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Lufthansa-Aktie: Kursanstieg mit Hilfe des Staates – ist nun Schluss?

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Zwei Lufthansa Flugzeuge

Vor zwei Wochen wurde offiziell bestätigt, dass die Lufthansa insgesamt 9 Milliarden Euro Staatsgeld erhält. Teilweise als Kredit, teilweise als Eigenkapital. Damit kann man vermutlich die Auswirkungen der Coronakrise in den nächsten Monaten durchstehen. Dann wurde letzten Freitag von der Deutschen Börse offiziell verkündet, dass die Aktie der Lufthansa aus dem Dax fliegt. Sie steigt ab in den MDax, und zwar am 22. Juni.

Tja, seit der Bekanntgabe der Staatsrettung kann die Aktie der Lufthansa von knapp über 8 Euro zulegen auf 10,15 Euro letzten Donnerstag. Dann nach der Bekanntgabe der Verbannung aus dem Dax, brach die Aktie ein? Nein, sie stieg einfach weiter. Gestern ging es nochmal kräftig bergauf. Heute früh konnte man mit 12,55 Euro das Hoch verkünden – ein Plus von 56 Prozent in wenigen Tagen. Wo der Dax heute zusammen mit anderen Indizes nach unten durchschnauft nach den kräftigen Anstiegen der letzten Tage, da fällt auch die Lufthansa-Aktie aktuell auf 11,73 Euro. Dennoch kann man den Anstieg der Aktie fast als sensationell bezeichnen.

Warum zog die Lufthansa-Aktie so stark an?

Nun, grundlegend ist natürlich einleuchtend: Bei 9 Milliarden Staatskohle sieht die Lage erstmal rosig aus, und man steht im Vergleich zu anderen Airlines erst einmal gut da. Der Abstieg aus dem Dax? Der war bei vielen Beobachtern schon erwartet worden. Dann half der Lufthansa-Aktie zuletzt, dass der Gesamtmarkt extrem kräftig angestiegen ist. In dem Sog konnte die Aktie gut mit nach oben klettern. In den USA wurden jüngst sogar einige Aktien insolventer Unternehmen kräftig hochgepusht. Dies haben wir heute in einem separaten Artikel thematisiert. Heute bespricht sogar Markus Koch diese absurde Tatsache (Video hier). Unter diesem Gesichtspunkt darf die Aktie der Lufthansa auch ansteigen?

Dann gestern konnte die Lufthansa mit einigen positiven Meldungen aufwarten. Als da wäre zum Beispiel die Info, dass der österreichische Staat für die dortige Lufthansa-Tochter Geld beisteuert zur Rettung im Zuge der Coronakrise. Auch ist für die PR der Airline gut, dass man eine Rückhol-Garantie verkündet hat. Wer nach Deutschland zurück wolle, den bringe man auch zurück. Sei es, weil der Passagier wegen erhöhter Temperatur am Zielort nicht einreisen dürfe, er dort in Quarantäne müsse oder weil im Gastland das Virus ausbreche. Für alle diese Fälle werde es eine abgesicherte Rückflug-Garantie geben. Und wichtig: Offiziell verkündete die Lufthansa schon letzte Woche, dass man bis September seinen Flugplan wieder deutlich ausbauen wolle (FMW: Das ist ja kein Problem mehr mit 9 Milliarden Euro Staatskohle im Rücken).

Kommt das Geschäft ab September zurück?

Bis September seien 90 Prozent der Kurz- und Mittelstrecken wieder im Angebot, und bis September seien 70 Prozent der Langstreckenziele wieder im Angebot, so die Airline. Tja, nur sagt das noch lange nichts darüber aus, ob auch die Nachfrage bis dahin wieder auf dieses Niveau ansteigen wird. Auf Flughäfen und im Flugzeug Maskenpflicht, an den Zielorten vielerorts Maskenpflicht, deutlich weniger Business-Flüge nach Asien und Nordamerika. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Urlauber Lust verspüren wieder massenhaft zu fliegen, und dass die Business-Flüge zurückkommen? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit auf eine deutlich höhere Auslastung ab September? Puhhhh, das weiß wohl niemand.

