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Märkte

Ölpreis rutscht auf Krisen-Tief – jetzt kann es dramatisch werden!

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Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis erreicht aktuell seinen Tiefststand vom 18. März, und hat ihn sogar noch leicht unterschritten. Jetzt wird es gefährlich! Erst am Freitag hatten wir getitelt “Nach und nach abwärts auf neue Tiefststände?” Und jetzt nach dem Wochenende sieht es ganz danach aus! Lag der Ölpreis (WTI) am 18. März im Tief wenige Cents über der 20 Dollar-Marke, so lag das Tief heute früh bei 19,91 Dollar. Mit 20,16 Dollar liegen wir zwar aktuell ein klein wenig höher, aber die Lage ist nun extrem gefährlich. Es kann dramatisch werden.

Ölpreis an extrem wichtiger Marke

Diese Marke von 20 Dollar ist eine große runde Summe. Nicht nur deswegen ist sie wichtig. Sie war wie gesagt auch das jüngste Tief. Aber darunter befindet sich nur noch ein schwarzes Loch – um die Dramatik der Lage mal etwas klarer auszudrücken! Wir haben nun die tiefsten Stände seit dem Jahr 2001 erreicht. Rutscht der Ölpreis etwas deutlicher unter die Marke von 20 Dollar, könnten dort womöglich vorhandene Stop Loss-Orders zwecks Verlustbegrenzung aktiviert werden, was wiederum eine Verkaufslawine auslösen könnte. Ja, es kann noch deutlich weiter nach unten gehen. Das ist umso dramatischer, wenn man bedenkt, dass der WTI-Ölpreis noch im Januar bei 65 Dollar notierte.

Die aktuelle Lage

Auf der einen Seite hat der Öl-Krieg der Saudis den Markt geschockt. Sie fluten die Märkte. Aktuell gibt es keinerlei Anzeichen, dass sie ihre Lieferflut stoppen werden, die jetzt auch ganz konkret zu beginnen scheint. Saudi-Arabien sagt laut aktuellen Berichten, dass man derzeit nicht in Gesprächen mit Russland sei um den Markt auszubalancieren. Auf der anderen Seite haben wir nun mal den Nachfrageschock, ausgelöst durch das Coronavirus. Nichts scheint derzeit die Pulverisierung der Öl-Nachfrage stoppen zu können. Oder will die OPEC ihre Fördermenge jetzt mal eben halbieren, um überhaupt noch irgendeinen Einfluss auf den Ölpreis zu haben?

Es gibt Meinungen, dass die Nachfrage nach Öl durch das Coronavirus weltweit um 15-20 Millionen Barrels pro Tag einbricht, gut 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Energy Intelligence sieht den Rückgang bei 10 Millionen Barrels pro Tag – auch das ist dramatisch. Und offenbar werden Fracking-Unternehmen in den USA derzeit gebeten weniger Öl zu produzieren, weil die Betreiber von Lagerstätten keine freien Kapazitäten mehr zu haben scheinen. So groß scheint der Nachfragerückgang derzeit zu sein, dass man viel, sehr viel Öl in die Lager pumpt, die nun aber an ihre maximalen Auslastungsgrenzen kommen. Für den Ölpreis sind das keine guten Aussichten. Kann man die 20 Dollar-Marke nicht halten, gibt es dann einen schnellen Abwärtsrutsch? Möglich wäre das, aber wissen tun wir es natürlich nicht. Bilden Sie sich ihre eigene Meinung!

Ölpreis Verlauf seit dem Jahr 2005

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    sabine

    30. März 2020 11:01 at 11:01

    Der Ölpreis wird noch weiter fallen. Unser Luxus, Kreuzfahrtschiffe, Urlaub in Mallorca, neue Bildschirme, immer das Neueste Auto usw. wird runterfahren. Und so schnell nicht wiederkommen.
    Jetzt hört auch endlich diese unsinnige und grünsozialistisch-aufgepeitschte Jagd nach noch neueren Abgassystemen bzw Autos auf. Denn die Autos, die bei der Herstellung die Natur bereits stark belastet haben, werden entsprechend gut genutzt. Und die Natur hat eine kleine Pause! Dann brauchts auch weniger Gehalt!

  2. Avatar

    Manni

    31. März 2020 11:52 at 11:52

    Oelpreis sinkt,und warum wird das Diesel (Benzin) nicht so schnell billiger?
    Die Preise müssten bereits schon unter einem € liegen.
    Ist das etwa von der Regierung so gewollt oder gibt es andere Gründe

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Jetzt knallt´s! Trump gegen Twitter&Co – Folgen für die Aktienmärkte?

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Aktien

Geldanlage: Dieser Mix bringt seit 120 Jahren die besten Renditen!

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Geldanlage mit mehr oder weniger Risiko? Der Mix macht´s

Wenn sich eine Schweizer Bank mit Professoren aus London und Cambridge zusammentut, um langfristige Rendite-Entwicklungen verschiedener Anlageklassen über 120 Jahre zu untersuchen, dann sollten Anleger das Ergebnis genau studieren. Denn was 120 Jahre lang gute Renditen abwarf, ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch die richtige Wahl für Ihre Geldanlage. Schauen wir uns also an, was die Credit Suisse herausfand.

