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Fed: FOMC-Protokoll – Headlines: keine Andeutung von 0,5%-Zinsanhebung, aber Betonung starker Inflation

Fed und FOMC-Prokoll - Zinsen und Bilanzreduzierung

Hier die wichtigsten Aussagen aus dem FOMC-Protokoll (das sich auf die letzte Fed-Sitzung vom 25./26.Januar bezieht) – bei der Veröffentlichung des letzten FOMC-Protokolls am 05.Januar diesen Jahres haben die Märkte realisiert, dass die Fed es ernst meint mit ihrer hawkishen Wende)..

Das Protokoll im Wortlaut finden Sie hier..

– Anleihekäufe sollten bald beendet werden: „In light of elevated inflation pressures and the strong labor market, participants continued to judge that the Committee’s net asset purchases should be concluded soon.“

– Berichte über breitflächige Inflation: „Participants‘ contacts reported continued widespread input cost pressures“

– Anleihekäufe sollten im März enden:
„Most participants preferred to continue to reduce the Committee’s net asset purchases according to the schedule announced in December, bringing them to an end in early March“

– einige Teilnehmer für früheres Ende: „A couple of participants stated that they favored ending the Committee’s net asset purchases sooner to send an even stronger signal that the committee was committed to bringing down inflation.“

– Inflation höher als von FOMC erwartet: „Participants remarked that recent inflation readings had continued to significantly exceed the Committee’s longer-run goal and elevated inflation was persisting longer than they had anticipated..“

– Inflation auch durch sehr starke Nachfrage: „Some participants commented that elevated inflation had broadened beyond sectors most directly affected by those factors, bolstered in part by strong consumer demand“

– Bilanzreduzierung: auf Januar-Sitzung noch keine Entscheidung getroffen: “While no decisions regarding specific details for reducing the size of the balance sheet were made at this meeting, participants agreed to continue their discussions at upcoming meetings.“

Marktreaktion: Dollar schwächer – weil keine Erwähnung einer 0,5%-Zinsanhebung – US-Futures auch leicht höher. Dennoch wird klar, dass der Inflationsdruck extrem stark ist aus Sicht der Fed!
Wichtig: im Januar war die Erwartung der Märkte, dass die Fed die Zinsen sogar um 0,5% anheben könnte, kaum vorhanden. Das hat sich erst mit den letzten Inflationsdaten von 7,5% als reale Wahrscheinlichkeit etabliert! Dass die Fed also im Protokoll aus dem Januar nicht andeutet, einen 0,5%-Zinsschritt machen zu wollen, ist daher eigentlich logisch. Mal sehen, wann die Märkte das „durchholen“..



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7 Kommentare

  1. Kein Wort von Geldentzug also mal wieder .. weil es nicht mehr funktioniert … irgendwie Endspiel und keiner will es sehen

    Der Teil ist das beste :

    „A couple of participants stated that they favored ending the Committee’s net asset purchases sooner to send an even stronger signal that the committee was committed to bringing down inflation.“

    Ende Januar wollen sie die Käufe früher enden lassen, vor Mitte März ….

    Ob jetzt 6 Wochen oder 4 Wochen .. macht den Käs doch nimmer fett

    1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

      Der Markt(Dow Jones) schießt sofort um 400 Punkte nach oben, weil die FED die Zinsen auf unbestimmte Zeit unter der Inflationsrate belässt.

      Die wichtigste Angst der Märkte sind Zinsen – über der Inflationsrate. Denn dann würden Anleihen als Alternative zur Aktie taugen und davor fürchtet man sich.

  2. FMW behind the curve?
    Niemand will je die Zinsen anheben.
    Lautes Geklappere.
    Nix dahinter.

    1. @Macwoiferl, das haben hier manche auch in Sachen Tapering gesagt. Gekommen ist es dann doch – so wie auch die Zinsanhebungen!

      1. @Herr Fugmann es kommt auf den Wirkungsgrad an nicht auf die
        Worthülsen. Von der Grundtendenz hat Macwoiferl m.E. recht.
        Das Tapering ist ein laues Lüftchen oder ein leiser F. Der Markt
        reagiert, die FED sagt BALD. Sie können einfach nicht mehr so
        wie sie wollen (die Notenbanken).

  3. Einige Gurus meinen sowieso Tapering sei gefährlicher für die Märkte als höhere Zinsen.Klar haben sie jetzt Angst vor jeder kleinen Verschlechterung der Finanzkonditionen.Etwas was schon passiert ist, Hypozinsen von 3%auf 4% ( +33%) wird das Budget schon mächtig schmälern ohne im Index zu erscheinen.
    Höhere Zinsen,höhere Wohnkosten, höhere Energiekosten, höhere Zinsen für Zombis, wenn das keine kräftige Rezession auslöst können sie mich Dr.Dr. Fratzscher nennen.

  4. Die aktuelle Situation (17.02.22) im Fed Watch Tool der CME deutet auf eine Zinsanhebung von 25 Basispunkten im März hin.

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