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Gold/Silber

Langfristvergleich zwischen Dax und Gold

Redaktion

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Ein Gastbeitrag von Thomas Müller

Den meisten Goldkäufern – oder zumindest den Goldbugs – geht es bei ihrer Investition nicht in erster Linie um Rendite, sondern um Sicherheit; Gold wäre demnach eine Art Versicherung gegen Inflation, Börsencrash, Systemkollaps. Dennoch wird bei steigenden Goldpreisen auch aus der Richtung durchaus gerne mit der hohen Rendite argumentiert. Darüber hinaus ist eine hohe Rendite gleichbedeutend mit einer niedrigen „Versicherungsprämie“.

Gerade wegen dieses (angebliche oder vermeintliche) Charakter von Gold als Versicherung sind reine Stichtags-/Buy-and-Hold-Betrachtungen problematisch. Sinnvoller ist hier eher eine Sparplan-Sichtweise, also eine monatlicher Kauf zu einem grundsätzlich fixen, aber inflationierten Betrag, vergleichbar einer Versicherungsprämie.

In einer Modellrechnung habe ich für jedes Jahr ab 1978 unterstellt, dass zu Beginn zunächst 100 DM bzw. ab 1999 100 Euro monatlich in Gold oder alternativ den DAX investiert werden und habe diesen Betrag dann jeweils zum Jahresanfang um die Inflationsrate erhöht. Bei Beginn 1978 werden so zum Beispiel in Summe bis Juni 2018 41.788 Euro eingezahlt. Wäre dieses Geld 1:1 also ohne Transaktionskosten in den DAX geflossen, wären daraus stattliche 243.803 Euro geworden – bei Gold lediglich 103.837 Euro. Nun kann einerseits argumentiert werden, die „Versicherung“ Gold war günstig, weil das Gold heute weit mehr wert wäre als der in Summe eingezahlte Betrag. Andererseits war die Versicherung sehr teuer, weil ein einfaches und liquides Alternativinvestment deutlich mehr Gewinn gebracht hätte.

Nun kann es natürlich auch sein, dass der Startpunkt 1978 einfach günstig für Aktien und schlecht für Gold gewesen ist. Anders als bei einem einzelnen Buy-and-Hold-Investment spielt bei einem Sparplan das einzelne Jahr aber keine so große Rolle, d.h. auch bei Beginn 1979 oder 1980 wäre das Ergebnis nicht wesentlich anders gewesen. Was mich allerdings selbst überrascht hat, ist, dass Gold lediglich in drei der betrachteten vierzig Jahre besser als ein Investment in den DAX gewesen wäre – und auch das nur minimal, so dass bei einer Berücksichtigung von Transaktionskosten Gold auch in diesen Fällen schlechter abgeschnitten hätte. Darüber hinaus hätte ein Gold-Sparplan seit 2010 negative oder fast negative Ergebnisse produziert, während ein DAX-Sparplan bislang lediglich beim Startjahr 2017 ein leicht negatives Resultat erwirtschaftet hätte.

Wer Gold also nicht als temporäres Investment, sondern als Versicherung versteht, hat dafür in der Vergangenheit einen hohen Preis bezahlt. Die Rendite war fast immer schwächer als ein Vergleichsinvestment in den DAX und zum Teil sogar negativ und die Schwankungen waren im Zeitablauf erheblich. Selbst für Leute, die den totalen Crash erwarten, müsste sich da eigentlich die Frage nach Alternativen stellen.


Zum Vergrößern bitte die Grafik anklicken.

Gold
Foto: Gold&Co, Goldankauf Wien, Handel mit Edelmetallen (CC BY-SA 4.0)

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    pigeon

    2. August 2018 15:32 at 15:32

    Die letzten vierzig Jahre enthalten vielleicht nicht das Szenario, auf das sich etliche Goldanleger im Moment vorbereiten, nämlich den Kollaps der Währungen angesichts der in dieser Zeit exorbitant gestiegenen Verschuldung und Ungleichgewichte. Das große Experiment der reinen Fiat Währungen seit 1971 läuft schon 47 Jahre – sein Ergebnis steht aber noch nicht fest. In den Jahren seit der Finanzkrise ist einfach die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass dieses Experiment schiefgeht. In dem Fall ist es sicher keine dumme Idee, einen Teil des Vermögens in Gold zu haben. Die Diversifikation macht den Unterschied. Niemand muss ja, nur weil er Gold kauft, auf Aktien verzichten.

