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Niedergang des US-Einzelhandels: Die schaurig-guten Zahlen von Sears

Wir haben schon mehrfach darüber berichtet. Der stationäre US-Einzelhandel wird von Amazon regelrecht niedergemetzelt. Zahlreiche Luxus-Labels schließen viele oder gar alle Stores, und was noch gesund da steht und nach…

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FMW-Redaktion

Wir haben schon mehrfach darüber berichtet. Der stationäre US-Einzelhandel wird von Amazon regelrecht niedergemetzelt. Zahlreiche Luxus-Labels schließen viele oder gar alle Stores, und was noch gesund da steht und nach Zukunft aussieht, wird von Amazon einfach gekauft (Übernahme der Bio-Kette „Whole Foods Market“). Na gut, Walmart steht jetzt nicht wirklich vor dem Konkurs, aber die Branche insgesamt gesehen ist spürbar im Niedergang begriffen.

Noch nicht tot, aber auch nicht mehr wirklich lebendig ist der einstige Gigant am US-Einzelhandels-Himmel „Sears“. Viele Beobachter warten schon darauf, wann der Laden denn dicht gemacht wird. Aber noch rettet man sich von Quartal zu Quartal mit immer neuen Filialschließungen und Kostenkürzungs-Orgien. Heute möchten wir bewusst von „schaurig-guten“ Quaratlszahlen sprechen, die Sears vor wenigen Minuten präsentiert hat.

Positiv

Auf der einen Seite wäre da positiv zu bewerten, dass der nach Non GAAP „angepasste“ Verlust pro Aktie nur bei 1,16 Dollar pro Aktie liegt bei Erwartungen um die 2,50 Dollar. Der Nettoverlust liegt bei 2,34 Dollar pro Aktie nach 3,70 Dollar vor einem Jahr. Also kann man sagen, dass die Verluste zurückgehen, und auch kleiner sind als erwartet. Auch der Umsatz in Höhe von 4,37 Milliarden Dollar lag knapp über den Erwartungen von ca 4,2 Milliarden Dollar. Auch hier kann man sagen, dass zumindest die Umsatzerwartungen gehalten werden konnten. Aber ist das wirklich ein Grund zu Freude?

Die ständige Schließung von Geschäften kann man je nach Sichtweise negativ, aber auch positiv bewerten, weil man sagen könnte, dass das Management die Kostenseite aktiv im Blick hat! So kündigt man an 28 Kmart-Stores schließen zu wollen. Das kommt hinzu zu den 150 Geschäften, die dieses Jahr eh schon geschlossen werden sollen, und zu den 180 Geschäften, die schon geschlossen wurden. Man kann sich aber auch kaputt sparen, bis nichts mehr da ist!

Negativ

Negativ zu bewerten ist, dass der Quartalsumsatz, der ja mit 4,37 Milliarden Dollar leicht besser als erwartet reinkam, drastisch unter dem Vorjahresumsatz von 5,66 Milliarden Dollar liegt! Dies hat auch mit Umsatzverlusten zu tun aufgrund von Filialschließungen. Bei einer Betrachtungsweise der gleichen Anzahl von Geschäften im Vorjahr wie im 2. Quartal dieses Jahres lag der Umsatz jetzt 11,5% tiefer, während Analysten mit Rückgängen deutlich unter 10% gerechnet hatten.

Sears-Chef Eddie Lampert sagt dazu aktuell, dass man Fortschritte mache mit seinen Prioritäten, die darin lägen die Firma wieder in die Gewinnzone zu führen. Da das aktuell laufende 3. Quartal historisch gesehen bei Sears das schwierigste Quartal des Jahres sei, arbeite man hart daran Fortschritte zu machen bei seinen Restrukturierungen. Im Klartext: So schnell wie möglich weitere Verlustbringer (Filialen) abbauen, also schließen.

