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Impfungen in Deutschland: Endlich Zeit für Optimismus?

Kommt Deutschland endlich bei den Impfungen endlich entscheidend voran?

Impfungen in Deutschland: Grund für Optimismus?

Kommt Deutschland endlich bei den Impfungen endlich entscheidend voran?

In Deutschland und der Welt grassieren die Mutationen von SARS-CoV-2, vor allem die britische Variante B.1.1.7. Mit ihrer erhöhten Gefährlichkeit hinsichtlich Ansteckungsrate und Mortalität. Dennoch betrifft es weiter in überwiegender Mehrheit ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen, auch wenn es vermehrt Fälle von jungen Intensivpatienten gibt, für die die Mediziner keine Erklärung haben. Dennoch ist es hilfreich sowohl auf den Fortschritt bei den Impfungen als auch auf die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland zu blicken.

Impfungen: Die Impfstatistiken

Auch wenn man inzwischen sehr viele jüngere Menschen in Deutschland impft (vom Pflegepersonal bis zu Polizeibeamten), geht man bei den Impfungen noch in großem Maße nach Alter vor. Also im Prinzip von oben nach unten, bei Einbeziehung von besonders vorerkrankten oder gefährdeten Menschen. Zu Wochenbeginn ergibt sich daraus die Quote von 19,8 Prozent Erst-Impfungen (16,4 Mio.) und 6,6 Prozent vollständig Geimpften (5,5 Mio.). Betrachten wir nun die Altersstruktur in Deutschland, einem Land mit einer relativ alten Bevölkerung im Vergleich zu den stark wachsenden Ländern.

Hier die deutsche Altersstruktur (Quelle: Statistisches Bundesamt):

Die Altersstruktur in Deutschland und Impfungen

In unserem Lande sind tatsächlich über 28 Prozent oder fast 24 Millionen Menschen über 60 Jahre alt, die Generation eines Teiles der Baby-Boomer (die Kohorte der 50-59 Jährigen) beträgt sogar alleine schon fast 13,5 Millionen. Dabei wird ganz nebenbei die Rentenproblematik in Deutschland evident, die in ein paar Jahren über uns hereinbricht.

Aus der Übersicht der Bevölkerungsstruktur wird aber auch erkennbar, wann die Impfkampagne in Deutschland deutliche Spuren im Rückgang bei der Gefährlichkeit von Covid-19 hinterlassen wird. Vergessen wir nicht, der Altersdurchschnitt bei den an mit oder an Corona Gestorbenen lag im Dezember 2020 noch bei 84 Jahren. Die Zahl der Impfungen wird sukzessive zunehmen, in Richtung von einer Million pro Tag, dafür sorgt schon unser deutscher Impfpionier, BioNTech, mit seinen angekündigten Lieferaustockungen. Ab dem 26. April 3,4 Millionen Dosen pro Woche, 900.000 mehr als vorgesehen. Die Gesamtzahl der Impfungen wird rasch in Richtung 30 oder 40 Millionen ansteigen.

Das Robert-Koch-Institut jedenfalls sieht wegen Alter und Vorerkrankungen bei 36,5 Millionen Menschen in Deutschland ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19, davon zählt das Institut 21,6 Millionen zur Hochrisikogruppe.

Die Altersveränderung bei den Inzidenzen

Nicht nur bei den Todesfällen, auch bei den aktuellen Infektionen, ist der Effekt der Impfungen, trotz dritter Welle, aber bereits erkennbar. Gab es bei den drei ältesten Bevölkerungsgruppen 90+, 80-89 und 70-80 Jahre kurz vor dem Jahresende und damit vor dem Beginn der Impfungen nach der Übersicht des Robert-Koch-Instituts noch über 21.000 (5982 – 6951 – 8279) Infizierte in der 7-Tages-Inzidenz, so ist diese Quote bis in die 14. Kalenderwoche deutlich gesunken. Auf unter 3800, genau (768 – 1061 – 1940) und diese Daten sind bereits schon wieder zwei Wochen alt und weiter gesunken. Wo es im Vergleich zum Höhepunkt der letzten Welle prozentual am wenigsten zurückgegangen ist, sind fast alle Gruppen unter 40 – vielleicht auch ein Effekt, dass dort mehr getestet wurde.

