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Gold/Silber

Gold – nur der Vorbote?

Welche Ironie, dass dem großen Crash zunächst der Crash des Goldes vorangeht, den wir gerade erleben!

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Ein Gastbeitrag von Ralf Ernst

Seit Jahren beschwören etliche Seelenverkäufer den „ganz großen Crash“ herauf und skandieren, man müsse sich mit Gold dagegen versichern. Jeden Tag konnte und kann man hunderte Artikel mit dieser Empfehlung lesen. „Got Gold?“, „kaufen Sie jetzt Gold“. Die ganz gewieften propagieren den Kauf von Silber, was noch einmal einen Hebel auf Gold habe. Welche Ironie, dass dem großen Crash zunächst der Crash des Goldes vorangeht, den wir gerade erleben!

Die zu 100 Prozent immer richtig liegenden Elliott- Wellen-Prognostiker überboten sich oft im Wochentakt zunächst mit bullischen, dann mit bärischen Prognosen. Zu behaupten, dass sie es schlicht auch nicht wissen und immer erst nachher ihre Wellenzählung anpassen können, würden die Elliottwaver aber als „Majestätsbeleidigung“ verstehen. Insofern halte ich nichts von ihren Prognosen „1500“, „800“, „400“ US $, und ihren gemalten Bildchen mit „A“, „B“ und dem bösen „C“.

Tatsache ist der derzeitige Crash im Gold. Ich pflichte Jim Rogers bei, dass noch zu viele Gläubige im Gold sind, und Gold zunächst sehr unbeliebt werden muss. So unbeliebt, dass die ganzen Versicherungsverkäufer endlich schweigen und niemand mehr was über Gold lesen will – so war es 1999 / 2000. Gold wird derzeit verkauft, weil notleidende Länder wie Venezuela 2017 und die Türkei ihre „Versicherung Gold“ verkaufen. Womöglich sogar China, dem man nachsagte, dass es alles Gold des Westens aufkaufe. An den genannten Beispielen ist zu erkennen, dass es mit der „Versicherung“ nicht weit her ist, und der Konkurs durch Verkauf des Goldes allenfalls ein paar Monate nach hinten verschoben werden kann, dann ist es weg, die Pleite aber trotzdem da. Offenbar wird die „Versicherung Gold“ als eines der ersten Assets verkauft, wenn es brennt. Womit wir wieder bei der Überschrift dieses Artikels sind.

Wenn das Gold der unter Wasser stehenden Marktteilnehmer, Länder, verkauft ist, was wird als nächstes verkauft? Ich tippe auf US-Staatsanleihen durch die Gläubigerländer, u.a. China und Japan. Chinas incentive, US-Staatsanleihen zu kaufen und zu halten, und damit die eigene Währung im Interesse steigender Absatzmärkte im Ausland zu schwächen, wird durch den Handelskrieg der USA mit Zöllen auf ihre Waren ausgehebelt, zunehmend macht es für Länder wie China keinen Sinn mehr, US-Anleihen zu halten. Rußland hat seine US-Anleihen bereits verkauft. Dies wäre mit einem hoch wertenden US-Dollar kaum zu vereinbaren. Der US-$ ist gerade sehr beliebt, jeder will ihn haben – ein Warnzeichen für einen Hype. Die Katastrophe nimmt dann ihren Lauf, wenn nicht Venezuela oder die Türkei, sondern die USA einen Verfall ihrer Währung erleben. Was werden die USA mutmaßlich als erstes tun? Ihr Gold verkaufen. Wenn der US-Dollar verfällt, werden die hochbewerteten US-Aktien von ausländischen Investoren wie Staatsfonds der Ölländer crashartig verkauft. Und womit werden die Margin Calls als erstes gegenfinanziert? Mit Goldverkäufen, wenn sie noch etwas davon haben, womöglich auch mit Bitcoinverkäufen, was im Verhältnis zum Gesamtschaden aber nur „Peanuts“ sind.

Es sind Risse im System erkennbar, und der derzeitige Crash des Goldes könnte ein Vorbote für noch wesentlich größeres Ungemach sein. Ich befürchte, dass es dagegen kaum eine Versicherung gibt.

