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Fed: Das rollende QE-Programm

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Wer hätte das gedacht?! Die Fed startet noch vor der EZB ein neues QE-Programm. Das Volumen der Geldschöpfung ist ebenso atemberaubend, wie ihr Tempo. Nicht weniger erstaunlich ist die Tatsache, dass die US-Notenbank die Öffentlichkeit über den Charakter ihre Aktivitäten dreist belügt.

Fed: Das QE, das keines sein darf

Im Anschluss an die jüngste Zinssitzung sagte der Fed-Chef Jerome Powell bezüglich eines möglichen QE-Programms: „Wir könnten die Bilanzsumme wieder ausweiten, wenn dies nötig werden sollte“. Wer hätte gedacht, dass dies noch während Mr. Powell sprach, schon geschah?

Im Zuge der Liquiditätsengpässe am US-Geldmarkt hatte die Federal Reserve ihre Bilanz in der vergangenen Woche um 75 Mrd. US-Dollar ausgeweitet. Für diese Woche hat sie eine weitere Aufblähung ihrer Bilanz angekündigt. Am Freitag dieser Woche wird die Bilanzausweitung bereits 165 Mrd. Dollar betragen. Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie inbrünstig die Fed die Notwendigkeit weiterer geldpolitischer Lockerungsschritte zuletzt abstritt, weil ja angeblich alles so toll laufe in der US-Wirtschaft. Jetzt hat die US-Notenbank plötzlich sogar die EZB in Sachen QE im Volumen und in der Geschwindigkeit rasant überholt. Mengenmäßig werden die Amerikaner bereits bis Ende dieser Woche so viel Geld gedruckt haben, wie die EZB ab 1. November für siebeneinhalb Monate geplant hat.

Erstaunlich ist, dass die Geldpolitiker aus Washington in Person von Loretta J. Mester vehement leugnen, eine mengenmäßige geldpolitische Lockerung durchzuführen, nichts anderes bedeutet ja QE, also Quantitative Easing, übersetzt.

QE-Realitätscheck

Machen wir also den Realitätscheck: Fakt ist, dass die Fed erstmals letzten Dienstag Dollars in den US-Geldmarkt gepumpt hat. Konkret waren es am 17. September 53 Mrd. US-Dollar. Doch woher kam das Geld und warum hat es die Bilanz der Fed aufgebläht? Die Fed hat das Privileg, US-Dollars digital per Mausklick aus dem Nichts zu erschaffen, wie jede andere Notenbank heutzutage auch. Wenn eine Zentralbank dies tut, dann baut sie bilanztechnisch eine Forderung in der Höhe des neu geschaffenen Geldvolumens gegen sich selbst auf. Es entsteht dadurch eine Position auf der Passivseite der Bilanz. Mit diesem, aus dünner Luft erzeugten Geld, kann die Notenbank zum Beispiel Staatsanleihen der eigenen Regierung von Banken aufkaufen oder vorübergehend in Pension nehmen. Diese Wertpapiere würden dann auf der Aktivseite der Notenbankbilanz als Gegenstück zu der Dollarforderung gegen sich selbst gebucht. Die Bilanzsumme hätte sich also durch diese Offenmarkttransaktion erhöht (QE).

Indem die Fed also z. B. heute erneut 75 Mrd. US-Dollar in den Geldmarkt pumpt erhöht sie zunächst die Passivseite der Bilanz. Als Ausgleich erhält sie von den Marktteilnehmern Staatsanleihen als Sicherheit (Wertpapierpensionsgeschäft). Die erzeugten Dollars stehen dem Repo-Markt aber nur über Nacht zur Verfügung. Würde die Fed diese Transaktion also nicht verlängern (rollieren bzw. revolvieren), würde die Bilanzsumme wieder schrumpfen. Nun hat die Fed aber für die kommenden Tage bis einschließlich Montag die Fortführung dieser Marktunterstützung angekündigt. Darüber hinaus hat sie für Montag, Donnerstag und Freitag längerfristige Liquiditätsspritzen mit den Ablaufterminen 08., 10. und 11. Oktober angekündigt. Die dafür hinterlegten Staatsanleihen bleiben also bis mindestens dahin auf der Bilanz der Fed. Solange diese Offenmarktintervention anhält, ist die Bilanz der Fed aufgebläht und es handelt sich ergo um ein QE, wenn auch ein Außerordentliches.

