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Fonds: 2020 – ein Leidensjahr für die aktive Branche

Wolfgang Müller

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Ein Börsenjahr befindet sich auf der Zielgerade, welches jeden aktiven Aktieninvestor wie Fonds vor nahezu unbeherrschbare Timingprobleme gestellt hat: Extreme Euphorie zu Jahresbeginn, ein Pandemie-bedingter Einbruch in einen Bärenmarkt in Rekordzeit, aber eine ebenso ungewöhnlich schnelle Rückkehr in einen neuen Bullenmarkt, das viel zitierte Aktien-V. Und jetzt zum Jahresende schon wieder eine euphorische Stimmung, wie sie im Januar geherrscht hat. Viele aktive Fonds haben die permanenten Stimmungswechsel falsch eingeschätzt und gehandelt, liegen also hinter ihrer Benchmark zurück. Was bedeutet dies für das Jahresfinale?

Fonds und die Achterbahnfahrt an den Börsen

Das erste Halbjahr war für die Masse der aktiven Fonds nicht geeignet, mit der Performance der Märkte mitzuhalten. Zwar war eine kommende Korrektur im Januar unübersehbar. Aber wie schnell und wie kurz war diese? Wer konnte ahnen, dass es in nur 34 Tagen beim Dax um knapp 40 Prozent und im Weltleitindex um 33 Prozent nach unten gehen würde, aber bereits am 35. Tag schon wieder um etwa 10 Prozent nach oben? Das alles trotz eines fast globalen Lockdowns, aber zwischen April und Anfang Juni waren die Kurse schon wieder über 80 Prozent nach oben geschnellt – ein neuer Bullenmarkt, wer konnte so etwas antizipieren?

Aber der November 2020 setzte sogar ein weiteres Extrem darauf. Nach einer Wahl-Short Squeeze plötzlich die Impfstoffmeldung durch BioNTech/Pfizer, die in der Folge eine Branchenrotation ausgelöst hat, von ungeahntem Ausmaß. Sich aufschaukelnde Meldungen führten zu einem Novemberanstieg bei den Indizes, den es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat.

Das alles hat Spuren in den Depots der aktiven Fonds hinterlassen. Eine Auswertung der Bank of America ergab:

Es gelang im Monat November nur 14 Prozent der Large-Cap-Kernfonds, den Russell 1000 Index zu übertreffen, was die drittniedrigste Monatsquote seit 1991 bedeutet. Man hatte die Branchenrotation einfach nicht schnell genug umsetzen können, den Wechsel von Growth zu Value.

Ein Großteil der aktiven Fonds rennt der Benchmark wieder hinterher. Weil man einfach weiter an eine Outperformance der Wachstumstitel geglaubt hatte. Was bedeutet sich für die bisherige Perfomance der aktiven Portfoliomanager?

Natürlich einen weiteren Rückschlag, nachdem man zunächst die Rally der Corona-Profiteure (Amazon, Apple und Co) zum Teil verpasst hat, jetzt auch den Wechsel infolge der Branchenumschichtung. Laut BoFA lagen bis Ende November nur 20 Prozent der aktiven Fonds vor der Benchmark, gegenüber September, als es noch 27 Prozent der Fondsmanager gelungen war. Aber wie viele Fonds müssen erst richtig unter Wasser stehen?

In vielen Fonds wurde BigTech einfach übergewichtet, aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus, und auch gespeist aus Zweifeln darüber, dass die wirtschaftliche Erholung tatsächlich so schell vonstatten gehen kann. Und zusätzlich, ob die Wirksamkeit einer Impfung mit all den logistischen Problemen tatsächlich das Corona-Problem so rasch lösen wird. Jetzt sind es nur noch wenige Tage/Wochen, um einen Rückstand aufzuholen. Ausgerechnet zu einer Zeit, in der die viel beachteten Indikatoren geradezu nach einer Korrektur schreien.

Aber eigentlich ist man doch schon hoch investiert, all-in, wie allgemein festgestellt?

Die letzte Umfrage „Global Fund Manager Survey“ – Full Bull

In der letzten Umfrage der Bank of America zeigte sich ein großer Sprung in der Investionsquote der großen Fonds, die immerhin ein Anlagevolumen von über 600 Milliarden Dollar repräsentieren. Die Allokation in Aktien zeigte eine Nettoübergewichtung von 46 Prozent, das höchste Niveau seit Januar 2018. Die Cashquote war zuletzt von 4,4 auf 4,1 Prozent gesunken. Unterhalb von vier Prozent bedeutet dies aus der Sicht der Behavioral Finance ein klar bearishes Signal.

Die Umfrage signalisierte die größte bullishe Ausrichtung der Fondsmanager des Jahres 2020, mit dem größten Konjunkturoptimismus, seit 20 Jahren.

Das Fazit des Chefstrategen der Bank, Michael Hartnett: „Investoren sind zu begeistert von Coronavirus-Impfstoffen und sollten stattdessen die Nachrichten verkaufen.“

Klingt einfach für einen Fondsmanager, der seine Schäfchen für das Jahr schon ins Trockene gebracht hat. Nicht für den, dessen Stuhl wackelt, außerdem ist der Aktienmarkt um ein Vielfaches größer, als das, was die befragten Fonds verwalten. Beim S&P 500 geht es in der Summe bereits um den Betrag von sagenhaften 33 Billionen Dollar.

Fazit

Aus den obigen Daten ergeben sich zwei Erkenntnisse: Erstens, es ist und bleibt schwer den Markt mit einer aktiven Titelauswahl zu schlagen, zu schwierig ist es selbst mit Algorithmen das Prinizip des Selbstreferentiellen an der Börse auszuhebeln. Die rasche Einpreisung von Erwartungen durch Beobachter, die zugleich Akteure in einem sozialen System sind. Zweitens hat der Markt mit den billigen passiven Investmentfonds, den Exchange Traded Funds (ETFs), für einen extremen Druck bei den aktiv verwalteten Fonds gesorgt, eine Outperformance zu erzielen. Was in einem Jahr noch möglich ist, wird durch den Zinseszinseffekt nach einer Dekade immer schwerer. Aktive Investmentfonds haben jährliche Kosten bis zu zwei Prozent, das zehrt am Kapitalstock, der Effekt für die Passiven vergrößert sich von Jahr zu Jahr.

Ergo: Die zahlreichen Underperformer der Szene sitzen auf heißen Kohlen. Sie müssen auf einen billigeren Einstieg in den nächsten Tagen hoffen. Und wenn er nicht kommt..? Dann stünde man mit einer schlechten Jahresperformance in den unbarmherzigen Vergleichslisten und hat vermutlich auch nicht die Titel im Portfolio, die im November zu laufen begonnen haben. Ich habe schon in mehreren Artikeln auf diese Psychofalle der aktiven Fonds hingewiesen, deshalb meine frühen Hinweise auf ein mögliches Window Dressing im finalen Abschnitt.

Für Fonds war 2020 bisher kein gutes Jahr

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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