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Goldpreis fällt – ist die Hausse schon zu Ende?

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Am 3. September erreichte der Goldpreis ein neues Allzeithoch in Euro und in vielen anderen Währungen. In US-Dollar konnte das gelbe Edelmetall am 4. September bei der Marke von 1.556 pro Unze ein neues Sechsjahreshoch etablieren. Nach dem dynamischen Anstieg folgt nun eine Korrektur unter die Marke von 1.500 US-Dollar pro Unze. Ist die Hausse im Goldpreis damit schon wieder vorbei?

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Gold hat den richtigen Riecher

Zunächst einmal muss man sich darüber im Klaren sein, wann und warum Investoren und Spekulanten Gold kaufen und wann sie es wieder verkaufen? Den Spekulanten geht es naturgemäß um den schnellen Profit und kurzfristige Marktbewegungen, die eher technischen Indikatoren folgt. Hingeben spielen bei Investoren grundsätzlichere, also fundamentale Überlegungen eine Rolle und diese sind mittel- bis langfristig trendsetzend.

Dass Spekulanten nach einem derart fulminanten Anstieg im Goldpreis bis an wichtigen Widerstände heran (1.550-Dollar-Marke, Allzeithoch u.a. im Euro) Gewinne realisieren, liegt nicht an veränderten Fundamentaldaten, sondern an Momentumüberlegungen der Spekulanten: Kommt der Preisanstieg kurzfristig an charttechnischen Widerstände ins Stocken, werden kurzfristig Gewinne realisiert. Das eröffnet wiederum Investoren die Möglichkeit, ihr mittelfristiges Exposure auf- oder auszubauen. Viele Zuschauer der Goldpreis-Rally sind der Meinung, dass die Preise aktuell nur wegen des Handelsstreits ansteigen. Dies ist zum Teil richtig, da die Abschwächung der Weltwirtschaft und die Bereitschaft der Zentralbanken die Zinsen zu senken auch darauf zurückzuführen ist. Diese Ursachenbenennung greift aber viel zu kurz. In der folgenden ersten Grafik habe ich Ihnen daher den längerfristigen Kursverlauf dargestellt. In Euro steigt der Goldpreis bereits seit 2014 erneut an, in US-Dollar seit Ende 2015. Damals waren weder Donald J. Trump noch sein chinesischer Gegenspieler im Handelsstreit Xi Jinping im Amt.

Was sich aber bereits damals immer mehr herauskristallisierte, war die Tatsache, dass die Welt sich von der großen Finanzkrise nur dank einer neuen Schuldensause in China und anderen Emerging Markets erholte und auch im Westen die Sparanstrengungen wieder nachließen, mit Ausnahme Deutschlands, das als Exportnation von den Ausgabenprogrammen seiner Abnehmerländer profitierte. Die unendliche Geschichte der bald bevorstehenden Zinsnormalisierung wurde dadurch immer unglaubwürdiger, da die globale Konjunktur durch die Rekordschulden immer zinssensitiver wurde. Nur in den USA gelang der Ansatz einer Zinswende durch die kurzfristige Substitution geldpolitischer Stimuli durch gigantische fiskalpolitische Stimuli. Ansonsten hat sich auch in den USA an der prekären Verschuldungslage und der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit extrem niedriger Zinsen nichts geändert (Schuldentragfähigkeitsproblematik).

Kursverlauf Goldpreis in Euro (Quelle: Tradingview.com, eigene Bearbeitung):

Goldpreis in Euro

Es sind die Schulden – so einfach

Die weltweite Schuldenentwicklung hat sich seit der Finanzkrise in den Schwellenländern, allen voran in China, aber auch erneut in den USA weiter zugespitzt. Warum sollten Investoren daher ihre Intention, sich mit dem Erwerb von Gold und Goldminenaktien gegen systemische Risiken resultierend aus den Überschuldungstendenzen und dem damit einhergehenden Zwang zur realen Negativzinspolitik überdenken? Richtig – es gibt keinen logischen Grund dafür.

Grafik-Quelle: Institute of International Finance, Global Debt Monitor August 2019:

Schulden

Schulden hoch – Zinsen runter – Goldpreis rauf

Die Deutsch Bank hat in einem Zeitraum von 1972 bis 2008 den Zusammenhang zwischen Realzins und jährlicher Goldpreisentwicklung untersucht. Das Ergebnis ist wenig überraschend: Sinken die Realzinsen Richtung null, wird das zinslose Geldmetall (globale Reservewährung) attraktiver und stärker nachgefragt. Aktuell liegt der Realzins in der Eurozone unter null, in Deutschland bei -1,76 % (Rendite einer einjährigen Bundesanleihe von -0,76 % minus HVPI von -1 %).