Fazit

Die Fed ist gerade dabei, ihre Reputation im Eilzugtempo zu beschädigen. Man war es ja schon gewohnt, dass die Damen und Herren Gouverneure mit ihrer Verbalakrobatik eher Desinformation als Information betreiben, aber die Art und Weise der jetzigen Lügerei und sinnfreien Dementis grenzt schon an Schizophrenie. Man kann nur hoffen, dass die „Währungshüter“ ihre eigenen Unwahrheiten nicht glauben. Es wird spannend, zu beobachten, wie lange diese Posse noch andauert. Oder glauben die US-Notenbanker tatsächlich, dass sie ihren Spagat zwischen Schönwetter-Rhetorik und der Realität auf ewig durchhalten können? Die Bank of Japan muss ihr schon seit letztem Oktober zur Seite springen, um die Verkaufswelle amerikanischer Staatsanleihen aus den Beständen der Peoples Bank of China aufzufangen. Aber der sich verschärfenden heimischen Liquiditätsklemme muss die Fed in Bälde selbst ein reguläres QE entgegensetzen.

Beispielfoto eines FOMC-Meetings der Fed

Beispielfoto eines FOMC-Meetings der Fed.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Michael

    23. September 2019 20:21 at 20:21

    Ich finde es nicht sonderlich erstaunlich, dass die US-Notenbank die Öffentlichkeit über den Charakter ihrer Aktivitäten dreist belügt. Ein Land, das den größten Lügner aller Zeiten im Amt des Staatspräsidenten und somit des größten Vorbildes für Kinder, Bürger und Unternehmen hält und unterstützt, dürfte über solche Kleinigkeiten generös hinwegsehen.

    Denn wie war heute so schön über Deutschland zu lesen: Die flächendeckende Verdummung eines ganzen Volkes, andere Länder sind nicht so verblödet…

    • Avatar

      EI HESU

      23. September 2019 22:26 at 22:26

      @ Michael: Und wir BRDler haben Merkel als Vorbild.
      Was sagt das über uns aus?

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Milliardengrab Kapitalexport – die dummen deutschen Auslandsinvestitionen

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Friedhof als Symbol - grottige Rendite auf den deutschen Kapitalexport

Das ifo-Institut ist auch nach dem Ausscheiden von Hans-Werner Sinn bekannt für seine klaren Worte in Sachen Ökonomie. Aktuell äußert man sich zum „Milliardengrab Kapitalexport“. Wie man ja weiß – Deutschland als Volkswirtschaft produziert Jahr für Jahr gigantische Milliardenüberschüsse im Außenhandel. Man exportiert also viel mehr, als dass man importiert. Netto fließt daher ständig Geld aus dem Ausland nach Deutschland. Was macht man in Deutschland? Fließt das Geld etwas in Dax- und MDax-Werte? Nein, da sind ausländische Eigentümer zu großen Teilen die Halter der Aktien. Deutschland schickt seine Überschüsse lieber raus in die Welt, und lässt sie dort arbeiten.

Kapitalexport grottig schlecht angelegt

Gewinnbringend? Ja, mag sein. Aber die Renditen sind doch ziemlich mau. Nicht nur, dass Deutschland (als Ganzes betrachtet) mit seinen Geldanlagen daheim schlechter fährt als ausländische Anleger in ihren Heimatländern. Laut aktueller Aussage des ifo-Instituts (siehe folgendes Video) sind auch die gigantischen Auslandsinvestitionen der deutschen Handelsbilanzüberschüsse ziemlich erfolglos angelegtes Geld! Deutschland als Land mit Demografieproblemen lege zum Beispiel sein Geld vor allem in Ländern an, die ebenfalls ein Demografieproblem hätten. Nur 12% seien in Schwellenländern (mit Bevölkerungswachstum) investiert.

