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Irgendwas stimmt da nicht bei den heutigen Daten der Bundesagentur für Arbeit

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Wir sind nicht die Statistiker der Bundesagentur für Arbeit, und wir haben auch nicht die Kapazitäten vor jedem Jobcenter Langzeitarbeitslose zu befragen. Aber wir können vorhandene Zahlen vergleichen, analysieren und interpretieren. Und die heute veröffentlichten Daten der Bundesagentur für Arbeit werfen noch mehr als in den Vormonaten Fragen auf.

Zunächst einmal das Normale: Die offizielle Arbeitslosenquote. Die liegt bei 6,5% und verändert sich wie üblich auf dem relativ tiefen Niveau erneut nur minimal. Kaum noch erwähnenswert, aber wir möchten dennoch auch heute wie jeden Monat darauf hinweisen, dass die tatsächliche Arbeitslosenquote gut 30% höher liegt als offiziell angegeben.

Bundesagentur für Arbeit
Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Gestern hatten wir den aktuellsten Bericht der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitskräftenachfrage erwähnt. Dort haben wir alle gelernt, dass die Nachfrage gerade nach Arbeitskräften für „einfache Tätigkeiten“ derzeit richtig brummt. Wie die Agentur selbst schrieb, suchen Arbeitgeber vor allem Zeitarbeiter, und die nachgefragten Branchen sind zu großen Teilen der Wachschutz sowie sonstige Mitarbeiter rund um das Thema Flüchtlingsbetreuung und Flüchtlingsunterbringung. Demnach dürfte es, so wie man es in der freien Marktwirtschaft lernt, bei viel Angebot „einfacher“ Arbeitsstellen und der Nachfrage durch viele eher ungelernte Arbeitswillige auf der anderen Seite, zu einer hohen Zahl von Neueinstellungen kommen, und einem deutlichen Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit. Und -11.000 in einem Jahr, darf man das überhaupt erwähnen als Rückgang? Hierzu zitieren wir die Bundesagentur für Arbeit aus ihrem heutigen Monatsbericht für März:

„Die Zahl der Personen, die länger als 12 Monate arbeitslos waren, ist im Vergleich zum Vorjahr um 11.000 oder 1,0 Prozent auf 1.039.000 gesunken. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen lag mit 36,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres mit 35,8 Prozent.“

Angebot und Nachfrage finden zueinander, alles gut. Aber das geschieht nicht. Laut heutiger Meldung der Bundesagentur für Arbeit sind bei ihr aktuell 634.516 offene Stellen gemeldet – also Arbeitsplätze, die von Arbeitgebern angeboten werden, auf die aber bisher kein Arbeitsloser vermittelt wurde. Im Januar lag diese Zahl noch bei 580.844 Stellen – ein Zuwachs von 53.672 offenen Stellen in nur zwei Monaten! In den letzten Jahren war die bei Ökonomen am weitesten verbreitete Meinung, warum offene Stellen meistens nicht besetzt werden können, dass die mangelnde Qualifikation der Arbeitslosen einer Vermittlung im Weg steht. Wird ein Ingenieur oder Chemiker gesucht, kann man einen Langzeitarbeitslosen ohne Schulabschluss und ohne Berufsausbildung nicht mal eben in diese Stelle vermitteln – das ist nachvollziehbar.

Durch das gestrige Statement der Bundesagentur für Arbeit haben wir alle aber gelernt, dass es einen enormen Bedarf gibt z.B. für Wachschutzpersonal in Flüchtlingsunterkünften. Man darf davon ausgehen, dass diese Tätigkeit relativ einfach und ohne spezielle Fachkenntnisse auszuüben ist. Demnach müssten also zehntausende Langzeitarbeitslose sofort problemlos hier mit Arbeitsplätzen versorgt werden können. Das ist aber nicht mal ansatzweise der Fall. Warum aber ist dies so? Welche Schlussfolgerungen zieht man aus dieser Umstand? Da wir keine Erklärung gefunden haben, hier einige mögliche Ideen, warum so viele Langzeitarbeitslose so vielen einfachen unbesetzten Tätigkeiten gegenüberstehen, und dann noch in einem so drastisch zunehmenden Umfang.

