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Luxus-Aktien 2020: Zwischen Boom und Pleite?

Wenn die Wirtschaft wächst, insbesondere, wenn sie seit mehr als einem Jahrzehnt wächst, beginnen auch Luxus-Aktien zu boomen

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Wenn die Wirtschaft wächst, insbesondere, wenn sie seit mehr als einem Jahrzehnt wächst, beginnen auch Luxus-Aktien zu boomen. Dabei sind es gar nicht einmal die für viele Menschen unerschwinglichen Luxusgüter wie ein Ferrari oder eine zehntausende Euro teure Uhr, die den Großteil des Luxussegments ausmachen. Auch ein Parfüm, das 100 Euro kostet, stellt bereits Luxus dar. Schließlich würde es ein Deo für 1,99 Euro von Aldi auch tun. Auch ein iPhone ist bereits Luxus, kostet es doch oft das doppelte und mehr eines leistungsgleichen Alternativmodells der Konkurrenz.

Luxus-Aktien: derzeit trennt sich die Spreu vom Weizen!

Im aktuellen Konjunkturzyklus zeigt sich, dass Anleger mit Luxus-Aktien in den vergangenen Jahren sehr gut gefahren wären. LVMH, der europäische Gigant für Luxusgüter, ist Europas wertvollstes Aktienunternehmen geworden. Apple, eine der strahlendsten Luxus-Aktien der USA, bringt es mit einer sehr überschaubaren Produktpalette von weniger als einem Dutzend Hauptprodukten auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 1.300 Milliarden US-Dollar.

Doch nicht jeder Luxus läuft gut, nur weil er sich Luxus nennen kann. Bang & Olufsen, Hersteller hochwertiger Soundanlagen für Wohnung wie Auto gab Mitte Dezember 2019 eine Umsatz- und Gewinnwarnung heraus. Der Aktienkurs fiel auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise. In zwei Jahren hat er sich fast gesechstelt. Aston Martin, Hersteller exklusiver Autos, hat 2019 seinen Gewinn halbiert. Seit dem Börsengang im Jahr 2018 verlor die Aktie 75% ihres Wertes.

Es reicht also nicht, blind Aktien von Luxusherstellern zu kaufen, um zu den Gewinnern zu zählen. Lassen Sie uns also einmal schauen, was eine Luxusexpertin zu den neusten Trends am Markt zu sagen hat. Swetha Ramachandran ist auf Luxusgüterhersteller spezialisierte Investmentmanagerin beim Vermögensverwalter GAM. Sie sieht derzeit vor allem drei große Trends auf dem Markt: Kooperationen zwischen Luxusgüterherstellern, schnellere Produktzyklen und Anbieter von Allerweltsartikeln sowie Nachhaltigkeit.

Diese drei Trends herrschen derzeit auf dem Luxusmarkt vor

Sie führt diverse Beispiele vor allem für Kooperationen an. So habe Louis Vuitton, eine Marke von LVMH, mit Ikea kooperiert, um eine Linie exklusiver Designermöbel bei Ikea zu platzieren. Und Diageo, weltgrößter Alkoholhersteller, brachte mehrere limitierte Whisky-Kollektionen mit Games of Thrones Branding heraus. Ja, auch das ist bereits Luxus.

Die Kooperationen dürften sich für beide Seiten lohnen, ohne dass das Kerngeschäft der Luxusmarken darunter leidet. Denn es dürfte nicht allzu viele Überschneidungen zwischen Louis Vuittons Stammkundschaft und dem klassischen Ikea-Kunden geben. Durch das mit Image aufgeladene Ikea-Produkt kann Ikea eine deutlich größere Marge erzielen und LVMH Zusatzerträge generieren, ohne dafür die eigenen Vertriebsaktivitäten erhöhen oder Preise senken zu müssen, was im Luxussegment übrigens auch durchaus negative Auswirkungen auf die Nachfrage haben kann.

Als Beispiel für schnellere Produktzyklen wird Ferrari angeführt, die fünf exklusive Sondermodelle ihrer Autos mit einer Limitierung auf jeweils 499 Stück auflegten. Die Gefahr beim solchen Sondereditionen ist, dass sich die Hersteller damit den Markt selbst kaputt machen. Geblendet vom Erfolg der ersten Editionen, werden mit der Zeit immer mehr Sondermodelle angeboten, bis sich irgendwann die Fanbasis abgezockt fühlt und dem Anbieter den Rücken kehrt.

Nachhaltigkeit kehrt im Luxussegment ein!

Dass sich Nachhaltigkeit und Luxus nicht ausschließen müssen, zeigt seit Jahren Tesla Motors. Deren Fahrzeuge sind kein klassisches Luxusprodukt, können gleichwohl zu diesem Markt gezählt werden. Die Fahrzeuge selbst sind eher spartanisch ausgestattet und günstig produziert und können den Vergleich mit gleich teuren Audi oder Mercedes in Sachen Luxus nicht gewinnen. Gleichwohl findet Tesla hunderttausende Kunden, die bereit sind, die durchaus ambitionierten Fahrzeugpreise zu bezahlen.

Inwiefern die Aura der Nachhaltigkeit, mit der sich Tesla umgibt, sachlich gerechtfertigt ist, mag fraglich sein. Doch wer einmal in die Diskussionsforen der Fans schaut, wird feststellen, dass zahllose Tesla-Kunden im Kauf der stark motorisierte, großen Fahrzeuge ihren Beitrag zur Verbesserung der Welt sehen. Luxus und Nachhaltigkeit funktioniert aus Kunden- wie Anlegersicht: Teslas Aktie erreichte in der vergangenen Wochen neue Allzeithochs, wenngleich Tesla mit den Fahrzeugen noch immer kein Geld verdient.

Luxus-Aktien waren für Investoren zuletzt ein lohnendes Investment

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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