Deutsche Auslandsinvestments würden auch nach Anlageklassen sortiert (Aktien, Anleihen) schlechter abschneiden als die Investments andere Anleger. Außenhandelsüberschüsse finden sich auch in Gewinnen deutscher Konzerne wieder, mit denen dann im Ausland Übernahmen finanziert werden. ifo nennt hier zum Beispiel die Übernahmen von Monsanto durch Bayer, oder die von Chrysler durch Daimler als gescheiterte Beispiele von deutschem Kapitalexport. Auch denke man bitte an die Landesbanken-Investitionen in US-Immobilien auf dem absoluten Hoch kurz vor dem Crash im Jahr 2008.

Abschreibungen senken die Gesamtrendite

Nur drei Beispiele, die allesamt zu Wertberichtigungen auf diese Geldanlagen führten. Daher wohl auch unterm Strich eine so schwache Rendite bei deutschen Auslandsinvestitionen. Deutsche Konzerne und große Geldsammelstellen (und auch Landesbanken) haben offenbar ein Talent im Ausland auf dem Höhepunkt von Trends einzusteigen, kurz bevor der Markt einbricht. Und auch hat man offenbar das Talent große Übernahmen zu stemmen, die sich als überteuert oder gleich ganz als Debakel erweisen. Kapitalexport sei vielleicht nicht die beste Idee um die deutschen Überschüsse anzulegen, so ifo im folgenden Video. Es sei vielleicht sinnvoll eine gesellschaftliche Debatte zu starten, ob man die Überschüsse sinnvoller im Inland investiert. Den kompletten hochinteressanten Vortrag über 90 Minuten finden Sie beim Klick an dieser Stelle. Oder schauen Sie kurz zusammengefasst hier das vierminütige Video.

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Anleihen

Anleiherenditen: Deutlicher Move nach oben, aktuelle Emission gut überzeichnet

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Im August fanden die Renditen deutscher Staatsanleihen ihren Tiefpunkt. Die zehn Jahre laufenden Bundesanleihen notierten bei -0,71%, heute sind es -0,24%. Die zwei Jahre laufenden Bundesobligationen notierten im August im Tief bei -0,92, heute sind es -0,63%. Die beiden Charts zeigen die Verläufe der beiden Anleiherenditen in den letzten zwölf Monaten.

Anleiherendite 10 Jahre

Anleiherenditen 2 Jahre

Auch in den aktuellen Emission neuer Anleihen zweigt sich der Aufwärtsdrang bei den Anleiherenditen. Heute hat der Bund frische zwei Jahre laufende Bundesschatzanweisungen herausgegeben. Laut offiziellen Daten liegt die Emissionsrendite bei -0,62%. Noch vor vier Wochen bei der vorigen Emission lag die Rendite bei -0,70%.

Und aktuell bleibt die Nachfrage mehr als robust. Bei einem heutigen Angebot von 5 Milliarden Euro fragten die institutionellen Anleiheinvestoren 7,47 Milliarden Euro nach. Seit 1. November hat die EZB wieder begonnen für 20 Milliarden Euro pro Monat Staatsanleihen aus der Eurozone aufzukaufen. Das sollte vermehrt für Kaufdruck und fallende Renditen sorgen? Aber nein, seit Ende Oktober ist die zehnjährige Rendite von -0,41% auf jetzt wie gesagt -0,24% gefallen.

Bei -0,62% in der zweijährigen Laufzeit ist es für „normale Anleger“ auf institutioneller Basis lohnenswerter -0,50% Strafzins für Kontoguthaben bei der Bank abzudrücken, weil die ja den EZB-Strafzins an große Einleger in der Regel weiterleitet. Also kommen für den Überhang bei der heutigen Emission für zwei Jahre Laufzeit Anleger in Frage, die Kursspekulanten sind. Man kauft heute zum Kurs von 101,29% (Anleihekurse notieren in Prozentpunkten), und hofft auf einen Kursgewinn (fallende Rendite). Aber die Renditen steigen ja seit Wochen. Also? Hoffen die Zocker, dass sie am freien Anleihemarkt jetzt doch noch höhere Kurse bekommen, wenn die EZB als getriebener Käufer auftritt, der Monat für Monat Geld loswerden will/muss?