1)
Die bisher vorhandenen Langzeitarbeitslosen sind einfach zu faul als Wachschutz vor einem Asylbewerberheim mit einer Taschenlampe zu stehen? Und/oder sie haben keine Lust dort für 8,50 Euro die Stunde zu stehen? So was hatten Offizielle der Bundesagentur für Arbeit schon mal angedeutet, als formuliert wurde im Gegensatz zu deutschen Arbeitslosen würden Flüchtlinge ja darauf brennen arbeiten zu dürfen.

2)
Die Bundesagentur für Arbeit ist aus welchen Gründen auch immer unfähig oder nicht in der Lage diese Langzeitarbeitslosen in die richtigen angebotenen Jobs zu vermitteln.

3)
Die Zahl von 634.516 offenen Stellen, die derzeit bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind, existieren in diesem Umfang gar nicht. Wie und warum diese Zahl nicht stimmen könnte, wissen wir nicht. Aber das wäre eine Erklärungsmöglichkeit, warum so viele offene Stellen vorhanden sind bei gleichzeitig so vielen Arbeitslosen.

Haben Sie eine Lösung woran es liegt?

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    Fachkraft

    31. März 2016 15:44 at 15:44

    Bin leider selbst davon betroffen. Viele ehemalige Kollegen ebenso. Dennoch eine Stellenanzeigen zufolge angeblich gesuchte Fachkraft. Berufsausbildung, Uni-Diplom, gute Deutsch- u. Englischkenntnisse vorhanden und viele Jahre Berufserfahrung in Wertpapierabwicklung einer Bank. Zeitarbeitsfirmen können mich aktuell anscheinend auch nicht vermitteln, 52 J. und noch nicht vergreist. Leben von Grundsicherung (noch). Vielen Dank für ihre fortlaufende Berichterstattung und die aufgeworfenen Fragen.

    Die Wahrheit liegt in der Mitte, d.h. ich wähle die 2.)

  2. Avatar

    wolfswurt

    31. März 2016 16:05 at 16:05

    Innerhalb der vergangenen 4 Monate auf 6 Stellen, welche bei der ARGE ausgeschrieben waren, beworben.
    Noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung kam, geschweige denn eine Absage.

    Gruß eines 56 jährigen Energieanlagenelektronikers

  3. Avatar

    C. Bucher

    31. März 2016 16:20 at 16:20

    Da ich selbst davon betroffen bin. Wieviele dieser Langzeitarbeitslosen können krankheitsbedingt nicht vermittelt werden, Herr Fugmann? In dem Snippet steht das nicht.

  4. Avatar

    jugen

    31. März 2016 16:21 at 16:21

    -ca. 1 Million Arbeitslose im Arbeitslosengeld 1
    -ca. 4.5 Millionen in Hartz 4

    -laut BA Statistik zwischen 3,1 und 4,9 Millionen denen Hartz 4 zustehen würde, die aber aus Scham oder wegen der entwürdigenden Prozedur keine Ansprüche anmelden.

    -dann wären da noch ca. 4 Millionen im Niedriglohnsektor von denen die meisten nach einem Job suchen von dem sie leben können.

    -dem gegenüber stehen ca 500.000 offene Stellen von denen ein nicht geringer Teil sehr fragwürdig sind.

  5. Avatar

    oscar

    31. März 2016 16:47 at 16:47

    wie so oft ein passender beitrag. wer immer noch nicht merkt, dass hier wissentlich gelogen wird, ja dem ist echt nicht mehr zu helfen ! wegschauen ist eine deutsche zivileigenschaft geworden. hauptsache nicht ich…naja. deshalb läuft auf allen wegen der express ins chaos. hier wird mit brutalen lügenmethoden meinung gemacht. wie bei den meinungsforschunginstituten. von wen die gefüttert werden ist landläufig bekannt.
    @jurgen, die prekären jobwunder jobs liegen bei gut 7,5 mill. nix anderes. dabei sind auch die sogenannten „aufstocker“.
    ein bekannter 49 j. hat sich auf einen „trivialen“ (nicht abwertend gemeint) jon bei hellweg im sanitärverkauf beworben. abgelehnt. zuwenig berufserfahrung. er hatte nen sani meister in der tasche. also auch keine echte fachkraft. vieleicht fehlte ihm dazu die passende herkunft. man kann es nicht mehr hören. auf eine stelle kamen ca. 120 berwerber mit fachkenntnissen !!! ähnlich ging es ner freundin 45 j. im bereich theather schauspiel für behinderte. knapp 90 berwerbungen usw. usw. die perfide dreistigkeit, mit der dieses land belogen und für dämlich verkauft wird ist unerträglich geworden. bezahlen werden es aber am ende alle, auch die wegschauer ! nicht die politkaste tja….nachdenken ….wo bleibt der gesellschaftliche impedus? fr. nahles (nur berufspolitiker, man höre und staune) und hr. weise sollten als wissentliche fälscher die ämter verlieren. hahahaaa

