Folgen Sie uns

Allgemein

Hunderte Milliarden durch Euro-Notenbanken geheim aufgekauft? Der Druck auf die EZB steigt

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Das Thema schwirrt schon seit Wochen durch die Presselandschaft und wird zunehmend durch Ökonomen und kritische Beobachter aufgegriffen. Die nationalen Notenbanken innerhalb des Euro-Systems (der EZB eigentlich untergeordnet) haben ihm Rahmen ihrer nationalen Souveränität und im Rahmen eines Abkommens mit der EZB (ANFA) in Eigenregie Anleihen für hunderte Milliarden Euro aufgekauft.

EZB Mario Draghi
EZB-Präsident Mario Draghi. Foto: EZB

In wie fern das legal oder illegal ist, was sie genau aufgekauft haben, und wie die Rechtsgrundlage hierfür genau ist, ist bisher nicht ganz klar. Die Vermutung liegt aber nahe, dass vor allem die französische und die italinische Notenbank so verdeckt ihre eigenen Regierungen finanziert haben. Es soll sich europaweit um mehr als 500 Milliarden Euro handeln, die nationale Notenbanken parallel zu den offiziellen EZB-Programmen bis 2012 auf die eigenen Bücher genommen haben.

Besonders hochkochen tut dieser Skandal (ist es einer, oder wird es gerade einer?) seit letzten Donnerstag, wo in der EZB-PK Mario Draghi durch einen Journalisten genau auf diese Alleingänge der nationalen Notenbanken angesprochen wurde. Draghi reagierte darauf äußerst ungehalten und verwies den Journalisten an die nationalen Notenbanken, an die er sich für eine Auskunft zu wenden habe. Auch für ihn selbst seien die Aufkäufe der nationalen Notenbanken schwer zu verstehen, so Draghi letzte Woche. Erst dieser forsche Auftritt Draghi´s verlieh diesem Verdacht so richtig Nahrung: Nationale Notenbanken kaufen die Schulden ihrer eigenen Regierungen auf, und schaffen somit ein Kreislaufsystem, durch welches sich der Staat quasi selbst Geld leiht. Die Notenbank ist zwar eine Institution außerhalb des Regierungsapparats eines Landes, dennoch aber eine „staatliche“ Einrichtung.

Jetzt springt die deutsche Politik mit auf den fahrenden Zug auf. Gegenüber der „FAZ“ verlangt jetzt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Michael Fuchs Aufklärung von der EZB. „Die EZB soll offenlegen, in welchem Maß nationale Notenbanken im Euro-Zentralbankensystem Aufkäufe von Staatsanleihen getätigt haben“. Hans Michelbach von der CSU sagte dem Handelsblatt „Mario Draghi muss umfassende Auskunft über die merkwürdigen Geldvermehrungen mehrerer nationaler Notenbanken geben“.

Denn in der Tat, Draghi´s mehr als schroffe Zurückweisung des Journalisten am letzten Donnerstag lässt erahnen, dass er von einem großen Problem weiß, es aber nicht abstellen kann. Vermutlich agieren einige Notenbanken auf eigene Rechnung in stillschweigender Absprache mit ihren nationalen Regierungen, damit diese finanziell ruhig schlafen können. Da wäre es in der Außendarstellung für die EZB wohl besser, wenn da niemand so genau hinschauen würde.

Die große Frage ist: Geschahen die Aufkäufe der nationalen Notenbanken illegal? Die EZB gibt keine genauen Details ihres ANFA-Vertrags mit ihren nationalen Notenbanken heraus, die ihr einerseits untergeordnet sind, die andererseits laut Draghi aber auch „autonom“ agieren. Das passt irgendwie nicht zusammen. Wenn nationale Notenbanken die Staatsanleihen ihrer eigenen Länder aufkaufen, wo wäre da eigentlich der große Unterschied zum derzeitigen Anleihekaufprogramm der EZB? Illegale Staatenfinanzierung wäre es z.B., wenn die Notenbanken am Primärmarkt, also direkt bei der Auktion der Anleihen kaufen würden. Die EZB selbst wartet, bis die Anleihen durch Private am Primärmarkt gekauft wurden, und kauft die Anleihen dann später am Sekundärmarkt (Börse) von privaten Institutionen. Das stellt sicher, dass der Geldfluss in den Staatshaushalt tatsächlich durch private Geldgeber erfolgt, und somit der Schein gewahrt werden kann, dass keine Kreislauffinanzierung vorliegt.

