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Irgendwas stimmt da nicht bei den heutigen Daten der Bundesagentur für Arbeit

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Wir sind nicht die Statistiker der Bundesagentur für Arbeit, und wir haben auch nicht die Kapazitäten vor jedem Jobcenter Langzeitarbeitslose zu befragen. Aber wir können vorhandene Zahlen vergleichen, analysieren und interpretieren. Und die heute veröffentlichten Daten der Bundesagentur für Arbeit werfen noch mehr als in den Vormonaten Fragen auf.

Zunächst einmal das Normale: Die offizielle Arbeitslosenquote. Die liegt bei 6,5% und verändert sich wie üblich auf dem relativ tiefen Niveau erneut nur minimal. Kaum noch erwähnenswert, aber wir möchten dennoch auch heute wie jeden Monat darauf hinweisen, dass die tatsächliche Arbeitslosenquote gut 30% höher liegt als offiziell angegeben.

Bundesagentur für Arbeit
Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Gestern hatten wir den aktuellsten Bericht der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitskräftenachfrage erwähnt. Dort haben wir alle gelernt, dass die Nachfrage gerade nach Arbeitskräften für „einfache Tätigkeiten“ derzeit richtig brummt. Wie die Agentur selbst schrieb, suchen Arbeitgeber vor allem Zeitarbeiter, und die nachgefragten Branchen sind zu großen Teilen der Wachschutz sowie sonstige Mitarbeiter rund um das Thema Flüchtlingsbetreuung und Flüchtlingsunterbringung. Demnach dürfte es, so wie man es in der freien Marktwirtschaft lernt, bei viel Angebot „einfacher“ Arbeitsstellen und der Nachfrage durch viele eher ungelernte Arbeitswillige auf der anderen Seite, zu einer hohen Zahl von Neueinstellungen kommen, und einem deutlichen Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit. Und -11.000 in einem Jahr, darf man das überhaupt erwähnen als Rückgang? Hierzu zitieren wir die Bundesagentur für Arbeit aus ihrem heutigen Monatsbericht für März:

„Die Zahl der Personen, die länger als 12 Monate arbeitslos waren, ist im Vergleich zum Vorjahr um 11.000 oder 1,0 Prozent auf 1.039.000 gesunken. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen lag mit 36,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres mit 35,8 Prozent.“

Angebot und Nachfrage finden zueinander, alles gut. Aber das geschieht nicht. Laut heutiger Meldung der Bundesagentur für Arbeit sind bei ihr aktuell 634.516 offene Stellen gemeldet – also Arbeitsplätze, die von Arbeitgebern angeboten werden, auf die aber bisher kein Arbeitsloser vermittelt wurde. Im Januar lag diese Zahl noch bei 580.844 Stellen – ein Zuwachs von 53.672 offenen Stellen in nur zwei Monaten! In den letzten Jahren war die bei Ökonomen am weitesten verbreitete Meinung, warum offene Stellen meistens nicht besetzt werden können, dass die mangelnde Qualifikation der Arbeitslosen einer Vermittlung im Weg steht. Wird ein Ingenieur oder Chemiker gesucht, kann man einen Langzeitarbeitslosen ohne Schulabschluss und ohne Berufsausbildung nicht mal eben in diese Stelle vermitteln – das ist nachvollziehbar.

Durch das gestrige Statement der Bundesagentur für Arbeit haben wir alle aber gelernt, dass es einen enormen Bedarf gibt z.B. für Wachschutzpersonal in Flüchtlingsunterkünften. Man darf davon ausgehen, dass diese Tätigkeit relativ einfach und ohne spezielle Fachkenntnisse auszuüben ist. Demnach müssten also zehntausende Langzeitarbeitslose sofort problemlos hier mit Arbeitsplätzen versorgt werden können. Das ist aber nicht mal ansatzweise der Fall. Warum aber ist dies so? Welche Schlussfolgerungen zieht man aus dieser Umstand? Da wir keine Erklärung gefunden haben, hier einige mögliche Ideen, warum so viele Langzeitarbeitslose so vielen einfachen unbesetzten Tätigkeiten gegenüberstehen, und dann noch in einem so drastisch zunehmenden Umfang.