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      tm

      2. August 2018 16:37 at 16:37

      Das mag so sein, aber diese Argumentation gibt es dann doch schon seit Jahrzehnten. Ob es heute noch die gleichen Leute sagen wie vor 20 Jahren, weiß ich nicht, aber die Behauptung, der große Crash stehe bevor, ist geblieben.

      Naja, die Verschuldung ist gestiegen, aber die Gesamtschuldenquote der USA ist z.B. seit 2009 konstant, in der Eurozone fallen die Staatsschuldenquoten seit 2015/16 und die Schuldenquoten der Haushalte fallen schon länger. Und gemäß IIF ist auch die globale Schuldenquote seit 2016 rückläufig.

      Und wenn Sie sagen, das Experiment mit Fiat-Währungen läuft seit 41 Jahren (de facto ja länger), dann können wir doch bislang festhalten:
      Die Anzahl der Rezesisonen war in dem Zeitraum niedriger als zu Zeiten des klassischen Goldstandards von 1870 bis 1914/1930er
      Die Schwere der Rezesisonen war in dem Zeitraum geringer als zu Zeiten des klassischen Goldstandards von 1870 bis 1914/1930er
      Es gibt derzeit nirgends einen Goldstandard – dieses System hat sich also offenbar nicht durchgesetzt.

      Ab wann würden Sie denn sagen, steht das Ergebnis des „Experiments“ fest? Der klassische Goldstandard hat 44 Jahre bis zum ersten Kollaps gehalten.

      Diversifikation ist sicherlich gut, ich bin aber skeptisch, ob Gold in jedem Katastrophenszenario gut wäre. Die schweren Wirtschaftskrisen waren Deflationskrisen.

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        Columbo

        2. August 2018 17:56 at 17:56

        Warum halten die Notenbanken heute noch Gold. Ist das Kosmetik oder liebgewordene Tradition oder hat das einen tieferen Sinn?

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          tm

          3. August 2018 09:00 at 09:00

          Gute Frage. Vielleicht eine Mischung aus allen dreien – und der Wunsch, Reserven nicht in der Währung eines anderen Landes zu halten.

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    Börsenanfänger

    2. August 2018 16:28 at 16:28

    Solche Vergleiche sind sinnlos u.sehen je nach Betrachtungszeitraum ganz anders aus.
    Z. B. Ende 2011 am Goldhoch wäre Gold etwa 70% höher gewesen u.der DAX unter 6000.
    Die Chance ,dass Gold in den nächsten Jahren besser abschneidet ist sehr gross.
    Der jetzige Vergleich ist blödsinnig weil:
    DAX ca. 7 % vom Allzeithoch u.Gold fast am 7Jahrestief

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      tm

      3. August 2018 09:00 at 09:00

      Wie je nach Betrachutngszeitraum? Ich habe ja jedes Jahr seit 1978 abgebildet.

  3. Avatar

    Dreamtimer

    2. August 2018 17:24 at 17:24

    „Selbst für Leute, die den totalen Crash erwarten, müsste sich da eigentlich die Frage nach Alternativen stellen.“

    Zur Logik des Arguments. Bei Gold wettet man gewissermaßen auf einen Systemcrash und beim DAX wettet man darauf, dass es „weiter so“ geht. Das sind konträre Positionen, die man aber gleichzeitig halten kann: mehr als eine subjektive Wahrscheinlichkeit können wir dem Eintritt von Marktereignissen ohnehin nicht geben und wenn jemand dem Systemcrash eine Wahrscheinlichkeit von 10% gibt, dann ist eine 10% Investition in Gold vermutlich nicht verkehrt. Der Sinn einer „Versicherung“ ist der Schadensfall, nicht die Performance, bei Ausbleiben des Schadens.

    Natürlich kann man sich fragen stellen über Alternativen zu Gold, aber nicht auf der anderen Seite der Wette.

  4. Avatar

    Columbo

    2. August 2018 17:28 at 17:28

    Merkwürdig ist das schon: Häufig werden alle möglichen und unmöglichen Untergangsszenarien an die Wand gemalt und im gleichen Atemzug Gold niedergemacht als sinnloses, riskantes Asset. Also was jetzt? Wenn ich Schulden-,Euro-, Italien- Iran- und was weiß ich noch für Krisen erwarte, muß ich mich mit Gold auseinandersetzen und nicht Erbsen zählen und herumrechnen, ob der Dax oder Gold mehr Rendite bringt.
    Wenn ich glaube, daß die Welt zunehmend besser und sicherer wird, sollte ich Gold ganz schnell vergessen.