In diesem Fall (ANFA) könnte eine völlige Transparenz seitens EZB und den nationalen Notenbanken viele Mutmaßungen auf einen Schlag entwirren. Wie viel wurde gekauft, was wurde gekauft und von wem? Im Primär- oder Sekundärmarkt? Das würde die Frage ob eine „Illegale Staatsfinanzierung“ vorliegt, ein gutes Stück klären helfen. Dass die Aufkäufe von Staatsanleihen durch ihre eigenen Notenbanken sowieso mehr als fragwürdig sind, ist ein anderes Thema…

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    bademeister

    9. Dezember 2015 12:53 at 12:53

    Legal oder illegal ist eigentlich egal, jedenfalls handelt es sich um eine weitere bodenlose EZB-Schweinerei.

    Was würde passieren, wenn ein Unternehmen die eigenen Produkte grossflächig (wieder) aufkaufen würde, um damit profitabel und konkurrenzfähig zu werden/bleiben?

  2. Avatar

    joah

    9. Dezember 2015 13:36 at 13:36

    Devisenbetrug, Klappe die 2te – der Euro hat zu Ende.

    (der heutige Mensch vergisst ja zu schnell wieder – daher zur Erinnerung)

  3. Avatar

    GN

    9. Dezember 2015 15:40 at 15:40

    Wo ist hier eigentlich das Problem???? Wenn private Banken per Geldschöpfung aus dem Nichts Staatsanleihen kaufen und für diese heiße Luft (zumindest in der Vergangenheit) kräftig Zinsen verlangen, dann ist das absolut okay. Wenn das aber die nationalen Notenbanken machen, dann ist das anscheinend ein Verbrechen.

    Versteht hier eigentlich jemand, was Geld ist und wie es entsteht???? Sonst würde ich mal das Buch von Raimund Brichta, dem eher unverfänglichen Telebörsenmoderator, empfehle: „Die Wahrheit über Geld“…

    http://www.diewahrheituebergeld.de/author/brichta/

    Der Popanz über die direkte oder indirekte Staatsfinanzierung wird doch nur geführt, damit private Geschäftsbanken auch weiterhin leistungslose Einkommen in Billionenhöhe geschenkt bekommen.

    Die Leidtragenden von diesem Verbrechen sind wir alle!!!!

    VG

    • Avatar

      Rons

      9. Dezember 2015 17:07 at 17:07

      Kann mich soweit der Sichtweise anschließen.

      Das Problem ist nur diese Einheitswährung, gehört abgeschafft. Das anzusprechen ist aber ja schon eine Ketzermeinung…

      Also ohne Euro lasset jeden Staat, Drucken wie er mag .

  4. Avatar

    Argonautiker

    9. Dezember 2015 16:01 at 16:01

    Nun, die Zentralbanken machen ja auch nichts anderes. Mit einer immer geringer werdenden Mindestreservesicherung, generieren sie sich selbst nahezu Geld so viel sie wollen, und wollen die Staaten durch das Aufkaufen der Staatsanleihen so in ihren Besitz bringen.

    So viel zum Thema haltet den Betrüger, schrie der Betrüger.

    Warum sollte das, was den Zentralbanken erlaubt ist, den nationalen Notenbanken verboten sein? Würden Staaten sich selbst über eigene Rating Agenturen so Kreditwürdig einschätzen, wie es die Zentralbanken mit sich selbst tun, dann wären sie bei einem BIP von rund 3.5 Bio Euro Jährlich, um das Hundertfache Kreditwürdig. Mit dem Vorteil, das der Staat aus dem Volk besteht, was wirkliche Werte generieren kann, was eine Zentralbank eben nicht kann.

    Richtig wäre es natürlich, wenn das Beide nicht dürften, sondern Geld und Gut wieder eine Bindung eingehen würde. Klar würde der käufliche Handel dadurch schwer ins stocken geraten, aber das Leben ist nun mal nicht nur kaufen und verkaufen, sondern manchmal auch einfach nur ein Geben und Nehmen.

    • Avatar

      GN

      9. Dezember 2015 16:32 at 16:32

      Die Geldschöpfung ist ein elementarer Bestandteil unseres Wirtschaftssystems. Geld kommt immer aus dem Nichts. Und Geld ist auch immer gleich Schuld!!!! Und ohne Schuld dementsprechend auch kein Geld…..

      Völlig unverständlich bei alledem ist nur, warum der Staat den bei der Geldschöpfung aus dem Nichts entstehenden Seignioragegewinn an private Geschäftsbanken verschenkt, zum Schaden von uns allen!!!!

      Die Mindestreserve betrifft nur die privaten Geschäftsbanken. Diese wird bei den Zentralbanken hinterlegt und ist mit 1% völlig unerheblich.

      VG

      • Avatar

        Argonautiker

        9. Dezember 2015 19:50 at 19:50

        Das Geld immer aus dem Nichts kommen MUSS, wage ich mal zu bezweifeln. Das es derzeit so ist, stimmt jedoch.

        Geld an sich ist sowieso nicht unbedingt notwendig. Tauschhandel ist im Grunde, so möglich, einer der Effektivsten, weil direktesten Handelsformen, und sollte immer vorzuziehen sein. Nur woher kriegt Papa Staat dann seine Tantiemen?

        WENN es aber Geld zum Vereinfachen des Handels geben sollte, und das glaube ich schon, dann sollte es genau wie alle Anderen, am Handel Teilnehmenden Güter, die drei Kriterien beinhalten, die auch die Anderen Güter nachprüfbar mit sich bringen.

        Einen materiellen Wert
        Einen Zeit Wert zu Er- oder Beschaffung der Ware
        Einen qualitativen Wert in Form der Bearbeitung

        Dies sind die Drei Fragen, die man sich selbst beim Handel stellt.
        Wie hoch ist der Materielle Wert des Gutes?
        Wie lange bräuchte ich selbst, um das herzustellen?
        Wie gut ist die investierte Arbeit gelungen?
        Daraus ergibt sich der Handelswert den ich eingehen würde.

        Aber die Handelsware No1 nimmt nicht wirklich am Markt teil, und das ist falsch, da es nicht in Konkurrenz steht und sich mit Anderen messen muß, folglich wird es zu den in Konkurrenz stehenden, billig und schwach. Wozu sollten sich Geldhersteller auch Mühe geben, wenn sie über die Steuerabgabe dazu verpflichtet sind, genau das Geld nehmen zu müssen, und kein Anderes?

        Das Geld, das wir heute gegen unsere Waren und Leistungen eintauschen, ist dadurch über die Jahrhunderte nahezu wertlos geworden. Man kann heute Geld im angeblichen Wert von Millionen Euro in wenigen Minuten herstellen, möchte aber, daß wir selbst, für eine Stunde unserer Leistung nur 100 oder gar nur 10 oder 1 Euro nehmen. Wer würde diesen Tausch eingehen, wenn er nicht müßte?

        Wenn Geld, wie jedes anderes Handelsgut, durch die Bewertet würde, mit denen gehandelt wird, dann sollte einem Handel mit Geld nichts im Wege stehen. Dann könnten Geld Hersteller, ein entsprechend wertvolles, oder weniger wertvolles Material nutzen, zur Herstellung viel oder wenig Zeit aufwenden, und für die Herstellung eine qualitative, oder billige Fertigungsweise vollziehen, dann haben sie entweder ein wirklich wertvolles Geld, oder eben ein billiges geschaffen. Das würde man der Handelsware Geld dann aber auch ansehen können. Der wirkliche Handel, würde sich dem geeigneten Geld zur Zeit zuwenden, und anderes ablehnen.

