Europa

Importpreise mit stärkstem Zuwachs seit 1981 – Gaspreis-Explosion Hauptgrund

Containerterminals im Hamburger Hafen

Jeden Monat gibt es derzeit neue historisch hohe Zuwachsraten, so auch heute. Die deutschen Außenhandelsdaten für den Monat September wurden soeben vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Importpreise im Jahresvergleich um 17,7 Prozent gestiegen sind (im Monatsvergleich +1,3 Prozent). Das ist der stärkte Zuwachs bei den Importpreisen seit August 1981 – damals im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise (+19,5 Prozent gegenüber August 1980). Im Chart sehen wir die Importpreise und Exportpreise seit dem Jahr 2015.

Preisexplosion bei Gas ist Haupttreiber der stark steigenden Importpreise

Die Statistiker zeigen klar auf, dass der Energiebereich der Preistreiber Nummer 1 ist. Die Importpreise für Energie insgesamt waren im September 2021 um 107,1 Prozent teurer als im September 2020. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist insbesondere durch seit Juli 2020 stark gestiegene Preise für Erdgas begründet, mit einer Steigerung von 170,6 Prozent gegenüber September 2020! Auch Erdöl war im September 2021 im Vorjahresvergleich mit +75,5 Prozent deutlich teurer. Außerdem lagen die Preise für importierte Steinkohle mit einem Plus von 135,7 Prozent erheblich über denen von September 2020. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im September 2021 laut den Statistikern nur um 10,1 Prozent höher als im September 2020.

Grafik zeigt Importpreise und Exportpreise seit dem Jahr 2015

Hier weitere Details im Wortlaut vom Statistischen Bundesamt:

Die Entwicklung der Preise für importierte Vorleistungsgüter hatte einen fast ebenso großen Einfluss auf die Entwicklung des Gesamteinfuhrpreisindex wie die der Energiepreise. Vorleistungsgüter wurden im September 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu 20,7 % höheren Preisen importiert. Gegenüber September 2020 verteuerten sich vor allem gesägtes und gehobeltes Holz (64,6 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+60,9 %), Eisenerze (+53,9 %), Rohaluminium (+50,7 %), Kunststoffe in Primärformen (+40,8 %) sowie Rohkupfer (+40,1 %). Im Vormonatsvergleich sanken die Einfuhrpreise für Eisenerze allerdings deutlich (-16,4 %).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im September 2021 um 2,7 % über denen von September 2020. Während unter anderem Notebooks (+7,4 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+2,6 %) teurer waren als im September 2020, wurden Tablets (-2,6 %) im Vorjahresvergleich zu niedrigeren Preisen importiert.

Importierte Verbrauchsgüter waren im September 2021 binnen Jahresfrist 3,3 % teurer, Gebrauchsgüter 2,9 %.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 11,6 % über denen von September 2020. Während sich insbesondere Rohkaffee (+44,8 %), Naturkautschuk (+31,7 %) und Getreide (+30,3 %) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert (-27,3 %).



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