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Kurzarbeit: Aktuelle Zahlen zeigen die dramatische Lage

Kurzarbeit steigt dramatisch an

Wird das Instrument der Kurzarbeit im Zuge der Coronavirus-Krise so stark genutzt werden wie in der Finanzkrise ab dem Jahr 2008? Vermutlich wird die Kurzarbeit viel dramatischere Ausmaße annehmen? Ganz aktuell bekommen wir den ersten Vorgeschmack. Bis Mitte März können wir sehen, wie umfangreich die Industrieunternehmen dieses Instrument nutzen wollen, damit ihre Belegschaft im Betrieb gehalten werden kann. Sinnvoll ist dieses Arbeitsmarktinstrument allemal, damit die Menschen nicht in ein Loch fallen, und damit die Produktion direkt nach der Krise sofort wieder hochgefahren werden kann!

Erwartungen auf Kurzarbeit schießen hoch

Das ifo-Institut hat heute Daten für die Kurzarbeit veröffentlicht, die auf einer Umfrage basieren. Deren Daten wurden bis Mitte März ermittelt. Also haben wir noch nicht die schlimmsten Auswirkungen der letzten zwei Wochen vorliegen. Aber die Lage ist auch so schon dramatisch. So erwarten 25,6 Prozent aller Industriebetriebe in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit. Das ist der höchste Stand seit 2010. Vor drei Monaten waren es erst 15,3 Prozent. Überdurchschnittlich betroffen seien die Schlüsselbranchen Automobile (41 Prozent), Maschinenbau (33 Prozent) und Elektro (32 Prozent). Hier weitere Details von ifo im Wortlaut:

Kleinere Branchen, die auch stark von Kurzarbeit betroffen sein werden, sind die Metallerzeugung und -bearbeitung mit 49 Prozent, der sonstige Fahrzeugbau mit 43 Prozent, die Textilhersteller mit 41 Prozent, die Hersteller von Lederwaren und Schuhen mit 35 Prozent und die Hersteller von Metallerzeugnissen mit 27 Prozent.

Einige Branchen erwarten in den kommenden drei Monaten kaum Kurzarbeit: In der Chemie-Industrie waren es nur 14 Prozent und in der Ernährungsindustrie sechs Prozent.

„Das volle Ausmaß der Corona-Pandemie ist in all diesen Zahlen vermutlich noch nicht berücksichtigt, denn die meisten Antworten liefen ein bis Mitte März“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Konjunkturumfragen.
Bereits Kurzarbeit eingeführt haben der ifo Umfrage zufolge 9,3 Prozent der Industriefirmen. 15 Prozent der Hersteller elektrischer Ausrüstungen waren davon betroffen. Im Maschinenbau waren es 14 Prozent, in der Automobilindustrie 11 Prozent. Kleinere Branchen waren die Metallerzeugung und -bearbeitung sowie die Textilbranche mit 23 Prozent und Hersteller von Lederwaren und Schuhen mit 20 Prozent. Kein Thema war die Kurzarbeit bislang in der Chemie- bzw. der Ernährungsindustrie.

Wenn wir im nächsten Monat Daten für Mitte April haben, wird der Wert dann schon das Hoch aus der Finanzkrise übertreffen?

ifo-Chart zeigt den aktuellen Anstieg bei der Kurzarbeit



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5 Kommentare

  1. Automobilbranche wird am Ende 75-90% in Kurzarbeit gehen, plus Entlassungen. Denn
    – die Zeitarbeiter sind schon längst weg.
    – die Produktionen selbst laufen eh schon seit Januar in Kurzarbeit. Zu fast 100%.
    – Jetzt kommen die Verwaltungen dran!
    OEMs kündigen es schon seit Anfang März an. Diese Woche erfährt das Fußvolk mehr…

    1. Auf welche Daten und Länder beziehen sie sich bei der Reduktion der Produktion seit Januar, kann ich z. B. für Spanien nicht nachvollziehen. Danke

  2. Deutschland / Frankreich / Belgien / Rumänien / (Polen?)
    Bei der ibereischen Halbinsel haben Sie recht. Da wird noch gearbeitet, aber auch nicht mehr lang. Der OEM plant schon die Abholung der Werkzeuge. Auch wenn dann dort Firmen pleite gehen…
    China fährt zwar wieder hoch, aber auch schon wieder teilweise runter. (Kinos…) Und wie Markus Koch sagt, Surprise, wird seinen Kram nicht los.
    Auch nur deswegen haben wir ja Kurzarbeit, wegen der krachenden Wirtschaft, nicht wegen dem Virus. Der war nur der schwarze Schwan bzw. der Sargnagel.

  3. Pingback: Aktuelles vom 30.03.2020 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Abholung der Werkzeuge klingt wirklich nicht gut aber das kann ja nur im geringen masse gemacht werden. Ich stimme da voll mit Ihnen überein der Virus wird vorgeschoben und durch die Quarantäne der ganzen Welt wird eine Superkrise einsetzen.

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