Immobilien

Aktuelle Expertenaussagen Immobilien nach Leitzins-Erhöhung nicht mehr bezahlbar?

Sind Immobilien für Häuslebauer nach der aktuellen Leitzins-Erhöhung der EZB nicht mehr bezahlbar? Hier dazu aktuelle Expertenaussagen.

Wohnungen

Noch im Sommer bei 0,00 Prozent, so sehen wir jetzt 2,00 Prozent Leitzins bei der EZB. Heute um 14:15 Uhr hat die Zentralbank den Zins um weitere 0,75 Prozentpunkte angehoben. Damit waren es in kurzer Zeit drei kräftige Zinsanhebungen, und man will die Zinsen weiter anheben. Werden Immobilien nun für den Otto-Normal-Verbraucher völlig unbezahlbar, weil die monatlichen Finanzierungskosten endgültig nicht mehr tragbar sind, und gleichzeitig hohe Baukosten, hohe Lebenshaltungskosten und Inflation die Budgets der Häuslebauer auffressen? Dazu noch die extrem teuren Immobilienpreise – sie fallen zwar seit drei Monaten, aber das Niveau nach mehr als zehn Jahren Anstieg ist immer noch extrem hoch.

Kauf von Immobilien für Normalbürger fast gar nicht mehr finanzierbar

Die Experten des Portals Immowelt haben sich dieser Fragestellung angenommen. Sie nehmen aktuell in ihrer Mitteilung Bezug auf diese Leitzins-Anhebung der EZB von 1,25 auf 2,00 Prozent. Für viele Menschen dürfte damit der Kauf einer Immobilie noch schwerer oder gar unmöglich werden, wenn in der Folge auch die Bauzinsen weiter steigen (laut Interhyp für 10 Jahre Laufzeit gestiegen von 1,00% im Januar auf aktuell 4,03%). Wer mit Wohneigentum liebäugelt, muss laut Immowelt schon jetzt aufgrund des höheren Zinsniveaus seine Finanzierungssumme deutlich reduzieren. Für Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen ging das finanzierbare Kreditbudget in den 14 größten Städten seit Jahresanfang bereits zwischen 81.000 und 109.000 Euro zurück – das entspricht einem Viertel der Kaufsumme. Das zeigt eine Analyse von Immowelt, in der untersucht wurde, wie sich die leistbaren Darlehenssummen für Familien mit Durchschnittseinkommen reduziert haben, wenn sie eine Wohnkostenquote von 30 Prozent nicht überschreiten wollen.

EZB-Entscheidung mit Signalwirkung für Immobilienzinsen

Die Richtungsentscheidung der EZB dürfte die Situation laut Immowelt noch verschärfen. Die Tendenz bei den Bauzinsen (aktuell 4,03%) sei steigend. Obwohl das Preisniveau für Immobilien in vielen Städten stabil ist oder sogar leicht nachgelassen hat, erhöhte sich die monatliche Kreditrate deutlich. Ein weiterer Anstieg der Bauzinsen bedeutet, dass sich die finanzierbare Summe für Immobilienkäufer noch weiter reduziert. Bei einem stabilen Preisniveau für Wohnimmobilien müssen Käufer entweder ihre Ansprüche an ein Objekt weiter senken, oder können sich derzeit gar keine Immobilie leisten, so die Aussage von Immowelt.

Hier sehen wir den EZB-Leitzins im Verlauf der letzten zehn Jahre:


source: tradingeconomics.com



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

16 Kommentare

  1. Aus „Herbsttag“ von Rilke:

    „…Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr…“

    1. …Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr…

      So endet nun die Sesshaftigkeit der Menschheit und wir werden wieder zu Nomaden.
      Jetzt brauche ich nur noch ein 🐫

