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Gazprom nach Absturz – „Schnäppchenjäger“ sind da – Vorsicht!

Wladimir Putin

Niedriges KGV, günstige Bewertung. Da müsste man doch eigentlich zuschlagen? So denkt man es logischerweise oft bei russischen Aktien, wie auch bei Gazprom mit einem KGV von gerade mal 4. Die Aktie ist also rein bewertungstechnisch spottbillig. Und diese Denkweise macht auch durchaus Sinn aus fundamentaler Sicht. Thomas Hartz verwies erst gestern auf diese sehr günstigen fundamentalen Bewertungen großer russischer Konzerne, wie eben auch bei Gazprom.

Geopolitik drückt gegen die Gazprom-Aktie

Wenn da aber nicht die Themenfelder Rechtssicherheit und Geopolitik wären. Wladimir Putin erklärte gestern, dass Russland die Unabhängigkeit der Donbass-Gebiete von der Ukraine anerkennt. Auch entsendet Russland Truppen. Und Putin erklärte de facto, dass die Ukraine kein richtiger unabhängiger Staat sei, sondern derzeit ein Marionettenstaat des Westens ist. Die Kriegsangst für diese Region wächst seit gestern an den Märkten deutlich. Mögliche westliche Sanktionen und Gegensanktionen Russlands machen es völlig unklar, was dies für die Gaslieferungen von Gazprom Richtung Europa bedeuten könnte. Und so sackte die Aktie gestern kräftig ab um 21,3 Prozent (wir berichteten).

Günstiger Einstieg eine Bullenfalle?

Bis spät gestern Abend fiel die Gazprom-Aktie im Tief auf 5,05 Euro. Heute nun sehen wir eine kräftige Erholung. Es ist basierend auf diesem Tief von gestern Abend kurz vor 22 Uhr ein heutiges Plus von 14,1 Prozent auf 6,07 Euro. Jetzt sind wohl die Schnäppchenjäger am Werk. Eine so billige Aktie, die so weit abstürzt – da muss an einfach kaufen? Man bedenke, dass die Gazprom-Aktie nicht nur gestern fiel, sondern auch bereits in den Tagen davor! Jetzt kommt dieses Erholung von tiefem Niveau aus.

Wer jetzt kauft, könnte in eine klassische Bullenfalle tappen. Eskaliert die Lage in der Ukraine, könnte die Gazprom-Aktie schnell weiter abrutschen, noch weit unter das gestrige Tief. Gewiss kann man „günstig“ in die Aktie einsteigen. Nur wie weit sie im Zuge dieses Konflikts erst einmal noch abrutschen kann – das ist völlig unklar. Ein jetziger Einstieg mag nach den Verlusten der letzten Tage günstig erscheinen, ist aber hochriskant.

Chart zeigt Gazprom-Aktie im Kursverlauf seit dem 21. Januar TradingView Chart zeigt Gazprom-Aktie im Kursverlauf seit dem 21. Januar.



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2 Kommentare

  1. Wie „russisch“ ist denn eine Aktie, die via US-Börsen gehandelt wird und dort jederzeit vom Handel ausgeschlossen werden kann? Und kann man so ein dubioses ADR-Konstrukt überhaupt „Aktie“ nennen?

    1. Das war auch mein Gedanke. Die USA setzen ja gerne mal Aktien vom Handel aus (s. China). So günstig die Aktie auch ist und so attraktiv die Dividendenrendite. Aber das Risiko ist enorm. Schon NordStream2 ist jetzt ein Milliardengrab, das wohl abgeschrieben werden muss.

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