Nach dem overnight-selloff des Goldes von heute bietet sich m.E. zumal bei getopptem US-Dollar, der gestern sein Hoch gesehen haben dürfte (Chapeau A. Tiedje, 1,1305 bis auf ein oder 2 Pips korrekt als Tief mit der Elliott-Wave-Methode vorhergesagt), eine zumindest temporäre Longeinstiegschance. By the way, meine letzte Timingprognose vom 30.06.18 war auf den Tag genau für einen Longeinstieg richtig, allerdings mit massiven Intradayschwankungen am 2.7.18, und wenngleich nur nachhaltig bis zum letzten Top bei 1265 US-$ ein paar Tage später. Mit meiner Einschätzung eines „zyklischen Tiefs“ lag ich leider daneben. Welche Konsequenzen sich aus der Aufgabe der signifikanten ultralangfristigen Unterstützung bei 1240 US $ ergeben könnten, erlaube ich mir, hier zu verlinken: http://www.marketoracle.co.uk/Article62210.html


Foto: Gold&Co, Goldankauf Wien, Handel mit Edelmetallen (CC BY-SA 4.0)

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Kritisch

    16. August 2018 18:42 at 18:42

    Sehr geehrter Herr Ralf Ernst!
    Ich finde ihren Kommentar sehr, sehr schlüssig und interessant. Grundsätzlich sollte man aber unterscheiden zwischen GOLD als Spekulationsobjekt und GOLD als Absicherung für Privatpersonen. Mir jedenfalls, als Eigentümer von Gold als Edelmetall, ist es völlig egal wohin der Goldpreis sich entwickelt, da ich es als Absicherung für die totale Katastrophe sehe. Als Spekulationsobjekt ist für mich persönlich Gold auch nur mäßig interessant, als, wenn sie so wollen Sicherheit sehr, sehr interessant – wesentlich mehr wie Bargeld, Wertpapiere oder Ähnliches. Vielleicht eine etwas “verstaubte” Ansicht aber für Privatpersonen, das ist meine tiefste Überzeugung, der “Notgroschen” schlecht hin – dann wenn nichts mehr geht!

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    MirEgal

    16. August 2018 20:04 at 20:04

    Nun ja,… netter Artikel. dennoch wer sich tiefer mit diesem System auseinandersetzt, weiß das dies nur Papierkontrakte sind die hier über den Tisch gehn. In diesen Größenordnungen, in solcher Eile sind kaum physische Lieferungen machbar. Unsere sogenannte Währungen sind nichts anderes als Schulden, egal ob im Soll oder Haben. Das Geschäftsmodell der Banken sind IMMER Schulden. Es spielt kaum eine Rolle wie billig oder ob der Kurs noch tiefer geht. Dies wird schon ewig zwischen den Bullionbanlen in London geregelt.
    Fact ist, und darauf kommt es an… Gold wird immer dann heftig reagieren wenn es einer Schuldenpartie an den Kragen geht. Ein schönes Beispiel gab es ja gerade in der Türkei oder Venezuela… wohl dem der welches hatte.

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    LookOut

    16. August 2018 22:22 at 22:22

    Es wird Zeit das sich das Preisysem ändert, man kann aktuell mit aus dem nichts erschaffenem Geld Gold unbegrenzt shorten, das heißt die Notenbanken können mit dem Goldpreis machen was sie wollen um ihr Papiergeldsystem zu schützen.

    In Anbetracht der aktuellen Schulden halte ich eine Unze Gold für 10 000€ fair bewertet.
    Aber was machen wir in Realität ?
    Wir senken den Gold und vorallem den Silberpreis so niedrig das man nicht mehr profitabel produzieren/fördern kann.

    Wenn wir den Goldpreis/Silberpreis nur noch ein bisschen senken müssen schon bald einige Minenbetreiber Insolvenz anmelden.

    Ich meine zum Einkaufen von physischem Gold und Silber ist es momentan das Eldorado :)
    Wir verramschen quasi aktuell unsere wertvollsten Edelmetalle.

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    Trigo

    17. August 2018 10:20 at 10:20

    Gold ist eine Versicherung für schlechte Zeiten!

    https://youtu.be/joJffgKN0jM …. einfach Dr.Markus Krall anhören und dann entscheiden.