  2. Das hatte ich hier Anfang September geschrieben.

    Wer 2014 sein Bauvorhaben mit 1 % Zinsen für den Bankkredite auf 10 Jahre. (ohne Absicherung) finanziert hat, wird sicherlich auch schon Probleme bekommen, wenn mit den aktuellen 3 % neue Darlehen in Anspruch genommen werden müssen. Gut, in den 10 Jahren ist ja auch schon ein kleines Stück von der Grundschuld abgetragen worden.
    Bei 2% Tilgung, sind von z. B. 300.000 Baudarlehen (nach 10 Jahren) immer noch 240.000 über.
    Das bedeutet, dass bei 3 % sich das Anschlussdarlehen, von 3.000 Euro Zinsen im Jahr, auf etwa 7.500 Euro Zinsen im Jahr verteuern würden.
    Wer weiß, wo die Zinsen 2024 stehen werden.
    Und wer weiß, wie hoch die Immobilie 2024 bewertet werden, wenn es um ein erneutes Darlehen geht. In 2 Jahren kann auf dem Immobilienmarkt einiges passieren.
    Nachtrag: Heute sind es schon über 4 %, und die prophezeite Endspiel-Kettenreaktion von Dr. Krall kommt nun langsam in Fahrt.
    Die Zinsen Repo-Kredite haben sich schon etwa verzehnfacht.
    Mal sehen, welche große Bank zuerst kippt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Und warum schreibst du es dann heute schon wieder?
      Fällt dir nichts Neues ein oder ist dir einfach langweilig in der spanischen Einöde?

    2. Helmut hat recht.

      Die Party ist vorbei und das billige Geld ist weg.

      Und die Löhne steigen auch nicht ausreichend um den Wohlstand zu erhalten. Die Immobilie wird nun für viele Familien zur hohen Belastung.

      Normalerweise würde die Inflation die Schulden entwertet.

      Aber nun ist es so, daß nur der Staat mehr durch die gestiegenen Steuereinnahmen verdient und dessen Schulden so entwertet werden.
      Nicht aber bei Privatpersonen, die mit Einmalzahlung ruhig gestellt werden und im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen nun immer mehr für den Dchuldendienst aufbringen müssen.

  3. Hallo Helix 52,
    für die ganz Dummen, die aber doch nicht erkennen, dass ein Nachtrag dabei war.
    Und was war jetzt Dein Beitrag zum Thema, außer dieses substanzlose Gelaber.
    Kannst Du denn nicht nur ein einziges Mal etwas schreiben, wo auch nur ein bisschen Substanz wenigstens in einem Satz ist?

    1. Hallo Helmut,
      substanziell orientiere ich mich seit jeher ganz an dir.

      Und wenn im Nachtrag die Rede ist von der prophezeiten Endspiel-Kettenreaktion von Dr. Krall, die nun langsam in Fahrt kommt, verlässt mich die Substanz.
      Vielleicht liegt das daran, dass der Herr Doktor seit 10 Jahren denselben Mist verzapft, wie sein Vorgänger bei Degussa das Jahrzehnt vor ihm. Und weil seit 20 Jahren bis Covid, Lieferketten, Angriffskrieg nicht das Geringste davon eingetreten ist.

      Deine neue Masche von „subtanzlosem Gelaber“ ziehst du durch, seit dich dein neuer Busenfreund @ottonorma beim Spammen unterstützt. Inhaltlich habt ihr beiden nicht das Geringste zu bieten, das über die bekannte Querdenker- und Russenpropaganda auf den üblichen Kanälen hinaus geht.
      Der ganze Mist wurde so oft widerlegt, wieder aufgelegt, nochmals widerlegt … dass es inzwischen nur noch langweilig ist.

      Mit den Problemen dummer Bauherren liegst du sicher richtig, ohne Zweifel.
      Aber was hat das damit zu tun, dass du es ständig wiederholen musst und dir dabei ständig selbst die Schulter klopfst?

  4. Es liegt in der Natur von Märkten zu über- und untertreiben. Es ist keine Katastrophe wenn Märkte korrigieren. Jetzt beginnt die Normalisierungsphase zwischen Angebot und Nachfrage. Gierige Verkäufer können jetzt zuschauen wie ihre „Wunschpreise“ unter die Räder kommen. Von der Maklerzunft und ihrer angeblichen Expertise will ich erst garnicht schreiben.

    1. Diese Normalisierungsphase, von der du sprichst könnte aber einige Jahrzehnte dauern, denn die Phase der abnormalen Verbiegungen hat 1998, spätestens 2002 begonnen und es bedarf mehr als nur einer kurzweiligen Korrektur im einstelligen Bereich. Die Phase der Korrektur wird künstlich durch die Notenbanken verlängert werden, weil sie immer wieder bremst, dann die Bremse löst, wenn die Wirtschaft zu sehr unter Zinsanhebungen ächzt und dann wieder bremsen muss, weil alle wieder investieren wie blöd, weil sie Angst haben, etwas zu verpassen, etc., etc. So könnte das also gut und gerne 10 und mehr Jahre in Anspruch nehmen und je nach Region und Objekt grob geschätzt 50% und mehr korrigieren.