        Jeder sollte also Geld herstellen dürfen, so wie jeder Bäcker, Banker, oder Bananenverkäufer sein darf, sodaß auch die Herstellung des Geldes kein Monopol mehr wäre, sondern durch die am Handel Teilnehmenden selbst bestimmt wird. Stellen Viele Geld her, und es ist im Verhältnis zu den Anderen Waren viel Geld im Umlauf, verliert es automatisch an Wert, und es würde sich über die Zeit selbst regulieren und einpendeln. Schlechtes und wenig wertiges Geld wird sich nicht durchsetzen, so, wie man weniger wertige Waren eben auch aussortiert.

        Unser heutiges Geld will sich aber selbst nicht messen lassen, sondern will seinen Wert aus sich selbst bestimmen dürfen, ohne am Handel teilzunehmen, und bestimmt sowohl seinen Wert wie auch seinen Verdienst, in Form von Zinsen selbst, und das ist falsch, weil keine Handelsware seinen Wert ausschließlich selbst bestimmt. Geld nimmt eine Sonderstellung ein, weil es sich selbst nicht den freien Marktbedingungen stellt, und das macht auf Dauer weich und schwach.

        Mit Geld, in Form von Zinsen, Geld herzustellen, ist generell mit Skepsis zu begegnen. Für Geld sollte es ebenso einen regulären Preis geben, und ihm keine sich selbstständig erweiternde Funktion, in Form von Zins und Zinseszins stattgegeben werden. Geld will überall eine Sonderstellung haben. Ein Arbeiter bekommt ja auch keine Zinsen, sondern einen Lohn, und ein Bett kostet soundsoviel und nicht 10% des Einkommens des Käufers.

        Zins und Zinseszins bedarf es in einer Welt, in der jeder Geld herstellen darf, aber auch nicht, da die Geldvermehrung nicht in einem Monopol gründet, das sich selbst in Form von Zinsen den Gewinn für die Geldherstellung auszahlt, sondern sich das Geld auch am Markt seinen Lohn erst einmal in Konkurrenz zu anderen Geldherstellern erarbeiten muß.

        Kein Bauer kann aus Kartoffeln mehr Kartoffeln machen, ohne die Arbeit, sie zu pflanzen und zu ernten, zu haben. Wieso sollte es den Geldherstellern durch die Vergabe eines Monopols, gestattet sein, sich selbst auszuzahlen, ohne je am wirklichen Markt teilgenommen zu haben, und dazu noch vollkommen Risikolos?

        Also da ist sicherlich kein Zwang, Geld aus dem Nichts erzeugen zu müssen, daß muß es erst durch das quasi Monopol eines einheitlichen Geldes, was über die Abgabe der Steuer entstand. Die Muschelgelder haben Jahrhunderte lang hervorragend funktioniert, bis sich Könige, Kaiser , Geldwechsler und dergleichen darauf besannen, das Geldherstellen mit quasi Monopolen zu belegen, da sie so, über die Umleitung des direkten Handels über ihr Geld, an jedem Handel beteiligt waren, ohne auch nur irgendwas dazu getan zu haben, außer eben Geld herzustellen was jeder benutzen mußte.

        Natürlich gab es durch die nicht monopolisierte Geldherstellung Verluste, und zwar immer dann, wenn der Markt eine Geldart nicht mehr als wertig betrachtete, und sie nicht mehr annahm, und sie dadurch wertlos wurde, aber Verluste gibt es nun mal immer mal im Leben.

        Man benutzte die Tatsache der Verluste jedoch, um zu einer Monopolisierung des Geldes zu gelangen. Man hat gesagt, ihr Geld sei eben sicherer. Man bürgte für das Geld. Wie sicher diese Bürgschaften sind, sieht man jetzt. Es haben nur noch wenige das Monopol zum bescheißen. Und viele trachten danach, über ein globales rein virtuelles Geld, diese Betrugsmöglichkeiten noch zu vergrößern. Monopolisiert versteht sich.