    Hier noch ein Artikel von Bernd Heim … http://7vor8.de/2018/08/17/das-billige-geld-hat-seine-wirkung-verloren-wirtschaftswachstum-ist-von-ihm-nicht-mehr-zu-erwarten/

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    Sabine

    17. August 2018 17:39 at 17:39

    Auch ich finde, daß Herr Ernst sehr gut schreibt.
    a) Aber ich finde auch, daß er zurecht spottet. Denn seit wie lange heißt es, es kracht und dann zählen nur noch Sachwerte wie Edelmetall. Dieser Crash läßt sehr lange auf sich warten, und seit 1980, (zumindest seit ich es lese) sind es jetzt 38 Jahre und nix iss. b) Natürlich kommt es immer näher, der Zahltag für diese immensen Summen. Aber wer hätte gedacht, daß man die Milliarden Schulden mit Billionen noch toppen kann? Da muß auch Herr Ernst zugeben, nach normaler Marktlage war das unmöglich zu denken. Aber mit vielen Tricks und verrückten Risikoszenarien (D als Bürge…), neuen Krediten um die Schulden zu bezahlen und sie noch zu erhöhen und zu erhöhen, hat es geklappt. Wie mit der Brücke in Genua. Noch hält sie, hieß es vor einigen Wochen. … Und da es überall fehlt, um den Schuldendienst aufrecht zu erhalten, wird alles ins Schuldenfeuer geworfen. Sei es nach Griechenland, Spanien, Portugal, Frankreich. Egal.
    c) Das Schlimme ist, wenn Tag X kommt, dann nützt auch Edelmetall nix. Denn wenn Du etwas hast, dann hat der andere ncihts mehr zu verlieren. Wenn das Geld wertlos ist, krachts gesellschaftlich. Dann kann man nicht mehr ruhig wechseln / eintauschen. Da geht es ums nackte Überleben. Wer hat denn im Garten noch einen Brunnen? Mein Nachbar hat ihn vor 2 Jahren zugeschüttet, damit niemand reinfällt. Er war voll Wasser. Und mein Vermieter schafft es nicht, seine Frau zu überstimmen, den Garten mit einem Brunnen “zu versauen”. Na, dann eben nicht.

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      Jürgen

      12. September 2018 10:49 at 10:49

      @Sabine: das seh ich alles ebenso!!! Was man hier von Schulden und Gelddrucken liest, inklusive Targetsalden etc. das ist fast unfassbar!!! Silber hab ich auch etwas, befürchte aber, dass es mir am TagX nicht helfen wird. Wenn es nichts mehr zu kaufen gibt, wie Nahrungsmittel etc. dann bekomm ich halt nichts, egal wieviel ich Gold und Silber habe. In Städten werden die Menschen im schlimmsten Fall sterben wie die Fliegen ( muss ich mal so ausdrücken).

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        Columbo

        12. September 2018 12:13 at 12:13

        @Sabine@Jürgen,
        warum denkt ihr in Entweder-Oder Kategorien? Entweder Alles ist gut=Gold nützt nichts oder die Welt geht unter=Gold nützt nichts.
        Es gibt auch was dazwischen. Beispiel Venezuela: Für eine Silberunze bekommt man für 6 Monate Lebensmittel vom Bauern. Die Welt steht aber noch. Ähnlich war es in Argentinien oder Griechenland, es hat gekracht, aber nicht so vollständig, daß Gold nutzlos geworden wäre, ganz im Gegenteil.
        Die Gold polarisiert: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“. Warum weiß ich nicht, muß wohl mit seiner uralten Geschichte zu tun haben.

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    Altbär

    12. September 2018 12:31 at 12:31

    Viele meinen halt Bitcoin sei das neue Gold ?? So weit hat es der Mensch mit der „ KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ „ gebracht.
    In der Ponzi-Finanzwelt haben eben so fassbare Sachen wie Gold keine Anhänger mehr.

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      Kritisch

      12. September 2018 12:52 at 12:52

      Hallo ALTBÄR, hier auch ein ALT-Bär!
      Wenn manche glauben Krypto´s wären das neue Gold, na dann Gute Nacht Marie. Meiner Meinung nach ist Gold das einzige nachhaltige Zahlungsmittel wenns wirklich scheppert – habe solche Zeiten (leider) erlebt und erfahren müssen, dass Gold als Tauschmittel dann UNBEZAHLBAR ist. Hoffentlich kommt es nicht soweit, wenn gleich die Vorzeichen schon ziemlich düster sind. Also, meine Überzeugung (schon mehrmals geschrieben) Gold in möglichst kleinen Münzen oder Barren (egal wie sich der Kurs entwickelt), eigenes Dach übern Kopf, Heizmöglichkeit mit Holz, Brunnen am Grundstück und einen ausreichend großen Garten. Das alles lässt mich auch in Zeiten wie diesen und den drohenden Wolken am Horizont noch halbwegs ruhig schlafen.
      Gruß, Kritisch

      • Avatar

        Columbo

        12. September 2018 13:07 at 13:07

        @kritisch,
        wenn meine Frage nicht zu privat ist, wann/wo oder welche Zeiten haben Sie erlebt, wo Gold notwendig war?

