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Kurz und knapp: Die US-Schuldenexplosion von Tag zu Tag, und Norwegen ist bei Null angekommen

Claudio Kummerfeld

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Nachrichten aus Norwegen und statistische Daten aus den USA sind aktuell interessant zu betrachten, die miteinander aber nichts zu tun haben. Im größeren Bild irgendwie schon, weil beide eine Folge der Coronakrise sind. Gut, die US-Staatsverschuldung steigt auch ganz ohne Coronakrise immer weiter an. Aber aktuell ist sogar das Tempo dieses Anstiegs für US-Verhältnisse außergewöhnlich. Diese Woche wurde bekannt, dass sich die US-Regierung in diesem laufenden Quartal fast exakt 3 Billionen US-Dollar (!!!) leihen will. Im 1. Quartal waren es 477 Milliarden Dollar, und im dritten Quartal sollen es 677 Milliarden Dollar werden. Der Grund ist klar. Auf der einen Seite werden die Steuereinnahmen natürlich drastisch einbrechen. Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben wird also größer.

Und natürlich müssen auf der anderen Seite die gigantischen Rettungsmaßnahmen des Staats im Zuge der Coronakrise finanziert werden. Dass die Schuldenexplosion in den USA schon im vollen Gange ist, zeigt diese offizielle Statistik des US-Finanzministeriums, die mit in der Regel zwei oder drei Werktagen Verzögerung den Schuldenstand und die tägliche Veränderung in der US-Staatsverschuldung aufzeigt. Derzeit liegt die US-Staatsverschuldung bei 25,05 Billionen Dollar. Damit ist sie in 15 Tagen um gut 600 Milliarden Dollar gestiegen. Und in dem Tempo geht es jetzt weiter.

US-Staatsverschuldung sichtbar von Tag zu Tag

Norwegen senkt Zinsen auf Null

Ein historiches Tief! Die norwegische Notenbank hat heute den Leitzins auf Null gesenkt. Im Januar waren es noch 1,50 Prozent. Seitdem ging es in drei Schritten runter auf jetzt 0,00 Prozent. Die Grafik zeigt den Leitzins in Norwegen seit den 90er-Jahren. Übrigens zeigt der Chart das Phänomen, das hier und da mal, wenn gerade keine Wirtschaftskrise herrscht, erwähnt wird von manchen Kommentatoren. Nämlich, dass das Zinsniveau weltweit im großen Bild immer weiter abnimmt. Der Chart für Norwegen zeigt dieses Phänomen sehr gut. Zwar in Wellen, aber langfristig geht das Zinsniveau immer weiter in den Keller. Die Aussagen der norwegischen Notenbank sind klar. Die Pandemie trifft auch Norwegen hat. Dazu kann man sagen (unsere Anmerkung), dass Länder wie Russland, Norwegen oder Saudi-Arabien, immer dann Probleme bekommen, wenn ihr Rohstoff, auf den sie sich volkswirtschaftlich fokussieren, nicht nachgefragt wird und/oder stark im Preis sinkt. Dann haben diese Länder ein Problem. So jetzt auch Norwegen. Natürlich hat man einen gigantischen Staatsfonds mit jeder Menge Reserven – von daher wird so schnell im hohen Norden niemand verhungern.

Niedrige Zinssätze können nicht verhindern, dass der Ausbruch des Coronavirus erhebliche Auswirkungen auf die norwegische Wirtschaft hat. Aber sie können dazu beitragen den Abschwung zu dämpfen, so die Notenbank. Wenn sich die Situation normalisiere, würden niedrige Zinssätze eine schnellere Erholung der Wirtschaftstätigkeit unterstützen. Dies könne das Risiko verringern, dass sich die Arbeitslosigkeit auf einem hohen Niveau verfestige. Nach der gegenwärtigen Einschätzung der Aussichten werde der Leitzins höchstwahrscheinlich noch einige Zeit auf dem heutigen Niveau bleiben. Wir haben nicht vor, weitere Leitzinssenkungen vorzunehmen, so die Notenbank heute.


source: tradingeconomics.com

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    7. Mai 2020 18:21 at 18:21

    Das ist ja mal eine Leistung. Andererseits sind wir damit schon von 100 auf 40 Mrd. pro Tag runter.

    Aber man kann sich noch ein viel interessanteres Verhältnis ansehen. Denn das Durchschnittseinkommen aller Amerikaner (Brutto) liegt grob bei 200$ pro Tag. Also nicht jetzt, sondern wenn alle arbeiten. Legen wir die 40 Mrd. auf die Gesamtzahl von etwa 155 Millionen Beschäftigten um (also nicht jetzt, sondern vor der Krise), dann nimmt die amerikanische Bundesregierung momentan mit 258$ pro Tag und Arbeitnehmer mehr Schulden auf, als im gleichen Zeitraum überhaupt verdient werden könnte.

    Warum rettet man dann eigentlich Banken und Unternehmen? Die Regierung sollte einfach die Gehaltszahlungen aller amerikanischen Arbeitnehmer vollständig übernehmen (von der Klofrau bis zum Konzernvorstand). Dann kommt sie dabei sogar noch deutlich günstiger weg.

    • Avatar

      Torsten

      8. Mai 2020 05:49 at 05:49

      Guter Vorschlag, aber dann würden ja die Reichen nicht reicher und die Armen ärmer werden. Das ist doch Kommunismus und das geht nicht in Amerika.
      Lieber Geld an Black Rock als an Black People.

      Das US Schulden Schneeballsystem braucht immer mehr Futter. Mit den steigenden Börsenkursen wird davon abgelenkt „ Seht her der SP500 steigt also läuft es gut“ – 33 Mio neue Arbeitslose Schwamm drüber , 33 Mio Konsumenten die weniger Geld verdienen, Egal wir verschenken Geld, holt euch noch ein paar Kreditkarten Leute,

      Sind die Finanzen ruiniert lebt es sich ganz ungeniert 🙈

      33 Mio Arbeitslose — > mehr Abos bei Netflix, mehr Bestellen bei Amazon (kein Geld zum Auto fahren), mehr Sichen bei Google ( suche nach Jobs ), mehr ebay ( suchen nach Schnäppchen) – mehr Apple ??? Nö – mehr Tesla ?? Nö – mehr Flugreisen?? Nö – ??

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    8. Mai 2020 08:36 at 08:36

    Wenn jemand noch Geld in die verschuldeten Staaten steckt, ist er wirklich selber schuld. Seit die Geldschwemme losgetreten wurde, sind kluge Investoren wie die Chinesen, schon lange nur noch im Tauschhandel und echten Sachwerten investiert. Wer diese unsicheren virtuellen Geldflüsse mag, bitte schön zugreifen, es werden noch welche gesucht die dafür echte Werte hergeben.

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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