1)
Die bisher vorhandenen Langzeitarbeitslosen sind einfach zu faul als Wachschutz vor einem Asylbewerberheim mit einer Taschenlampe zu stehen? Und/oder sie haben keine Lust dort für 8,50 Euro die Stunde zu stehen? So was hatten Offizielle der Bundesagentur für Arbeit schon mal angedeutet, als formuliert wurde im Gegensatz zu deutschen Arbeitslosen würden Flüchtlinge ja darauf brennen arbeiten zu dürfen.

2)
Die Bundesagentur für Arbeit ist aus welchen Gründen auch immer unfähig oder nicht in der Lage diese Langzeitarbeitslosen in die richtigen angebotenen Jobs zu vermitteln.

3)
Die Zahl von 634.516 offenen Stellen, die derzeit bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind, existieren in diesem Umfang gar nicht. Wie und warum diese Zahl nicht stimmen könnte, wissen wir nicht. Aber das wäre eine Erklärungsmöglichkeit, warum so viele offene Stellen vorhanden sind bei gleichzeitig so vielen Arbeitslosen.

Haben Sie eine Lösung woran es liegt?

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    Fachkraft

    31. März 2016 15:44 at 15:44

    Bin leider selbst davon betroffen. Viele ehemalige Kollegen ebenso. Dennoch eine Stellenanzeigen zufolge angeblich gesuchte Fachkraft. Berufsausbildung, Uni-Diplom, gute Deutsch- u. Englischkenntnisse vorhanden und viele Jahre Berufserfahrung in Wertpapierabwicklung einer Bank. Zeitarbeitsfirmen können mich aktuell anscheinend auch nicht vermitteln, 52 J. und noch nicht vergreist. Leben von Grundsicherung (noch). Vielen Dank für ihre fortlaufende Berichterstattung und die aufgeworfenen Fragen.

    Die Wahrheit liegt in der Mitte, d.h. ich wähle die 2.)

  2. Avatar

    wolfswurt

    31. März 2016 16:05 at 16:05

    Innerhalb der vergangenen 4 Monate auf 6 Stellen, welche bei der ARGE ausgeschrieben waren, beworben.
    Noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung kam, geschweige denn eine Absage.

    Gruß eines 56 jährigen Energieanlagenelektronikers

  3. Avatar

    C. Bucher

    31. März 2016 16:20 at 16:20

    Da ich selbst davon betroffen bin. Wieviele dieser Langzeitarbeitslosen können krankheitsbedingt nicht vermittelt werden, Herr Fugmann? In dem Snippet steht das nicht.

  4. Avatar

    jugen

    31. März 2016 16:21 at 16:21

    -ca. 1 Million Arbeitslose im Arbeitslosengeld 1
    -ca. 4.5 Millionen in Hartz 4

    -laut BA Statistik zwischen 3,1 und 4,9 Millionen denen Hartz 4 zustehen würde, die aber aus Scham oder wegen der entwürdigenden Prozedur keine Ansprüche anmelden.

    -dann wären da noch ca. 4 Millionen im Niedriglohnsektor von denen die meisten nach einem Job suchen von dem sie leben können.

    -dem gegenüber stehen ca 500.000 offene Stellen von denen ein nicht geringer Teil sehr fragwürdig sind.

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    oscar

    31. März 2016 16:47 at 16:47

    wie so oft ein passender beitrag. wer immer noch nicht merkt, dass hier wissentlich gelogen wird, ja dem ist echt nicht mehr zu helfen ! wegschauen ist eine deutsche zivileigenschaft geworden. hauptsache nicht ich…naja. deshalb läuft auf allen wegen der express ins chaos. hier wird mit brutalen lügenmethoden meinung gemacht. wie bei den meinungsforschunginstituten. von wen die gefüttert werden ist landläufig bekannt.
    @jurgen, die prekären jobwunder jobs liegen bei gut 7,5 mill. nix anderes. dabei sind auch die sogenannten „aufstocker“.
    ein bekannter 49 j. hat sich auf einen „trivialen“ (nicht abwertend gemeint) jon bei hellweg im sanitärverkauf beworben. abgelehnt. zuwenig berufserfahrung. er hatte nen sani meister in der tasche. also auch keine echte fachkraft. vieleicht fehlte ihm dazu die passende herkunft. man kann es nicht mehr hören. auf eine stelle kamen ca. 120 berwerber mit fachkenntnissen !!! ähnlich ging es ner freundin 45 j. im bereich theather schauspiel für behinderte. knapp 90 berwerbungen usw. usw. die perfide dreistigkeit, mit der dieses land belogen und für dämlich verkauft wird ist unerträglich geworden. bezahlen werden es aber am ende alle, auch die wegschauer ! nicht die politkaste tja….nachdenken ….wo bleibt der gesellschaftliche impedus? fr. nahles (nur berufspolitiker, man höre und staune) und hr. weise sollten als wissentliche fälscher die ämter verlieren. hahahaaa