        • Avatar

          Kritiscch

          12. September 2018 14:10 at 14:10

          Nein, nicht zu privat. Alt genug um diese Zeiten (Nachkriegszeit) bewusst miterlebt zu haben. Es gab eben welche die hatten was zu “fressen”(entschuldigen sie den drastischen Ausdruck) und die meisten eben nicht. Die hatten aber auch keine Geld, keine Krypto´s (no,na)sondern nur ihre Kreativität um an Nahrung, Kohle, Holz oder an die sonstigen lebenswichtigen Dinge heranzukommen. UND, da gab es noch eine ganz kleine Anzahl an Personen die hatten Tauschwährung (Gold, Silber, Edelsteine, etc)und die mußten nicht Kartoffel stehlen, die tauschten und kauften ganze Häuser um 1-2 Feinunzen. Sie froren nicht, sie wurden beschützt, ihnen ging es den Umständen entsprechend gut. Es war schon immer so in der Menschheitsgeschichte und wir lernen einfach nicht dazu. Das heißt, ich für meinen Teil schon, so weit es mir möglich ist.

          • Avatar

            Columbo

            12. September 2018 17:53 at 17:53

            Danke@Kritisch für den “Life-Bericht”. Es sollte öfters jemand über „solche Zeiten“ berichten, denn sie sind schneller da, als man glaubt. Auch bei uns!

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    Altbär

    12. September 2018 13:39 at 13:39

    Hallo Bruder Alt-Bär, ich glaube wir sind aus ähnlichem Holz geschnitzt u.waren im ersten Leben ev.Brüder.
    Ich bin jetzt auch noch nicht so ganz alt ,habe aber von meinen Eltern gehört,dass in den Kriegsjahren,
    Bauer, Metzger u.Bäcker privilegiert waren, da Sie an der Quelle der dürftigen Lebensmittelkette waren.
    Heute ist der Lebensmittel u.Handwerksbereich der grösste Tieflohnsektor u.alle Sektoren wo man anscheinend Geld u.Werte vermehren kann ohne Arbeit sind heute wichtiger.
    Früher konnte man Ponzi-Systeme zurückverfolgen u. die Leute konnte man bestrafen.N.m. Meinung sind diese Kryptowährungen so interessant ,weil man die Geldflüsse nicht eruieren kann u. das Ideal für Betrüger ist.Das ist mit Gold nicht so gut möglich, darum vielleicht die momentane Abneigung.Aber auch da gibt es Zyklen , die niemand ausser Betrieb setzen kann.
    Ja mein lieber Alt-Bär, ich habe mir einige Kg Fett angefressen, was noch sicherer ist als Gold, u.werde mich bald in den Winterschlaf in die Höhle verkriechen.
    Ich vermute, dass beim Aufwachen im Frühling die Börsen- u.Finanzwelt nicht mehr die gleiche ist wie heute.
    Ich hoffe nur dass im Frühling wegen der Krise mein Fleisch nicht gegen Gold gehandelt wird.

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Goldpreis: Für welche Richtung entscheidet sich der Markt?

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Ein Barren Gold

Seit Mitte April pendelt der Goldpreis in US-Dollar in einer engen Spanne von ca. 50 US-Dollar bzw. ca. drei Prozent. Obwohl die Rahmenbedingungen für weiter steigende Notierungen sprechen, offenbart der Goldpreischart kurzfristig drei mögliche Kursverlaufsszenarien.