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    Selbstdenker

    2. August 2018 17:42 at 17:42

    Gold = Versicherung, manchmal sogar LEBENS-versicherung!
    Als während des Vietnam-Krieges Saigon durch einen Kessel eingeschlossen war, kam der Tag, an dem die letzten Hubschrauber der US-Army die letzten Militärangehörigen ausflogen.
    In diesen Hubschraubern waren auch hohe Generäle der südvietnamesischen Armee. Sie hatten ihr Ausfliegen aus Saigon mit der letzten Rettung – GOLD – bezahlt. Andere Militärs, welche nicht im Besitz von Goldmünzen waren, wurden wenige Stunden später vom Vietkong erschossen.

    Quelle: Prof. Dr. Hans-Jürgen Bocker, „Freiheit durch Gold“, Verlag Johannes Müller, Bern (Schweiz)

  6. Avatar

    Börsenanfänger

    2. August 2018 18:27 at 18:27

    @ Selbstdenker, gutes Argument, anscheinend gibt es jetzt Leute, die meinen „BITCOIN SEI DAS NEUE GOLD „ Alle diese Luftnummern werden bald in sich zusammenfallen.

    • Avatar

      Nugget

      3. August 2018 17:31 at 17:31

      Die Antworten auf diese Fragen gibt es hier:
      https://www.youtube.com/watch?v=SSBqeOLs_ds

      Nur soviel: Das Experiment Fiat-Währung ist in den letzten Zügen. Oder wann gab es schon mal Negativzinsen? Der Patient ist seit der Finanzkriese im Wachkoma. Gold verliert an Wert, da der USD an Wert verliert. Hintergrund ist, dass den USA langsam aber stetig der Rang abgelaufen wird.

      Der USD ist die Leitwährung des Finanzsystems. Aktuell ist der USD nur teilweise eine Fiatwährung. Der USD ist nämlich durch die wichtigste Ware überhaupt gedeckt, nämlich Öl. Saddam Hussein, Gadaffi, Iran, Russland und China. Die ersten beiden sind tot. Die anderen werden sanktioniert. Alle haben sie etwas gemeinsam. Wer den Zusammenhang kennt, weiß auch was mit dem USD und Gold in absehbarer Zeit passiert.

  7. Avatar

    Wolfgang M.

    2. August 2018 22:03 at 22:03

    Gold als Anlage, was für eine philosophische Frage, uralt und doch immer aktuell!
    Ich wollte mich eigentlich nicht zu der Thematik äußern (weil (noch) nicht in Gold investiert), aber der Gastbeitrag von Tomas Müller hat einige fundamentale Aspekte beleuchtet, denen ich in vielen Punkten zustimme. Hier noch ein paar Pros und Contras.
    – Im Gegensatz zu vielen Tausch- und Zahlungsmitteln existiert alles auf der Erde geförderte Gold noch.
    – Es gibt soviel Gold auf der Welt, dass für jeden der über 7 Mrd. Erdenbürger 1000 Dollar theoretisch vorhanden sind und es kommen jedes Jahr ca. 100 Mrd. $ hinzu.
    – Gold hat einen sehr bedeutenden kulturellen Wert, so findet in vielen Regionen der Welt kaum eine Hochzeit ohne Gold statt.
    – Deshalb wird Gold immer einen materiellen Wert besitzen.
    Aber der Kauf von Gold, im Hinblick auf eine Wertsteigerung, hängt innerhalb eines Menschenlebens doch sehr vom Timing ab.
    – Von 1980 bis 2000 hat Gold in DM gerechnet zwei Drittel seines Wertes verloren.
    – Von 2000 bis 2011 stieg der Goldpreis von 255 $ auf sagenhafte 1900 $ in der Spitze.
    – Seither ist der Preis wieder auf 1213 $ gefallen.
    Die Entwicklung des Edelmetalls hängt sicher von vielen Faktoren ab – Zinsniveau, Dollarkurs, Inflation u.w. – aber bei einem Kollaps der Währungen ist Gold als Wertaufbewahrungsmittel wahrscheinlich ohne Konkurrenz, mit der Einschränkung, dass manche Regierung im Krisenfall Handel mit Gold offiziell auch verbieten kann.

