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Kurz und knapp: Die US-Schuldenexplosion von Tag zu Tag, und Norwegen ist bei Null angekommen

Nachrichten aus Norwegen und statistische Daten aus den USA sind aktuell interessant zu betrachten, die miteinander aber nichts zu tun haben. Im größeren Bild irgendwie schon, weil beide eine Folge der Coronakrise sind. Gut, die US-Staatsverschuldung steigt auch ganz ohne Coronakrise immer weiter an. Aber aktuell ist sogar das Tempo dieses Anstiegs für US-Verhältnisse außergewöhnlich. Diese Woche wurde bekannt, dass sich die US-Regierung in diesem laufenden Quartal fast exakt 3 Billionen US-Dollar (!!!) leihen will. Im 1. Quartal waren es 477 Milliarden Dollar, und im dritten Quartal sollen es 677 Milliarden Dollar werden. Der Grund ist klar. Auf der einen Seite werden die Steuereinnahmen natürlich drastisch einbrechen. Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben wird also größer.

Und natürlich müssen auf der anderen Seite die gigantischen Rettungsmaßnahmen des Staats im Zuge der Coronakrise finanziert werden. Dass die Schuldenexplosion in den USA schon im vollen Gange ist, zeigt diese offizielle Statistik des US-Finanzministeriums, die mit in der Regel zwei oder drei Werktagen Verzögerung den Schuldenstand und die tägliche Veränderung in der US-Staatsverschuldung aufzeigt. Derzeit liegt die US-Staatsverschuldung bei 25,05 Billionen Dollar. Damit ist sie in 15 Tagen um gut 600 Milliarden Dollar gestiegen. Und in dem Tempo geht es jetzt weiter.

US-Staatsverschuldung sichtbar von Tag zu Tag

Norwegen senkt Zinsen auf Null

Ein historiches Tief! Die norwegische Notenbank hat heute den Leitzins auf Null gesenkt. Im Januar waren es noch 1,50 Prozent. Seitdem ging es in drei Schritten runter auf jetzt 0,00 Prozent. Die Grafik zeigt den Leitzins in Norwegen seit den 90er-Jahren. Übrigens zeigt der Chart das Phänomen, das hier und da mal, wenn gerade keine Wirtschaftskrise herrscht, erwähnt wird von manchen Kommentatoren. Nämlich, dass das Zinsniveau weltweit im großen Bild immer weiter abnimmt. Der Chart für Norwegen zeigt dieses Phänomen sehr gut. Zwar in Wellen, aber langfristig geht das Zinsniveau immer weiter in den Keller. Die Aussagen der norwegischen Notenbank sind klar. Die Pandemie trifft auch Norwegen hat. Dazu kann man sagen (unsere Anmerkung), dass Länder wie Russland, Norwegen oder Saudi-Arabien, immer dann Probleme bekommen, wenn ihr Rohstoff, auf den sie sich volkswirtschaftlich fokussieren, nicht nachgefragt wird und/oder stark im Preis sinkt. Dann haben diese Länder ein Problem. So jetzt auch Norwegen. Natürlich hat man einen gigantischen Staatsfonds mit jeder Menge Reserven – von daher wird so schnell im hohen Norden niemand verhungern.

Niedrige Zinssätze können nicht verhindern, dass der Ausbruch des Coronavirus erhebliche Auswirkungen auf die norwegische Wirtschaft hat. Aber sie können dazu beitragen den Abschwung zu dämpfen, so die Notenbank. Wenn sich die Situation normalisiere, würden niedrige Zinssätze eine schnellere Erholung der Wirtschaftstätigkeit unterstützen. Dies könne das Risiko verringern, dass sich die Arbeitslosigkeit auf einem hohen Niveau verfestige. Nach der gegenwärtigen Einschätzung der Aussichten werde der Leitzins höchstwahrscheinlich noch einige Zeit auf dem heutigen Niveau bleiben. Wir haben nicht vor, weitere Leitzinssenkungen vorzunehmen, so die Notenbank heute.


source: tradingeconomics.com



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3 Kommentare

  1. Das ist ja mal eine Leistung. Andererseits sind wir damit schon von 100 auf 40 Mrd. pro Tag runter.

    Aber man kann sich noch ein viel interessanteres Verhältnis ansehen. Denn das Durchschnittseinkommen aller Amerikaner (Brutto) liegt grob bei 200$ pro Tag. Also nicht jetzt, sondern wenn alle arbeiten. Legen wir die 40 Mrd. auf die Gesamtzahl von etwa 155 Millionen Beschäftigten um (also nicht jetzt, sondern vor der Krise), dann nimmt die amerikanische Bundesregierung momentan mit 258$ pro Tag und Arbeitnehmer mehr Schulden auf, als im gleichen Zeitraum überhaupt verdient werden könnte.

    Warum rettet man dann eigentlich Banken und Unternehmen? Die Regierung sollte einfach die Gehaltszahlungen aller amerikanischen Arbeitnehmer vollständig übernehmen (von der Klofrau bis zum Konzernvorstand). Dann kommt sie dabei sogar noch deutlich günstiger weg.

    1. Guter Vorschlag, aber dann würden ja die Reichen nicht reicher und die Armen ärmer werden. Das ist doch Kommunismus und das geht nicht in Amerika.
      Lieber Geld an Black Rock als an Black People.

      Das US Schulden Schneeballsystem braucht immer mehr Futter. Mit den steigenden Börsenkursen wird davon abgelenkt „ Seht her der SP500 steigt also läuft es gut“ – 33 Mio neue Arbeitslose Schwamm drüber , 33 Mio Konsumenten die weniger Geld verdienen, Egal wir verschenken Geld, holt euch noch ein paar Kreditkarten Leute,

      Sind die Finanzen ruiniert lebt es sich ganz ungeniert 🙈

      33 Mio Arbeitslose — > mehr Abos bei Netflix, mehr Bestellen bei Amazon (kein Geld zum Auto fahren), mehr Sichen bei Google ( suche nach Jobs ), mehr ebay ( suchen nach Schnäppchen) – mehr Apple ??? Nö – mehr Tesla ?? Nö – mehr Flugreisen?? Nö – ??

  2. Wenn jemand noch Geld in die verschuldeten Staaten steckt, ist er wirklich selber schuld. Seit die Geldschwemme losgetreten wurde, sind kluge Investoren wie die Chinesen, schon lange nur noch im Tauschhandel und echten Sachwerten investiert. Wer diese unsicheren virtuellen Geldflüsse mag, bitte schön zugreifen, es werden noch welche gesucht die dafür echte Werte hergeben.

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