Wer kaufen muss, zahlt natürlich höhere Preise als nicht getriebene Spekulanten. Aber dann würden die Renditen an freien Markt fallen. Noch jedenfalls sieht es nicht nach fallenden Anleiherenditen aus. Grund dafür sind besser als erwartete Konjunkturdaten. Daher sinken die Erwartungen an weitere Zinssenkungen. Auch haben viele Anleiheinvestoren mit weiteren Senkungen gerechnet und waren Long in Anleihen, weil sie glaubten die Renditen würden weiter fallen. Aber damit wurden sie auf dem falschen Fuß erwischt.

By the way… auch heute macht der Bund mit dieser Emission mal wieder einen fetten Gewinn, ohne etwas tun zu müssen. Den Staatshaushalt sanieren auf Kosten der Sparer und Anleger, das geht, einfach so. Da ist es kein Kunststück als Finanzminister die „Schwarze Null“ zu halten. Alleine heute war es per sofort ein Gewinn von 52 Millionen Euro für den Bundeshaushalt.

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Anleihen

Irre oder normal? Anleihemarkt stuft Griechenland solventer ein als Italien

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Akropolis in Athen - Symbolbild für Griechenland

Wie bitte? Griechenland soll finanziell gesünder da stehen als Italien? Kann das sein? Die Rendite für Anleihen ist quasi der Gradmesser dafür, wie hoch alle Teilnehmer am Kapitalmarkt als große „Crowd“ die Wahrscheinlichkeit einschätzen, dass ein Land einen Zahlungsausfall hinlegt – also eine Staatspleite, durch welche die Rückzahlung von Anleihen entfällt. Je höher die Rendite, desto größer die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall. Denn es ist wie im normalen Leben. Risiko muss bezahlt werden. Soll ein Investor zum Beispiel griechische Anleihen kaufen, und ist der Meinung, dass das Risiko einer Staatspleite gerade steigt, dann wird er nur kaufen, wenn er dafür auch einen Risikoaufschlag erhält in Form einer höheren Rendite auf sein eingesetztes Kapital. Der Kurs der Anleihe fällt, die Rendite steigt.

Griechenland mit geringerer Rendite

Gestern lag die Rendite für griechische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit nur noch bei 1,18%. Gleichzeitig lag die Rendite für zehn Jahre laufende italienische Staatsanleihen bei 1,20%. Heute Vormittag lag Italien bei 1,30% und Griechenland bei 1,28%. Derzeit schwanken die Renditen hin und her, und Griechenland notiert etwas über Italien. Aber zeitweise stand Griechenland am Anleihemarkt also solventer da als Italien. Vereinfacht kann man derzeit von einem gleich hohen Niveau sprechen.

Der gigantische 86 Milliarden Euro Schuldenberg, mit dem Griechenland durch die Europartner gerettet wurde, ist nicht etwas abbezahlt worden. Nein, er ist noch da, die Staatsschulden Griechenlands sind dadurch noch weiter gestiegen. Es wird nur nicht darüber berichtet. Positiv für die Griechen ist wohl, dass man seit einiger Zeit zurück ist am freien Anleihemarkt, dass man seit geraumer Zeit keine Chaosmeldungen präsentiert, und dass es eine neue konservative Regierung gibt – die nach außen natürlich vertrauensbildender auf den Kapitalmarkt wirkt als die vorige linke Regierung Tsipras. Im folgenden Chart sieht man, wie die griechische Anleiherendite in den letzten vier Jahren dramatisch gesunken ist. Es geht also nicht nur um aktuelle Ereignisse, sondern offenbar um eine grundlegende Beruhigung in der Betrachtung der griechischen Solvenz. Keine schlechten Nachrichten mehr, Rettungsprogramm „erfolgreich verlassen“, also alles gut?