  6. Avatar

    Willi

    31. März 2016 17:21 at 17:21

    Die vielen Millionen Hartzer werden von unterschiedlichen Jobcentern verwaltet: kommunalen einerseits und gemischt BA-kommunal geführten. Ein mehr als zweistelliger Prozentsatz der Hartzer hat aber kein oder kein richtiges oder ein ruhend gestelltes Bewerberprofil in der Jobbörse. Für das Anlegen eines richtigen Bewerberprofils ist die Behörde zuständig. Wenn einer keins hat oder ein inaktives oder ein falsches (falsche Berufsbezeichnung etwa) , dann macht ihn das unauffindbar für passende Stellen. Zu allem Überfluss benutzen kommunale und BA-Jobcenter völlig verschiedene Jobbörsen für ihre Klienten, so dass z.B. ein Bochumer Hartzi von dem kommunalen Essener Jobcenter nicht gefunden werden kann und umgekehrt . Und da in allen Jobcentern mittlerweile zu 90% Seiteneinsteiger arbeiten ohne qualifizierte Ausbildung in der Arbeitsvermittlung und den SGB-s, kennen die sich in Berufskunde nicht aus, wissen also nicht, welche Voraussetzungen man z.B. als Wachmann braucht und wie man daran kommt. Wenn diese Unkenntnis zur Unfähigkeit führt, Menschen richtig zu beraten und in die passenden Arbeitsstellen zu vermitteln, geraten die Statistikabteilungen der höheren Dienststellen in Erklärungsnot und sondern unplausible Presserklärungen ab.
    Und Thema Zeitarbeit: ja solche Leute werden immer gesucht, weil über 50% von ihnen von den Leihfirmen in den ersten 3 Monaten entlassen werden. Allzuviele haben negative Erfahrungen mit Verleihern macht, weil sie Stunden nicht bezahlt bekommen und ein Krankenschein sofort zur Entlassung führt. Die Zahl gemeldeter Zeitarbeitsstellen taugt als nicht als Konjunkturbarometer.

  7. Avatar

    Werniman

    31. März 2016 17:40 at 17:40

    Zu 1) Auch die Flüchtlinge -so sie irgendwann mal integriert werden- werden früher oder später merken,daß man von 8,50€/h keinen Blumentopf gewinnen kann. Wenn man allerdings Essen und Unterkunft davon nicht noch finanzieren muss,klingen 8,50€/h natürlich verlockend.

    Zu 2) Oft haperts daran,daß die Vermittler gar nicht abschätzen können,ob ein Kunde zu einem bestimmten Job in der Lage ist. Nur allein die Stellenbezeichnung entscheiden zu lassen,ist nämlich nicht unbedingt zielführend. Jemand,dessen Tinte auf dem Ausbildungszeugnis gerade trocken geworden ist,hat nunmal in der Regel keine Kenntnisse von Themenbereichen,die schon seit Jahren nicht mehr üblich sind.

    Zu 3) Die Jobcenter wissen ganz genau,daß selbst die 634k Stellen,die sie offiziell anbieten, nicht alle existieren. Ein Beispiel hab ich kürzlich erst am eigenen Leib erlebt. Ein Maschinenhersteller schreibt 2 Stellen in seinem Callcenter über die Jobbörse aus. Kurz darauf waren für den selben Arbeitsort 5 weitere Angebote in einem Callcenter zu finden, allesamt von Zeitarbeitsfirmen. Sogar der Text wurde 1:1 übernommen. Bei 4 der 5 Firmen wurden plötzlich statt 2 4 Leute gesucht. Zusammengefasst heißt das,daß so künstlich aus 2 real existierenden Jobs auf dem Papier 4×4+2×2= 20 Stellen wurden.