        • Avatar

          joah

          10. Dezember 2015 11:21 at 11:21

          Virtuelles „Geld“ muss nicht zwangsläufig die Betrugsmöglichkeiten erhöhen, es sei denn, es wäre ausgeprägt wie das hiesige „Geld“system. Wenn man die grundsätzliche Funktionssystematik von Bitcoin zugrunde nimmt, so besteht die Einheitenlimitierung durch die entsprechende Codierungstiefe (encoding bit level) selbst – mehr Einheiten gehen nicht, da damit nicht mehr codierbar (erzeugbar). Das ist auch der Grund, warum die Banken so sehr hinter der Technologie hinterher sind: die wollen die Blockchain(-Technologie) unter Kontrolle bringen, damit es kein anderer tut: sonst Banken nutzlos und wegrationalisiert.

          Dies könnte in vielen Teilen zwar einem monetären Betrug, jedoch immer noch keinen Gesellschaftlichen verhindern.

          • Avatar

            Argonautiker

            10. Dezember 2015 13:43 at 13:43

            Sie haben schon recht, der Betrug selbst liegt nicht im Geld, sondern im Betrugs Motiv, und das hat immer der Nutzer und nicht das Geld, egal welcher Art das Geld auch ist. Allerdings sind die Möglichkeiten des Betrugs durch virtuelles Geld wesentlich höher als bei einer physischen Währung.

            Bei Bitcoins liegt die Betrugsmöglichkeit wo anders. Was werden konnte man mit Bitcoins nämlich nur, wenn man ganz am Anfang mit dabei war, und natürlich einen Superschnellen Rechner hatte, sonst hatte man im sogenannten „mining“ null Chance. Das nenne ich aber mal einen fetten Wettbewerbsvorteil, unter dem Motto: wer zuerst mit dem besten Werkzeug kommt „mint“ zuerst. Reich machen einen dann all die anderen, die später kommen. Für die Banken ist er auch genau deshalb so schwer auf- oder kaputtzukaufen.

            Nichts gegen Bitcoins, kann ja jeder nutzen, so er will, aber Prinzip Bitcoins als alleinigen Ersatz, und zur monopolaren Währung erklären, wäre nur für sehr sehr Wenige gut.

            Es gibt aber auch keine betrugssichere Währung, weil, wie am Anfang schon gesagt, das Motiv nicht im Geld, sondern im Nutzer liegt. Monopolare Währungen eignen sich jedoch viel leichter zum Betrug, weil es halt einfach ist, über ein Prinzip die Kontrolle zu kriegen, anstatt über Viele. (Deshalb sozialisiert man Menschen auch so gerne, weil sie dann alle nach einem Prinzip funktionieren und mittels weniger Leittiere zu Massen ganz leicht lenkbar sind.)

            Man weiß auch warum Monopole schlecht, und deshalb eigentlich verboten sind. Und da sollte es keine Ausnahmen geben. Nicht im Geld oder dessen Herstellung, und nicht in der Gewaltausübung, und nicht in der sogenannten Gesetzgebung, etc., etc. Derjenige, der ein Monopol besitzt, und sei es auch nur ein quasi Monopol, hat die Macht und wird sie auch nutzen.

            Man gebe mir das Monopol über Kaugummis, und mache es zum Gesetz, daß nur Derjenige kaufen und verkaufen kann, der Kaugummis kaut.

            So einfach ist das reich werden nämlich.