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Gold/Silber

2021: Ein schwieriges Jahr für Gold – Werbung

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Lieber Börsianer,

im laufenden Jahr deckten sich die Investoren nochmals satt mit Gold ein. Ende Oktober verwalteten die Gold-ETFs rund um den Globus Gold im Wert von 235 Milliarden USD. Niemals zuvor waren die Gold-Sammelstellen schwerer. Gleichwohl zeigte der Goldmarkt zuletzt Ermüdungserscheinungen. So nahm das Volumen der Zuflüsse gerechnet in USD im Oktober nur noch um 0,6 % zu. Vor allem US-Investoren hielten sich spürbar zurück. Und genau das ist die Anlegergruppe, die letztlich das Marktgeschehen bestimmt.

Wie wird 2021? Welches Potenzial sehe ich für das Edelmetall?

Ich gehe derzeit davon aus, dass der Impfstoff im nächsten Jahr wesentlich über die Preisentwicklung am Goldmarkt entscheiden wird. Zwei grundsätzliche Szenarien sind denkbar.

Der Impfstoff funktioniert, und es gelingt den Medizinern das tückische Virus allmählich zurückzudrängen. In diesem Fall springt die Weltkonjunktur wieder an. Möglicherweise werden wir sogar leicht inflationäre Tendenzen sehen. Ergo werden die Zentralbanken die Zügel der Geldpolitik wieder anziehen, um das Inflationsrisiko möglichst gleich im Anfangsstadium zu ersticken. Steigende Zinsen sind allerdings für Gold Gift.

Auffällig war, dass sich die Notenbanken bereits zuletzt mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen zurückgehalten haben. Obwohl etwa Europa in den zweiten Lockdown gegangen ist, haben wir von unserer obersten Währungshüterin, Christine Lagarde, nicht viel gehört. Offenbar baut auch die Französin stark auf den Impfstoff und hält weitere Stützungsmaßnahmen für die EU-Volkswirtschaften für nicht erforderlich. Goldanleger hätten hier gerne weitere Aktivitäten gesehen.

Der Impfstoff wirkt nicht. Die Erholung wird von stets wiederkehrenden Lockdown-Maßnahmen gebremst. Das würde ohne Frage den Golfpreis stützen, zumal dann die Geldpolitik doch nochmals nachlegen muss und weitere Hilfsgelder in die Volkswirtschaften des Westens pumpen wird. In einem solchen Szenario bliebe auch der Aktienmarkt eher zurück und Investoren würden wieder den sicheren Hafen suchen. Dabei darf man freilich nicht vergessen, dass die US-Notenbank zunächst nicht mehr…..

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Gold/Silber

Goldpreis: Charttechnische Ampeln springen auf „Gelb“

Jörg Bernhard

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Der Goldpreis rutschte in den vergangenen Handelstagen aufgrund einer nachlassenden Risikoaversion auf den tiefsten Stand seit vier Monaten ab. Dadurch hat sich die charttechnische Situation erheblich eingetrübt.

Goldpreis wirkt charttechnisch angeschlagen

Weltweit sind derzeit vor allem riskantere Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien oder Kryptowährungen gefragt. Die Hoffnung, dass die Welt in Kürze möglicherweise mit drei Impfstoffen die Pandemie eindämmen kann, führte insbesondere bei Gold-ETFs zu massiven Abflüssen. Allein beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares war im November bei der gehaltenen Goldmenge ein Rückgang von 1.257,67 auf 1.199,74 Tonnen (minus 57,93 Tonnen) registriert worden.

Unter charttechnisch orientierten Goldinvestoren herrscht gegenwärtig aus zwei Gründen eine starke Verunsicherung. Erstens: Mit dem jüngsten Kursrutsch in Richtung 1.800 Dollar bewegt sich das gelbe Edelmetall in einer leichten Unterstützungszone, die sich in der ersten Julihälfte herauskristallisiert hat und nun akut gefährdet ist. Zweitens: Außerdem verläuft die langfristige 200-Tage-Linie ebenfalls im Bereich von 1.800 Dollar. Im Falle eines signifikanten Unterschreitens dieses Kursbereichs entstünden gleich zwei Verkaufssignale und somit möglicherweise zusätzlicher chartinduzierter Verkaufsdruck für den Goldpreis.