  8. Avatar

    Clou

    31. März 2016 17:44 at 17:44

    Ein Mix aus Nr.2 und Nr.3, wobei viele Stellenangebote doppelt und dreifach gelistet sein dürften. Hilfreich dabei dürfte auch die Statistik der frühzeitigen Rentenbezieher bzw. Sozialhilfeempfänger sein. Das BMAS schickt mittlerweile selbst jüngere Leute blind in Frührente. Ein Bekannter hat vor kurzem am Tag seines Rentenbeginns einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Da er laut Gesetz nur 15 Stunden pro Woche arbeiten darf, bekommt er die restliche Arbeitszeit schwarz ausgezahlt. Jeder Arbeitslose, welcher 12 Monate zuvor Arbeit hatte (z.B. Erntehelfer oder Inventurhelfer), taucht in der Statistik auch nicht auf – dazu zähle ich. Als Selbstständiger muß man sich das Entgelt selbst bei angeblich seriösen Unternehmen offensichtlich per Gericht einfordern. Im aktuellen Fall brauche ich nicht einmal einen Anwalt, weil bei mir der neueste „Clou“ angewandt wurde: Ein Werkvertrag für ein Endprodukt mit Aussicht auf längere Zusammenarbeit vereinbaren (mit entsprechend entgegenkommenden Entgelt) und einen dann entgegen dem Vertragsinhalt als Dozenten arbeiten lassen. Bis diese es selbst machen können und einen nicht mehr brauchen. Hinter den geschönten Statistiken stecken unschöne wie unmenschliche reale Zustände.

  9. Avatar

    Fachkraft

    31. März 2016 19:14 at 19:14

    Ich möchte noch anführen, dass buchstäblich jeder Stellenangebote in die sogenannte Jobbörse der bunten Anstalt einstellen kann. Dieses wird in der Regel nicht kontrolliert und führt auch schon mal dazu, dass ein Jobsuchender unter Androhung von Sanktionen aufgefordert wird, sich bei unseriösen „Arbeitgebern“ bewerben zu müssen. Im konkreten Fall, musste der ehemaliger Vertriebsleiter einer Direktbank sich bei einem Koch bewerben , welcher nebenberuflich Versicherungen im Strukturvertrieb „vertickt“ hat und welcher nun via Jobbörse Mitstreiter gesucht hat.
    Die Jobbörse des Arbeitsamtes enthält zu einem sehr großen Prozentsatz nur noch Angebote von Zeitarbeitsfirmen und wird von seriösen Arbeitgebern ohnehin nicht ernst genommen bzw. genutzt. Ob die unheilvolle Allianz zwischen Arbeitsverwaltung und Zeitarbeitsbranche als seriös bezeichnet werden kann, muss jeder für sich selbst entscheiden.
    Meiner Erfahrung nach mit dieser Behörde – auch bereits mehrjährig in den 90er Jahren – hat die Arbeitsvermittlung des Arbeisamtes noch nie irgendeine arbeitsmarktbezogene Kompetenz besessen. Mir wurde ganz offen erklärt, dass die Funktion der Arbeitsvermittlung inzwischen von der Zeitarbeitsbranche übernommen wurde. Meiner Erinnerung nach wurde auch schon in den 90er Jahren nicht ernsthaft vermittelt und die Fortbildungsindustrie hat damals schon absurdeste Angebote bereitgehalten (z.B. 1999: „Informationsrechercheur im Internet – ein neues Berufsbild“ – ein vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, zugelassene mehrmonatige Fortbildungsmaßnahme. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fungiert als „unabhängiger Ratgeber der Politik“;-)und ist u.a. auch für die statistischen Tricksereien zuständig.)
    Verwaltung ja – Vermittlung nein! Kennt jemand jemanden, der je via Arbeitsamt eine unbefristete reguläre Stelle vermittelt bekommen hat? Ich habe noch nie davon gehört.
    Seit der Agenda 2010 hat sich die Situation für Betroffene dramatisch zum Nachteil entwickelt. Die explosionsartige Ausweitung schwachsinnigster Fortbildungsangebote und anderer Maßnahmen als Hauptinstrumente der Arbeitsmarktpolitik, haben neben der Sklaverei der Arbeitnehmerüberlassung, den jeweiligen Machthabern alle Möglichkeiten an die Hand gegeben, die Arbeitslosenstatistik nach Belieben zu manipulieren. Eine der selbsternannten „Volksparteien“ hat es hier zur unrühmlichen Meisterschaft in der Entwicklung immer zynischerer Methoden gebracht;-).