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    Willi

    31. März 2016 17:21 at 17:21

    Die vielen Millionen Hartzer werden von unterschiedlichen Jobcentern verwaltet: kommunalen einerseits und gemischt BA-kommunal geführten. Ein mehr als zweistelliger Prozentsatz der Hartzer hat aber kein oder kein richtiges oder ein ruhend gestelltes Bewerberprofil in der Jobbörse. Für das Anlegen eines richtigen Bewerberprofils ist die Behörde zuständig. Wenn einer keins hat oder ein inaktives oder ein falsches (falsche Berufsbezeichnung etwa) , dann macht ihn das unauffindbar für passende Stellen. Zu allem Überfluss benutzen kommunale und BA-Jobcenter völlig verschiedene Jobbörsen für ihre Klienten, so dass z.B. ein Bochumer Hartzi von dem kommunalen Essener Jobcenter nicht gefunden werden kann und umgekehrt . Und da in allen Jobcentern mittlerweile zu 90% Seiteneinsteiger arbeiten ohne qualifizierte Ausbildung in der Arbeitsvermittlung und den SGB-s, kennen die sich in Berufskunde nicht aus, wissen also nicht, welche Voraussetzungen man z.B. als Wachmann braucht und wie man daran kommt. Wenn diese Unkenntnis zur Unfähigkeit führt, Menschen richtig zu beraten und in die passenden Arbeitsstellen zu vermitteln, geraten die Statistikabteilungen der höheren Dienststellen in Erklärungsnot und sondern unplausible Presserklärungen ab.
    Und Thema Zeitarbeit: ja solche Leute werden immer gesucht, weil über 50% von ihnen von den Leihfirmen in den ersten 3 Monaten entlassen werden. Allzuviele haben negative Erfahrungen mit Verleihern macht, weil sie Stunden nicht bezahlt bekommen und ein Krankenschein sofort zur Entlassung führt. Die Zahl gemeldeter Zeitarbeitsstellen taugt als nicht als Konjunkturbarometer.

  7. Avatar

    Werniman

    31. März 2016 17:40 at 17:40

    Zu 1) Auch die Flüchtlinge -so sie irgendwann mal integriert werden- werden früher oder später merken,daß man von 8,50€/h keinen Blumentopf gewinnen kann. Wenn man allerdings Essen und Unterkunft davon nicht noch finanzieren muss,klingen 8,50€/h natürlich verlockend.

    Zu 2) Oft haperts daran,daß die Vermittler gar nicht abschätzen können,ob ein Kunde zu einem bestimmten Job in der Lage ist. Nur allein die Stellenbezeichnung entscheiden zu lassen,ist nämlich nicht unbedingt zielführend. Jemand,dessen Tinte auf dem Ausbildungszeugnis gerade trocken geworden ist,hat nunmal in der Regel keine Kenntnisse von Themenbereichen,die schon seit Jahren nicht mehr üblich sind.

    Zu 3) Die Jobcenter wissen ganz genau,daß selbst die 634k Stellen,die sie offiziell anbieten, nicht alle existieren. Ein Beispiel hab ich kürzlich erst am eigenen Leib erlebt. Ein Maschinenhersteller schreibt 2 Stellen in seinem Callcenter über die Jobbörse aus. Kurz darauf waren für den selben Arbeitsort 5 weitere Angebote in einem Callcenter zu finden, allesamt von Zeitarbeitsfirmen. Sogar der Text wurde 1:1 übernommen. Bei 4 der 5 Firmen wurden plötzlich statt 2 4 Leute gesucht. Zusammengefasst heißt das,daß so künstlich aus 2 real existierenden Jobs auf dem Papier 4×4+2×2= 20 Stellen wurden.

