stuhl klebt. Seit Jahren begleitet er den Absturz der Bank, und niemand tut was. Jüngst machten sich sogar schon Großaktionäre der DB auf die Suche nach einem Nachfolger für Herrn Achleitner. Aber das nur am Rande. Ob die beiden Banken sich bei dem derzeitigen Gesamtumfeld je wieder so richtig erholen werden, ist mehr als unklar. So, nun haben wir uns kurz an DB und CoBa abgearbeitet zum Aufwärmen, sozusagen. Schauen wir jetzt mal auf das große Ganze, den gesamten Bankensektor in Deutschland.

Gigantisches Ausmaß an Negativzinsen auf Kontoguthaben

Die Bundesbank hatte erst vorgestern in ihrem neuesten Monatsbericht als Sondermeldung erläutert, wie groß bereits jetzt die Belastung von Bankguthaben mit Negativzinsen ist. Das Ausmaß ist viel größer als man glauben würde. Es fiel bislang der breiten Masse der Bankkunden nicht auf, weil bislang (!) kleinere Einlagensummen nicht betroffen waren. Aber das ändert sich ja jetzt gerade. 25 Prozent der Sichteinlagen von Privathaushalten bei deutschen Banken haben bereits einen negativen Zinssatz, so die Bundesbank. Bei Guthaben von Unternehmenskunden ist diese Zahl dramatisch höher (Details können sie hier nachlesen).

Banken nicht gerade mit Intelligenz gesegnet

Wie lautet das Klagelied der Banken seit mehreren Jahren? Die Null- und Negativzinspolitik der EZB frisst die Zinsmarge auf, und so könne man kaum noch rentabel arbeiten. Ein schlauer Banker würde jetzt sagen: Hey, dann lasst uns die Erträge im Provisionsgeschäft ausweiten, also Gebühren kassieren für den Verkauf von Fonds, Zertifikaten, Riesterrenten und sonstigen „innovativen“ Produkten. Das machen die Banken ja auch mit voller Brutalität, um es mal so klar auszudrücken. Nur was ist die Grundvoraussetzung, um die Provisionserlöse immer weiter steigern zu können? Richtig, man braucht frische Kundengelder und neue Kundschaft, die man als Verfügungsmasse vertrieblich „bearbeiten“ kann. Dementsprechend macht es nur auf den ersten Blick Sinn, dass die deutschen Banken derzeit so ziemlich alles tun um neue Einlagen abzuwehren.

Auf den ersten Blick wirkt diese Maßnahme sinnvoll. Seit geraumer Zeit werden bei immer mehr Banken große Guthaben mit Strafzinsen (in der Regel als „Verwahrentgelt“ bezeichnet) erhoben, um ja keine neuen Konten eröffnen zu müssen. Denn je mehr Einlagenüberschüsse eine Bank anhäuft, desto mehr Strafzins muss die Bank bei der EZB entrichten für dort hinterlegte Gelder. Also versucht man die Überschusshalde einzudämmen, in dem man Neugeschäft abschreckt. Aber, so meinen wir Kleingeistigen, erst Neugeschäft wäre doch die Basis um darauf basierend diese neuen Kunden ansprechen zu können auf Alternativprodukte wie Fonds etc, bei denen man kräftig Provisionen für die Bank erzielen kann.

Aktuell haben laut Berichten sogar die ersten Banken angefangen Negativzinsen ab dem ersten Euro Kundeneinlage zu berechnen. Auch hier geht es um Neukunden. Warum nicht auch für Altkunden? Nun, zum Beispiel das Landgericht Tübingen hatte unlängst entschieden, dass die Volksbank Reutlingen nicht nachträglich bei Bestandskunden Negativzinsen auf Fest- und Tagesgeldkonten einführen darf. Wollen sich die Banken ähnliche Urteile ersparen, und belassen es daher noch bei den Neukunden? So jedenfalls bekommt man kein neues Geldvolumen auf die Konten für möglicherweise deutlich steigende Vertriebsprovisionen.