  10. Avatar

    Axel

    31. März 2016 19:40 at 19:40

    Kann leider keine Details nennen. Hab aber letztens mit einem Mönchsanwärter gesprochen, der jahrelang beim Arbeitsamt (ARGE) gearbeitet hat und sagte, er wolle in seinem Leben was besseres tun, als ständig Arbeitslosenzahlen für die Statistik schönzumanipulieren…Es hat ihn richtig angekotzt!

  11. Avatar

    H. Mager

    31. März 2016 21:52 at 21:52

    Es liegt am Punkt 3! In Berlin habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass mehrere Zeitarbeitsfirmen, die Argen und priv. Arbeitsvermittlungen die gleichen Jobs anbieten.
    Besonders Zeitarbeitsfirmen laden dann zum „Vorstellungsgespräch“ ein und wenn man alle Voraussetzungen erfüllt und denkt, man bekommt die Stelle, wird plötzlich bemerkt, dass die doch schon besetzt ist o.ä.
    Inzwischen hat sich unter den Arbeitsuchenden herumgesprochen, dass AVs und Zeitarbeitsfirmen Daten sammeln wie wild. Achja und wenn man es bis zum Arbeitsvertrag schafft, wollen die plötzlich einen Vermittlungsgutschein, von dem in der Stellenanzeige nichts stand oder ca. 1000,- € selbst bezahlen. Das sind eigene Erfahrungen!

  12. Avatar

    Aufgewachter

    1. April 2016 07:35 at 07:35

    Also ich komme da auf ganz andere Zahlen, sogar mit den offiziellen Angaben …

    BRD 21,2 Millionen Menschen ohne Arbeit ? Sanktionsquote 3,2% mit über 1,017 Million Sanktionen pro Jahr
    https://aufgewachter.wordpress.com/2012/12/09/brd-21-millionen-menschen-ohne-arbeit-sanktionsquote-3-mit-uber-1-million-sanktionen-pro-jahr/

  13. Avatar

    Aufgewachter

    1. April 2016 07:37 at 07:37

    Apropos : Hartz-IV

    Eine übersichtliche Sammlung der effektivsten 197 Tipps
    Hartz-IV / Das Kompendium / ULTRA Pack Version 4.0 (complete)
    (Release Date 19.03.2016 14:17:28 Uhr MEZ)

    ++++++ Release Notes ++++++

    Es gibt nur zwei Methoden Ärger aus dem Weg zu gehen : Die intelligentere durch Sanktions-Vermeidung (extrem effektiv) oder die weniger intelligentere über die Sozialgerichtsbarkeit (sehr ineffektiv). 95 Prozent des ULTRA Packs beschäftigt sich mit der intelligenteren Form der Sanktions-Vermeidung, daß heißt trotzdem:

    Nie wieder Massnahmen !!!
    Nie wieder 1-Euro-Jobs !!!
    Nie wieder Sanktionen !!!
    Nie wieder Zeitarbeit !!!

    Hartz-IV / Das Kompendium ULTRA Pack Version 4.0 (complete)

    Überlegenheit in ihrer reinsten Form, nämlich durch überlegen.

    ++++++ another fine rip by TEAM Aufgewachter ++++++

    Immer zu finden direkt über dem Banner „Hartz-IV“ oder hier der Direkt-Link
    https://aufgewachter.wordpress.com/best-of-hartz-iv-tipps-nie-wieder-massnahmen-nie-wieder-1-euro-jobs-nie-wieder-sanktionen-nie-wieder-zeitarbeit/

  14. Avatar

    Jiri skokan

    2. April 2016 15:41 at 15:41

    Das Beispiel wachschutz erfordert den 34a Lehrgang (Dauer eine Woche kostet 400€),ein polizeiliches Führungszeugnis und die Zulassung vom Ordnungsamt. Tariflohn 9,70.

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Autoindustrie: Das Problem ist der Standort Deutschland

Claudio Kummerfeld

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Autoindustrie in Deutschland im Wandel

Steht die deutsche Autoindustrie vor einem Niedergang wie der Standort Detroit, die ehemalige Hochburg der Autoproduktion in den USA? Die Deutsche Bank (DB) hat ein hochinteressantes Research-Dokument dazu veröffentlicht. Darin wird die Branche nicht wirklich schlecht geredet. Aber schaut man genauer hin, geht es vor allem um den Standort Deutschland, der problematisch sein soll. Die deutsche Autoindustrie selbst sei relativ gut aufgestellt, aber eben nicht der Standort Deutschland. Vorab wollen wir aus der Analyse einige Aussagen erwähnen, was denn positiv am Standort Deutschland zu bewerten ist.

