Gold/Silber

Goldpreis und Ölpreis schwach – das hat verschiedene Gründe

Barren aus Gold

Goldpreis und Ölpreis zeigen sich heute beide im Vergleich zu gestern schwach. Aber die Gründe sind unterschiedlich. Schauen wir uns die aktuelle Lage an, wobei der US-Dollar zumindest ein Bindeglied ist für die fallenden Kurse.

Goldpreis

Seit letztem Donnerstag legt der US-Dollar eine fulminante Rallye hin, wie am Strich gezogen. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Währungen) steigt von 89,70 auf heute 91,17 Indexpunkte. Dem Dollar weiter geholfen haben dürfen auch die gestrigen starken ISM-Daten (siehe hier). Der starke US-Dollar drückt deutlich gegen alles, was in US-Dollar gehandelt wird – so auch gegen Gold und den Ölpreis. Die letzten Tage war der Goldpreis deutlich am Fallen, konnte sich aber gestern kurzzeitig etwas erholen. Aber heute geht es weiter deutlich bergab. Noch vor genau einer Woche bei 1.810 Dollar, notierte der Goldpreis heute im Tief bei 1.707 Dollar – jetzt zeigt er sich wieder etwas stärker bei 1.730 Dollar – wobei der Trend seit Tagen immer weiter gen Süden zeigt. Im Chart sehen wir den Kursverlauf seit Anfang Dezember 2020.

Carsten Fritsch von der Commerzbank sagt aktuell, dass der Ruf von Gold offensichtlich durch die kräftigen Verluste der letzten Wochen stark gelitten habe, was auch die anhaltenden Abflüsse aus den Gold-ETFs deutlich machen würden. Diese setzten sich auch am ersten Tag des neuen Monats fort. Mit gut 14 Tonnen sei der Rückgang sogar so stark wie noch nie in diesem Jahr. Seit Jahresbeginn summieren sich die Abflüsse inzwischen auf 94,5 Tonnen, wobei dies noch durch die Zuflüsse in der ersten Januarhälfte geschönt werde. Es bedürfe eines Stimmungswechsels seitens der Anleger, damit sich Gold aus der aktuell extrem misslichen Lage befreien könne. Dafür müsste sich laut Carsten Fritsch der Goldpreis stabilisieren, um das verlorene Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

Kursverlauf im Goldpreis seit Dezember 2020

Ölpreis

Den ständigen Anstieg im Ölpreis hatten wir gestern zuletzt besprochen. Und wir hatten betont, wie wichtig das OPEC-Event diese Woche Mittwoch und Donnerstag werden würde, und dass ein eventueller Beschluss von bis zu 1,5 Millionen zusätzlichen Barrels Öl-Fördermenge pro Tag (ab April) Druck auf den Ölpreis ausüben könnte.

Am Terminmarkt für Öl ging wohl gestern im Vorfeld der OPEC-Entscheidung ein Wenig die Angst um, und der WTI-Ölpreis fiel von 62,30 Dollar auf 59,44 Dollar heute früh. Bis jetzt kann sich der Ölpreis auf 60,57 Dollar erholen. Aber die Lage bleibt angespannt. Es ist unklar, in welchem Umfang die OPEC und ihre externen Partner ab April wieder mehr Öl auf den Weltmarkt bringen. Aber dass mehr Öl kommt, scheint wohl relativ klar zu sein. Heute, Mittwoch und Donnerstag können für Öl-Trader sehr unruhige Tage werden.



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