            Schöne Grüße

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Aktienmärkte: Die Jungen entdecken die Aktie – und zocken

Ist die Hinwendung vor allem der jüngeren Generation zum Anlagevehikel Aktie ein Trend – oder eher ein Warnzeichen für die Aktienmärkte?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte haussieren, und das bleibt nicht ohne Folgen. Das Corona-Jahr 2020 mit Covid-19 hat viele Veränderungen ins Alltagsleben der Menschen gebracht. Zwangsläufig mit vielen Aktivitäten, die mit „Home“ beginnen. Auch hatte mancher Zwangsaufenthalt in den vier eigenen Wänden dafür gesorgt, dass viele und vor allem junge Privatanleger den Weg an die Aktienmärkte fanden. Angelockt durch zahlreiche Erfolgsmeldungen über die sozialen Medien, vermutlich initiiert durch die RobinHooder aus den USA. Ein Trend, der von Dauer ist?

Aktienmärkte: Corona und der Anstieg der Zahl der Aktionäre

Die Internetblase im Jahr 2000 und der folgende Jahrhunderteinbruch des Dax (- 72 Prozent) haben lange Jahre Spuren hinterlassen. Während es nach den Daten des Deutschen Aktieninstituts im Jahre 2001 noch 12,85 Millionen Aktionäre in Deutschland gab, pendelte der Wert seit Jahren nur noch an der 10-Millionen-Marke. 2019 war die Zahl der Anleger noch einmal zurückgegangen, 9,7 Millionen direkte Aktionäre in Deutschland.

Jetzt kam die Coronakrise, die einen Boom beim Aktienhandel durch die Privatanleger ausgelöst hat. „Retail Bros“, oder Handelsbrüder, hat die englische „Financial Times“ die neuen Anleger genannt. Seit Längerem gibt es eine „Crypto Bros“, das Pendant mit Kryptowährungen.

Der Trend, der aus den USA herüberschwappt

Der Name ist in der Finanzberichterstattung in aller Munde: Robinhood, ein ehemaliges Start-up aus Kalifornien, welches in den vergangenen Monaten einen Boom verstärkt hat. Der Broker hat bereits über 13 Millionen Kunden, von denen drei Millionen allein seit Anfang des Jahres bis Herbst dazu kamen. Bemerkenswert: Die Hälfte der neuen Kunden sind Aktienneulinge. Star der Szene ist David Portnoy, Inhaber des Sport-Blogs Barstool Sports, der mit seinen superoptimistischen Börsentweets (Aktien und Aktienmärkte würden immer steigen etc.) eine ganze Community antreibt. Hinzu kommt die Entwicklung zum nahezu kostenlosen Börsenhandel, durch E-Trade und Schwab weiter vorangetrieben. So haben manche Arbeitslose ihre 600 Dollar-Wochen-Schecks zum Zocken eingesetzt.

Der Anstieg der Online-Depots in Deutschland

Eine Studie von Comdirekt, Consorsbank und ING zeigte eine deutliche Zunahme der Zahl der Aktionäre unter 25 Jahren. Viele junge handeln auch auf Plattformen wie dem Handybroker Trade Republic. Kaufgebühren von einem Euro pro Trade oder gebührenfreie Sparpläne haben schon zu sechsstelligen Kundenzahlen geführt.

Auch die klassischen Onlinebroker profitieren davon. Konkret wurde die Comdirect, die mit 232.000 neuen Kunden innerhalb der ersten neun Monate vom größten Depot-Wachstum seit 20 Jahren spricht.

Der Vormarsch der Jungen

Wie bereits erwähnt, sind es vor allem die ganz jungen deren Interesse für die Aktienmärkte gewachsen ist, wie die Studie aufzeigt. Nach 26 Prozent, der unter 25-jährigen, die im vergangenen Jahr die Aktienanlage nutzen, sind es derzeit bereits 39 Prozent. Die Steigerung gegenüber 2017 beträgt sogar 22 Prozent. Aber auch bis zur Generation Ü 50 hat sich die Zahl der Aktionäre gesteigert. Was die Börsenplätze sicherlich erfreut, dürfte nicht unbedingt für die herkömmlichen Geschäftsbanken gelten. Denn der Drang zu Online- und Discountbrokern ist unübersehbar.