Der Automobilstandort Deutschland verfüge über außergewöhnliche Vorteile. Zu nennen sei vor allem die enge technologische und räumliche Verzahnung von Herstellern, industriellen Zulieferern, Ausrüstern (z.B. Maschinenbau), Entwicklungsdienstleistern, Logistikunternehmen sowie von universitären und sonstigen Forschungseinrichtungen. Von dieser vertikal integrierten Wertschöpfungskette sowie dem über Jahrzehnte gewachsenen Know-how der Beschäftigten könne der Standort zehren. Auch der intensive brancheninterne Wettbewerb war und ist ein Motor für stetige Innovationskraft und Produktivitätsfortschritte. Fasst man aber alle in der Analyse der DB skizzierten Faktoren zusammen, dann falle es jedoch schwer, die Zukunftsaussichten für den Automobilstandort optimistisch zu sehen.

Negative Standortfaktoren für die Autoindustrie in Deutschland

Negativ zu erwähnen hat die DB-Studie so einiges. Und dabei geht es überhaupt nicht um den Absturz während der Coronakrise, sondern um strukturelle Faktoren. Zum Beispiel würden strenge CO2-Grenzwerte für neue Pkw in der EU dazu führen, dass die Hersteller mehr Elektroautos auf den Markt bringen müssten. Der resultierende Kostenanstieg verschärfe den Strukturwandel in der Branche. Kaum jemand erwarte, dass die Netto-Bilanz dieses Strukturwandels für die Wertschöpfung und Beschäftigung der Automoindustrie in Deutschland positiv ausfallen wird.

Auch die Unsicherheiten hinsichtlich der Klima- und Energiepolitik hätten dazu beigetragen, dass der Kapitalstock in energieintensiven Branchen wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie in Deutschland seit vielen Jahren sinke. Diese Sektoren zählen auch zur automobilen Wertschöpfungskette. Durch die Investitionszurückhaltung würden laut der Studie Teile dieser Kette geschwächt. Höhere Kosten kämen auf die Autoindustrie auch durch die geplante Verschärfung der europäischen Abgasnormen zu (Euro 7). Im Volumensegment dürfte der Kostenaufschlag pro Fahrzeug besonders ins Gewicht fallen. Dies setze die Produktion von „Autos für den Durchschnittsbürger“ in Hochlohnländern wie Deutschland, aber auch in Frankreich oder Italien unter Druck.

Bei klassischen Standortfaktoren wie der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften, Lohnhöhe oder der Flexibilität bei Arbeitszeiten habe sich Deutschlands Position laut der Studie der DB im internationalen Vergleich zuletzt eher verschlechtert. Auch die anhaltenden Handelskonflikte würden die Investitionsbereitschaft hemmen. Zudem ist die Pkw-Nachfrage im wichtigen westeuropäischen Absatzmarkt gesättigt. Schließlich bedeute die demografische Entwicklung eine Herausforderung, da sie zu einem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial führe und die Nachfrage dämpft.

Angesichts der strukturellen Herausforderungen sei es fraglich, ob die früheren Produktionshöchststände am Standort Deutschland jemals wieder erreicht werden. Die DB befürchtet, dass es immer schwerer wird, eine konkurrenzfähige Produktion von Pkw im Volumensegment in Deutschland aufrechtzuerhalten. Der Anteil Deutschlands an der globalen, aber auch an der europäischen Autoproduktion könnte in den kommenden Jahren sinken. Ähnlich sei es der Autoindustrie im US-Bundesstaat Michigan (Detroit) ergangen, wo heute deutlich weniger Fahrzeuge gefertigt werden als zu Beginn des Jahrhunderts. Die deutsche Autoindustrie sei besser für die elektromobile Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet als der Automobilstandort Deutschland.

Autoindustrie wird sich anpassen – Standort mit Problem?