Das große Filialsterben bei deutschen Banken

Man denkt Jahr für Jahr, dass jetzt eigentlich Schluss ist. Mehr Filialschließungen kann ein Stadtteil oder eine ländliche Region nicht mehr verkraften? Aber doch, es geht immer weiter. Man muss teilweise echt schon überlegen, wo jetzt überhaupt noch eine Bankfiliale oder ein Geldautomat zu finden ist. Die Statistik der Bundesbank Stand Ende 2018 spricht eine klare Sprache. Die Anzahl der Banken sinkt nicht mehr besonders stark, wie die folgende Grafik seit 1990 zeigt.

Anzahl der Banken in Deutschland seit 1990

Aber die Filialen (Zweigstellen), da geht da Sterben auch in der offiziellen Statistik munter weiter. Wurden Ende 2017 noch 30.126 Zweigstellen gemeldet, so sank die Anzahl im Laufe des Jahres 2018 um 2.239 auf nunmehr 27.887 Zweigstellen. Dies entspricht einem Rückgang von 7,4%, so die Bundesbank. In den 90er-Jahren waren es noch mehr als 60.000 Zweigstellen! Man beachte dazu die folgende Grafik, die bis 1990 zurückreicht.

Anzahl Zweigstellen der Banken seit 1990

Die größte deutsche Sparkasse Haspa in Hamburg hatte mal mehr als 200 Zweigstellen. Von derzeit 130 soll es in den nächsten Jahren Richtung 100 gehen. Bei der Sparda Bank West gibt es laut Berichten aus den letzten Tagen einen brutalen Kahlschlag. 43 von 82 Geschäftsstellen sollen in den nächsten zwei Jahren entweder geschlossen oder mit anderen Standorten zusammengelegt werden. Mal eben die Hälfte weg! Die Standorte in Münster, Coesfeld, Gronau, Hagen, Bergheim, Grevenbroich, Lünen, Lennestadt, Paderborn, Schwerte, Köln, Düsseldorf, Solingen, Gelsenkirchen und Velbert sind betroffen. finanz-szene.de hat sich aktuell die Finanzdaten der Bank näher angeschaut. Eventuell könnten Derivate-Geschäfte auch ein Grund sein, warum die Bank so dramatisch auf die Kostenbremse treten muss? Lesen Sie die Detailanalyse hier.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    sabine

    20. November 2019 12:15 at 12:15

    Allein damals schon nach der Insolvenz der Lehmannbank die 320 Millionen zu überweisen – so doof ist leider einmalig in der gesamten Welt.
    Aber das ist nicht nur im Bankensektor so, auch in der Autoindustrie. (Wie kann man einen Piech rausekeln, der VW so groß gemacht hat. Unter ihm wär das Diesel-Theater wesentlich besser abgelaufen – wenn überhaupt. Nur der Einkäufer „Lopez“ war auf lange Sicht eine kräftige Fehlentscheidung, ist aber über seinem Horizont des billigen Erfolgs.)
    Und in der Pharmacie wollte BASF Monsanto kaufen, wo Kindergärtnerinnen bereits von den Risiken und Skandalen gehört haben.
    https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/hauptversammlung-aktionaere-dankbar-dass-basf-monsanto-nicht-gekauft-hat/24284914.html?ticket=ST-14496014-ZFfWRuqVzlmDAey5FCbB-ap6
    Erst Herr Tüngler, Hauptgeschäftsführer Dt.Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), muß es erst deutlich sagen!!!

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US-Häusermarkt kurz vor Katastrophe – einen Hoffnungsschimmer gibt es

Claudio Kummerfeld

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Typische Bauweise am US-Häusermarkt

Am US-Häusermarkt könnte in den nächsten Wochen und Monaten eine Katastrophe eintreten. Millionen Amerikanern droht Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung. Denn zum einen endet im März eine Frist von maximal 12 Monaten, die es Hausbesitzern erlaubte ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, wenn sie durch die Corona-Pandemie in Not geraten. Kreditnehmer, die sich zu Beginn des Programms angemeldet hatten, könnten ab März 2021 von einer Zwangsvollstreckung bedroht sein.