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    Clou

    31. März 2016 17:44 at 17:44

    Ein Mix aus Nr.2 und Nr.3, wobei viele Stellenangebote doppelt und dreifach gelistet sein dürften. Hilfreich dabei dürfte auch die Statistik der frühzeitigen Rentenbezieher bzw. Sozialhilfeempfänger sein. Das BMAS schickt mittlerweile selbst jüngere Leute blind in Frührente. Ein Bekannter hat vor kurzem am Tag seines Rentenbeginns einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Da er laut Gesetz nur 15 Stunden pro Woche arbeiten darf, bekommt er die restliche Arbeitszeit schwarz ausgezahlt. Jeder Arbeitslose, welcher 12 Monate zuvor Arbeit hatte (z.B. Erntehelfer oder Inventurhelfer), taucht in der Statistik auch nicht auf – dazu zähle ich. Als Selbstständiger muß man sich das Entgelt selbst bei angeblich seriösen Unternehmen offensichtlich per Gericht einfordern. Im aktuellen Fall brauche ich nicht einmal einen Anwalt, weil bei mir der neueste „Clou“ angewandt wurde: Ein Werkvertrag für ein Endprodukt mit Aussicht auf längere Zusammenarbeit vereinbaren (mit entsprechend entgegenkommenden Entgelt) und einen dann entgegen dem Vertragsinhalt als Dozenten arbeiten lassen. Bis diese es selbst machen können und einen nicht mehr brauchen. Hinter den geschönten Statistiken stecken unschöne wie unmenschliche reale Zustände.

  9. Avatar

    Fachkraft

    31. März 2016 19:14 at 19:14

    Ich möchte noch anführen, dass buchstäblich jeder Stellenangebote in die sogenannte Jobbörse der bunten Anstalt einstellen kann. Dieses wird in der Regel nicht kontrolliert und führt auch schon mal dazu, dass ein Jobsuchender unter Androhung von Sanktionen aufgefordert wird, sich bei unseriösen „Arbeitgebern“ bewerben zu müssen. Im konkreten Fall, musste der ehemaliger Vertriebsleiter einer Direktbank sich bei einem Koch bewerben , welcher nebenberuflich Versicherungen im Strukturvertrieb „vertickt“ hat und welcher nun via Jobbörse Mitstreiter gesucht hat.
    Die Jobbörse des Arbeitsamtes enthält zu einem sehr großen Prozentsatz nur noch Angebote von Zeitarbeitsfirmen und wird von seriösen Arbeitgebern ohnehin nicht ernst genommen bzw. genutzt. Ob die unheilvolle Allianz zwischen Arbeitsverwaltung und Zeitarbeitsbranche als seriös bezeichnet werden kann, muss jeder für sich selbst entscheiden.
    Meiner Erfahrung nach mit dieser Behörde – auch bereits mehrjährig in den 90er Jahren – hat die Arbeitsvermittlung des Arbeisamtes noch nie irgendeine arbeitsmarktbezogene Kompetenz besessen. Mir wurde ganz offen erklärt, dass die Funktion der Arbeitsvermittlung inzwischen von der Zeitarbeitsbranche übernommen wurde. Meiner Erinnerung nach wurde auch schon in den 90er Jahren nicht ernsthaft vermittelt und die Fortbildungsindustrie hat damals schon absurdeste Angebote bereitgehalten (z.B. 1999: „Informationsrechercheur im Internet – ein neues Berufsbild“ – ein vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, zugelassene mehrmonatige Fortbildungsmaßnahme. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fungiert als „unabhängiger Ratgeber der Politik“;-)und ist u.a. auch für die statistischen Tricksereien zuständig.)
    Verwaltung ja – Vermittlung nein! Kennt jemand jemanden, der je via Arbeitsamt eine unbefristete reguläre Stelle vermittelt bekommen hat? Ich habe noch nie davon gehört.
    Seit der Agenda 2010 hat sich die Situation für Betroffene dramatisch zum Nachteil entwickelt. Die explosionsartige Ausweitung schwachsinnigster Fortbildungsangebote und anderer Maßnahmen als Hauptinstrumente der Arbeitsmarktpolitik, haben neben der Sklaverei der Arbeitnehmerüberlassung, den jeweiligen Machthabern alle Möglichkeiten an die Hand gegeben, die Arbeitslosenstatistik nach Belieben zu manipulieren. Eine der selbsternannten „Volksparteien“ hat es hier zur unrühmlichen Meisterschaft in der Entwicklung immer zynischerer Methoden gebracht;-).

