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Nach Streß mit EU: Apple-Chef Cook will Gelder wieder in die USA bringen

Warum Apple nun doch – entgegen kürzlicher Aussagen von Tim Cook – Gelder in die USA zurück bringen will..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Jetzt auf einmal doch? Jahrelang hatte Apple sein Cash mit freundlichster Zustimmung der irischen Regierung in Irland geparkt – nun hat er in einem Interview mit einem irischen Radiosender angedeutet, dass 2017 ein nicht unerheblicher Betrag wieder in die USA zurück fließen soll!

Tim Cook
Tim Cook, der Welt freudigster Steuerzahler.
Foto: Valery Marchive
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Derzeit hat Apple laut Aussagen von Tim Cook aus dem Juli Cash-Reserven im Volumen von 232 Milliarden Dollar – nur 17 Milliarden davon liegen in den USA. Praktisch der gesamte Rest dürfte sich in Irland befinden, weil dort die steuerlichen Gegebenheiten nicht eben so ungünstig waren – EU-Wettbewerbskommissarin Vestager hatte für das Jahr 2014 einen Steuersatz Apples dort von 0,005% genannt – was jedoch elementar den eigenen Angaben Apples widerspricht: für das zweite Halbjahr 2016 etwa gibt Apple an, durchschnittlich einen Steuersatz von 25,5% zu haben (siehe dazu den Quartalsbericht Apples hier).

Okay, das eine sind Zahlen aus 2014 von Vestager, das andere Zahlen aus 2016 von Apple – aber die Differenz ist gewaltig, und es scheint kaum vorstellbar, dass innerhalb vergleichsweise so kurzer Zeit eine solche Differenz entstehen könnte. Entscheidend ist in diesem Kontext die Firma „Apple Sales International“, die faktisch den gesamten globalen Materialeinkauf des Konzerns steuert – und dann die Verkäufe der fertigen Apple-Produkte in Europa, Afrika, Indien und dem Nahen Osten verbucht.

Aber wie auch immer: Apple gibt an, im Jahr 2014 400 Millionen Dollar Steuern in Irland gezahlt zu haben, aber faktisch ist der Deal zwischen Apple und Irland nicht öffentlich (also geheim). Offiziell hat Irland einen Satz von 12,5% bei den Unternehmenssteuern, faktisch aber lag dieser offenkundig klar darunter – was andere Firmen deutlich benachteiligt, die den regulären Steuersatz entrichten müssen.

Aber zurück zu den jüngsten Aussagen von Tim Cook, 2017 wieder Gelder in die USA zurück fließen zu lassen. Genau das nämlich hatte er wenige Tage zuvor – aber vor der 13-Milliarden-Forderung der EU – noch kategorisch ausgeschlossen, wenn in den USA nicht eine Änderung der derzeitigen Steuersätze gelten würde. Derzeit tobt in den USA eine Debatte für eine solche „Tax Reform“, die zum Beispiel Donald Trump fordert. Aktuell liegt der Steuersatz in den USA für Unternehmen bei 35%.

Warum aber ausgerechnet jetzt die Ankündigung Cooks, Teile des Geldes in 2017 zurück zu transferieren, obwohl eine „Tax Reform“ in den USA noch in weiter Ferne ist (wenn sie denn überhaupt kommt)?

Und da drängt sich uns ein Verdacht auf: US-Konzerne können nämlich (aufgrund diverser Steuerabkommen) die Steuern, die sie außerhalb der USA bezahlt haben, gegen den Sterusatz von 35% gegenrechnen. Mit anderen Worten: wenn Apple diese 13 Milliarden Euro an Irland zahlen muß, würde Apple nur wenig oder gar keine Steuern mehr auf das wieder in die USA zurück geschaffte Kapital zahlen! Aus diesen zurück beorderten Geldern wiederum könnte Apple dann in den USA anfallende Rechungen für Mitarbeiter etc. zahlen.

Tim Cook, so viel ist klar, will doch für uns alle sicher nur das Beste, oder?

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    V

    2. September 2016 12:29 at 12:29

    An Apple’s (Steuer-)Wesen soll die Welt genesen….

    • Avatar

      joah

      2. September 2016 15:04 at 15:04

      *verwesen

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da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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