Das Geschäft der Lufthansa war tot, und jetzt wird sie mit Staatsgeld am Leben gehalten. Andere Airlines schrumpfen sich gerade mit Massenentlassungen gesund. Wird die große Wette bei der Lufthansa aufgehen? Die Börse glaubt derzeit daran. Aber wenn die konjunkturelle Erholung und vor allem die Fluglust der Urlauber und Geschäftsreisenden nicht zurückkehrt wie erhofft, könnte es für die Lufthansa ein böses Erwachen geben. Die Politik in Berlin und Wien erwartet natürlich (unausgesprochen) von der Lufthansa, dass Massenentlassungen ausbleiben, und dass alles wieder gut wird. Dabei könnte die Lufthansa (wir haben den Vergleich schon mal gezogen) ähnlich enden wie die Commerzbank nach dem Einstieg des Staates – eine jahrelanges Dahinsiechen auf tiefem Niveau, im Geschäft und beim Aktienkurs.

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Aktien

Aktienrückkäufe: Wie CEOs ihre Unternehmen aufs Spiel setzen

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An der Wall Street sieht man Aktienrückkäufe als normales Instrument an

In den vergangenen Jahren gab es zwei von Top-Managern initiierte Schemata, die beide die von ihnen geführten Unternehmen aufs Spiel setzten: Aktienrückkäufe (verlorenes Jahrzehnt?) und für Kredite als Sicherheit hinterlegte Aktien! Beide Schemata fliegen den Unternehmen nun reihenweise um die Ohren. Im ersten Fall fehlt den Unternehmen nun das Geld in der Krise, im zweiten Fall können die als Kreditsicherheit hinterlegten Aktien schlimmstenfalls einen Abwärtstrend in der Aktie noch zusätzlich verstärken.

Aktienrückkäufe leerten die Konten der Unternehmen, ohne Nutzen zu stiften

Aktienrückkäufe waren über etliche Jahre beim Management zahlloser Unternehmen Mittel der Wahl, um angeblich Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Hunderte Milliarden US-Dollar wurden ausgegeben, um Aktien zurückzukaufen. Dieser Rückkäufe erhöhen temporär den Preis einer Aktie, da die Nachfrage nach den Papieren erhöht wird. Und wenn die Unternehmen die Aktien nach dem Rückkauf vernichten, dann haben die verbliebenen Aktionäre auch einen größeren Anteil am Unternehmen. Eventuelle Dividenden verteilen sich auf weniger Aktien und bei unverändertem Unternehmenswert sollte jede Aktie aus dem kleiner gewordenen Pool aller Aktien mehr wert sein. Um Steuern zu sparen und gemachte Gewinne nicht versteuern zu müssen, nahmen Unternehmen wie Apple sogar Kredite im Umfang dutzender Milliarden US-Dollar auf, um die eigenen Aktien zu kaufen.

Die Kredite sind bei Apple weniger ein Problem, da das Unternehmen gleichzeitig auf enormen Barreserven sitzt. Andere Unternehmen wie Boeing haben es deutlich schwieriger. Geld, das in den vergangenen Jahren für Aktienrückkäufe ausgegeben wurde, fehlt dem Unternehmen nun. Es wurde ausgegeben, ohne dadurch zusätzliches Wachstum für das Unternehmen zu generieren. Es ist das Mittel der Wahl für faule Manager, die keine Ideen haben, wie sie die vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinne so reinvestieren können, dass Aktionäre dadurch langfristig profitieren. Dabei wäre die Mehrung des Unternehmensvermögens genau das, wofür das Management von den Aktionären eingesetzt wurde.

Dividenden-Ausschüttungen würden dem Unternehmen zwar auch Kapital entziehen, ohne dadurch zusätzliches Wachstum zu generieren. Doch Dividenden fließen den Aktionären wenigstens direkt zu. Von Aktienrückkäufen haben Aktionäre real höchstens dann etwas, wenn sie ihre eigenen Aktien zum künstlich gepushten Kurs veräußern.

Aktienrückkäufe lassen vor allem das Management profitieren

Dividenden haben zudem den Vorteil, dass das Management nicht überproportional davon profitiert. Genau das tut es aber bei Aktienrückkäufen. Denn inzwischen machen Optionskomponenten den Großteil der Managervergütungen aus. Je höher der Aktienkurs des Unternehmens ist, umso mehr wert sind auch die zugeteilten Aktienoptionen. Manche Aufsichtsräte waren sogar so verrückt, die Managervergütung direkt an den Aktienkurs zu koppeln – bei Tesla Motors zum Beispiel. Das Management hat damit einen maximal großen Anreiz, den Aktienkurs kurzfristig zu erhöhen.