  10. Avatar

    Axel

    31. März 2016 19:40 at 19:40

    Kann leider keine Details nennen. Hab aber letztens mit einem Mönchsanwärter gesprochen, der jahrelang beim Arbeitsamt (ARGE) gearbeitet hat und sagte, er wolle in seinem Leben was besseres tun, als ständig Arbeitslosenzahlen für die Statistik schönzumanipulieren…Es hat ihn richtig angekotzt!

  11. Avatar

    H. Mager

    31. März 2016 21:52 at 21:52

    Es liegt am Punkt 3! In Berlin habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass mehrere Zeitarbeitsfirmen, die Argen und priv. Arbeitsvermittlungen die gleichen Jobs anbieten.
    Besonders Zeitarbeitsfirmen laden dann zum „Vorstellungsgespräch“ ein und wenn man alle Voraussetzungen erfüllt und denkt, man bekommt die Stelle, wird plötzlich bemerkt, dass die doch schon besetzt ist o.ä.
    Inzwischen hat sich unter den Arbeitsuchenden herumgesprochen, dass AVs und Zeitarbeitsfirmen Daten sammeln wie wild. Achja und wenn man es bis zum Arbeitsvertrag schafft, wollen die plötzlich einen Vermittlungsgutschein, von dem in der Stellenanzeige nichts stand oder ca. 1000,- € selbst bezahlen. Das sind eigene Erfahrungen!

  12. Avatar

    Aufgewachter

    1. April 2016 07:35 at 07:35

    Also ich komme da auf ganz andere Zahlen, sogar mit den offiziellen Angaben …

    BRD 21,2 Millionen Menschen ohne Arbeit ? Sanktionsquote 3,2% mit über 1,017 Million Sanktionen pro Jahr
    https://aufgewachter.wordpress.com/2012/12/09/brd-21-millionen-menschen-ohne-arbeit-sanktionsquote-3-mit-uber-1-million-sanktionen-pro-jahr/

  13. Avatar

    Aufgewachter

    1. April 2016 07:37 at 07:37

    Apropos : Hartz-IV

    Eine übersichtliche Sammlung der effektivsten 197 Tipps
    Hartz-IV / Das Kompendium / ULTRA Pack Version 4.0 (complete)
    (Release Date 19.03.2016 14:17:28 Uhr MEZ)

    ++++++ Release Notes ++++++

    Es gibt nur zwei Methoden Ärger aus dem Weg zu gehen : Die intelligentere durch Sanktions-Vermeidung (extrem effektiv) oder die weniger intelligentere über die Sozialgerichtsbarkeit (sehr ineffektiv). 95 Prozent des ULTRA Packs beschäftigt sich mit der intelligenteren Form der Sanktions-Vermeidung, daß heißt trotzdem:

    Nie wieder Massnahmen !!!
    Nie wieder 1-Euro-Jobs !!!
    Nie wieder Sanktionen !!!
    Nie wieder Zeitarbeit !!!

    Hartz-IV / Das Kompendium ULTRA Pack Version 4.0 (complete)

    Überlegenheit in ihrer reinsten Form, nämlich durch überlegen.

    ++++++ another fine rip by TEAM Aufgewachter ++++++

    Immer zu finden direkt über dem Banner „Hartz-IV“ oder hier der Direkt-Link
    https://aufgewachter.wordpress.com/best-of-hartz-iv-tipps-nie-wieder-massnahmen-nie-wieder-1-euro-jobs-nie-wieder-sanktionen-nie-wieder-zeitarbeit/

  14. Avatar

    Jiri skokan

    2. April 2016 15:41 at 15:41

    Das Beispiel wachschutz erfordert den 34a Lehrgang (Dauer eine Woche kostet 400€),ein polizeiliches Führungszeugnis und die Zulassung vom Ordnungsamt. Tariflohn 9,70.

