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GameStop: Warum die Aktie erneut explodieren und Hedgfonds killen könnte

Die Aktie von GameStop war einige Wochen ein großes Thema nicht nur an den Finanzmärkten, sondern schließlich auch in der Politik mit einem Untersuchungsausschuß im US-Kongreß – nicht zuletzt weil Hedgefonds zu kippen drohten. Ist die Manie bei Aktien wie GameStop oder AMC nun vorbei?

Manches spricht dafür, dass das nicht der Fall ist – und die Aktie von GameStop durch eine Short-Squeeze noch einmal durch die Decke geht – und zwar in Richtung des großen Verfalls am dritten Freitag diesen Monats!

Warum GameStop noch einmal durch die Decke gehen könnte

Zunächst fällt auf: es werden deutlich mehr Aktien von GameStop in den letzten Handelstag bewegt, als eigentlich am Markt vorhanden sind. So gibt es rund 70 Millionen Aktien von GameStop, wovon die Firma selbst ca. 20 Millionen besitzt – also ein free float von ca. 50 Millionen Aktien.  Aber nun kommen die Optionen ins Spiel: ein Market Maker kann im Grunde unbegrenzt Optionen anbieten (verkaufen). Und genau das ist bei GameStop passiert: es gibt massive Volumina an Optionen, und derzeit werden vor allem „naked calls“ gekauft, also „ungedeckte“ Käufe von Optionen auf die Decke. Und nach wie vor gibt es ein nicht unerhebliches Volumen an Shorts auf die Aktie, vor allem durch Hedgefonds. Jene Hedgfonds müssen in den USA zwar in den sogenannten 13F-filings mitteilen, welche Aktien sie besitzen – aber nicht, welche sie sie geshortet haben (das ist in Europa anders).

Und nun könnte folgendes passieren: es gibt viel mehr Wetten auf die Aktie von Aktie auf GameStop, als es Aktien gibt. „There is not enough paper“, so forumliert es in folgendem Interview (ca. ab Minute neun) der ehemalige Chicago-Broker „Uncle Sam“. Nun könnten die Market Maker aufgrund der Käufe von naked calls aus Hedge-Gründen gezwungen sein, die Aktie von GameStop zu kaufen, um ihr Risiko zu begrenzen. Vor allem der am 19.März anstehende Verfall vieler Optionen könnte damit noch einmal eine Dynamik in Gang setzen, die jene Hedgefonds aus der Kurve wird fliegen lassen, die nach wie vor short in der Aktie sind.

Es handele sich um einen Krieg aller gegen alle – weil nicht nur die Jung-Trader von WallStreetBets mitmischen, sondern auch Hedgefonds, die von der Notlage anderer Hedgefonds profitieren wollen:

 

Die Aktie von GameStop könnte Hedgefonds noch einmal in Schwierigkeiten bringen



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1 Kommentar

  1. Guten Tag Herr Fugmann.

    Sehr guter Artikel :-)

    An dieser Stelle auch noch einmal ein herzliches Dankeschön an Sie, für die ganze Recherchearbeit und den Erklärungen zu der Gesamtmarktsituation.

    Das nun bekannte Problem scheint sich (meiner Meinung nach) auszubreiten.

    Hier ein kleiner Hinweis auf ein Indiz dafür (bisher noch ohne besondere Marktrelevanz):

    https://www.finanztrends.de/tanger-factory-outlet-aktie-analyse-der-ungewoehnlichen-optionsaktivitaet/

    Falls aus der ganzen Geschichte einmal ein schwarzer Schwan werden sollte, so ist dieser vielleicht für den ein oder anderen ein ehr weißer ;-)

    Viele Grüße und ich freue mich auf die kommenden Videos,

    Jack R.

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