Aktien-Optionen haben zudem den Nachteil, die Anteile der Altaktionäre zu verwässern. Denn jede ausgeübte Aktien-Option führt dazu, dass mehr Aktien im Umlauf sind. Vom gleichen Management durchgeführte Aktienrückkäufe neutralisieren somit erstens die Verwässerungseffekte der eigenen Aktien-Optionen und führen zweitens zu temporär höheren Aktienkursen, die die vom Management gehaltenen Optionen mehr wert werden lassen – oder wie im Falle von Tesla überhaupt erst zur Zuteilung der Optionen führen. Fehlt den Unternehmen nach den Rückkäufen dann auch noch das Geld in der nächsten Krise, wie bei Boeing, dann hat das Management die Unternehmenszukunft aufs Spiel gesetzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Manager verpfänden ihre Aktien, um den eigenen Lebensstil steuerfrei zu finanzieren

Ein zweites gern von Managern genutztes Schema der Bereicherung zum Nachteil des Unternehmens ist abseits der Aktienrückkäufe die Kreditaufnahme für persönliche Zwecke. Manager wie Elon Musk von Tesla oder Markus Braun von Wirecard zahlen ungern Steuern. Und sie geben auch ungern das Steuer „ihres“ Unternehmens aus der Hand. Gleichzeitig pflegen oder pflegten sie jedoch gern einen opulenten Lebensstil. Um den zu finanzieren, müssten sie eigentlich einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Dabei müssten die Kursgewinne versteuert werden und sie hätten anschließend weniger Stimmrechte auf der nächsten Aktionärsversammlung.

Liebend gern boten und bieten Banken daher an, doch einfach einen (großen) Teil der eigenen Aktien als Kreditsicherheit zu hinterlegen. Für Kredit fallen keine Steuern an, die Stimmrechte bleiben beim Aktienbesitzer und trotzdem ist der Lebensstil gesichert. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden die Zinsen dafür gern gezahlt.

Doch die Sache hat einen kleinen Haken: Das Schema funktioniert nur solange, wie der Aktienkurs nicht crasht. Tut er das, werden die Banken irgendwann nervös. Reicht der Wert der als Sicherheit hinterlegten Aktien nicht mehr aus, um den Kredit zu besichern, folgt der Margin Call. Der Kreditnehmer muss dann neue Sicherheiten hinterlegen. Kann er das nicht, werden die Kreditsicherheiten, also die Aktien, verwertet. Das heißt, die Bank wirft die Aktien auf den Markt. Alle. Zur gleichen Zeit. So wie bei Wirecard vor einigen Tagen. Diese Notverkäufe befeuern einen ohnehin bestehenden steilen Abwärtstrend zusätzlich. Je niedriger der Aktienkurs ist, umso schwieriger werden jedoch Kapitalerhöhungen. Denn für den gleichen neu eingeworbenen Betrag müssen viel mehr neue Aktien verkauft und damit der Anteil der Altaktionäre auch stärker verwässert werden.

Der Anteil der verpfändeten Aktien kann dabei durchaus enorme Werte annehmen. Bei Elon Musk sind es 54% all seiner Tesla-Aktien, von denen er rund 20% besitzt. Bei Softbanks Masayoshi Son sind es 60%. Son hält 27% an Softbank. Und Steven Rales, CEO der Danaher Corporation, hat 74% seiner Aktien verpfändet. Er hält 6,2% an Danaher. Sein Bruder Mitchell Rales hält weitere 5,1% an Danaher, von denen wiederrum volle 90,7% für Kredite verpfändet wurden.

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Tesla – die Wiederauferstehung der Dotcom-Blase!

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Die Euphorie um Tesla erinnert stark an die Dotcom-Blase: damals wurde alles gekauft, was mit Internet zu tun hatte – heute ist an die Stelle des Internets die Euphorie um die Elektromobilität getreten. Vor allem Tesla steigt von Allzeithoch zu Allzeithoch – aber dieser Anstieg basiert auf zwei eher unwahrscheinlichen Prämissen: erstens dass Elektroautos den Markt klar dominieren werden in Zukunft, und zweitens dass kein anderer Hersteller in der Lage sein wird, Tesla wirklich Konkurrenz zu machen..

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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