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Ernst Wolff über das globale Finanzsystem – Geld und Demokratie

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Spätestens die Wirtschaftskrise 2007/2008 ließ an der Seriosität des globalen Finanzsystems zweifeln. Wer seine Zweifel allerdings durch Sachkenntnis untermauern möchte, bekommt schnell ein Problem: Er trifft auf ein Dickicht aus komplizierten und oft widersprüchlichen Informationen, die noch dazu in einer für Laien unverständlichen Fachsprache gehalten sind. Kein Wunder also, dass der Versuch, das Finanzsystem zu verstehen, häufig schon in der Anfangsphase scheitert. Genau hier setzt Ernst Wolff an. Im Folgenden ein Ausschnitt auf der Einleitung meines neuen Buches (hier zu kaufen).

Die zwei großen Fehleinschätzungen unserer Zeit

Es gibt in unserer Gesellschaft zwei Ansichten, die von der überwiegenden Mehrheit der Menschen geteilt und von fast niemandem angezweifelt werden. Sie betreffen zum einen die politischen Strukturen, unter denen wir leben, und zum anderen die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Realität, auf der diese politischen Strukturen basieren. Zusammen bilden beide so etwas wie eine von der breiten Allgemeinheit stillschweigend akzeptierte Übereinkunft. Ansicht Nr. 1 lautet: Bei uns regiert das Volk. Ansicht Nr. 2 lautet: Das Finanzsystem ist nur ein Teilbereich unserer Gesellschaft, den man nicht unbedingt verstehen muss.

Geht man diesen Ansichten auf den Grund, dann stellt man allerdings fest, dass sie nicht etwa auf intellektueller Einsicht oder auf Erfahrungswerten basieren, sondern den Menschen zunächst von Elternhaus, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Universitäten mit auf den Weg gegeben und später ein Leben lang von Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingetrichtert werden – mit dem Ergebnis, dass ihr Wahrheitsgehalt kaum jemals in Frage gestellt wird.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass sich hinter diesen Ansichten ganz handfeste Interessen verbergen, deren Durchsetzung nur einem kleinen Teil der Bevölkerung nützt. Im Grunde handelt es sich also um zwei vorsätzlich herbeigeführte Fehleinschätzungen, die weitreichende Konsequenzen haben. Sie tragen nämlich entscheidend dazu bei, die bestehende Ordnung und ihre Machtstrukturen zu festigen und verhindern so, dass die Menschen diese Strukturen durchschauen – mit der Folge, dass sie dadurch unfähig werden, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern.

Sehen wir uns beide Fehleinschätzungen deshalb etwas genauer an:

Fehleinschätzung Nr. 1: „Bei uns regiert das Volk“. In einem Obergeschoss des Berliner Hauptbahnhofs hängt ein Schild mit der Aufschrift „400 Meter von hier regiert das Volk“. Der Hinweis gilt dem südlich vom Bahnhof gelegenen Reichstagsgebäude, Sitz des deutschen Parlaments, und soll dem Betrachter ganz offensichtlich eine uns allen bekannte Botschaft vermitteln:

Wir leben in einem Gesellschaftssystem, in dem wir als Volk das Sagen haben. Und da das Volk zu groß ist, um als Ganzes regieren zu können, übergeben wir diese Aufgabe an sogenannte Volksvertreter. Die bestimmen wir, indem wir sie alle vier Jahre wählen. Sollten sie nicht so handeln, wie wir das von ihnen erwarten, dann können wir sie nach dem Ablauf ihrer Amtszeit wieder abwählen und durch andere ersetzen.

Diese Grundsätze der parlamentarischen Demokratie werden uns von Kindesbeinen an mit auf den Weg gegeben und im Verlaufe unseres Lebens durch eine Reihe weiterer Informationen ergänzt und untermauert. So erfahren wir unter anderem: Unsere Wahlen sind frei, gleich, geheim, allgemein und unmittelbar und werden auf der Grundlage einer Verfassung abgehalten, die unsere Würde für unantastbar erklärt und uns körperliche Unversehrtheit garantiert. Wir sind vor dem Gesetz alle gleich und haben das Recht, unsere
Meinung zu äußern und uns mit anderen zum Zwecke gemeinsamer Meinungsäußerung zu versammeln.