Noch wichtiger für den US-Häusermarkt ist: Die landesweit gültige vorübergehende Aussetzung der Zwangsräumungen (mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen) endet am 31. Dezember. Der Zeitpunkt ist fast schon dramatisch, da gut 12 Millionen Amerikaner zu diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verlieren dürften.

Der US-Kongress könnte eigentlich für eine Verlängerung von Nothilfen sorgen. Aber zum Jahreswechsel befindet sich Washington DC mitten in einer toten Phase, wo Joe Biden zwar schon gewählt, aber eben noch nicht im Amt ist. Alles hängt in der Schwebe. Erst vor Kurzem wurden vom staatlichen „US Census Bureau“ Umfragedaten veröffentlicht aus dem Befragungszeitraum 28. Oktober bis 9. November, welche die Dramatik am US-Häusermarkt aufzeigen.

Etwa 5,8 Millionen Personen gaben demnach an, dass ihnen in den nächsten zwei Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung droht. Das macht ein Drittel der 17,8 Millionen Erwachsenen in Haushalten aus, die mit Miet- oder Hypothekenzahlungen in den USA im Rückstand sind.

Gut die Hälfe der Haushalte in Staaten wie Nevada oder Florida, welche derzeit mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ihre Zwangsräumung im Januar. Florida ist am Schlimmsten betroffen mit 51,2 Prozent (bei der vorigen Umfrage nur 32 Prozent). Das bedeutet de facto, das gut 3,5 Prozent aller Haushalte in Florida glauben, dass sie in den nächsten zwei Monaten von einer Zwangsräumung betroffen sein könnten.

Hoffnung für US-Häusermarkt dank Joe Biden?

Joe Biden wird am 20. Januar als US-Präsident seine Arbeit aufnehmen. Vorher kann er nichts machen. Er kann eine Last-Minute-Rettung für den US-Häusermarkt sein – kann, aber nicht muss. Die Demokraten möchten die US-Bevölkerung richtig kräftig unterstützen mit neuen Staatshilfen. Aber die Republikaner, die in den letzten Monaten ebenfalls schon gigantischen Rettungssummen zustimmten, zeigten sich zuletzt eher ablehnend. Und jetzt wo ihr Kandidat Donald Trump die Präsidentschaftswahl verloren hat, können sie sich im Kongress in die Blockierer-Haltung begeben. Aber kann Joe Biden mit einer auch von den Republikanern akzeptierten neuen Finanzministerin Janet Yellen (ehemalige Notenbankchefin) doch noch neue Rettungs-Billionen aus dem Kongress rausklopfen?

Kann Joe Biden auf den allerletzten Drücker Ende Januar Millionen Amerikaner und den US-Häusermarkt vor einem Kollaps retten? Oder kommt alles ganz anders, und dank im Dezember beginnenden Impfungen erholt sich die Konjunktur in den USA derart schnell, dass viele Amerikaner neue Jobs erhalten? Die Banken verzichten auf Zwangsräumungen, und die überschuldeten Hausbesitzer, die auf dem letzten Loch pfeifen, dürfen in ihren Häusern bleiben? Das wäre auch möglich. Aber es wird eine verdammt enge Kiste!

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Free Lunch-Sozialismus in der Coronakrise auf dem Vormarsch

Claudio Kummerfeld

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Im Sozialismus der Moderne soll das Geld vom Himmel regnen

In den USA gibt es das Sprichwort, dass es keinen Free Lunch gibt. Sinngemäß übersetzt: Für alles muss irgendwie letztlich doch von irgendwem bezahlt werden. Wer ideologisch voll auf Sozialismus getrimmt ist, sieht das aber wohl grundsätzlich anders. Ökonomisch glauben zum Beispiel die Verfechter der Modern Money Theorie (MMT – hier dazu ein interessanter Text), dass man einfach als Staat unbegrenzt Geld druckt beziehungsweise immer weiter Schulden aufnimmt, und damit alle Probleme lösen kann. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass die derzeitigen Staatenlenker und Notenbanker in Europa auch MMT-Verfechter sind?

