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Größter Bär der Wall Street: Bärenmarktrally ist vorbei!

Game over für die Bullen?

Bärenmarktrally an der Wall Street

Mike Wilson, chief US equity strategist bei Morgan Stanley, gilt als größer „Bär“ an der Wall Street – am Montag hatte er prognostiziert, dass die Bärenmarktrally nun vorbei sei. Die Investoren, so Mike Wilson, würde nun realisieren, dass die Kombination aus einer hawkishen Fed, die die massive Inflation bekämpfen müsse, und einer sich ohnehin abschwächenden US-Wirtschaft ziemlich giftig sei. Die Bärenmarktrally sei lediglich ein gigantischer Short-Squeeze gewesen – aber nun seien eben alle Shorts gesqueezed (womit es keine Eindeckungs-Käufe mehr gibt).

Am Montag waren die Kurse an der Wall Street weiter gestiegen, vor allem der Nasdaq stark mit einem Anstieg von knapp über 2%. Aber gestern dann die hawkishen Aussagen von Fed Vize-Chefin Brainard, die unter Verweis auf das Vorgehen des ehemalugen Fed-Chefs Volcker klar stellte, dass die Fed nicht nur stark die Zinsen anheben werde, sondern vor allem auch ab Mai die Bilanzsumme reduzieren werde (sprich die Fed Anleihen auslaufen bzw. sogar verkaufen wird, wodurch Aufwärts-Druck auf die US-Renditen entsteht, was wiederum nicht gut ist vor allem für Tech-Werte).

Nach den gestrigen Aussagen von Brainard stiegen die US-Renditen deutlich an (auf heute über 2,6%), der Nasdaq verlor mehr als 2%.

Ist die Bärenmarktrally an der Wall Street  jetzt vorbei?

Aber kommen wir zurück zum größten Bär an der Wall Street, also zu Mike Wilson. Warum glaubt er, sei die Bärenmarktrally nun vorbei? Vier Aspekte sind – neben dem Ende des Short-Squeezes – für ihn zentral:

--  Effekte des Stimulus sind verpufft (payback in demand from last year’s fiscal stimulus)

– Abschwächung des Konsums aufgrund der hohen Inflation (demand destruction from high prices)

– Energiepreise steigen durch Ukraine-Krieg, eine Art „Steuer“ (food and energy price spikes from the war that serve as a tax)

– Lagerhaltung nun wieder so hoch, dass die Nachfrage bedient werden kann (inventory builds that have now caught up to demand)

Faktisch sagt Mike Wilson: der Stimulus hat nur dafür gesorgt, dass der Konsum der Zukunft in die Gegenwart verschoben wird! Das ist ein ähnliches Phänomen wie bei der deutschen Abwrackprämie, die an der Gesamt-Nachfrage nichts änderte, aber eben in der Gegenwart auf Kosten der Zukunft starke Nachfrage erzeugte.

Später aber fällt der Konsum – der in den USA ca. 70% der Wirtschaftsleistuung ausmacht – in ein tiefes Loch. Dieser Fall des Konsumenten wird durch die massiv gestiegene Inflation noch verstäärkt, die faktisch die Menschen mit geringem Einkommen aus dem Konsum „herauskegelt“.

Das weiß US-Präsident Biden – und das weiß auch die Fed unter Jerome Powell, der seit seiner Neu-Nominierung durch Biden die Bekämpfung der Inflation als oberstes Ziel ausgerufen hat (die hawkishe Wende – vorher war die Inflation angeblich „transitory“).

Mike Wilson: Defensive Aktien kaufen

Was also tun in einem solchen Umfeld? Mike Wilson empfiehlt, defensive Aktien zu kaufen und Brachen zu meiden, die in der Regel gesucht sind wenn an den Aktienmärkten „risk on“ angesagt ist (also Tech und Consumer Discretionary). Wilson rechnet damit, dass der Leiitndex S&P 500 unter die Marke von 4000 Punkten fallen wird – und hat für den US-Leitindex das bärischste Jahresziel aller Banken der Wall Street: nämlich 4400 Punkte (also nur ca. 100 Punkte tiefer als aktuell).

Sehen Sie hier die Aussagen von Mike Wilson über die Bärenmarktrally – und das, was zu erwarten ist:



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6 Kommentare

  1. Hi guys, it’s party time for Mr. Fugmann … cheers :-) :-) :-)
    Don’t be wory, the next decade will be a great bull market for sure !
    Gimme a bear paw – Yeah ;)

    1. „Daxrabbit“ :-) :-)
      …und dann noch auf Möchtegern-Englisch.

      haben wir es da etwa mit einem Mitbürger aus den neuen Bundesländern zu tun ??

    2. Don’t be wory… Oder so 😂

  2. Immerhin scheint mein Zündplättchen funktioniert zu haben.
    Zur Frage: Sachse newoah, aber zugereister aus Mosambik, iss abba schon Jahrzehnte her. Und jetzt dürft ihr euch weiter auskotzen zur allgemeinen Belustigung.

  3. Tja, nur dann, wieso fällt dann der Ölpreis so in den Keller, „normalerweise“ sollte er doch aus Bärensicht steigen, und zwar klar über 130 USD plus plus plus. ? Wegen Russland , Krieg usw ? Rohstoffboom ?

    Hier in der Bärenhöhle, sollte doch längst alles klar sein, der Dax runter auf die 8000 usw..
    Seltsam…Der Ölpreis hat seinen Aufwärtstrend gebrochen, interessiert Euch Bären natürlich nicht, ich weiß..

    Und außerdem, bei einem Ölpreis von sagen wir mal 200 USD – 300 USD (also ca. 5 – 6 EUR den Liter für das Diesel), dann steht die Welt doch sowieso still, welche Spedition/ Unternehmer kann es sich noch dann leisten , seine Lkws/Schiffe durch die Gegend zu fahren ? Und das dürfte garantiert auch den Cargo-Flugverkehr betreffen ?

    Alles auf die Verbraucher „abzuladen“ wird dann wohl nix mehr bringen, dann ist das Ende des Welthandels.

    Oder ist das jetzt deswegen, weil die Megarezession kommen wird ? Kann natürlich auch sein, ich würde dann das Absturzniveau beim Dax noch tiefer sehen, eher bei 6000.

    Nur die Frage wäre, sollte es dazu kommen, zu einer weltweiten Mega-Rezession, mit Lieferkettenstops usw, da würden der Ölpreis und sämtliche Rohstoffpreise ebenso in gleicher Dimension abstürzten müssen.

    :D

  4. Und was ich damit sagen will, gerade auf dem Rohstoffmarkt machen sich die Händler (also Trader/ die Mineralölkonzerne) die Taschen voll…

    Da war und ist doch der Ukraine-Krieg als Beispiel den Nickelpreis ein willkommener Anlass, den Markt nach oben zu treiben, dasselbe gilt für den Ölpreis /den Dieselpreis hier in Deutschland, die Mineralölkonzerne machen sich die Taschen voll, und die sind ebenso am Terminmarkt engagiert.

    Natürlich war hierbei Panik mit dabei, normalerweise sollte der Diesel-(Heizölpreis) unter den Benzinpreis handeln.

    Und n

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