Die Formulierungen erwecken in uns den Eindruck, dass es sich bei der parlamentarischen Demokratie um ein zu unser aller Gunsten entwickeltes System handelt, das den Einzelnen schützt, dem Gemeinwohl dient und dessen oberstes Ziel darin besteht, den Willen
der Mehrheit der Bevölkerung in die Tat umzusetzen. Doch ist das tatsächlich so? Wollen wir alle, dass immer weniger Menschen immer größere Vermögen anhäufen, während der Lebensstandard der Masse bestenfalls stagniert, in vielen Fällen sogar sinkt? Dass der Niedriglohnsektor explodiert, dass Arbeits- und Obdachlosigkeit um sich greifen? Dass von Jahr zu Jahr mehr Geld für Rüstung und den Ausbau von Sicherheitsapparaten ausgegeben wird, während am Bildungs- und Gesundheitswesen immer drastischer gespart wird? Sind wir dafür, dass die Umwelt zunehmend zerstört wird? Dass in unserem Namen Kriegseinsätze unterstützt werden? Dass Persönlichkeitsrechte abgebaut und wir alle immer stärker überwacht werden?

Wendet man sich direkt an die Menschen und fragt sie, was sie von dieser Entwicklung halten, dann fällt die Antwort eindeutig aus: Die meisten sind damit nicht einverstanden, viele lehnen sie sogar rundheraus ab. Wie aber kann das sein? Wie kommt es, dass zwischen dem, was die Menschen wollen, und dem, was in ihrem Namen und auf Grund ihrer offensichtlich frei getroffenen Wahlentscheidung umgesetzt wird, ein solch krasses Missverhältnis besteht – in einer Gesellschaft, deren Verfassung doch besagt, dass alle Macht vom Volk ausgeht?

Wir lassen uns täuschen

Die Antwort auf diese Frage lautet: Wir lassen uns täuschen. Wir akzeptieren die wohlklingenden Formulierungen unserer Verfassung, die auf dem Gleichheitsgrundsatz basieren, und schließen daraus, dass wir alle nicht nur gleiche Rechte genießen und gleich behandelt werden, sondern dass wir alle gleich sind. Das aber stimmt nicht. In einer vom Geld beherrschten Gesellschaft wie der unseren können die Menschen auf Grund ihrer Vermögensverhältnisse gar nicht gleich sein. Wer über viel Geld und großen Besitz verfügt, ist nämlich nicht nur wohlhabender, sondern kann sich auf Grund seiner wirtschaftlichen Überlegenheit über diejenigen, die weniger besitzen, erheben, sie von sich abhängig machen und sie im Extremfall sogar vollends beherrschen. Die Vermögensverhältnisse entscheiden also nicht nur darüber, wer reich und wer arm ist, sondern vor allem darüber, wer in welchem Ausmaß Macht ausüben kann und welche gesellschaftlichen Hierarchien sich im Lauf der Zeit bilden.

Diese Aufspaltung der Gesellschaft hat schon lange vor der Einführung des Parlamentarismus und sogar schon lange vor der Einführung des Geldes begonnen. Ihre Anfänge gehen auf die Tauschwirtschaft zurück. Sie ist die Grundlage, auf der sich ein Zustand entwickeln konnte, der die gesamte bisherige Geschichte der Menschheit prägt: die soziale Ungleichheit. Sie hat es den Menschen, die mehr Besitz angehäuft und damit mehr Macht erlangt haben als andere, ermöglicht, Strukturen zu schaffen, die ihren privilegierten Status festigen, die sie einmal erworbene Privilegien auf Dauer beibehalten und diese sogar auf nachfolgende Generationen übertragen lassen.

Im ausgehenden Mittelalter sind die Besitzer großer Vermögen noch einen Schritt weiter gegangen und haben sich das Geldsystem und damit den Blutkreislauf der Gesellschaft unterworfen, indem sie Banken gegründet und sich so das Recht der Geldschöpfung angeeignet haben. Später, nach der Gründung der Nationalstaaten, haben die von ihnen beherrschten Banken sich dieses Recht auf der Grundlage nationaler Währungen mit den Zentralbanken geteilt und damit als „Finanzwesen“ einen ganz eigenen Wirtschaftszweig geschaffen, der mit der Zeit immer einflussreicher wurde. Da dem Rest der Bevölkerung nicht entging, dass auf diese Weise einige Wenige zusehends reicher und mächtiger wurden, hat sich immer stärkerer Widerstand gegen diese Entwicklung gebildet. Als mit der Industrialisierung dann Schulen eingeführt, der Analphabetismus nach und nach überwunden und das allgemeine Bildungsniveau immer weiter angehoben wurde, nahm dieser Widerstand für die Privilegierten zunehmend bedrohlichere Formen an, sodass sie sich gezwungen sahen, Zugeständnisse zu machen.

