Europa

Importpreise steigen extrem stark an – höchster Zuwachs seit 1981

Containerschiff im Hamburger Hafen

Man kann fast schon jeden Monat aufs Neue historisch hohe Zuwachsraten verkünden. So auch heute. Nach +15 Prozent vor vier Wochen meldet das Statistische Bundesamt heute früh für den Monat August einen Anstieg der deutschen Importpreise von +16,5 Prozent im Jahresvergleich. Das ist der höchste Zuwachs seit September 1981. Damals war es ein Plus von 17,4 Prozent im Zuge der zweiten Öl-Krise. Die Grafik zeigt den Verlauf der Importpreise und Exportpreise seit dem Jahr 2015. Das Corona-Pandemie-Tal aus Anfang 2020 wurde längst aufgeholt, und seit Monaten sehen wir exorbitante Preissteigerungen.

Grafik zeigt den Verlauf der Importpreise und Exportpreise seit dem Jahr 2015

Details zum historisch hohen Anstieg der Importpreise

Dieser starke Preisanstieg der Importpreise ist vor nach wie vor insbesondere auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen. Energieeinfuhren waren im August um 93,6 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist laut den Statistikern vor allem durch seit Juli 2020 stark gestiegene Preise für Erdgas begründet (auch aktuell sieht man Rekordanstiege). Diese lagen im August 2021 um 177,5 Prozent höher als im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im August um 9,8 Prozent höher als im Vorjahr, was immer noch viel ist. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 13,8 Prozent höher als im Vorjahr.

Höhere Preise auch bei Erzen, Metallen, Kunststoffen, Holz- und Holzwaren

Die Entwicklung der Importpreise für Vorleistungsgüter hatte laut den aktuellen Aussagen der Statistiker einen fast ebenso großen Einfluss auf den Gesamteinfuhrpreisindex wie die der Energiepreise. Vorleistungsgüter wurden im August im Vergleich zum Vorjahr zu 20,4 Prozent höheren Preisen importiert. Gegenüber August 2020 stiegen die Importpreise vor allem Eisenerze (+96,8 Prozent), gesägtes und gehobeltes Holz (61,6 Prozent), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+57,7 Prozent), Rohaluminium (+42,6 Prozent), Kunststoffe in Primärformen (+41,4 Prozent) sowie Rohkupfer (+40,2 Prozent).

Die Importpreise für Investitionsgüter lagen im August um 2,3 höher als im Vorjahresmonat. Während unter anderem Notebooks (+6,4 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+2,3 Prozent) teurer waren als im August 2020, wurden Tablets (-2,8 Prozent) im Vorjahresvergleich zu niedrigeren Preisen importiert. Importierte Verbrauchsgüter und Gebrauchsgüter waren im August 2021 binnen Jahresfrist jeweils 3,2 Prozent teurer. Die Importpreise für landwirtschaftliche Güter lagen 12,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Während sich insbesondere Naturkautschuk (+41,7 Prozent), Rohkaffee (+34,5 Prozent) und Getreide (+25,6 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat stark verteuerten, wurden lebende Schweine nach wie vor zu niedrigeren Preisen importiert (-20,9 Prozent).



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