Wenig überraschend lautet das Ergebnis, dass Aktien global gesehen vor Anleihen und vor Geldmarktpapieren liegen. Um die Inflation bereinigt, warfen Aktien seit dem Jahr 1900 jährlich eine Rendite von 5,2% ab. Anleihen, in die Versicherungen und Pensionsfonds besonders große Anteile des Anlagevermögens investieren, kamen hingegen nur auf 2%. Die vor allem zum kurzfristigen Parken von Cash-Reserven genutzten Geldmarktpapiere, in dem Fall Schatzwechsel, brachten es als ein Instrument der Geldanlage hingegen nur auf 0,8%.

In Japan liegen Aktien mit Anleihen seit 50 Jahren fast gleichauf bei der Geldanlage

Nun könnten sich alle Aktionäre beruhigt zurücklehnen und darauf hoffen, dass sie mit ihrer Geldanlage in 50 Jahren reich sein werden. Doch so einfach ist es nicht. Denken wir nur an folgendes Szenario: Aktien crashen und laufen dann für Jahrzehnte seitwärts. Dass das kein Szenario aus dem Märchenbuch oder von weitgehend unbekannten Märkten in irgendwelchen Schwellenländern ist, zeigt Japan. Dort ist genau das passiert.

Die Einzelauswertung für Japan zeigt, dass Aktien als Geldanlage über 120 Jahre gesehen dann immer noch eine üppige Rendite abwerfen. Doch 120 Jahre werden nur die wenigsten Anleger alt. Auf Sicht von 50 Jahren liegen in Japan bereits die Anleihen vorn, wenn auch knapp mit 3,8% zu 3,6% Rendite. Auf Sicht von 20 Jahren ist die mit Anleihen erzielte Rendite in Japan jedoch den Aktien meilenweit voraus. Während Aktienbesitzer nur eine Realrendite von 1,5% erzielen konnten, spielten Anleihen 3,7% pro Jahr ein. Geldmarktpapiere sind im Japan-Szenario in allen Zeithorizonten Kapitalvernichter gewesen. In 120 Jahren verloren Geldmarkt-Anleger 1,8% Realrendite pro Jahr. In 20 Jahren immerhin noch 0,1%. Nur auf Sicht von 50 Jahren konnte eine Mini-Rendite von 0,2% eingefahren werden.

Weltweit brachten Anleihen in 20 Jahren kaum noch Mehr-Rendite

OK, nun mag Japan ein besonderer Fall sein, oder nicht? Nein, weltweit haben Anleihen bei der Geldanlage Aktien in den vergangenen 20 Jahren geschlagen. Global gesehen konnten Anleger seit dem Jahr 2000 mit Anleihen 4,8% verdienen, mit Aktien jedoch nur 3,1%. Auch auf Sicht von 50 Jahren ist der Rendite-Vorsprung von Aktien nicht mehr so üppig, wie man glauben könnte. 5,5% für Aktien vs. 4,8% für Anleihen dürften den einen oder anderen Anleger zum Nachdenken bringen. Lohnt sich das höhere Risiko von Aktien wirklich, wenn auf Sicht von 50 Jahren nur ein Renditevorsprung von 0,7 Prozentpunkten pro Jahr dabei herausspringt?

Von allen untersuchten Märkten schaffte es nur einer, auch in den vergangenen 20 Jahren mit Aktien eine deutliche Mehr-Rendite gegenüber Anleihen zu erzielen: China. 9,6% Real-Rendite mit Aktien stehen nur 3,1% Real-Rendite mit Anleihen gegenüber. Doch Chinas Markt gleicht inzwischen weitgehend dem Japans, Westeuropas oder dem der USA: Die Unternehmen zeigen nur noch mageres Gewinnwachstum, die Wirtschaft wächst kaum noch, doch die Schulden steigen unaufhörlich. Das hat auch Folgen für die Geldanlage!

Geldanlage-Strategie für China: Anleihen kaufen!

Auch bei den Zinsen geht China bereits den westlichen und japanischen Weg. Der Leitzins sank von 5,1% im Mai 2015 auf 3,85% im Mai 2020 und erwartet wird eine weitere Absenkung auf 3,7% bis zum Quartalsende. Sinkende Zinsen bedeuten gleichzeitig auch steigende Preise für bereits früher herausgegebene Anleihen. Je länger die Restlaufzeit der Anleihen ist und je stärker die Zinsen sinken, umso größere Kurszuwächse kann ein Anleger mit diesen Papieren erzielen.

Eine aussichtsreiche Anlage-Strategie kann also darin bestehen, jetzt auf chinesische Anleihen zu setzen und sinkende Zinsen sowie damit einhergehend steigende Anleihe-Preise zu erwarten! Insgesamt erwarten die Studien-Autoren weltweit sinkende Real-Renditen in allen Anlage-Klassen. Je niedriger die Realzinsen sind, also die gezahlten Zinsen abzüglich Inflation, umso geringer würden auch die Real-Renditen der verschiedenen Anlageklassen ausfallen. Die Bäume wachsen bei der Geldanlage inzwischen nicht mehr in den Himmel. Zu erwarten sind künftig wohl eher bodennahe Sträucher.

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