Ein historisches Zugeständnis

Das historisch wichtigste Zugeständnis – und die zugleich geschickteste Täuschung der Öffentlichkeit – war die Einführung des Parlamentarismus. Indem die Gleichheit der Menschen in einer von Ungleichheit geprägten Welt zum Verfassungsgrundsatz erhoben wurde, entstand mit der parlamentarischen Demokratie eine Fassade, hinter der sich die tatsächlichen Machtstrukturen nicht nur hervorragend verbergen, sondern ungehindert weiter ausbauen ließen. Das Prinzip dieser Täuschung ist im Grunde recht einfach: Man unterschlägt einen fundamental bedeutsamen Mechanismus, der die gesellschaftliche Realität seit Jahrhunderten prägt, und übertüncht ihn mit hochtrabenden Worten. So gibt es bis heute weltweit keine einzige parlamentarische Demokratie, in deren Verfassung die Bedeutung des Geldes für die Entstehung von Machtstrukturen erwähnt oder in der das Prinzip der Geldschöpfung auch nur angesprochen wird. Dafür aber wird in den meisten Verfassungen, verbrämt mit blumigen Formulierungen über die soziale Verpflichtung von Eigentum, der Schutz desselben garantiert – und zwar ohne jede Begrenzung nach oben.

Auf diese Weise ist eine Herrschaftsform entstanden, die sich vordergründig auf den Willen der Mehrheit des Volkes stützt, die aber tatsächlich einer Minderheit nützt und die es darüber hinaus geschafft hat, die soziale Ungleichheit in krassem Widerspruch zum offiziell beteuerten Gleichheitsgrundsatz zu einem akzeptierten und gesetzlich geschützten Dauerzustand werden zu lassen.

Ernst Wolff über das Finanzsystem und die Politik
Der Buchautor Ernst Wolff

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Das sind die Informationsquellen der Profis – Werbung

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Lieber Börsianer,

gelegentlich werde ich als Börsenanalyst oder Vermögensberater gefragt, woher ich meine Informationen beziehe? Oder anders gefragt: Wie recherchiert ein Profi eine Aktie? Zunächst möchte ich mein Berufsbild etwas entmystifizieren. Auch Profis kochen nur mit Wasser und stützen ihre Entscheidungen wesentlich auf öffentlich zugängliche Informationen. Am Anfang steht also immer die Lektüre des Geschäftsberichts und die harte Analyse der Geschäftszahlen.

Dann beginnt die Arbeit des Analysten erst richtig. Aktienanalyse ist People´s Business. Zu Deutsch: Wir müssen mit den handelnden und verantwortlichen Personen des Unternehmens in Kontakt kommen. Als Vermögensverwalter lässt man durchblicken, dass man umfassende Investitionen im Unternehmen beabsichtigt. Damit haben Sie schon einmal das Ohr Ihres Gesprächspartners.

Zunächst werden Sie abgespeist mit professionellem Werbeversprechen. Etwa so: Wir setzen voll auf die Elektro-Mobilität und expandieren derzeit proaktiv im chinesischen Wachstumsmarkt.

Das ist eine absolute Null-Information. Als Analyst haken Sie jetzt konkret nach. Zum Beispiel: Mit welchen Produkten geht das Unternehmen nach China? Wer sind die Konkurrenten? Was ist der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens? Warum soll der Kunde ausgerechnet ihre Zylinderdichtung (beispielhaft) kaufen? Wie funktioniert der Vertrieb?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Ihr Gesprächspartner bleibt hartnäckig im Ungefähren. Dann sind die Expansionspläne wohl noch nicht weit gediehen. Die Aktie ist also eher kein Kauf. Oder aber: Ihr Gegenüber packt…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

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Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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