  5. Na ja! Die Zinsen sind immerhin niedriger als 2010 wo ich gebaut habe – Haus 200 Tsd, Grundstück 100Tsd ( als Eigenkapital), 80Tsd sonstige Kosten. Habe bewusst nur 10 jährige Zinsbindung gewählt, 10% Sondertilgung vereinbart ( wurde 6 mal eingesetzt!) 2019 die fehlende 85Tsd auf 8 Jahre / 2.3% / Sondertilgung 10%. Wir haben keine Kinder, ich seit 2020 in der Rente (ca. 1900 Brutto). Praktisch 10 Jahre kein Urlaub, VW Golf mit 300 Tsd km.
    Im 2024 wird das Haus abbezahlt. Immobilie wird durch höhere Grund-/ Baukosten/ Sonderausstattung auf ca. 850Tsd geschätzt.
    Es ist möglich weiterhin zu Bauen, Zinsbindung 25 Jahre, Eigenkapital – nur die wirtschaftliche Lage
    Ist der Unruhefaktor

    1. Eine sehr gute Ausgangslage, aber müsste man da jetzt nicht handeln und verkaufen? Klar fragt man sich dann, was mach ich mit dem Geld? Aber wenn man es nicht verkauft, könnte es sein, dass man in 2025 oder später, sagen wir 2030 den Gleichen Buchwert hat wie die 300’000, die du reingesteckt hast. Und mit Inflation hast du dann real weniger als 2010. Man muss also schon vorausschauen. Zudem könnte es der Regierung einfallen, Zwangshypotheken einzuführen, dann hat es dir nicht viel genützt, wenn du jetzt schön abbezahlt hast. Immobil = nicht flexible = Freipass für die Regierung, neue Steuern einzuführen, denn man kann ja nicht weg. Und neue Steuern werden eingeführt werden, denn wenn die Unternehmensgewinne sinken, die Leute weniger konsumieren, weniger investieren, nimmt der Staat weniger Geld ein bei gleich bleibenden oder steigenden Kosten. Diese Schere muss irgendwie geschlossen werden.

  6. Pingback: Morning Briefing vom 28.10.2022 - immowelt impuls

  7. @Flipper
    Alles nicht ganz unrichtig. DIE Märkte sind jedoch immer die Summe seiner Einzelteilnehmer! Also wenn über- oder untertrieben wird, dann liegt es in Summe an seinen Teilnehmern. Den meisten Teilnehmern dieser Märkte würde vorab suggeriert, das alles geht und jeder seinen Träumen nachhängen kann. Im Grunde wie eine Riesen-Party von „Gewinnern“ . Alle haben aus der gleichen Pulle getrunken. Jetzt ist sie fast alle und viele so „angetrunken“ das sie die Welt nicht mehr verstehen. Der Entzug ist schlimmer, als die Party. Doch die Inflation ist ein hungriges Tier. Es verschlingt viel mehr und in noch kürzerer Zeit Werte, deren Aufbau Generation ihr Vertrauen geschenkt haben. Die nächste Finanzkrise wird man versuchen im Geld zu ersäufen. Aber ob das glaubwürdig über die Bühne geht, wissen wir alle erst hinterher. Schlauer wird es unsere Generationen genauso weniger machen, wie alle vorher. Wenn wir ehrlich sind , ist so manches Märchen noch immer schöner anzuhören, als die simple Wahrheit. Also glauben wir am liebsten doch weiterhin den Märchen der Vergangenheit.

  8. 4%? Ich habe bei 6% begonnen. Meine Eltern bei 10%. Wir alle konnten es uns leisten. 4% auf 500 000 Euro sind lächerliche 20 000 Euro. Das sind gerade mal 1667 Euro pro Monat. Das zahlt man auch an Miete. Zahlte ich pro Monat bei 0,85% schon 1500 Euro Rate. Nicht weil ich musste, sondern weil man es kann.

    1. Hallo so heisse ich,
      vielleicht mal einen klitzekleinen Gedanken daran verschwenden, dass die 500.000 auch noch zurück gezahlt werden müssen.
      Ganz abgesehen davon, dass es auch Menschen gibt, die sich 2013/14 schon bei einem Prozent Zinsen mal gerade noch mit dem anderen Geld hinkamen.
      Heute, bei über 4 % oder mehr Zinsen, 10 % Inflation, und horrende Energiekosten, wird es einige Versteigerungen von Häuschen geben, wenn der Betrag für das Anschlussdarlehen nicht mehr bezahlt werden kann.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  9. Pingback: Immobiliennachrichten - Oktober 2022 - Rentila

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage