Gas

Deutschland liefert Strom Frankreich liefert erstmals Gas direkt nach Deutschland

Deutschland hilft Frankreich bei seinem Strom-Mangel. Und nun wird Frankreich erstmals direkt Gas nach Deutschland liefern.

Verlegung einer Gas-Pipeline

Die Gasspeicher in Deutschland sind fast randvoll gefüllt, dass Speicherziel der Bundesregierung von 95 Prozent Füllstand zum 1. November wurde jetzt erfüllt. Um sich noch breiter ohne russisches Gas aufzustellen, will Deutschland in Windeseile eigene LNG-Importkapazitäten aufbauen. Aber dies und andere Maßnahmen reichen nicht aus. Daher ist diese aktuelle Meldung ein weiterer Baustein, der in Sachen Energiesicherheit für den Winter helfen soll. Deutschland rettet Frankreich bei seiner derzeitigen Stromknappheit – und Frankreich wiederum hilft uns jetzt erstmals mit direkten Gaslieferungen.

Der französische Gasnetzbetreiber GRTgaz hat heute zum ersten Mal damit begonnen Gas direkt nach Deutschland zu leiten, so berichtet es aktuell Bloomberg. Damit löst Frankreich das Versprechen ein, zur Entschärfung der Brennstoffkrise auf der anderen Rheinseite beizutragen, während Berlin Frankreich bei der Bewältigung seines Stromerzeugungsdefizits unterstützt.

Nach Abschluss der Arbeiten, die die Umkehrung der bisher westlich verlaufenden Ströme an der deutsch-französischen Grenze ermöglichen, fließt das Gas nun Richtung Osten, teilte GRTgaz in einer Erklärung mit. Der Netzbetreiber hat eine Ausschreibung für eine anfängliche Kapazität von 31 Gigawattstunden pro Tag eröffnet, die zu einem späteren, nicht näher bezeichneten Zeitpunkt auf bis zu 100 GWh pro Tag ansteigen kann, sobald logistische Beschränkungen aufgehoben sind.

„Das ist das erste Mal, dass Frankreich Gas direkt nach Deutschland liefert“, sagte Thierry Trouve, Vorstandsvorsitzender von GRTgaz vor Journalisten. „Im Falle eines normalen Winters sind wir einigermaßen optimistisch, dass wir die Nachfrage in Frankreich decken, die Stromerzeugung unterstützen und die europäische Solidarität gewährleisten können.“ Das wäre auch in einem kalten Winter möglich, wenn die Verbraucher ihren Verbrauch einschränken, sagte Trouve.

Die neue Kapazität in Richtung Deutschland ist Teil einer Vereinbarung zwischen dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz, um die Risiken von Energieengpässen zu verringern. Russland kürzt die Brennstofflieferungen nach Europa, wovon Deutschland besonders betroffen ist, während die Electricite de France mit einer geringeren Verfügbarkeit ihrer Kernkraftwerke als üblich zu kämpfen hat. Als Teil des Abkommens hat Deutschland zugestimmt, die Abschaltung von zwei seiner drei verbleibenden Atomreaktoren über das Jahresende hinaus zu verschieben.

Nach Angaben des GRTgaz-Chefs würden die Lieferungen von 100 GWh pro Tag etwa einem Zehntel der täglichen Flüssiggaseinfuhren Frankreichs über die vier Terminals des Landes entsprechen. Frankreich importiert den Brennstoff auch über Pipelines aus Norwegen und gelegentlich aus Spanien.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Davon bekommt Deutschland über Frankreich und über das Saarland dann Gas geliefert.
    Es kostet zwar irgendetwas zwischen 4 bis 9 mal so viel als es als Pipelinegas aus Russland direkt kosten würde, aber Deutschland hat doch den „Doppelwumms“.

    Spanien gehört im September weltweit zu den größten Abnehmern von Russischem Gas

    https://nachrichten.es/spanien-gehoert-im-september-weltweit-zu-den-groessten-abnehmern-von-russischem-gas/

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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