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Inflation verliert ihren Schrecken Inflationserwartungen in der Eurozone fallen auf ein 7-Jahrestief

Für die Verbraucher in der Eurozone scheint das Thema Inflation allmählich seinen Schrecken zu verlieren. Der Rückgang der Teuerung ausgehend vom Hochpunkt im Oktober 2022 bei 10,6 % bis auf 6,1 % im Mai dieses Jahres hat die Inflationserwartungen regelrecht abstürzen lassen. Laut den Konsensschätzungen der Analysten dürften der morgige Verbraucherpreisindex einen weiteren Rückgang des Preisdrucks auf 5,6% aufzeigen.

Wie Bloomberg aktuell berichtet, sind die Inflationserwartungen der Verbraucher in der Eurozone laut einem von der Europäischen Kommission erstellten Indikator auf den niedrigsten Stand seit 2016 gesunken. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sich die Preissteigerungen nicht in der Wirtschaft verfestigen – also eine Art „Selbsterfüllende Prophezeiung“.

Inflationserwartungen sinken deutlich

Im Vorfeld neuer Inflationsdaten aus Deutschland, heute um 14:00 Uhr, und der Eurozone, morgen um 11:00 Uhr, sank der Index auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren. Die Messgröße fiel im Juni auf 6,1, gegenüber 12,1 im Vormonat, wie aus den am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Index spiegelt die Antworten der Haushalte auf Umfragen zur Einschätzung der Inflationsentwicklung in einem Jahr wider.

Inflation: Inflationserwartungen der Verbraucher in der Eurozone fallen auf ein 7-Jahrestief
Inflationserwartungen der Verbraucher in der Eurozone brechen ein

Die Nachricht dürfte die Europäische Zentralbank beruhigen, die solche Indikatoren zu einem zentralen Bestandteil ihrer politischen Überwachung gemacht hat, da sie versucht, die Verbraucherpreise unter Kontrolle zu bringen.

„Wir müssen sicherstellen, dass die Inflationserwartungen auf niedrigem Niveau verankert bleiben, während der Aufholprozess der Löhne und Gehälter abläuft“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Dienstag auf dem Forumstreffen in Sintra. „Wir sehen zwar derzeit keine Lohnpreisspirale oder einen Anstieg der Erwartungen, aber je länger die Inflation über dem Zielwert von zwei Prozent bleibt, desto größer werden diese Risiken“.

Kerninflation bleibt hartnäckig

Das Ergebnis der Umfrage kam am Vorabend vor der Veröffentlichung neuer Inflationsdaten für die Eurozone. Die morgigen Verbraucherpreise dürften eine Beschleunigung des Anstiegs der Kerninflation zeigen, die immer noch weit über dem 2%-Ziel der EZB lieg. Analysten erwarten einen Anstieg der Kernrate im Juni auf 5,5% von zuvor 5,3%, während die Gesamtinflation zum Vorjahresmonat von 6,1 auf 5,6 Prozent zurückgehen soll.

Die heute veröffentlichten Zahlen haben bisher gemischte Signale geliefert. Während sich die spanische Inflation unter 2 % verlangsamte, deuten die Daten aus den deutschen Bundesländern auf eine Beschleunigung des Preisanstiegs hin. Um 14:00 Uhr stehen dann die deutschen Verbraucherpreise auf dem Terminplan.

Eine weitere Zinserhöhung der EZB im Juli sei „fest eingeplant“, sagte Vizepräsident Luis de Guindos am Mittwoch in einem Interview mit Bloomberg Television. Die Beamten debattieren nun öffentlich darüber, ob ein weiterer Zinsschritt bei ihrer nächsten Entscheidung im September ebenfalls gerechtfertigt sein wird.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. wieso sind 150 Milliarden aus dem Europäischen Corona Fonds nach Spanien gegangen? ja da haben wir die Antwort, um nur 2% Information zu Liefern.

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