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EZB: Was macht Christine Lagarde in der nächsten Wirtschaftskrise?

IWF-Chefin Christine Lagarde wird mit großer Wahrscheinlichkeit zur neuen EZB-Präsidentin ernannt werden. Was sich alle Welt fragt: Für welche Politik steht sie? Aber noch wichtiger ist doch: Wie wird sie auf die nächste Wirtschaftskrise reagieren? Harte Geldpolitik oder lockere Geldpolitik, bis der Arzt kommt? Dazu sollte man in die Vergangenheit schauen, was Christine Lagarde denn so beim IWF gemacht hat. Gut, der ist keine Notenbank, aber man kann sich durchaus seine Gedanken machen, was das für ihre Arbeit bei der EZB zukünftig bedeuten würde. Und dort ist sie anders als beim IWF nicht politischen Einflüssen der Eigentümer ausgesetzt.


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Rückblick auf die bisherige Tätigkeit von Christine Lagarde

Wir hatten es heute früh schon erwähnt. Die Börse freut sich auf Christine Lagarde an der Spitze der EZB, da man von ihr zumindest eine Fortsetzung der lockeren Draghi-Politik erwartet. Aber nun werfen wir einen Blick auf ihr bisherige Tätigkeit. Vor gar nicht mal so langer Zeit hat der IWF unter Lagarde Argentinien überschüttet mit einem gigantischen Hilfskredit über insgesamt 57 Milliarden US-Dollar, der in Tranchen ausgezahlt wird. Und das ging relativ einfach.

Der konservative Präsident aus Buenos Aires fragte an, und bekam (so sieht es zumindest aus) relativ problemlos das Geld. Sonst wäre Argentinien wohl richtig zusammengebrochen. Aber auch mit diesem Kredit hat sich die Lage für die Menschen im Land kaum gebessert! In diesem Fall kann man wohl vermuten, dass Christine Lagarde nicht als IWF-Bankerin, sondern eher in einer politischen Dimension dachte, nämlich dass man das Land stabilisieren müsse. Man vergesse nämlich auch bitte nicht: Die Vorgänger-Regierung in Argentinien hatte dem IWF und die bösen Investoren in New York das Schmoren im ewigen Höllenfeuer gewünscht, um es mal so klar auszudrücken.

Im Jahr 2013 äußerte sich Christine Lagarde beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole sehr positiv über Maßnahmen wie Anleihekäufe durch Notenbanken. Sie sprach damals von unkonventioneller Geldpolitik, welche die Welt vor einer großen Depression gerettet habe. Zwar vorsichtig im Ton, aber dennoch aufgeschlossen, zeigte sie sich vor Kurzem auch beim Thema Moderne Geldtheorie, wo Staaten kräftig die Druckerpresse anschmeißen sollen, um möglichst für Vollbeschäftigung zu sorgen und Rezessionen zu verhindern.

Im Jahr 2013 gab der IWF unter der Leitung von Christine Lagarde offiziell zu, dass die von EU und IWF verlangten Sparmaßnahmen für Griechenland zu hart gewesen waren. Auch habe man überschätzt, wie stark Griechenland in der Lage gewesen sei Wirtschaftsreformen umzusetzen usw. Und der IWF warb für einen griechischen Schuldenschnitt, um die langfristigen Finanzen des Landes tragfähiger zu gestalten.

Ausblick auf die nächste Krise

Addiert man solche Vorgänge aus der Vergangenheit zusammen, könnte man zu dem Schluss kommen: Christine Lagarde wird in oder noch rechtzeitig vor der nächsten Krise in Europa dazu übergehen massiv auf die Geldpumpe zu drücken, und die Zinsen noch weiter zu senken. Man vergesse bitte nicht. Lagarde ist Politikerin, war vorher jahrelang Finanzministerin in Frankreich. Und man sollte auch beachten: Seit gut einem Jahr hat die EZB mit Luis de Guindos einen neuen Vize-Präsidenten. Er ist ebenfalls Politiker. Er war Finanzminister in Spanien!

Zwei Politiker, eine aus Frankreich, einer aus Spanien, an der Spitze der EZB. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sie bei der nächsten Krise nicht wie Notenbanker, sondern wie Politiker denken und handeln. Sie könnten also wie Mario Draghi oder sogar noch drastischer an die Rettung der Konjunktur denken, obwohl ihr Auftrag eigentlich nur die Preisstabilität in der Eurozone umfasst. Kredite an Banken über die TLTRO´s vergeben, den Leitzins ins Negative senken, den Banken-Einlagensatz noch tiefer als -0,40% senken, noch mehr Staatsanleihen und Unternehmensanleihen aufkaufen – das könnte dann alles auf der Agenda stehen! Auch könnte Lagarde vielleicht noch ganz neue Wege gehen und am Markt noch andere Assets aufkaufen? Und man denke nochmal zurück an die Griechenland-Krise.

Damals half die EZB dem Land und seinem nationalen Bankensystem massiv über sogenannte ELA´s. Das sind vereinfacht gesagt Dispo-Kredite von Notenbanken für Geschäftsbanken. Sie gingen sogar hoch bis auf 100 Milliarden Euro, weil die Griechen in Panik die Geldautomaten stürmten, und die Banken Liquiditätslücken füllen mussten. Auch dieses Vehikel könnte in der nächsten Krise massiv genutzt werden.

Christine Lagarde wird neue EZB-Präsidentin
Christine Lagarde. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0



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2 Kommentare

  1. Das hat sie doch bereits schon vor langer Zeit angekündigt: „taxing times„.

  2. Der einzige Vorteil: JE KRASSER DIE EINGRIFFE, DESTO SCHNELLER DAS BITTERE ENDE.

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