Sozialismus: MMT und das Wunder-Märchenland

Wer eh schon an MMT als Wundermittel zur Lösung aller Probleme denkt, und dem Sozialismus zugeneigt ist, der kann auf folgende Idee kommen. Hey, die Europäische Zentralbank (EZB) kauft doch seit Jahren mit Billionen selbst gedruckter Euros die Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf. Und die Mitgliedsstaaten als Eigentümer der EZB könnten doch dafür sorgen, dass die EZB einfach als Gläubiger auf die Rückzahlung der Schulden verzichtet. Man druck Geld, kauft die eigenen Schulden, und erlässt sich dann selbst die Schulden. Ein in sich geschlossener Kreislauf von Geld, das vom Himmel regnet und alle Probleme löst.

Was für ein Märchen-Wunderland. Aber halt. Wenn die EZB die Schulden der Länder erlässt, hat sie selbst ja Verluste in ihren Büchern. Und die Verluste würden buchhalterisch auf die Mitgliedsstaaten umgelegt, womit sie nach gerade erst erlassenen Schulden wieder neue Schulden hätten. Tja, eben doch kein Free Lunch? Außerdem können die Staaten der EZB dank ihrer Unabhängigkeit keine Anweisungen erteilen. Aber halt, war da nicht gerade erst was in Sachen EZB und Schuldenerlass?

EZB soll auf Rückzahlungen von Anleihen verzichten

Erst letzte Woche berichteten wir über die Forderung der in der italienischen Regierung sitzenden Fünf-Sterne-Bewegung Richtung EZB. Sie solle doch bitte gegenüber Italien auf die Rückzahlung der gehaltenen Anleihen verzichten, die im Zuge der Coronakrise aufgenommen wurden. Mal ehrlich: Selbst wenn die EZB das machen würde, müsste man das für alle Euro-Länder tun, und gleich danach wäre der Ruf laut nach Erlass aller gehaltenen Forderungen in den Büchern der EZB. Heute nun fordert Riccardo Fraccaro, ein Staatssekretär und enger Berater des italienischen Minsterpräsidenten Conte laut Berichten das selbe.

Auch er ist von der Fünf-Sterne-Bewegung. Die EZB könne so viel Geld drucken wie sie wolle. Die Geldpolitik müsse die expansive Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten in jeder möglichen Weise unterstützen, zum Beispiel per Schuldenerlass, oder über eine ewige Laufzeitverlängerung. Tja, Sozialismus pur, möchte man sagen. Erst Schulden machen, dann nicht zurückzahlen wollen. Woher das Geld kommt, dass es keinen Free Lunch gibt? Dass irgendwann bei maßlosem Gelddrucken Inflation und Hyperinflation anstehen, und dass man Schulden auch zurückzahlen muss – egal.

Der „plan“-mäßige Weg in den Sozialismus

Bernd Riexinger als Parteichef der Linken verkündet eine klare, ganz offene Forderung, die letztlich nichts anders ist als der direkte Weg in den Sozialismus. Das Wort Enteignung klingt natürlich verführerisch für alle Menschen, die kein Wohneigentum besitzen, sondern mieten. Wer würde sich nicht gerne vom „Joch“ des bösen Vermieters lösen, an den man jeden Monat einen beträchtlichen Teil seines Einkommens abführen muss? Dass der Vermieter für die Erstellung der Immobilie vielleicht einen Kredit aufgenommen hat, und dass laufende Kreditraten, Instandhaltungen, städtische Leitungsverlegungen an der Straße uvm sehr viel Geld kosten, das erwähnt Bernd Riexinger nicht.