Weltweite Rekorde außer beim Goldpreis in US-Dollar

Der Weltgoldpreis, berechnet gleichgewichtet in allen Währungen der Welt ohne den US-Dollar, notiert bereits 26 Prozent über seinen Höchstständen aus dem Jahr 2011. Der Goldpreis in Euro hat sein Hoch aus dem Oktober 2012 um 15 Prozent übertroffen. Eine Ausnahme bildet der Goldpreis in US-Dollar: Dieser notiert aktuell noch knapp 10 Prozent unter seinem Rekordpreis vom September 2011. Der Gründe dafür sind nicht etwa die besondere Solidität der US-Währung oder die besonnene Geld- und Finanzpolitik in den USA, sondern schlicht und einfach die globale Dollarknappheit und die daraus resultierende Dollar-Stärke gegenüber anderen Fiat-Währungen. Ursache dafür ist die hohe Verschuldung von öffentlichen und privaten Haushalten weltweit in US-Dollar. Zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten müssen die Dollar-Schuldner permanent für Zins- und Tilgungszahlungen US-Dollar gegen ihre heimische Währung kaufen. Die Tatsache, dass der Goldpreis in US-Dollar, anders als in den meisten anderen Währungen der Welt, noch kein Allzeithoch erreicht hat, ist also kein Signal für eine Entwarnung, sondern ein weiteres Krisensymptom einer hoffnungslos überschuldeten Welt.

Trotz dieses besonderen Umstandes konnte auch der Goldpreis in US-Dollar auf Zwölfmonatssicht 22 Prozent an Wert zulegen. Selbst der durch den Liquiditätsschock bedingte heftige Rückschlag vom 9. bis zum 19. März 2020 um in der Spitze 15 Prozent wurde bis zum 13. April wieder aufgeholt und bis dato um weitere 35 US$/Oz. überboten. Grund für den V-förmigen Rebound waren die extrem aggressiven und in Friedenszeiten in ihrer Dimension beispiellosen Maßnahmen durch die Fiskal- und Geldpolitiker. Gold als bedeutende und knappe Reservewährung reagiert sehr sensibel auf die Veränderung des Zinsniveaus und der Geldmenge. Nachdem nun auch die US-Dollarzinsen effektiv bei null angelangt sind (0,05 Prozent) und gleichzeitig die Geldmenge (Aggregat M1) mit einer Jahresrate von fast 35 Prozent explodiert, ist es kein Wunder, dass auch immer mehr Großbanken in den USA ihren Kunden den Kauf von Gold empfehlen und ihre Kursziele nach oben anpassen.

Drei wahrscheinliche Szenarien für den Goldpreis

Der Grund für den aktuellen Zickzackkurs bei den Goldnotierungen in US-Dollar ist die stark gegenläufige Erwartung der Marktteilnehmer. Während die einen schon das Ende der „außerordentlichen“ Belastungen für die Wirtschaft durch Covid-19 feiern, sehen andere die Pandemie als Auslöser für eine globale Pleitewelle und den Beginn einer ernsthaften weltweiten Schuldenkrise. Schaut man sich die Fakten an, dann scheint die Hoffnung, dass mit den nun beginnenden Lockerungsmaßnahmen die Weltwirtschaft wieder zur Normalität zurückkehrt, sehr ambitioniert. Zu stark ist die weltweite Gesamtverschuldung weiter angestiegen, zu weit ist die Zombifizierung des Unternehmenssektors vorangeschritten, zu viele Arbeitsplätze und Geschäftsmodelle werden weder kurz- noch mittelfristig zurückkehren. All das erfordert aber die Notwendigkeit noch desperaterer Geld- und Fiskalpolitik, womit der Durchbruch des Goldpreises in US-Dollar durch den derzeit etwas hartnäckigen Widerstand bei 1.750 US-Dollar für eine Unze Gold. nur eine Frage der Zeit ist.

Goldpreis im Kursverlauf in US-Dollar

Lediglich der Verlauf des Goldpreises bis zum nächsten Widerstand bei 1.800 US$/Oz. ist aktuell ungewiss. Drei Szenarien erscheinen als wahrscheinlich. Szenario eins: da bereits das nächste defizitfinanzierte Hilfspakete in Höhe von drei Billionen US-Dollar (2,75 Bio. EUR), bereitgestellt durch die US-Notenpresse, auf höchster politischer Ebene in den USA diskutiert wird, wäre ein kurzfristiger Durchbruch beim Goldpreis in US-Dollar nach oben in Anbetracht der zusätzlichen US-Defizitexplosion nicht verwunderlich. Im zweiten Szenario liefe der Goldpreis noch einige Zeit in einer engen Bandbreite zwischen 1.700 und 1.750 US-Dollar für eine Unze Gold. und würde so die noch vorhandene Überkauftheit im Zuge einer Seitwärtskonsolidierung sukzessive abbauen. Der Durchbruch nach oben könnte dann im Zuge der zu erwartenden Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China, kombiniert mit den ersten Anzeichen einer globalen Pleitewelle und einer deutlich langsameren ökonomischen Erholung erfolgen.