Unbestritten sind die Fallzahlen hier nach oben gegangen, auch die der Hospitalisierungen, B.1.1.7 ist infektiöser als die vorherigen Varianten.

So kann es aussehen, wenn ein Land die Hälfte seiner Bevölkerung geimpft hat:

Impfungen und Corona-Zahlen in UK

Daily Cases in UK

Fazit

Wenn man jetzt nicht unbedingt den Teufel an die Wand malt, mit Thesen wie „die Impfungen helfen nicht gegen neue Mutationen“, so kann aus den Daten zur Impfgeschwindigkeit und unter Berücksichtigung der Altersstruktur in Deutschland gefolgert werden, dass sich die Infektionslage und deren Gefährlichkeit in Deutschland in wenigen Wochen doch entspannen könnte.

Die optimistische Sichtweise: Wenn tagtäglich eine Anzahl an Menschen von 700.000 (und mehr) erstgeimpft wird, was der Zahl der Einwohner der Großstadt Frankfurt am Main entspricht, so müsste dies in einigen Wochen deutliche Folgen für die Infektionslage zeitigen. Nicht aktuell und noch nicht für die Intensivpatienten, die vier Wochen und länger auf den Stationen kämpfen.

Inzidenz 100 dürfte ab Ende Mai aber eine andere Zusammensetzung haben als Inzidenz 100 zum Ende des letzten Jahres.

Ist da nicht etwas Optimismus hinsichtlich der langsamen Rückkehr zur Normalität angebracht?



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6 Kommentare

  1. Die üblichen Schwarzseher und Untergangsspezialisten bekommen langsam ein Glaubwürdigkeitsproblem.
    Irgendwie läuft es nicht nach ihren Vorstellungen. Aber wer weiss, noch besteht ja eine gewisse „Hoffnung“.

    1. Oh ja, diese „Hoffnung“ besteht noch. Die Sache muss nur noch etwas „reifen“… Und „Long-Covid“ scheint auch nicht ganz ohne zu sein… Die „Zombifizierung“ schreitet auch beim Menschen voran…

  2. Meine Rede
    Der Kipppunkt ist ca. 22 Mio. Erstimpfungen
    oder 25 % Erstimpfungsanteil.
    Dann verliert der Tiger seine Zähne. Global sieht man es auch schon Inzidenz /Todeszahl Schere geht auf.
    Tja, Lockdowns zu rechtfertigen wird immer schwieriger.
    Und wenn die Umlaufgeschwindigkeit im Basemoney steigt und man hat kein „reales operatives Geschäftsmodell“ geht die Zockerschere wieder zu. Und der Druck im Repokessel steigt vom Tiefpunkt gaaaanz langsam wieder an. Deswegen ist bei Basisrohstoffen auch langsam schwierig.

  3. @Lausi, das kürzlich von Ihnen erwähnte Video des belgischen Forschers wird anscheinend nicht gross beachtet.Die Meinung,dass quantitative Impfung ohne Kenntnisse der Langfristwirkungen das Problem schnell löst ist weit verbreitet.Auch Mutationen, die auch die Grippe trotz Bestehens der Grippe-Impfung seit 80 Jahren immer noch beherrschen, werden unterschätzt.Und nicht vergessen, bis jetzt hat noch jede Öffnungen wieder zu höheren Fallzahlen geführt.Auch die sogenannte Theorie der Immunisierung hat mindestens in Schweden nicht funktioniert.Da ich nicht zu pessimistisch sein will, rede ich nicht von einer weiteren möglichen Pandemie, die wegen der extremen Globalisierung und Mobilität jederzeit möglich ist.

  4. Handelsverband Berlin – Brandenburg erwartet Pleitewelle, es besteht noch eine gewisse Hoffnung ,dass es @ Columbo besser weiss.

  5. Der Optimismus zur Rückehr der Normalität in Deutschland wird gedämpft indem es in sehr grossen Ländern und einem grossen Teil der Welt gar nicht gut aussieht.

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