Denn diese Kosten trägt der Vermieter, welche letztlich durch die monatlichen Mietzahlungen finanziert werden. Im Sozialismus sagt man sich wohl: Der böse Vermieter kassiert pro Monat 800 Euro Miete, und hat also auch 800 Euro Gewinn für sich selbst. Dass nach Kreditkosten, Instandhaltung, Müllabfuhr, Gärtner, Hausmeister uvm bei vielen Vermietern kaum oder nur wenig übrig bleibt, passt da natürlich nicht ins Bild. Dass Ersteller von Immobilien teuer erkaufte Grundstücke über höhere Wohnungsmieten refinanzieren müssen – egal. Für Bernd Riexinger ist es ganz einfach. Alles verstaatlichen, so scheint die Devise zu sein.

Am besten alle Wohnungen und auch alle Grundstücke in Staatseigentum überführen, dann hat man alle Probleme Wohnungsmarkt gelöst? Die tatsächliche und nachhaltige Lösung des Problems wäre es, dass Staat und vor allem private Vermieter die Zahl neuer Wohnungen so derart stark erhöhen, dass mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist. Dann fallen die Wohnungsmieten von ganz alleine – Angebot und Nachfrage! Berlin (man lebt eh auf Kosten der anderen Bundesländer über den Länderfinanzausgleich) müsste deutlich mehr Bauland zur Verfügung stellen, und das möglichst günstig, mit möglichst wenig Bürokratie. Aber nein, man bestraft lieber die bestehenden Vermieter.

Vermieter enteignen, weil sie nicht so agieren wie gewünscht

Diese Woche trat beim Berliner Mietendeckel die zweite Stufe in Kraft. Daraufhin kündigten große Vermieter in Berlin an neue Investitionen auf dem Berliner Wohnungsmarkt stoppen zu wollen. Die Lösung im Sozialismus lautet bei so etwas: Funktioniert unsere Maßnahme nicht wie gewünscht, setzen wir eben eine noch größere Maßnahme oben drauf. So fordert Bernd Riexinger daher eindeutig die Enteignung der Vermieter. Natürlich ist das verfassungsrechtlich ein noch weiterer Weg als der Mietendeckel.

Aber hey, der wurde ja auch bereits umgesetzt in Berlin. Der Staat soll es halt selbst richten. Selbst bei einer Enteignung (spielen wir das Szenario mal durch) müsste die Stadt Berlin die Wohnungseigentümer entschädigen. Dadurch würde die Verschuldung der Stadt Berlin deutlich ansteigen. Aber halt… wenn wir eh schon beim Thema EZB sind… die EZB könnte doch diese neuen Berliner Anleihen einfach aufkaufen, und auf ihre Rückzahlung verzichten? Wäre doch echt super? Ein Free Lunch im Märchenland des Sozialismus.

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Dass sich die Wohnungskrise in Berlin durch den Mietendeckel eher noch verschärft hat, das darf man als Verfechter des Sozialismus natürlich sofort den bösen Vermietern anlasten? Denn die wollen bei sinkenden Mieteinnahmen und staatlichem Eingriff in die Vertragsfreiheit keine neuen Wohnungen mehr in Berlin bauen? Welch ein Wunder, wer hätte damit rechnen können? Das ist ja gleich noch ein Argument für die Verstaatlichung der gesamten Wohnungsindustrie. Lassen wir einfach alles den Staat machen. Wohnungen bauen und vermieten, und das schön günstig. Aber warum macht die Stadt Berlin das nicht schon längst in großem Stil?

Niemand hindern sie daran. Man sieht, sie kann es nicht. Dabei regieren die Linken in Berlin doch, und sind nicht in einer Opposition, wo sie hilflose Zuschauer sind. Nein, man drangsaliert lieber die private Wohnungswirtschaft. Dabei könnte man parallel zu den Privaten durch ein massives Überangebot an neuen staatlich gebauten Wohnungen dafür sorgen, dass auch bei den privaten Vermietern durch freie Marktmechanismen die Mietforderungen sinken. Denn wie gesagt, wenn mehr Wohnungen als Wohnungsssuchende vorhanden sind, werden die Vermieter zwangsläufig ihre Mietforderungen senken.

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Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

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Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

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