Im dritten Szenario würde der Goldpreis nochmals deutlicher bis auf die aufsteigende Unterstützungslinie bei aktuell ca. 1.606 US$/Oz. korrigieren, sofern die Optimisten an der Wall Street die Oberhand gewinnen und sich vom „sicheren Hafen“ Gold temporär wieder trennen oder schlicht Gewinne realisieren. Erst wenn den Marktteilnehmern mehrheitlich die Folgen des globalen Shutdowns in ihrer vollen Dimension bewusst werden und die Hoffnung auf eine schnelle „Normalisierung“ der Weltwirtschaft sich ins Gegenteil verkehrt, nämlich dass die jetzige Corona-Krise nur der Auslöser einer bereits vorher überfälligen globalen Schuldenkrise ist, würde der Goldpreis auch in US-Dollar auf neue Rekordstände reüssieren. Dies würde auch zur Saisonalität beim Goldpreis passen, die von Mitte Mai bis Mitte Juni zumindest rein statistisch ungünstig verläuft und ab dann bis Jahresultimo positiv verläuft. Allerdings gibt es aktuell übergeordnete Preisimpulse, wie die rekordhohe Investmentnachfrage, die unabhängig von üblichen saisonalen Effekten positiv auf den Goldpreis wirken.

Fazit und Ausblick

Egal, für welche Richtung sich der Goldpreis kurzfristig entscheidend, selbst eine etwas ausgedehntere Korrektur in den Bereich der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei aktuell 1.606 US-Dollar für eine Unze Gold. Würde das übergeordnet konstruktive Chartbild nicht negativ beeinträchtigen. Gleichwohl wäre die kurzfristige Überkauftheit dann vollständig abgebaut und damit eine interessante Opportunität für Nachkäufe gegeben.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Goldpreis bereits in Kürze den hartnäckigen Widerstand bei 1.750 US$/Oz. nach oben überwinden kann und im Anschluss zügig bis zum nächsten Horizontalwiderstand bei 1.800 US$/Oz. vorstößt. Die Rahmenbedingungen sprechen für dieses Szenario: Explodierende Geldmenge, explodierende Verschuldung, irreversible Null- und Negativzinsen, eine massive Pleitewelle, desperate Geld- und Fiskalpolitik, historisch hohe Unsicherheit bezüglich der weltwirtschaftlichen Perspektive, ein drohender ungeregelter Brexit sowie das Wiederaufflammen des Konflikts zwischen den USA und China sowie die Unsicherheit bezüglich einer zweiten Corona-Welle.

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Gold/Silber

BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, Gold, Ölpreis

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Noch in der letzten Woche hatte die Börse die Hoffnung auf fallende Kurse gesät. Doch direkt zum Wochenstart zogen Dax & Co. weiter an. Die nächste Woche startet ohne Rückenwind aus den USA. Die Börsen NYSE und Nasdaq haben wegen des Memorial Day geschlossen. Am Donnerstag wird in den USA die Veränderung des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem Vormonat bekanntgegeben. Außerdem dürften die wöchentlich veröffentlichten Arbeitsmarktdaten Schwung in die Börse bringen.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer wittern ihre Chance!

Der Dax hat in der vergangenen Handelswoche das Range-Hoch im Bereich 11.250 – 11.300 Punkte getestet. Von diesem Niveau habe ich mit einsetzendem Verkaufsdruck gerechnet. Dieser ist allerdings ausgeblieben. Lediglich am Freitag startete der Dax schwächer. Diese niedrigen Kurse haben direkt aggressive Käufer genutzt. So konnte die Börse am Freitag ihre Tore mit einem Wochengewinn von 5,8 Prozent schließen.

Börse - Dax im Chartverlauf

Damit bleibt das bullische Bild seit dem Corona-Tief bestehen. Für den Wochenstart sehe ich den Dax weiter auf hohem Niveau zwischen 10.800 und 11.300 Punkten seitwärts laufen. Ab Mitte der Woche kann es dann im deutschen Leitindex zu einem Ausbruch über 11.300 Punkte kommen. Dieser wird im Idealfall mit hohem Handelsvolumen im Dax Futures begleitet. Anschließend wäre ein weiterer Anstieg über 11.600 Punkte, bis zur runden 12.000er Marke und maximal bis 12.300 Punkte möglich. Fällt der Dax unter 10.800 Punkte, muss mit einer weiteren Abwärtsbewegung bis 10.200 Punkte gerechnet werden.