Realzinsen und Goldpreis

Fazit

An den Gründen, Gold als Absicherung gegen eine nicht nachhaltige Schuldenentwicklung weltweit und der daraus resultierenden desperaten Geldpolitik weltweit zu kaufen, hat sich nichts geändert. Im Gegensatz zu den Siebzigerjahren ist die Edelmetallquote in den Portfolios professioneller Vermögensverwalter heute erst ein Viertel so hoch, obwohl die Problemdimension um ein Vielfaches größer ist. Damit ist vorprogrammiert, dass das Bedürfnis nach Absicherung, auch mittels physischem Gold, nicht endet, sondern sich gerade erst zum Megatrend entwickelt. Erstaunlich sind die immer noch weit verbreiteten irrationalen Vorurteile gegenüber dem gelben Edelmetall, obwohl der Goldpreis jüngst auf neue Allzeithöchststände angestiegen ist. Dass man sich für die Präferenz für Gold als Portfoliobestandteil immer noch rechtfertigen muss, ist aber vielleicht auch die beste Voraussetzung für eine mittelfristig anhaltende starke Nachfrage.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    10. September 2019 14:00 at 14:00

    Zuerst Markus Krall lesen, dann überzeugt sein, daß das Ganze schlecht ausgehen wird und sich dann mit 5 oder 10% „Goldbeimischung“ absichern, ist schon etwas merkwürdig. Da kann man es doch gleich lassen.

  2. Avatar

    Goldsammler

    10. September 2019 15:54 at 15:54

    Die Party hat doch erst begonnen! (Meine Meinung). Wir befinden uns vor der EZB bzw.FED.
    Ich denke an eine normale Korrektur und auch an NK. Wer phys. Gold hält hat Zeit. Ob Hr. Krall richtig liegt wird die Zukunft zeigen, Goldanleger haben gute Freunde im Westen und im Osten!

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Devisen

Rüdiger Born und Andre Stagge mit Blick auf Dax, Gold, Euro, Öl

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Rüdiger Born und Andre Stagge melden sich im folgenden Video direkt vor der Frankfurter Börse. Laut Andre Stagge steckt die Börse derzeit kräftig im Sommerloch. Seit Montag steckt der deutsche Markt in einer Handelsrange. Gold sei derzeit spannender. Der Euro sei fürs Trading einen Blick wert. Beim Trading im Öl hat er einen interessanten Handelsansatz. Wollen Sie meine täglichen Analysen im “Trade des Tages” erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Gold/Silber

Goldpreis zeigt mit 1.813 Dollar echte Stärke – die aktuelle Lage

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Der Goldpreis konnte gestern Mittag die 1.800 Dollar-Marke überschreiten. Wir fragten dann auch zeitnah, ob jetzt die Post abgehen würde auf dem Weg nach oben. Denn bei großen runden Kursmarken ist es oft so, dass Shorties Verlust-Stops einbauen, und Long-Spekulanten, die einsteigen wollen, legen knapp oberhalb solcher Marken gerne Kauf-Stops-Orders, um in den steigenden Markt reinzukommen. Gestern konnte der Goldpreis dann in der Tat zügig weiter laufen, und stieg in der Spitze bis auf 1.818 Dollar. Dieses erhöhte Niveau kann der Markt bis jetzt mit aktuell 1.813 Dollar halten. Der Chart am Ende des Artikels zeigt den Goldpreis-Verlauf (rot-grün) seit Ende 2019 im Vergleich zum Dow Jones-Index (blau). Gold hat sich in der Krise bis dato als sehr robust erwiesen.

Goldpreis zeigt Stärke

Gold zeigt seit Tagen und Wochen Stärke. Angefacht wird sie durch einen US-Dollar (sichtbar im US-Dollar Index), der seit dem 30. Juni immer weiter fällt, nämlich von über 97,75 Indexpunkten auf jetzt 96,39. Auch wird dem Edelmetall jüngst weiter Auftrieb verliehen durch gestrige Aussagen des Chefs der Atlanta Fed Raphael Bostic, wonach dass sich die wirtschaftliche Erholung in den USA verzögern könnte. Auch die weltweite Zunahme der Corona-Infektionszahlen sorgt für zunehmende Ängste. Dazu Zinsen sind auf Null, Gelddrucken und neue Schulden ohne Ende. Der perfekte Mix für einen steigenden Goldpreis. Markus Fugmann hat die Lage rund um das Edelmetall jüngst in seinem Markgeflüster besprochen (hier ansehen). Und das folgende Thema ist in aller Munde. Zahlreiche Investoren kaufen keine Gold-Futures oder physisches Gold als Münze. Nein, größtenteils fließen die Anlegergelder in die börsengehandelten Gold-Fonds (ETF). Die Zuflüsse sind enorm. Der folgende Chart zeigt den ansteigenden Berg an mit Gold hinterlegten ETF, parallel dazu der steigende Goldpreis.

Analystenkommentare

Jasper Lawler von der London Capital Group erwähnt, dass der Goldpreis am späten Mittwoch 1.818 Dollar erreichte. Die unmittelbare Quelle der Gewinne seien ein schwächerer US-Dollar und zunehmende Corona-Zahlen. Aber der grundsätzliche Grund für die Hausse am Goldmarkt liege seiner Ansicht nach im schieren Ausmaß der Interventionen der Zentralbanken und der daraus resultierenden Währungsabwertungen. Naeem Aslam von Avatrade, meint, dass die Entwicklung im Goldpreis durch den Zufluss in Gold-ETFs unterstützt werde. Das aktuelle Momentum des Edelmetallpreises zeige, dass Händler den Goldpreis wahrscheinlich unterstützen werden. Die Tür für den Goldpreis steht weit offen um ein neues Allzeithoch anzustreben.

Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader, meint dass der Goldpreis nicht zu stoppen sei. Die starke Nachfrage sei auch ein Zeichen dafür, dass viele Investoren trotz steigender Aktienkurse einen sicheren Hafen suchen würden. Ipek Ozkardeskaya von Swissquote sagt heute, dass sich die Nachfrage nach Safe-Hafen-Vermögenswerten festige, mit zunehmenden Zuflüssen in US-Treasuries, Schweizer Franken und Gold. Der Goldpreis habe den Widerstand von 1.800 Dollar durchbrochen, und habe sich bei Stopps auf einem Niveau von 1.820 Dollar erholt. Unabhängig davon, ob das sich verstärkende positive Momentum im Gold auf die rutschigen Risikomärkte oder auf steigende Spekulationen zurückzuführen sei. Dass der Anstieg bis auf 2.000 Dollar reichen könnte, sollte das Gefühl, dass Gold in einem zu kurzen Zeitraum zu schnell gekauft worden sein könnte, kurzfristig zu einer Pause ermutigen. Je höher der Preis einer Unze ist, desto größer sei das Risiko einer scharfen Abwärtskorrektur.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen Dow Jones als CFD

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Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis überschreitet 1.800 Dollar – geht jetzt die Post ab?

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Während der Gold-Future (August-Laufzeit) schon Ende Juni die Marke von 1.800 Dollar überschritten hatte und dann seit gestern nachhaltig über der Marke notiert (aktuell 1.812 Dollar), so hatte sich der Goldpreis in der Kasse noch geziert. Aber jetzt  läuft Gold über die 1.800 Dollar-Marke mit aktuell 1,801 Dollar.

Geht jetzt die Post ab im Goldpreis?

Über die Gründe für den steigenden Goldpreis (heute früh noch 1.795 Dollar) hatten wir vorhin schon etwas ausführlicher geschrieben (mehr dazu hier). Jetzt stellt sich die rein börsentechnische Frage: Geht in Kürze die Post ab? Haben Trader, die Short in Gold sind, knapp oberhalb der runden Marke von 1.800 Dollar Kauf-Stop-Orders platziert zwecks Verlustbegrenzung? Und kommen noch Long-Spekulanten hinzu, die sich ebenfalls mit Kauf-Stop-Orders in den steigenden Markt reinstoppen wollen, wie man es im Trader-Slang so schön sagt?

Dies könnte für einen weiter rasch steigenden Goldpreis sorgen. Aber oft sieht man auch andere Phänomene. Denn manchmal prallen Preise, wenn sie wichtige, große runde Marken überschreiten, für eine gewisse Zeit wieder zurück unter diese Marke, und steigen dann später weiter kräftig nach oben. Der Drang für einen weiter steigenden Goldpreis scheint da zu sein. Im Chart sieht man den Preisverlauf in der Kasse seit Montag früh.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis seit Montag früh

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