Italien

Und Italien? Die Rechtspopulisten sind zwar nicht mehr an der Regierung. Aber bei den Wahlumfragen dürfte es womöglich nur bis zur nächsten offiziellen Wahl dauern, bis sich das Chaos in der italienischen Politik wieder erhöht. Bankenkrise und die Rezession in der Industrie sind aktuelle Probleme, aber derzeit nicht wirklich im Fokus der Weltöffentlichkeit. Wie sieht denn der Vergleich zwischen den beiden Ländern aus? Wir schauen hier mal auf die Arbeitslosenquote (die offiziellen Quoten!), und auf die Staatsverschuldung. In Italien ist die Staatsverschuldung (folgende Grafik) auf zuletzt 134,8% in Relation zum BIP angestiegen. Bis kurz vor der Finanzkrise waren es 100%.


source: tradingeconomics.com

In Griechenland liegt die Schuldenquote derzeit bei 181,2%. Kurz vor der Finanzkrise lag man knapp über 100%, grob vergleichbar mit Italien. Also haben sich die griechischen Schulden in Relation zum BIP deutlich stärker entwickelt als in Italien. Trotzdem ist die Lage in Italien in Relation zu dem meisten anderen EU-Ländern dramatisch. Nur ist im Lauf der Jahre ein Gewöhnungseffekt eingetreten. Ist halt so, was sollen wir dagegen schon machen?


source: tradingeconomics.com

In Italien liegt die Arbeitslosenquote (die offizielle!) derzeit bei 9,7%. Vor der Finanzkrise waren es 6%, und auf dem Höhepunkt 2014 waren es 13%. Im Chart sieht man den Verlauf seit 80er-Jahren.


source: tradingeconomics.com

In Griechenland liegt die offizielle Arbeitslosenquote (folgender Chart seit den 90ern) derzeit bei 17,2%. Vor der Finanzkrise waren es unter 10%, und im Höhepunkt 2013 waren es sage und schreibe 27%. Eine Erholung ist eingetreten, zweifellos. Aber 17,2% Arbeitslosigkeit (real tatsächlich wohl weit über 20%?) ist immer noch extrem hoch! Auch die Schuldenquote ist dramatisch höher als in Italien. Bei einer erneuten echten Konjunkturkrise (läuft ja bereits an?) könnten beide Länder ins Straucheln geraten. Die Renditen könnten/sollten dann zügig steigen. Positiv ist zu vermerken: Die Europartner hatten alleine mit dem letzten Rettungspaket 86 Milliarden Euro nach Athen gepumpt. Bei erneuten Problemen wird man wohl kaum auf die buchhalterische Forderung verzichten wollen (Staatspleite abwenden), und dann erneut retten, mit frischen Euros?

Bei Italien würde man wohl einfach alle drei Augen zudrücken. Maastricht mal ein paar Jährchen komplett ausblenden, kräftiges Schuldenmachen zulassen, vielleicht noch mit irgendeiner Art Garantie aus Brüssel? Läuft schon irgendwie alles weiter. Der Kapitalmarkt ist ja bereits tiefenentspannt bei diesen winzigen Renditen. Positiv für Athen und negativ für Rom darf man auch noch folgenden Umstand werten. Der griechische Anleihemarkt ist in Relation betrachtet relativ klein, und ein bedeutender Teil der Schulden liegt in den Händen von Europartnern. Rom muss sich ohne Rettungsprogramme seit Jahren durchgehend am freien Anleihemarkt finanzieren… ach ja, wir vergaßen… die EZB als großer Aufkäufer war ja seit Jahren auch in Rom helfend zur Stelle (das darf man nicht Staatsfinanzierung nennen). Und ja, seit einer Woche hat die EZB ja ihr neues Anleihekaufprogramm gestartet. Wieder neue Nachfrage von diesem gigantisch großen Akteur sorgt natürlich auch für Abwärtsdruck bei den Renditen.


source: tradingeconomics.com

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