Darauf zu wetten, dass Sears die Kurve noch kriegt, und einer Pleite entkommt, ist verdammt riskant. Erst im März war Sears dazu gezwungen davor zu warnen, dass es ernsthafte Bedenken gäbe, ob man in der Lage sei durchzuhalten (der Pleite zu entkommen). Wie auch immer. Die Aktie notiert nach gestern Abend Schlusskurs bei 8,57 Dollar heute vorbörslich mit +0,2%. Als lässt sich die Börse aktuell zumindest davon beeindrucken, dass die desaströsen Zahlen doch immerhin besser ausfallen als erwartet.


Der Kursverlauf der Sears-Aktie seit 2004. Nach 188 Dollar Höhepunkt 2007 konnte man sich nicht wirklich erholen, und liegt jetzt bei 8,57 Dollar.

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Mastercard betritt China – der Aktienmarkt bleibt aber noch gelassen!

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Im Trubel rund um das Corona-Virus ging eine Meldung etwas unter, die das Zeug dazu hat, Mastercard einige Jahre mit außerordentlichem Wachstum zu bescheren. Nach jahrelanger Wartezeit beginnt China endlich, den eigenen Markt für ausländische Zahlkartenanbieter zu öffnen. Und das erste Unternehmen, das davon profitiert, ist Mastercard!

In China ist bargeldloses Bezahlen der Normalfall

Für nicht-chinesische Zahlkartenanbieter ist China ein riesiger, unerschlossener Markt. Denn bis vor kurzem war es ausländischen Unternehmen schlicht nicht erlaubt, Kreditkartendienstleistungen in China anzubieten. Alle Zahlungen mussten über die staatliche Clearinggesellschaft UnionPay abgewickelt werden. Dabei ist China ein hoch attraktiver Markt. Nicht nur, dass es dort 1,4 Milliarden potentielle Kunden gibt. Diese 1,4 Milliarden Menschen sind auch noch besonders „Bargeldersatz-affin“. In den Großstädten benutzen 92% der Menschen die Mobile Payment Lösungen von WeChat oder Alipay. 83% aller Zahlungen werden inzwischen über Mobile Payment abgewickelt.

Auch der Onlinehandel boomt und wächst mit 16% pro Jahr. Er wird 2020 wahrscheinlich 6 Billionen US-Dollar Marktvolumen erreichen! Die Affinität der Chinesen für elektronische Bezahlung ist das eine. Sie für neue Angebote zu begeistern, das andere. Wenn schon heute 92% der Menschen bestehende Angebote benutzen, wird es für Mastercard nicht leicht werden, in diesen bereits unter chinesischen Unternehmen aufgeteilten Markt einzubrechen. Andererseits ist es vermutlich leichter, Menschen, die ohnehin bargeldloses Bezahlen bevorzugen, vom Anbieterwechsel zu überzeugen als ihnen das elektronische Bezahlen überhaupt erst einmal schmackhaft zu machen.

Mastercard wird in ein Joint Venture gezwungen

Wie meistens in China, läuft ohne ein Joint Venture mit einem chinesischen Partner nichts für ausländische Unternehmen. So musste auch Mastercard mit NetsUnion Clearing Corp zusammenarbeiten, um in China Kreditkarten-Dienstleistungen anbieten zu dürfen. Mastercard hält am Gemeinschaftsunternehmen 51%. Doch noch darf Mastercard nicht damit beginnen, Banken die Ausgabe von Mastercard-Kreditkarten anzubieten. Erst einmal hat das Gemeinschaftsunternehmen nun ein Jahr Zeit, alle regulatorischen Vorgaben umzusetzen.

Mastercard ist nicht allein in China. Auch American Express gründete bereits ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem lokalen Partner. Das geschah sogar schon 2018. Die Erlaubnis zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit bekam American Express im Gegensatz zu Mastercard jedoch noch nicht.

Nachdem Mastercard alle Vorgaben der Regulierungsbehörden umsetzte, kann das Unternehmen damit beginnen, an Banken heranzutreten und denen die Herausgabe von Kreditkarten mit Mastercard-Branding anzubieten. Mastercard selbst gibt keine Karten aus, sondern übernimmt nur gegen Entgelt von Geschäftsbanken die Abwicklung der Zahlungsströme. American Express ist hingegen in der Regel selbst der Herausgeber der Kreditkarte.

