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Headlines der PK von Mario Draghi: ein klares Unentschieden..

FMW-Redaktion (PK beendet)

Fazit FMW: die EZB hat den Inflationsaublick gesenkt, einerseits wegen Energiepreisen, andererseits wegegn geringen Lohndrucks – man hat das Gefühl, dass die Notenbank hier nicht sehr logisch vorgeht (schon weil die Energiepreise nicht in der Kerninflation enthalten sind, die für sie doch angeblich alles entscheidend ist). Das ist dovish. Hawkish ist, dass man die Risiken für ausgeglichen erachtet (vorher Abwärtsrisiken) und dass man den Passus weggelassen hat, dass die Zinsen noch tiefer gehen könnten. In der Summe ist das also ein Unentschieden, würde man im Sport sagen – daher der Euro während der PK auch wenig verändert in der Summe..

Und so werden aus den 3-fach-Risiken nur noch zwei:

– Draghi beginnt

– erwarten für längeren Zeitraum niedrige Zinsen (FMW: allerdings hatte die EZB in ihrem Statement den Terminus fallen gelassen, dass die Zinsen weiter fallen könnten)

– Risiken weitgehend ausgeglichen (also nicht mehr wie zuvor „Abwärtsrisiken“)

– werden mehr tun (QE), wenn nötig (FMW: das wird schwer, weil deutsche Anleihen „knapp“ werden)

– Inflationsdruck bleibt gering

– globale Erholung begünstigt Zunahme von Handel

– BIP-Prognose leicht angehoben (2017 von 1,8% auf 1,9%; 2018 von 1,7% auf 1,8%,; 2019 von 1,6% auf 1,7%), Inflationsausblick leicht gesenkt in Projektionen der EZB (2017 von 1,7% auf 1,5%; 2018 von 1,6% auf 1,3%; 2019 von 1,7% auf 1,6%) – die Senkung bringt den Euro unter Druck und bestätigt den gestrigen Insider-Bericht

– Headline-Iinfaltion wird auf gegenwärtigem Niveau bleiben, wegen Energiepreisen

– Inflation wird nur graduell steigen

– Draghi beendet Vortrag, jetzt kommen Fragen

——

– kann die Lage der Banco Popular nicht kommentieren, weil wir nichts zu einzelnen Banken sagen

– Constancio (EZB-Vize): Banco Popular konnte Zahlungen nicht mehr leisten, es drohte ein bank run

– Draghi: haben den Inflationsausblick nicht stark gesenkt, es hat sich an unserer Einschätzung nichts Substantielles geändert

– ein Grund für Senkung Inflationsausblick war geringer Lohndruck, sowie die Tatsache, dass viele neue Jobs nicht hochqualitativ sind (geringe Bezahlung oder Teilzeit-Jobs)

– Inflationsausblick ist unsicherer geworden, wir müssen geduldig sein

– Deflationsrisiken sind verschwunden

– haben nicht über Exit-Strategie aus QE diskutiert

– zwei Mitglieder hatten Einwände bzgl. Folgen des QE

– Constancio: haben in Sachen Banco Popular nur festgestellt, dass Insolvenz drohte wegen eines beginnenden bank runs; mit der Entscheidung, dass Santander der Käufer ist, hatten wir nichts zu tun, das lag nicht in unserer Kompetenz


EZB-Chef Mario Draghi
Foto: EZB



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1 Kommentar

  1. „– ein Grund für Senkung Inflationsausblick war geringer Lohndruck, sowie die Tatsache, dass viele neue Jobs nicht hochqualitativ sind (geringe Bezahlung oder Teilzeit-Jobs)“
    Da wird sogar mal zugegeben, dass viele neue Jobs nur Billigjobs sind. Demnächst heißt es dann aber wieder: „Alles in Butter auf dem Arbeitsmarkt, da ja nahezu Vollbeschäftigung vorherrscht.“

    Wie ein Fähnchen im Wind…

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