Wir wollen nur kurze und interessante Auszüge der DB-Studie zitieren. Zum Beispiel gehen wir nochmal auf den Detroit-Vergleich ein. Die DB sagt, dass dieser Vergleich vielleicht zunächst schockieren möge. Aber noch immer würden in Michigan viele Light Vehicles (LV) produziert. Allerdings waren es in den letzten Jahren etwa ein Drittel weniger Fahrzeuge als zu Beginn dieses Jahrhunderts. In der Folge ist der Anteil des Bundestaates an der gesamten LV-Produktion der USA von knapp 25 Prozent im Jahr 2000 auf deutlich weniger als 20 Prozent in den letzten Jahren gesunken. Profitiert hätten dagegen einige Südstaaten der USA, in denen auch deutsche Hersteller in neue Autofabriken investiert haben. Hohe Standortkosten in Michigan (z.B. Lohn- und Pensionskosten der angestammten Belegschaft) seien ein wesentlicher Grund für diese Verschiebung innerhalb der USA gewesen. Eine ähnliche Entwicklung sei für den Automobilstandort Deutschland nicht unwahrscheinlich. Auch in Deutschland könnten die Produktionszahlen der Branche dauerhaft unterhalb der früheren Niveaus verharren. Der Anteil Deutschlands nicht nur an der globalen, sondern auch an der europäischen Automobilproduktion drohe zu sinken.

Die DB-Studie geht an das gesamte Thema durchaus differenziert heran. Man schreibt die Branche nicht einfach pauschal ab. Unter dem Strich sei man davon überzeugt, dass die deutsche Autoindustrie besser für die „elektromobile“ Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet sei als der Automobilstandort Deutschland. Die Unternehmen könnten Standortentscheidungen frei treffen und sich im Laufe der Zeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen an einem Standort verschlechtern. Bei der Beurteilung der Zukunftsperspektiven des Standorts Deutschland würden aus heutiger Sicht jedoch die negativen Faktoren überwiegen. Bedauerlich dabei sei, dass ein Teil dieser Faktoren durch eine klimapolitische Regulierung begünstigt werde, die deutlich weniger effektiv als möglich und teurer als nötig sei.

Der Vorwurf an die deutsche Autoindustrie, technologische Trends zu verschlafen, werde auch beim Übergang zu E-Mobilität stetig wiederholt. Doch auch in diesem Fall sei er laut DB nicht pauschal zutreffend. Richtig sei, dass der Anteil deutscher Hersteller an den verkauften Elektroautos in vielen Märkten unter ihrem Marktanteil bei traditionellen Fahrzeugen liegt. Gleichwohl gleicht der Übergang vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität einem Langstreckenlauf und nicht einem Sprint. Kein Anbieter liege uneinholbar vorne. Zudem sei die Produktpipeline der deutschen Hersteller gut gefüllt. Die Deutschen seien eben lediglich später dran als manche Konkurrenten, aus Sicht der Autoren der Studie jedoch nicht zu spät.

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

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Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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Achtung: Korrektur voraus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Stimmung auf dem digitalen Börsenparkett ist prächtig. Wir haben überhaupt nicht genug Geld, um alle die großartigen Titel des internationalen Kurszettels kaufen zu können, so eine verbreitete Empfindung.

Das sind einige der Zutaten dieser Euphoriewelle, die bereits seit einigen Monaten über die Aktienmärkte hinwegrollt.

Fokussierung auf wenige Trendbranchen: Die Hausse verkürzt sich zunehmend auf einige wenige Titel aus einigen Trendbranchen wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Das waren zuletzt etwa die Favoriten auf der Privatanleger-Plattform Tradegate: NEL ASA, Plug Power, Xiaomi, Tesla und Ballard Power.

Es ist ein Warnsignal, wenn eine Hausse nur noch auf den Schultern weniger Aktien liegt. Gesund ist eine Hausse immer dann, wenn sie von möglichst vielen Aktien aus unterschiedlichen Branchen getragen wird.

Kauf zu jedem Preis: Typisch ist dabei, dass die Anleger derzeit bereit sind, für eine „geile“ Aktie jeden Preis zu bezahlen. Die Bewertung interessiert nicht mehr, solange der Titel einer Trendbranche zuzurechnen ist. Typisch ist auch, dass man diese Aktien nicht erst in einer Woche haben will, sondern jetzt sofort. Folglich verzichten immer mehr Anleger auf die Bestimmung eines Kauflimits und fassen stattdessen billigst zu.

In der Folge erleben wir immer öfter prozentual zweistellige Kursanstiege auf Tagesbasis, ohne dass eine Nachricht aus dem Unternehmen vorliegt. Zu Deutsch: Die Kursanstiege sind in der Regel nicht mehr fundamental begründet.

Am Ende entsteht ein gewaltiger Sog, dem wir uns kaum noch entziehen können. Selbst Profis fallen dann um, werfen ihre bewährten Strategien über…..

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