China zögerte die Öffnung ewig hinaus, doch jetzt dürfen Deutschland und die USA starten

Für China ist die Öffnung des heimischen Marktes das Ende eines schon achtjährigen Prozesses. Bereits 2012 urteilte die Welthandelsorganisation, dass China ausländische Zahlungsdienstleister diskriminiere. Die Abstellung der Diskriminierung folgt nun sicherlich nicht zufällig kurz nach Unterzeichnung des Phase-1-Handelsabkommens mit den USA. Es kann auch als Zugeständnis an die USA angesehen werden, die mit Visa, Mastercard und American Express gleich drei Kreditkartengiganten hat, die sehnsüchtig auf die Öffnung des Marktes warten.

Der deutsche Zahlungsdienstleister WireCard konnte den chinesischen Markt bereits 2019 betreten, gibt allerdings auch keine Kreditkarten aus. Schon seit geraumer Zeit wickeln chinesische Unternehmen bargeldlose Zahlungen über die Systeme von WireCard ab. Doch bis Ende 2019 beschränkte sich die Dienstleistung darauf, für zum Beispiel Alipay und WeChat Zahlungen im Ausland abzuwickeln. Wenn ein chinesischer Kunde in einem Berliner Restaurant mit WeChat bezahlen kann, dann nur deshalb, weil die Zahlung über die Systeme von WireCard läuft.

Anfang November 2019 konnte WireCard schließlich den chinesischen Anbieter AllScore übernehmen und wickelt jetzt auch Zahlungen auf chinesischen Webseiten ab. Damit war der deutsche Anbieter noch vor den US-amerikanischen Finanzriesen in China aktiv! WireCards Lizenz beschränkt sich in China jedoch auch ausschließlich auf eCommerce, während Mastercard dieser Beschränkung nicht unterliegen wird.

Wie reagiert Mastercards Aktie auf die Nachricht? Sie notiert heute auf einem Allzeithoch. Doch das ist keine Reaktion auf die Erlaubnis aus China, sondern vielmehr das Ergebnis einer ohnehin seit Anfang 2019 bestehenden Entwicklung. Solange in China nur Kosten aber keine Umsätze anfallen, bleibt der Markt gelassen!

Die Metropole Shenzhen in China
Shenzen in China.

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart an der Wall Street – gute Zahlen

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Markus Koch berichtet im folgenden Video LIVE zum Handelsstart an der Wall Street. Es gibt gute Quartalszahlen! Und dank Feiertag in den USA am Montag könnte Markus Koch sich vorstellen, dass es heute Abend zu Gewinnmitnahmen in den US-Märkten kommen könnte.

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Neu: Warum Disruptoren für Sie so lukrativ sind – Werbung

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Lieber Börsianer,

US-Investoren lieben diese neue Aktiengattung. Die Rede ist von den sogenannten Disruptoren. Was ist das? Den Begriff des Disruptors prägte vor einigen Jahren der US-Ökonom Clayton M. Christensen. Er meint damit Unternehmen, die das bestehende Marktgleichgewicht in aller Regel mit großer Dynamik kreativ zerstören. Anders formuliert: Hier werden Erfolgsserien bereits bestehender Technologien oder etwa Produktionsverfahren unterbrochen (englisch: to disrupt). Im deutschsprachigen Raum sprechen wir dann von disruptiven Technologien.

Landläufig verstehen viele Anleger darunter vor allem Neuerungen im Bereich Software oder Internet. Tatsächlich ist das faszinierende Feld dieser Disruptoren vieler größer. Auch nicht-technische Innovationen können einen Markt erheblich verändern.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Nach dem Zweiten Weltkrieg startete ein Einzelhändler, den wir heute unter dem Namen Aldi kennen, ein gänzlich neues Geschäftsmodell. Man setzte nicht mehr auf Frischprodukte wie Obst und Gemüse, sondern lang haltbare Konserven und ähnliches. Das Modell des Lebensmittel-Discounters war geboren. In der jüngeren Vergangenheit etwa sorgte die US-Kaffeehauskette Starbucks für Furore und konstruktive Unruhe im Markt. Die Performance dieser Disruptor-Aktie…

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