Ein schnelles Hin und Her

Noch etwas zeichnet die neue Generation Börsianer aus. Die Haltedauer von Aktien ist so kurz wie nie. In den USA lag diese im Sommer diesen Jahres gerade noch bei circa fünfeinhalb Monaten, im letzten Jahr hatte sie noch achteinhalb Monate betragen. Ein Trend, der schon seit Jahrzehnten zu beobachten ist. Aus Daten der New Yorker Börse zeigt sich, dass man vor dem Jahrhundertwechsel Aktien noch durchschnittlich 14 Monate im Depot vor einer Umschichtung beließ. Die Ausnahme:

Nach der Finanzkrise von 2008 wurde das bisherige Haltetief von sechs Monaten erreicht. Krisen beschleunigen anscheinend das Handeln von Wertpapieren.

Wie könnte es anders sein: Auch in Europa ist die gleiche Aktientendenz zu beobachten. Hier ging den Erhebungen zufolge die Haltedauer von Aktien von sieben Monaten zum Jahresende 2019 sogar auf weniger als fünf Monate zurück.

Kein Vergleich mit dem Verhalten des Langfristinvestors Warren Buffett, der seinen Titeln bisher im Schnitt 11 Jahre die Treue hält, auch folgt ein Teil der jungen Generation nicht dem Rat der ungarischen Börsenlegende Kostolany: „Aktien kaufen und dann schlafenlegen.“

Allerdings gibt es heutzutage auch den großen Trend zu langfristigen Sparplänen, monatliche Einzahlungen kleinerer Investmentsummen für die Altersvorsorge. Beides wurde möglich durch eine ganz andere Gebührenstruktur. Zocken zum Nulltarif, nicht nur bei Aktien und Optionen, selbst bei Staatsanleihen oder Junk-Bonds hat sich die Umlaufgeschwindigkeit der Papiere deutlich erhöht.

Wird das eine erhöhte Rendite bringen? Vielleicht kurzfristig im besonderen Jahr 2020. Ältere Börsenexperten sind davon überzeugt, dass die Masse der Anleger durch das Hin und Her auf keine durchschnittliche Rendite von acht Prozent pro Jahr kommen wird. Das Ergebnis sollte Volatilität sein, also ein größeres Auf und Ab in den Märkten mit Vielen, die teuer kaufen und dann billig wieder aussteigen.

Fazit

Ist es ein Trend in Deutschland, die Hinwendung vor allem der jüngeren Generation zum Anlagevehikel Aktie, oder eher ein Warnzeichen für die Aktienmärkte mit dem Vergleich zur Internetblase des Jahres 2000? Damals gab es es Tausende von neuen und noch unerfahrenen Daytradern, die glaubten mit dem raschen Handel reich werden zu können. Das Ergebnis ist bekannt. Es gibt aber einen großen Unterschied zur Gegenwart. Damals warf eine 10-jährige Bundesanleihe fast noch das ganzen Jahr über Renditen von über fünf Prozent ab, selbst Lebensversicherungen waren noch attraktiv. Anders die Gegenwart. Wie soll langfristig ein Kapitalstock aufgebaut werden in dem jetzigen Zinsumfeld? Bei einem vermutlich noch länger anhaltenden Zustand der finanziellen Repression. Selbst wenn die Zinsen über die 0-Prozent-Marke stiegen, wäre dies wahrscheinlich einer gestiegenen Teuerungsrate geschuldet.

Es ist also mehr als notwendig, sich mit dem Kapitalmarkt zu beschäftigen, nicht so sehr mit Hebelprodukten auf Tesla oder FANGMAN-Aktien, sondern eher mit langweiligen Sparplänen. Nach dem wundersamen Jahr 2020 mit den vielen Home-Aktivitäten (Home Office, Home Schooling, Home Shopping, Home Banking) sollte es beim aggressiven Home Trading der RobinHoodies zunächst einmal einen schmerzhaften Ausleseprozess geben.

Die Jungen entdecken die Aktienmärkte

 

 

weiterlesen

Allgemein

Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

weiterlesen

Allgemein

Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage