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Hedgefond-Manager verliert 99,8% des Kapitals

Owen Li, Gründer des Hedgefonds Canarsie Capital mit Sitz in New York hat innerhalb von neuen Monaten 99,8% des verfügbaren Kapitals verloren. Übrig sind nun noch 200.000 Dollar – im März 2014 waren es noch 100 Millionen Dollar. Owen Li war zuvor Trader bei Galleon Group, die von Raj Rajaratnam geleitet worden war. Raj Rajaratnam wiederum sitzt derzeit im Gefängnis, weil ihm Insiderhandel in mehreren Fällen nachgewiesen worden war.

Zum Hedgefond Canarsie Capital gehört auch seit 2013 Ken deRegt, der zuvor den globalen Anleihehandel bei Morgan Stanley geleitet hatte. Owen Li erklärte die massiven Verluste seines Hedgefonds in einem Brief an Investoren: er habe in den letzten drei Wochen „aggressive Transaktionen“ vorgenommen, vorwiegend mit Optionen auf Aktien – wobei er von steigenden Kursne ausgegangen sei. Da der Gesamtmarkt wenig Schwäche zeigte, ist zu vermuten, dass Li insbesondere auf den Anstieg von Energieaktien gewettet haben dürfte – und damit grandios scheiterte.

In dem Brief an die Investoren äusserte Li sein Bedauern: er trage die Verantwortung für das fürchterliche Ergebnis, hoffe aber, dass die Investoren verstünden, dass er versucht habe, gute Renditen für den Hedgefond zu erzielen. Dabei habe er aber „zu euphorisch“ agiert, wofür es keine Entschuldigung gebe.

Da kann man einmal sehen, wozu „Euphorie“ so führen kann. Gleichwohl dürfte der Entschuldigungsbrief von Owen Li nicht der letzte seiner Art sein. Viele Hedgefonds haben aggressiv auf den Anstieg von Energieaktien und steigende Ölpreise gewettet – Positionen, die nun „unter Wasser“ sind. Hinzu kommen Spekulationen, die auf steigende Renditen für US-Staatsanleihen setzten (in Erwartung einer Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank) – auch diese Wette ging bilsang grandios schief. Weit verbreitet waren bei Hedgefonds auch Positionen gegen den Schweizer Franken – mit dem bekannt desaströsen, wohl noch nicht vollständig in der Dimension absehbaren Ende.

2014 war schon ein hartes Jahr für Hedgefonds – 461 mussten ihr Geschäft schliessen (siehe dazu unseren Artikel „Das leise Sterben in der Hedgefond-Branche„?. Das Jahr 2015 dürfte jedoch, das zeichnet sich bereits ab, viel härter werden..



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1 Kommentar

  1. Und wieder hat sich einer verspekuliert.
    Jeder , der mit Anlagen spekuliert, muß wissen, dass er verlieren kann. Also, was solls, Pech gehabt.
    Mal verliert oder gewinnt der Eine, mal der Andere, wer da mitspielt muß die Folgen in Kauf nehmen.
    Ich habe da kein Mitleid mehr. Jeder weis, was er da tut, auch die Anleger, die denen ihr Geld geben.
    Das Geld arbeitet nicht. Nur der Mensch spekuliert damit, arbeitet mit dem Geld.

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