Doch eines sollten Anleger bei jedem Verkaufssignal stets im Hinterkopf behalten: Nicht selten erweisen sie sich als Fehlsignal. Im März dieses Jahres stürzte zum Beispiel der Goldpreis für einige Tage relativ deutlich unter seine 200-Tage-Linie, um sich nachfolgend innerhalb von weniger als fünf Monaten wieder um in der Spitze 600 Dollar auf ein neues Rekordhoch zu verteuern. Ein bisschen treffsicherer erwies sich ein solches Verkaufssignal Mitte 2018, schließlich folgte damals eine technische (temporäre) Korrektur von immerhin zehn Prozent.

Ein bisschen Optimismus verbreitet aktuell der Timingindikator Relative-Stärke-Index (RSI). Mit aktuell 32 Prozent ist dieser nicht mehr weit von der überverkauften Zone (< 30 Prozent) entfernt. Sollte der RSI die 30-Prozent-Hürde in den kommenden Wochen von unten nach oben durchschneiden, gilt dies in der Chartlehre nämlich als Einstiegssignal.

Fazit

Unter fundamentalen Gesichtspunkten sollten sich Anleger mit langfristigem Anlagehorizont keine großen „Goldsorgen“ machen. Als Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz dürfte die Geldalternative in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterhin wertvolle Dienste leisten, schließlich werden sich selbst im Falle eines Siegs über die Pandemie die weltweiten Schuldenberge nicht in Wohlgefallen auflösen.

Der Goldpreis ist zuletzt unter Druck gekommen

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Gold/Silber

Aktuell: Dow mit Allzeithoch, Ölpreis steigt – warum der Goldpreis bei 1.800 Dollar hängt

Claudio Kummerfeld

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Aktuell tut sich einiges an den Märkten. Der Dow Jones hat vorhin mit 29.996 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aktienmärkte sind in guter Laune. Der Dax ist von seinem Hoch aus dem Frühjahr immer noch gut 500 Punkte entfernt, aber er klettert auch mit nach oben. Der Ölpreis steigt, der Goldpreis fällt weiter. Aber warum? Neben den positiven Corona-Nachrichten bringt heute eine weitere gute Nachricht neuen frischen Schub für die Aktienmärkte. Donald Trump macht nun offenbar den Weg frei für die Amtsübergabe an die Biden-Administration. Damit haben die Märkte mehr Sicherheit, dass in den USA wohl doch kein großes Chaos oder eine Verfassungskrise ausbrechen wird.

Außerdem scheint Joe Biden die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen zur neuen US-Finanzministerin machen zu wollen. Auch das freut den Markt. Die Geldflut kann weiter gehen, und die Konjunktur in den USA dürfte weiteren staatlichen Stimulus erhalten. Das pusht die Aktienmärkte, und auch der Ölpreis steigt kräftig. Alleine seit heute Nacht bei 43 Dollar steigt der WTI-Ölpreis aktuell auf 44,94 Dollar. Mehr Konjunktur-Stimulus bedeutet auch mehr Öl-Nachfrage. Logisch, dass da der Ölpreis ansteigt.

Goldpreis verliert gegen Aktienmärkte

Gold ist der Verlierer. In so einem positiven Umfeld schichten die Börsianer in risikoreichere Geldanlagen wie Aktien um, und der Goldpreis fällt. Nach positiven US-Konjunkturdaten von gestern war der Goldpreis bereits spürbar gefallen, von gestern 1.868 Dollar bis vorhin auf genau 1.800 Dollar im Tief. Ein große runde Marke ist immer wichtig für die Börsianer. Drüber und drunter liegen in der Regel viele Stop-Orders.

In den letzten Augenblicken kann der Goldpreis leicht auf 1.807 Dollar steigen, aber die Lage ist doch sehr wacklig. Es kann auch in Kürze einen Abwärtsschub unter 1.800 Dollar geben. Interessant: Die Bewegung im US-Dollar scheint derzeit weniger Einfluss auf den Goldpreis zu haben. Die negative Korrelation zwischen den beiden funktioniert diese Woche nicht so richtig. Vielmehr ist es aktuell eine negative Korrelation zwischen Gold und Aktienmärkten. Der Chart reicht bis Mitte letzter Woche zurück. Wir sehen den steigenden Dow Jones gegen den fallenden Goldpreis. Die aktuell gute Stimmung für risikoreichere Assets drückt gegen Gold.

Chart zeigt Kursverlauf von Dow Jones gegen Goldpreis seit letzter Woche

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