Börse aktuell Teil 2: S&P 500 – die Bullen wollen weiter grasen

Im S&P 500 ist deutlich zu erkennen, wie die Käufer am charttechnischen Widerstand zwischen 2.960 – 2.984 Punkten knabbern. Ich vergleiche derartige Situationen gerne mit einem Vulkan. Das Magma steigt auf und bildet Druck unter der Erdkruste. Diese ist zuerst noch sehr fest und hält das flüssige Gestein zurück. Irgendwann wird die Erdkruste brüchig und kann dem Druck nicht mehr standhalten. Es erfolgt ein Vulkanausbruch.

Je mehr hungrige Käufer an dem Widerstand knabbern, desto dynamischer erfolgt wahrscheinlich der Ausbruch. Im S&P 500 wartet die nächste Hürde zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Danach wird die Luft für die Käufer immer dünner.

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Unentschieden zwischen Käufern und Verkäufern

Der Goldpreis konnte in der vergangenen Handelswoche wenig glänzen. Der Angriff auf den „Bollwerk-Widerstand“ beim Gold Futures im Bereich 1.780 – 1.800 USD wurde von den Verkäufern weiterhin verteidigt. Damit hat die Seitwärtsbewegung im Futures Bestand. Solange sich der Goldpreis über der „Make or Break“ Unterstützung bei 1.670 – 1.690 USD hält, bleibt das Chartbild aber bullisch.

Gold Chart - Entwicklung der Börse im Chart

Im Gold Spotpreis haben wir zuletzt einen Ausbruch über den Range-Widerstand zwischen 1.735 – 1.748 USD gesehen. Die Stärke konnte allerdings nicht aufrecht gehalten werden. Der Spotpreis ist zurück in die vorherige Range gefallen. Seit Ende Februar sehen wir lediglich leicht höhere Hochs. Damit wird eine Korrektur immer wahrscheinlicher. Im Goldpreis erwarte ich, dass sich die Korrektur eher über den Faktor Zeit abspielt. Die Börse bewegt sich zu 80 Prozent innerhalb einer Seitwärtsbewegung. Genau diese erwarte ich auch für den Goldpreis.

Teil 4: Der Ölpreis stößt an seine Grenzen

In der letzten „Börse AKTUELL“ hatte ich über den Ausbruch über die markante Hürde zwischen 27,30 – 28,40 USD berichtet. Erwartungsgemäß haben wir einen Anstieg bis zum nächsten Widerstand gesehen. Knapp über der 34-Dollar-Marke ist es zu einem ersten dynamischen Einbruch gekommen. Daran ist die Wirkung des Widerstandes zu erkennen. Für die nächste Woche erwarte ich maximal einen Anstieg bis 36,40 USD. Der obere Gap-Widerstand stellt für mich ein interessantes Short-Niveau dar.

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Aktuell: Warum der Goldpreis fällt

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Ein Stapel Gold-Barren

Der Goldpreis fällt seit gut zwei Stunden. Zuletzt ging es noch etwas steiler bergab. Vom Zwischenhoch bei 1.741 Dollar um 14:30 geht es runter auf aktuell 1.719 Dollar (aktuell 1.723 Dollar). Was ist passiert? Schauen wir auf den Chart, der den Goldpreis-Verlauf seit heute früh in rot-grün zeigt. In blau sieht man den US-Dollar Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen). Ab 14:30 Uhr fällt Gold, und der Dollar steigt. Es gab Arbeitsmarktdaten aus den USA im Rahmen der Erwartungen, und später danach einen etwas besser als erwarteten Einkaufsmanagerindex. Es ist grundsätzlich schlecht für Gold, wenn sich die Konjunkturwolken aufhellen. Aktuell hört man aus chinesischen Staatsmedien schärfere Töne gegen die USA, was den US-Dollar stärkt, und damit auch gegen Gold drückt. Aber mal ehrlich. Es kann mit dem Goldpreis schnell wieder bergauf gehen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Gold sich robust halten und tendenziell weiter steigen konnte.

Goldpreis vs US-Dollar

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